Friedrich III. wurde am 18.Oktober 1831 geboren.
Im Gegensatz zu seinem Vater, der für sein späteres königliches Amt gar nicht vorgesehen und deshalb auch nicht in dieser Richtung ausgebildet worden war, erhielt Friedrich III. eine spezielle Schulung und Erziehung als Kronprinz. Wie in Pressen üblich, wurde besonderer Wert auf die militärische Ausbildung gelegt, so dass Friedrich III. wie sein Vater als Soldat und Offizier dachte und handelte. 1848 erlebte der 17jährige die Berliner Revolution, die den jungen Prinzen mit tiefem Abscheu gegen die Revolutionäre erfüllte. Um so erstaunlicher wirkt seine spätere liberale Haltung. Dieser Sinneswandel ist unter anderem auf den Einfluss seiner Ehefrau Victoria, der ältesten Tochter Victorias von Großbritannien, zurückzuführen.1851 lernte Friedrich III. die elfjährige Victoria in England kennen, fünf Jahre später verlobten sich die beiden in Schottland, und am 25.Januar 1858 heirateten sie in London. Noch nie hatte ein preußischer Kronprinz gewagt im Ausland zu heiraten, aber die britischen Schwiegereltern verlangten es so.
Es war eine Liebesheirat, aus der sieben Kinder hervorgingen. Victoria gewöhnte sich nie an die preußischen Verhältnisse und beklagte diese oft in verletzender Weise gegenüber Einheimischen, wodurch ihr Beliebtheitsgrad nicht gerade anstieg.
Preußische Politik und später auch die Reichspolitik Bismarcks, den sie als den großen bösen Mann ansah, verfolgte sie mit Misstrauen und nahm gehörigen Einfluss auf die Meinungsbildung ihres Ehemannes.
Im täglichen Leben des Kronprinzen lagen die ihm zugedachten Arbeiten im militärischen Bereich. Diese Arbeit als Offizier leistete er gerne und mit Sachverstand. Oftmals vermittelte er zwischen seinem Vater und Bismarck. In den Krieg gegen Frankreich 1870/71 zog er mit Begeisterung. Ebenso begeisterte er sich für die Kaiserwürde, die er ganz anders wertete als sein Vater.
Friedrich III. vereinigte in sich die positiven Eigenschaften seines Vaters mit der Intelligenz und Kultur seiner Mutter. Diese glückliche charakterliche und geistige Ausprägung zu einer gewinnenden Persönlichkeit gab Anlass zu berechtigten Hoffnungen hinsichtlich einer erfolg- und segensreichen Regierungstätigkeit.
Als Friedrich III. 41jährig aus dem Krieg gegen Frankreich zurückkehrte befand er sich im besten Alter um die anspruchsvolle Aufgabe zu übernehmen. Doch 17 Jahre des Wartens auf die Übernahme der Regierungsgeschäfte zermürbten den Kronprinzen zusehends.
1887 stellte ein Ärztegremium beim Kronprinzen Kehlkopfkrebs fest. Der unwürdige Ärztestreit, der danach um die Krankheit des Kronprinzen ausbrach, wurde sowohl durch das geringe Wissen über die Krankheit als auch durch die Kronprinzessin provoziert. Nachdem Victoria darüber klarwurde, dass die Krankheit einen tödlichen Verlauf nehmen würde, kam es ihr in ihrer tiefen Zuneigung zuerst darauf an, Friedrich III. zu einem würdigen Tod zu verhelfen. Der britische Kehlkopfspezialist Dr. Morell Mackenzie durchschaute die Absicht Victorias, vielleicht spielten die beiden auch ein abgekartetes Spiel. Nachdem zunächst eine möglicherweise lebensrettende Operation verhindert wurde, fand schliesslich in einem Hotelzimmer in San Remo unter unglaublichen Begleitumständen doch noch eine Operation statt.
In dieser Situation starb 9.März 1888 sein Vater Wilhelm I. Zwar konnte Friedrich III. noch nach Berlin zurückkehren und die Regierung formell übernehmen, doch seine Absichten zerrannen
in der Anerkennung der Bismarckschen Politik, die zu ändern Friedrich III. nicht mehr die Kraft aufbrachte. In der Praxis übte Friedrich III. bei seinem Amtsantritt bereits von tödlicher Krankheit gezeichnet keine Regierungstätigkeit aus.
Kaiser Friedrich III. starb am 15. Juni 1888 Im Neuen Palais in Potsdam.
Sein Sohn sorgte für Mißklang beim Ableben des Kaisers, als er das Schloss von Truppen umstellen und durchsuchen ließ, um der Entfernung von Dokumenten nach England durch seine Mutter vorzubeugen.
Das Schicksal Friedrichs III. verband sich indirekt auf tragische Weise mit der Existenz des zweiten deutschen Kaiserreichs; auf jeden Fall entwickelte sich Deutschland aufgrund des frühen Tods Friedrich III. in eine Richtung, die eine Liberalisierung Deutschlands - die durch die freiheitliche Gesinnung den zweiten Hohenzollernkaisers möglich gewesen wäre - ausschloss und eine weitere Modernisierung des Landes verhinderte.
Dass diese Regierungszeit nur 99 Tage währen sollte, gehört zu den Unglücksfällen der deutschen Geschichte.
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Im Bildanhang seht ihr Jäger 98 - 2 Mark 1888 - mit einer Auflage von 500.000 erst nach dem Tod des Kaisers geprägt.