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Pflege, Reinigung und Aufbewahrung Fragen zu den Themen Pflege, Reinigung und Aufbewahrung werden hier beantwortet

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Alt 24-05-2004, 23:30   #1 (permalink)
 
Zinkfrass/Zinnpest

Zum Thema Zinkfrass/Zinnpest gibt es hier einen netten Off-Topic-Text, auf den ich kürzlich gestossen bin.

Mich würde interessieren: Gab es eigentlich auch Münzen die stark davon betroffen sind (waren)?
Es gibt im Forum zwar einen Thread dazu, da steht aber auch nicht allzuviel zu dem Thema drin.

Oder auch allgemeiner: Gab es Münzen, die aufgrund fehlerhafter Legierung o.ä. ziemlich schnell den Weg alles Irdischen gehen mussten?

Gruss
jeggy
jeggy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25-05-2004, 01:45   #2 (permalink)
 
Hi Jeggy, apropos Zink, das würde dich vielleicht interessieren:

hatte vor kurzem einige DDR Münzen geerbt. Wollte sie erst verkaufen,aber ich behalte sie nun erstmal. Sind nämlich die ersten vier darunter.

Alle sind fast Prägefrisch. Und natürlich - der Schinkel, die allererste und teuerste, sieht grottenschlecht aus. Fast Dunkel, sieht nicht mal wie "SS" aus. Obwohl er eigentlich keine Kratzer und nichts hat, es scheint hier wirklich chemische Reaktion zu sein. Aber von Reinigung lass ich erstmal die Finger. Das kann man später immer noch.

Ja, und das auffällige: Ich las, dass es eine Silber- ZINK Legierung sei! Bin zwar kein Experte, aber Silber-Zink kommt glaube ich bei deutschen Münzen nicht recht häufig vor.

(falls übrigens jemand tipps zur Reinigung hat, nehm ich die gerne an...)


Geändert von Florin (25-05-2004 um 01:50 Uhr)
Florin ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25-05-2004, 11:58   #3 (permalink)
 
Eigentlich sind alle Münzen, die aus Zink bestehen, gefährdet. besonders eben die, die ihrer ursprünglichen Bestimmung gerecht wurden. Was jahrelang im Umlauf war und allen möglichen Umwelteinflüssen ausgesetzt war, ist oft von diesem Frass befallen. Ich habe viele Münzen aus Zink und leider sind auch einige dabei, die diese hässlichen weissen Flecken haben. Man kann halt nichts machen ausser trocken, dunkel und bei stabiler Temperatur zu lagern, um den Verfall zu bremsen.
Da ich in Chemie eine Niete bin, wäre es vielleicht interessant, die Halbwertzeit von Zink zu erfahren. Dann könnte man ausrechnen, nach wievieln Generationen Münzen vererben die Zinkmünzen weg vom Fenster sind
moppel65 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25-05-2004, 13:47   #4 (permalink)
 
Ok, Zink ist ein sehr unedles Metall und ist hoch oxidationsgefährdet. Das kann ich natürlich gut nachvollziehen dass und warum diese Dinger nicht lange halten. Dieses Metall wurde ja für Münzen oft in Kriegszeiten verwendet, da andere Materialien z.B. Bronze oder Nickel der Rüstungsindustrie zufliessen mussten.

Aber wie in dem obigen Link zu lesen ist:
Grund allen Übels war die Verarbeitung von unreinen Zink / Blei - Legierungen in dieser Zeit. Durch elektrische Potentiale im Materialgefüge und damit verbundene lokale Spannungsunterschiede in der Legierung kommt es zu Oxidation und Rekristallisation im Material. Der Guss "wächst" und dehnt sich aus. Dies führt zu Rissbildung und Wellen im Guss. Der Zerfall ist vorprogrammiert und nur noch eine Frage der Zeit und der Temperatur. Unterhalb von 14°C wird dies beschleunigt.
Nun, ob Blei zumindest in neuzeitlichen Münzen je verarbeitet wurde, weiss ich nicht. Aber auch generell, "böse" Legierungen oder Legierungen mit Verunreinigungen wobei z.B. elektrische Potentiale im Spiel sind, könnten ja auch die Ursache sein für äusserst schnellen Zerfall des Materialgefüges sein.

Gruss
Jeggy
jeggy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25-05-2004, 14:05   #5 (permalink)
 
Ja, und das auffällige: Ich las, dass es eine Silber- ZINK Legierung sei! Bin zwar kein Experte, aber Silber-Zink kommt glaube ich bei deutschen Münzen nicht recht häufig vor.
Das Mischungsverhältnis der Legierung ist 80% Silber und 20% Zink.
Die gleiche Legierung fand noch Verwendung bei
- 20 Mark, Leibnitz, 1966
- 10 Mark, Kollwitz, 1967
- 20 Mark, Humbold, 1967
- 10 Mark, Gutenberg, 1968
- 20 Mark, Marx, 1968
Huehnerbla ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25-05-2004, 22:13   #6 (permalink)
 
Bei den DDR-Münzen gab es auch diese Neubauer-Medaillen-Probe auf einer Sinter-Ronde.

"Bei dem angewandten Verfahren wurde Metallpulver mit hohem Druck zusammengepresst und sintert bei Temperaturen weit unter dem Schmelzpunkt zu einem Werkstück zusammen. Aufgrund der verbleibenden Hohlräume kann Gewalteinwirkung auf solche Ronden zum Zerspringen des Materials führen." (Quelle:Schön)

Da musste man wohl in der Prägeanstalt vor "Granatsplittern" in Deckung gehen...
Vielleicht wären diese ja Kandidaten für zerfallende bzw. pulverisierende Münzen gewesen...
aber ich vermute, von den gefertigten 30 Stk. gibt es noch existierende Exemplare, oder?

Gruss
jeggy
jeggy ist offline   Mit Zitat antworten