Wenn ich das richtig sehe, handelt es sich bei den Medaillen um denselben Stempel, der in einem Fall lediglich um den Ortsnamen Cassel und ein Datum erweitert wurde.
Das datierte Stück habe ich bei einem Händler für 25 Euro gesehen. Ob Jemand für die Medaille tatsächlich soviel zu zahlen bereit ist, steht auf einem ganz anderen Blatt.
Ich vermute mal, dass ein datiertes und einer Stadt zugewiesenes Exemplar für Heimatsammler attraktiver ist als eine undatierte Variante.
Der Wert in Geld ist ohnehin keine absolute Größe und relativ zu sehen. Eben was die Medaille einem Interessanten "wert" ist und wieviel er dafür ausgeben möchte.
Den ideellen, historischen Wert muss ebenfalls jeder für sich festsetzen. Solche Erinnerungsmedaillen an den Krieg 1870/71 gibt es zuhauf. Wobei von den drei gezeigten Personen überhaupt nur Wilhelm I. und sein Sohn Friedrich an dem Krieg teilgenommen haben. Wilhelm II. hat zu diesem Zeitpunkt maximal mit seinen Zinnsoldaten gespielt.
Dein Stück existiert in 2 Varianten, mit und ohne Angabe des Herstellers, bei Deinem Stück fehlt die Signatur. Für den Preis macht das keinen Unterschied. 25,- € halte ich um mind. 100 % für überhöht, sind selbst für tadellose Stempelglanzstücke nicht zu erzielen.
Ausgeben wurden die Stücke übrigens 1895/96 zur 25-Jahrfeier des Sieges im Deutsch-Französischen Krieg, der bekanntermaßen als wichtigstes Ergebnis die Gründung des Deutschen Reiches zur Folge hatte. Die Feierlichkeiten wurden in ganz Deutschland begangen und sind an einer Vielzahl von Medaillen auch heute noch in ihrer Dimension nachvollziehbar. Neben allgemeinen Medaillen wurde auch (wie bei der von Cassel/Kassel beschriebenen Medaille) Ortsnamen aufgeprägt - diese werden in der Regel von Regionalsammlern etwas besser bezahlt.
Gruß Medaille