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| Muenzen der Antike Europäische Münzen, Kelten, Römer, Griechen, Byzanz, alles vor 800 n. Chr. |
30-01-2005, 12:49
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#1 (permalink)
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Selbstgefundene Münze
Hallo,
Als meine Familie vor ca. 12 Jahren im Urlaub in der Türkei war, hat mein Vater eine seltsame Münze gefunden und zwar auf dem Boden in einer Art Amphitheater in Antalya. Wir haben sie dann nach Hause mitgenommen. Sie war völlig verkrustet und man konnte bloß an der Form erkennen, dass es sich um eine Münze handelt. Mein Vater hat sie dann vorsichtig von der Kruste befreit und sicher aufbewahrt.
Heute sind wir dann mal wieder auf den Urlaub zusprechen gekommen und meinem Vater fiehl diese Münze wieder ein, er hat sie dann wieder rausgekramt und jetzt wollte ich mal wissen ob sie was wert ist oder nicht.
Wir haben leider keine Digicam, also hier eine Beschreibung: Sie ist fast perfekt rund und hat einen Durchmesser von ziemlich genau 40 mm. Sie scheint auf Bronze oder Kupfer oder so zu bestehen. Auf der einen Seite ist eine Art Streitwagen mit vier Pferden und einem langhaarigen Fahrer abgebildet, und darunter ein Feld mit ein paar Gegenständen darauf, die ich nicht genauer erkennen kann. Auf der anderen Seite ist ein Kopf zu sehen, dessen Blick nach links geht. Um den Hals des Kopfes hängt eine Art Kette und um den Kopf herum schwirren Delphine, oder so ähnlich. Über dem Kopf steht etwas geschrieben. Es ist ziemlich schwer zu erkennen. Ich habe es mal so gut es ging in Paint abgemalt:
Allgemein kann man sagen, dass die Münze scheinbar sehr gut erhalten ist und auch rein handwerklich sehr regelmässig und rund gearbeitet ist und sie ist am Rand nicht geriffelt.
Wäre toll wenn ihr ne Idee hättet was für ne Münze das ist.
\\Ergänzung: Also ich hab mich hier in ein paar themen umgeschaut, und ich muss sagen, dass die Münze wesentlich besser erhalten ist als die meisten hier abgebildeten Münzen, sie hat kaum Kratzer ist überhaupt nich verbogen und macht lediglich einen rauhen verblichenen bzw. verrosteten Eindruck und man kann das Ursprungsmetal nur an wenigen Stellen durchschimmern sehen
Geändert von Orfel (30-01-2005 um 12:57 Uhr)
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30-01-2005, 13:31
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#2 (permalink)
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hy Orfel,
auf jeden Fall kommt die Münze aus Syrakus (Ende 5.Jh.).
Du sagst der Kopf is nach links (wenn man draufkuckst) & wie lang steht die Quadriga (Streitwagen)?
Über der Quadriga is doch bestimmt noch so nen Gestalt  mit Flügeln, wenn ja nach links od. rechts??
______________
Gruß Rainer
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30-01-2005, 15:12
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#3 (permalink)
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Hi,
Also über dem Streitwagen ist eigentlich überhaupt nichts mehr. Aber der Wagen ist nach links gerichtet und ist scheinbar "in Fahrt". Unter dem Wagen ist wie gesagt ein Feld mit Dingen drauf, möglicherweise landwirtschaftlicher Natur.
Hmm, es überrascht mich ein bisschen, dass du die Münze auf das 5. Jh datierst, sie sieht so "neu" aus, wie ich oben schon geschrieben habe, aber ich kenne mich damit auch nicht so gut aus wie ihr, zu schade, dass ich keine digicam hab.
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30-01-2005, 16:14
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#4 (permalink)
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wie gesagt hab auch nur nen Katalog vorliegen mit Bildern & geh davon aus das es sich um deine beschriebene Münze handeln müsste... hab leider auch keine Kamera...
Das unter dem Streitwagen müsste Weizen sein!
Sind es 4 Delfine um den Kodf zwei links & zwei rechts? Wenn ja müsste die Münze um 410 liegen.
Gruß Rainer
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30-01-2005, 18:40
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#7 (permalink)
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also sieht deine Münze ansich gar nich antik aus, bzw mehrere 1000 Jahre??
Falls de irgendwann mal die Gelegenheit hast sie zu fotorafieren wird sich die Sache bestimmt von alleine klären  .
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Gruß Rainer
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30-01-2005, 19:39
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#8 (permalink)
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naja, mein problem ist halt, dass ich mich mit sowas nicht auskenne, aber der fundort in einer abgeschiedenen amphitheater-ruine in der nähe von antalya und der verkrustete zustand der muenze als wir sie fanden, lässt darauf schließen, dass sie dort eine weile gelegen haben könnte.
Was ich mir allerdings nich vorstellen kann, ist, dass die münze wirklich so alt wie du gesagt hast, ist. vielleicht könnte ich sie ja wirklich mal fotographieren, bis dahin erstmal danke für die hilfe
....achso eins noch: wie viel wäre denn die von dir angesprochene münze von 410 etwa wert ?
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31-01-2005, 08:34
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#10 (permalink)
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Hallo,
ich muss Euch beide leider enttäuschen, obwohl Eure Bestimmung der Münze scheinbar so flott von statten geht.
Die Münze wäre, wenn sie echt wäre, eine seltene und sehr begehrte Dekadrachme (ein 10-Drachmen-Stück, wegen 40mm Durchmesser) aus Syrakus, ca. 400 v.Chr. Diese liegen aber heutzutage nicht mehr in der Türkei in Amphitheatern herum. Sie wäre auch aus Silber und nicht aus einem unedlen Metall wie Kupfer oder einer Legierung wie Bronze.
