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| Münzen & Geschichte Münzwesen, geschichtliche Beiträge über Personen, Ereignisse im Zusammenhang mit Münzen |
26-03-2009, 16:11
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#1 (permalink)
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Varus gib mir meine Legionen wieder..
...dieser verzweifelte Ausruf soll die Reaktion von Kaiser Augustus Oktavian gewesen sein, als er von der verheerenden Niederlage seiner Streitkräfte unter dem Kommando des römischen Generals Publius Quinctilius Varus erfuhr.
Drei Legionen, man vermutet mehr als 20 000 römische Soldaten wurden im Jahre 9 n. Chr., von einer Armee germanischer Krieger unter Führung eines Stammesfürsten mit dem Namen Arminius im Teutoburger Wald in einen Hinterhalt gelockt und niedergemetzelt.
An diesem Tag im September des Jahres 9 nach Christus hatte Varus das Kommando über die 17., 18. und 19. Legion, der Elite der römischen Armee, sowie drei Reitergeschwader und weitere 6 Kohorten Fußtruppen. Diese Kampftruppe muß ein buntes Bild von Männern, Pferden und Wagen auf ihrem gleichmäßigen Marsch durch die germanische Wildnis geboten haben.
Jede der Legionen stellte stolz ihre Feldzeichen auf einem langen Stab zur Schau, der Name und Nummer der Legion, sowie das Abbild des römischen Reichsadlers trug.
Die Römer unternahmen diesen Marsch um die Eroberung einer Provinz abzuschließen. Als Anlaß dienten die Informationen eines als Arminius bekannten einheimischen Stammesfürsten, dem Varus vertraute. Arminius hatte als Befehlshaber einer Hilfseinheit in der römischen Armee gedient und sich auf dem Schlachtfeld ausgezeichnet.
Die Strecke führte die Truppen von ihrem Sommerquartier nahe der Weser nach Westen, entlang dem nördlichen Rand der als Wiehengebirge bekannten Hügelkette. Als sie sich dem Kalkrieser Berg näherten, mußten die Soldaten sich etwa drei Kilometer weit in nördliche Richtung begeben um ihn zu umgehen. Diese Route führte sie durch eine sehr enge Passage. Zahlreiche breite sumpfige Bachläufe, Moor, morastiges Gelände, dichter Wald. An eine Marsch- bzw. sogar eine Gefechtsformation war nicht zu denken.
Die Marschkolonne zog sich über drei Kilometer und in dieser schwierigen Situation, schlugen die Germanen für die Römer völlig überraschend zu.
Eingeklemmt zwischen Bäumen, knöcheltief im rutschigen Schlamm hatten die Römer weder Bewegungsspielraum, noch die Möglichkeit zur Flucht.
Sie wurden total aufgerieben, Varus und einige seiner Kommandeure begingen angesichts der hoffnungslosen Lage Selbstmord.
Die psychologische Wirkung, die diese Niederlage auf Augustus und seine Nachfolger ausübte, trug zur Beendigung der römischen Militärexpansion nicht nur in Europa, sondern auch in Afrika und Asien bei. Diese Schlacht änderte den Verlauf der Weltgeschichte.
Quelle: Peter Wells, "Die Schlacht im Teutoburger Wald"
Ich habe kürzlich dieses Buch gelesen, Hintergründe, Umstände, Folgen, Spekulationen um dieses historische Ereignis werden dabei beleuchtet. Sehr interessant, spannend und informativ.
Die Anwesenheit von Varus im Rheinland und in den rechtsrheinischen Gebieten zwischen 7 und 9 v. Chr. ist archäölogisch durch Münzen belegt, die einen Stempel mit seinem Namen aufweisen.
Im gallischen Lyon, wurden seit 12 v. Chr. Münzen geprägt, mit denen auch die Garnisonen am Rhein versorgt wurden.
Eine Serie von Kupfermünzen, trug ein Porträt des Augustus, auf der Rückseite war ein Altar der Roma und des Augustus abgebildet, ein im politischen und religiösen Zentrum Galliens errichtetes Denkmal.
Diese Münzen dienten als Zahlungsmittel für die Soldaten.Viele wurden nicht schon in der Münzstätte sondern erst später im Militärlager mit Gegenstempeln der Legionskommandeure versehen. Es war gängige Paxis, daß der Kommandeur Belohnungen an bestimmte Einheiten, oder sogar an Einzelpersonen in Form von Geld vergab. Nicht selten mit dem Namen des Gebers als Erinnerung an seine Großzügigkeit gestempelt.
