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Muenzen der Antike Europäische Münzen, Kelten, Römer, Griechen, Byzanz, alles vor 800 n. Chr.

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Alt 24-03-2006, 18:28   #1 (permalink)
 
5 antike Münzen suchen Zeit und Ort ihrer Herkunft!

Liebe Freunde antiker Münzen,

ich möchte hier 5 ältere Münzen ins Forum einstellen, die vor 45 Jahren gekauft wurden. Leider sind sie fast alle in sehr schlecher Erhaltung. Es würde mich sehr freuen, wenn mir jemand Informationen über die Herkunft und die geschichtliche Epoche geben könnte! Kann man überhaupt erkennen, ob sie wirklich antik sind?

Hier noch einige Informationen:
Nr 1 Durchm. 22 mm, 4,2 g
Nr 2 Durchm. 26-28 mm, 7,9 g
Nr 3 Durchm. 25-28 mm, 6,9 g
Nr 4 Durchm. 20 mm, 2,0 g
Nr 5 Durchm. 16-17 mm, 4,1 g

Auf Nr 5 glaube ich eine Biene, bzw. auf der Rückseite eine Antilope a. ä. zu erkennen.

Ich freue mich über jeden Beitrag. Falls die Münzen nachgemacht sein sollten, würde mich trotzdem interessieren, was gefälscht werden sollte.

Vielen Dank im voraus,
dr.brausefrosch.
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dr.brausefrosch ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26-03-2006, 14:56   #2 (permalink)
 
Hallo Dr. Brausefrosch,

die ersten 3 Münzen stammen aus Byzanz.
Nr. 1 ist ein Leo VI,
AV: LEONBASILEUSROM
RV: +Leon EnQeoBA SILEUS R OMEON, katalogisiert unter Sear 1729.
Nr. 2 und 3. sind sogenannte annonyme Follis, da sie keinen Herrscher, sondern Jesus auf der AV abbilden. Diese lassen sich mittlerweile einzelnen Herrschern zuordnen, das ist jedoch nicht meine Stärke.
Nr. 4 ist lt. Inschrift ein CONSTANTINVS AVG, also Konstantin der Große. Da auf der RV die Prägestätte nicht erkennbar ist, stelle ich hier mal einen Link rein, der zu einer der Münzen dieses Typs führt.
http://www.wildwinds.com/coins/ric/c...IC_vII_313.jpg
mehr davon hier:
http://www.wildwinds.com/coins/ric/constantine/t.html
Nr. 5 dürfte tatsächlich eine Biene abbilden. Dies ist in Kombination mit einem Hirsch ein typisches Zeichen für eine griechische Münze aus Ephesos. Mit griechischen Münzen kenne ich mich nicht so gut aus, daher passe ich mal bei den Details. Weitere Hinweise hier: http://www.odophil.ch/numismatik/gri...s/ephesos.html

Gruß und schönen Sonntag noch
Truben
Truben ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28-03-2006, 17:37   #3 (permalink)
 
Hallo Truben,
vielen Dank für die Informationen zu meinen Münzen und für die weiterführenden Links - Sie haben mir sehr weitergeholfen!
Könnten Sie mir bitte noch kurz antworten, mit welcher Wahrscheinlichkeit Sie diese Münzen für echt antik halten - bzw. welche Kriterien für eine Einschätzung maßgeblich sind?
Ich grüße Sie,
dr.brausefrosch
dr.brausefrosch ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 28-03-2006, 22:11   #4 (permalink)
 
Hallo Dr. Brausefrosch,
freut mich, dass ich Ihnen weiterhelfen konnte! Ich bin bestimmt kein Experte für gefälschte Münzen und die Aussagen sind an Hand von Fotos ohnehin schwierig. Z.b. sieht man meist den Rand nicht richtig, der aber Hinweise etwa bei Gussfälschungen geben kann.
Ihre 5 Münzen halte ich alle für echt, ohne darauf irgend eine Gewähr geben zu können. Wenn man sich mal gute Fälschungen angesehen hat, dann wird man schon sehr unsicher. Ein paar Beispiele hier: http://www.forumancientcoins.com/fakes/index.php?cat=6
Unsicher bin ich mir bei Ihrem Konstantin dem Großen. Das hat die folgenden Gründe: Vorder- und Rückseite sind sehr unterschiedlich gut erhalten. Die Detailschärfe der Vorderseite ist teilweise verblüffend, gemessen an der Rückseite. Gut, das ist öfter der Fall. Hinzu kommt aber, dass Konstantin eher ungewöhnlich plastisch geprägt ist. Vergleiche ich den Hals mit Darstellungen auf meinen Münzen, dann sind die meist deutlich flacher geprägt. Drittens kommt hinzu, dass die Nase eigenartig wirkt, als wäre sie doppelt geprägt oder - und das scheint mir am wahrscheinlichsten - "schlampig" nachgeschnitten. Es gibt auch eine merkwürdige Diskrepanz zwischen dem plastischen Kopf und der schwachen Schrift auf der Vorderseite. Wegen der Rückseite bin ich mir eher sicher, dass die Münze echt ist, wegen der Vorderseite halte ich es für möglich, dass sie "verbessert" wurde. Das wird in einigen Staaten üblicherweise so gemacht und gilt dort nicht wie in D als anrüchig. Hinzu kommt, dass dies eine recht häufige Münze ist und der Fälschunsaufwand sich nicht wirklich lohnt. Das gilt übrigens auch für die anderen Münzen.
Gruß
Truben
Truben ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 30-03-2006, 01:20   #5 (permalink)
 
Hallo Truben,
vielen Dank, dass Sie mir nochmals so ausführlich geantwortet haben. Sie haben mir und meinem Vater, der die Münzen vor ca. 40-45 Jahren in Ephesus gekauft hatte, durch diese Informationen sehr geholfen.

Mit besten Grüßen,
dr.brausefrosch
dr.brausefrosch ist offline   Mit Zitat antworten
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