Wäre sie echt, würde sie über 10000 Euro kosten.
So handelt es sich um eine bekannte Nachahmung, die in der Türkei hergestellt wird und dort an Touris verscherbelt wird. Je nach Laune des Verkäufers und nach Unwissenheit des Käufers für 2 bis 100 Euro.
Entweder stimmt die Geschichte vom Fund nicht (seltsamerweise finden viele Touristen ihre Nachahmungen in Ruinen am Boden  ) oder ein anderer Tourist hat sie vor Wut  weggeworfen, als er merkte, dass er hereingelegt worden war  .
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31-01-2005, 11:02
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#11 (permalink)
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Kann ich nur bestätigen. Bei meinem letzten Türkeiurlaub habe ich die antike Stadt Ephesus besichtigt. Eine vergleichbare Münze wurde mir dort auch angeboten. Wobei der Anbieter sehr geheimnisvoll tat und mich aufforderte auf keinen Fall über den Kauf zu reden, und bei der Ausreise die Münze gut zu verstecken, da es sich um eine illegale Ausgrabung handele und Kauf und Besitz verboten sei. Er müsse nur wegen seiner Not und wegen seiner 10 Kinder .................................................. .etc. etc.
Zwar habe ich den Verkäufer ausgelacht, aber viele leichtgläubige Touristen schleppen diese Schätze dutzendweise mit nach Hause. Es gibt in der Türkei Werkstätten die sich auf die Nachahmung antiker Münzen spezialisiert haben.
Die Verkäufer dort kennen den Wert echter Münzen sehr genau und wenn eine angeblich antike Münze für kleines Geld und mit großen Geschichten angeboten wird, kann man unbesehen auf „nachgemacht“ tippen.
Tatsächlich werden in der Türkei auch echte Münzen verkauft, aber der Preis ist meistens höher als bei einem Münzhändler in Deutschland. Wer ohne fundierte Kenntnisse kauft, hat meistens ein nettes Souvenir.
Is nix mit Schnäppchen.
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15-01-2007, 15:00
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#14 (permalink)
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Hallo Orfel,
denk doch mal über Deine Fundgeschichte nach, da gibt es nämlich ein Problem.
In der Nähe von Antalya gibt es ein antikes Theater, das nach Deiner Schilderung von Deinem Vater besucht wurde. Dieses Theater wurde erst unter römischer Herrschaft etwa 200 n. Chr. erbaut. Wenn Deine Fundmünze echt wäre, wurde sie aber bereits runde 500 Jahre früher geprägt. Erscheint es Dir immer noch wahrscheinlich, dass einem alten  Griechen beim Besuch des Theaters eine 500 Jahre alte Münze auf den Boden gefallen ist, über die dann Dein Vater gestolpert ist?
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15-01-2007, 15:35
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#15 (permalink)
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Die Story ist echt klasse. Vor allem die gekonnte Auflösung des Rätsels und die Ad-Absurdum-Führung der vogelwilden Touri-Story sind einmalig gut
Gruß
corrado26
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15-01-2007, 18:44
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#16 (permalink)
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Ich habe einer dieser Fälschungen abgebildet auf meiner Homepage. http://www.kayrethorn.de/ unter der Rubrik-Fälschungen, die zweitletzte Münze. Das ist genau die gleiche Münze.
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15-01-2007, 20:45
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#18 (permalink)
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Noch eine herrliche Fundgeschichte:
Ein Besucher einer antiken Ausgrabungsstätte sieht eine Münze halb im Dreck stecken. Er bückt sich um den Fund aufzuheben. Da steht plötzlich ein Hüter der antiken Schätze vor ihm. Er hat eine Phantasie-Uniformmütze auf seinem Aufseherscheitel und einen amtlichen Blick im Antlitz. Er bewundert mit vielen „ooooh“ und „aaaah“ den kostbaren Fund und kriegt sich nicht mehr ein, über soviel Glück. Aber leider, leide, leider müsse er die Münze beschlagnahmen und in der Antikenverwaltung abliefern; ist ja gaaaaanz wertvoll und gaaaaanz antik. ……..Und dann nach einer kleinen Kunstpause….. Für ein kleines Bakschisch (sagen wir so etwa 50 €) würde er beide Augen zudrücken, habe nichts gehört, nichts gesehen und nichts gesagt.
Der Finder lässt sich nicht lumpen, gibt reichlich Trinkgeld, ist glücklich über sein Kleinod und erzählt später noch seinen Urenkeln von seinem sagenhaften Scharfblick.
Oder er versucht zuhause sein Prachtstück über eBay zu echtem Geld zu machen. z.B. dort:
eBay: kleine Münze mit römischen od. griechischer Inschrift 3 (Artikel 140073560318 endet 16.01.07 17:09:58 MEZ)
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25-01-2007, 11:14
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#24 (permalink)
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Habs jetzt mal geschafft sie zu fotografieren.
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Wo ist das Foto ?
Bei mir erscheint nur ein großer dunkler Fleck.
Mal allgemein: Zu den elementaren Werkzeugen des forumsteilnehmenden Münzensammlers gehören nach meiner Ansicht heutzutage - Kataloge
- gute Augen oder Lupe
- Digiknipser (50 Öro) oder Scanner
- elementare Kenntnis einfacher Grafikprogramme
Ich wünschte Dir natürlich, daß die Münze echt wäre, aber auch ein Replikat wäre doch ganz nett. Geschenktem Barsch ...
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