Münzen mit dem deutlichen Vermerk VAR für Varus, sind sowohl in den Militärlagern am Rhein als auch auf dem Schlachtfeld in Kalkriese weit verbreitet.
So, das war diese Geschichte, ich hätte jetzt sehr gerne eine Münze des Varus hier eingestellt, aber ich besitze keine einzige antike Münze. Aber die Lektüre dieses Buches hat mir wieder einmal klargemacht, welche Geschichten, Dramen, Schicksale und Ereignisse sich um alte historische Münzen ranken können.
Vielleicht besitzt jemand von Euch ein Stück mit den eingestempelten Buchstaben VAR eine Münze bei der man den Eishauch der Geschichte spüren kann. Und das ist schon etwas anderes als vom Stempel weg, verkapselt, in den Laden, nur für den Sammler....wie gesagt, wenn jemand solch eine Münze in seiner Sammlung hat, ein Foto wäre super.
Grüsse
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26-03-2009, 17:57
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#3 (permalink)
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Obwohl schon fast 50 Jahre her, ist mir der Satz vom Heimatkunde-Unterricht noch im Gedächtnis:
Varus, Varus, gib mir meine Legionen wieder.
Ich habe damals von Armin, dem Cherusker, gelernt, und habe mich später immer gewundert, dass alle Welt von Herman, dem Cherusker, sprach.
Du schreibst jetzt auch von Armin. Das ist mir gleich aufgefallen.
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26-03-2009, 20:13
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#5 (permalink)
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....man kann wohl davon ausgehen, daß Martin Luther wahrscheinlich der erste war, der den lateinischen Namen Arminius zu Hermann verdeutschte....deshalb Hermann der Cherusker.
Luther führte einen "Kampf" gegen Rom um theologische Grundsatzfragen und das Recht der Deutschen ihre Kirchenangelegenheiten unabhängig von den Machthabern in Rom zu gestalten.
In seinen Schriften bringt er Bewunderung für Arminius zum Ausruck, als Retter und Befreier seines Volkes.
Quelle: ebenfalls oben erwähntes Buch von Peter Wells.
Ja ihr habt Recht, die Materie hat mich begeistert, das alles spielte sich in einer unglaublich ereignisreichen Epoche ab.
Die Geburt von Jesus von Nazareth um diese Zeit in der wir uns hier bewegen....einige Jahrzehnte zuvor die Zeit des großen Julius Cäsar, das Triumvirat aus Augustus, Marcus Antonius und Lepidus...und schließlich die Seeschlacht von Actium in der Augustus endgültig die Nachfolge Cäsars antrat in dem er Marcus Antonius und Kleopatra schlug....bewegte Zeiten.
Augustus war zur Zeit der Varus Niederlage 71 Jahre alt und sein Biograph Sueton schrieb, daß das Desaster den Imperator derart erschütterte, daß er Haar und Bart Monate lang wachsen ließ und diesen zur Legende gewordenen Satz zuweilen ausrief...""Quinctilius Varus, gib mir meine Legionen wieder!" In den folgenden Jahren verbrachte er alljährlich den Tag der Niederlage in großer Trauer.
Was mich absolut fasziniert, ist eben, daß man sich mit einem Stückchen Metall, das die Jahrtausende überdauerte, mit etwas Phantasie, in diese Zeit zurückversetzen kann, man hat solch eine Münze, oder auch ein anderes historisches Stück vor sich auf dem Tisch liegen und denkt darüber nach, was diese Münze wohl alles erzählen könnte....das ist doch irgendwie unglaublich und macht einen Großteil des Reizes aus, was dieses Hobby wohl so interessant macht.
Grüsse
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27-03-2009, 18:33
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#7 (permalink)
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... ich hätte jetzt sehr gerne eine Münze des Varus hier eingestellt.........
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Das Bildnis des Varus auf einer Münze ist auf Wikipedia zu sehen. Zwar kenn ich mich mit dem Urheberrecht nicht genau aus, aber ich glaube Fotos von Wikipedia darf man ohne besondere Genehmigung, unter Nennung des Autors verwenden.
Publius Quinctilius Varus ? Wikipedia
Münzen des Augustus mit Gegenstempel VAR bzw. QVA findest du auf coinarchives. Diese Bilder darfst du zwar angucken, aber nur mit Genehmigung des Autors verwenden.
CoinArchives.com Lot Viewer
CoinArchives.com Lot Viewer
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27-03-2009, 19:42
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#8 (permalink)
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Das Bildnis des Varus auf einer Münze ist auf Wikipedia zu sehen. Zwar kenn ich mich mit dem Urheberrecht nicht genau aus, aber ich glaube Fotos von Wikipedia darf man ohne besondere Genehmigung, unter Nennung des Autors verwenden.
Publius Quinctilius Varus ? Wikipedia
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Im Falle dieser Münze trifft das zu. Es gibt bei Wikipedia aber auch gemeinfreie Bilder, die für jeden Zweck genutzt werden dürfen, auch ohne den Autor zu nennen. Es kommt ganz auf die Lizenz an, unter der der Autor sein Bild veröffentlicht. Die entsprechende Lizenz findest Du bei Wikipedia direkt unter dem vergrößerten Bild.
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27-03-2009, 19:59
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#9 (permalink)
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Vielleicht sollte man noch anmerken, dass der Ort der Varusschlacht nie genau lokalisiert wurde. Der römische Geschichtsschreiber Tacitus schrieb in seinem Bericht als Ort der Schlacht “saltus Teutoburgiensis“, deshalb hat sich der Begriff Schlacht im Teutoburger Wald eingebürgert. Der Teutoburger Wald wurde aber erst im 19. Jahrhundert so genannt, vorher hieß dieser Höhenzug Osning. Es ist also zweifelhaft, ob Tacitus tatsächlich den heute als Tetoburger Wald bekannten Ort beschrieben hat. Im Laufe der Geschichte tauchten immer wieder Orte auf, an denen das Gefecht vermutet wurde. Zuletzt habe ich einen Beitrag im Fernsehen verfolgt, in dem eine Vielzahl von Funden präsentiert wurde, die den Schluss nahe legen, die Schlacht habe am Rande des Wesergebirges bei Kalkriese stattgefunden. Zahlreiche Reste römischer Waffen und Ausrüstungsteile römischer Legionäre wurden ausgegraben und eine große Menge von Münzen kam ans Tageslicht. Alle Münzen, die man datieren konnte, waren aus dem Jahr 9 n.Chr. oder früher. Bisher wurde bei den Ausgrabungen keine Münze gefunden, die später geprägt wurde. Deshalb sind einige Archäologen überzeugt, den tatsächlichen Ort der Varusschlacht gefunden zu haben.
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11-06-2009, 14:38
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#10 (permalink)
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In diesem Zusammenhang ist im neuen P.M. History "Im Reich der Kelten und Germanen" zu lesen.
Der Historiker Tacitus berichtet von einer Schlacht, die etwas weiter südlich zwischen Ems und Lippe stattgefunden haben soll, in der Nähe eines Landstriches, den er saltus Teutoburgensis nennt. Dann wäre Kalkriese falsch. Es werden hier auch mehrere pro und contra Argumente aufgeführt. Meiner Meinung nach spricht allerdings sehr viel für Kalkriese.
Gegner des Kalkriese Szenarios sehen das Schlachtfeld in Kalkriese als Schauplatz einer späteren Auseinandersetzung. Einige Jahre später versuchte nämlich der neue Statthalter Germanicus die rechtsrheinischen Gebiete zu befrieden. Ihm standen 8 Legionen mit ca. 40 000 Kriegern dafür zur Verfügung. Und auch er lieferte sich heftige Kämpfe mit den Germanen.
15 nach Christus soll Germanicus das Schlachtfeld auf dem Varus vernichtet worden war aufgesucht haben und es soll sich den Legionären ein schreckliches Bild geboten haben. Die immer noch umherliegenden Skelette und an Bäume genagelten Köpfe wurden von ihnen bestattet.
Germanicus kämpft weiter und erreicht, daß ein Stamm der Germanen einen der erbeuteten Legionsadler zurückgibt. Einen zweiten kann man erst im Jahre 41 nach Christus zurück erobern.
17 n.Chr. erklärt Kaiser Tiberius den Krieg offiziell für beendet. Germanicus wird gefeiert und führt in einem Triumphzug den Sohn des Arminus durch Rom.
Arminius selbst wird im Jahr 21 n.Chr. nach internen Streitigkeiten und Machtkämpfen von Verwandten ermordet.
....im Jahr 50 nach Chr. befreien Römer ehemalige Soldaten des Varus aus germanischer Gefangenschaft.
Quelle: P.M. History.
In diesem Zusammenhang: Auf der Auktion von Peus/Frankfurt wurde im April eine Bronzemünze verauktioniert. Darauf das einzige Porträt, das von Varus überliefert ist. Prägezeitraum 8/7 vor Christus. Erhaltung ss.
Die Münze wurde mit 300 Euro Schätzpreis aufgerufen. Im Nachbericht der Auktion kann man folgendes lesen. Die Versteigerer waren sehr erstaunt als die ersten schriftlichen 4 stelligen Gebote eintrafen, was sich aber dann im Auktionssaal abspielte übertraf wohl alles.
Die Münze wechselte für 14000,- Euro den Besitzer. Ein bekannter Gallier dürfte sich dazu wohl so äußern. "Die spinnen die Numismatiker"
Das ganze hat wohl sehr viel mit der aktuellen Berichterstattung 2000 Jahre Schlacht im Teutoburger Wald zu tun. Und wenn man sich für solch ein Thema interessiert und begeistern kann, dann kann man sich dem schwer entziehen.
Ich hoffe, daß ich im Sommer mal ein paar Tage Zeit finde, dann werde ich mir das Ganze vielleicht auch mal aus der Nähe ansehen.
Grüsse
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31-07-2009, 12:47
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#11 (permalink)
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... Auf der Auktion von Peus/Frankfurt wurde im April eine Bronzemünze verauktioniert. Darauf das einzige Porträt, das von Varus überliefert ist. Prägezeitraum 8/7 vor Christus. Erhaltung ss. ...
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Hallo,
das müsste dann diese besagte Münze sein , die mit der Porträtseite kürzlich in mehreren Zeitungen abgebildet wurde. Zum ersten Mal habe ich sie in der PRISMA, einer Programmbeilage zu Tageszeitungen in NRW gesehen. Für die Woche 5. - 11. Juli. Abgebildet war die Porträtseite, teilüberlagert mit einer anderen römischen Silbermünze. Dann tauchte eine Einzelabbildung noch in einer Tageszeitung (Neue Westfälische?) auf. Leider habe ich es bei beiden Gelegenheiten verpasst (Urlaub usw), die Bilder aufzubewahren  . Aber wenn ich mich richtig erinnere, kamen die Bilder vom Römermuseum in Haltern.
Werde heute abend mal versuchen, Kontakt zu denen zu bekommen. Vllt. verraten die ja, wo man das Bild im Netz anschauen kann.
Grüße
collettore
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31-07-2009, 13:50
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#12 (permalink)
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Dr.Busso-Peus: Aktuelle Auktion
Hallo Collettore, das ist sie. Das Ergebnis ist für mich nur schwer nachvollziehbar, auch wenn ich jetzt jemandem größtes Interesse und Leidenschaft an der Materie unterstelle. Der Sprung Schätzwert auf Zuschlag ist schon gewaltig. Und die großen Gebote müssen dann wirklich erst im Auktionslokal live gefallen sein.
Grüsse
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31-07-2009, 14:03
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#13 (permalink)
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Hallo,
das müsste dann diese besagte Münze sein , die mit der Porträtseite kürzlich in mehreren Zeitungen abgebildet wurde. Zum ersten Mal habe ich sie in der PRISMA, einer Programmbeilage zu Tageszeitungen in NRW gesehen. Für die Woche 5. - 11. Juli. Abgebildet war die Porträtseite, teilüberlagert mit einer anderen römischen Silbermünze. Dann tauchte eine Einzelabbildung noch in einer Tageszeitung (Neue Westfälische?) auf. Leider habe ich es bei beiden Gelegenheiten verpasst (Urlaub usw), die Bilder aufzubewahren  . Aber wenn ich mich richtig erinnere, kamen die Bilder vom Römermuseum in Haltern.
Werde heute abend mal versuchen, Kontakt zu denen zu bekommen. Vllt. verraten die ja, wo man das Bild im Netz anschauen kann.
Grüße
collettore
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Vielleicht hilft dir der Link weiter.
Kriminalisten geben Feldherr Varus ein Gesicht - Ruhrgebiet - Ruhrgebiet - Bild.de
Grüße
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09-09-2009, 14:21
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#14 (permalink)
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Ich hab mir zwei Tage Zeit genommen und war gegen Ende meines Urlaubs in Kalkriese. Und was soll ich sagen, ich war sehr beeindruckt...eigentlich fast begeistert darüber, auf welche Art und Weise man versucht die Geschehnisse von vor 2000 Jahren den Besuchern näher zu bringen.
Museum und Ausstellungen sind unmittelbar in die Landschaft integriert, in der die größten Funde gemacht wurden. Es nennt sich Park und Museum Kalkriese. Man kann den Ort der Varusschlacht nicht punktuell festmachen, es gibt sicher einige Schwerpunkte , aber die kämpferischen Handlungen kann man sicher über ein riesiges Areal entlang des Marschweges der Legionen von ca. 50 Quadratkilometern ansiedeln.
Die Engpässe dieses Marschweges aber, befinden sich auf dem Gelände dieses Parkes, auf der einen Seite ein Höhenzug, unpassierbar für den römischen Tross, auf der anderen Seite ein großes Moor, zusätzlich noch verdichtet durch einen künstlichen Wall, den die Germanen aufgeschüttet und entsprechend getarnt hatten.
Der Wall ist zu einem Teil restauriert, Grabungen finden ständig statt, man kann hierbei teilweise zusehen. Der Weg den die Legionen des Varus mit großer Wahrscheinlichkeit nahmen ist durch schwere Kupferplatten in den Boden eingebracht symbolisiert und ausgelegt. Auf einigen der Platten sind Zitate von Tacitus zu lesen.
Dieser Weg führt an dem Wall vorbei, an Grabungsstellen, an Orten an denen große Funde gemacht wurden.
Im Museum selbst hat man eine unglaublich innovative, lebendige Art und Weise gefunden den Besucher zu "fesseln".
Varus und Arminius unterhalten sich im Jenseits. Das wird dargestellt indem man zwei kugelförmige Bildschirme in einem abgedunkelten Raum aufgestellt hat. Die Köpfe zweier Schauspieler sind zu sehen diese führen nun ein Zwiegespräch.
Warum kam es zu den Kämpfen?...man war eigentlich so gut wie befreundet...was waren die Hintergründe...sie erzählen aus ihrem Leben, ihren Biographien...Varus macht Arminius Vorwürfe...dieser kontert diese...legt seine Sicht der Dinge dar....usw.
In einer Vitrine, hat man anhand von Zinnfiguren mehr als 10 000 römische Legionäre und ihren Marschtroß in einer langen Kolonne aufgebaut. Ein Zug, der sich über viele Kilometer erstreckte. Erst hier wird einem bewußt, wie groß diese Tragödie war und welche riesige Anzahl von Menschenleben diese Schlacht kostete.
In einer weiteren Vitrine, symbolisieren hunderte von kleinen Kugeln die Römer. Man läßt diese Kugeln nun durch Knopfdruck durch ein entsprechendes Geländeprofil rollen und sieht, wie sie sich alle an einer Stelle sammeln und verdichten....hier erfolgte dann wohl der Schlag der Germanischen Krieger.
Ich hab sechs oder sieben Stunden hier zugebracht....ohne das mir langweilig wurde. Ich hatte 350 Kilometer Anreiseweg und war skeptisch, ob sich das wohl "lohnen" würde. Nun gut, mich interessiert die Geschichte und vor diesem Hintergrund muß ich sagen, ja es war sehr interessant und ich kann einen Besuch dort empfehlen. Bewußt bin ich alleine gefahren, denn nörgelnde Begleitpersonen, bei Messen, Ausstellungen und Museumsbesuchen hab ich auch schon erlebt. ;-)
Last but no least, die Münzen. Es waren einmal größere und kleine Funde in Vitrinen zu sehen, aber für die Topstücke hat man sich etwas besonderes einfallen lassen.
In eine Wand gehend waren Objektive wie von Fernrohren angebracht. Man sah nun durch diese Objektive und toll ausgeleuchtet, etwas vergrößert, drehten sich auf einer Vorrichtung direkt vor dem Auge die Prachtstücke. Es gab sieben oder acht solcher "Gucklöcher" und man konnte die Münzen von allen Seiten aus bewundern. Unter anderem Denare, ein herrlicher Gold Aureus, und ein Kupfer As, geprägt im gallischen Lugdunum (Lyon), mit dem Gegenstempel des Publius Quinctilius Varus.
Grüsse
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