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Pflege, Reinigung und Aufbewahrung Fragen zu den Themen Pflege, Reinigung und Aufbewahrung werden hier beantwortet

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Alt 03-08-2004, 17:57   #1 (permalink)
 
Wie reinigt man vorsichtig Litzmannstadt-Münzen?

Liebes Münzforum,
ich benötige dringend eure Erfahrung, was das Reinigen von Münzen aus Magnesium betrifft.
Ich versuche einfach einmal schriftlich ein Erscheinungsbild der Münzen wiederzugeben, um die Verunreinigungen darzustellen.
Die seltenen Stücke sind stellenweise durch weiße Ausblühungen überzogen, die hoffentlich nur oberflächlich auf der Münze haften. Wenn die Ausblühungen wirklich nur Oberflächlich auftreten, gibt es denn dafür eine Methode diese behutsam zu entfernen, oder besteht dabei die Gefahr, das dabei stärkere Beschädigungen ins Tageslicht treten? Mal angenommen, es existiert ein Zaubermittelchen, welches die weißen Ausblühungen hinweg radiert, wie schütze ich dann die Münzen vor zukünftigem Angriff?

Vielen Dank!

Claude
Hopper ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03-08-2004, 18:21   #2 (permalink)
 
da würde ich Herr Franquinet fragen.
Er ist Spezialist für Litzmannstadt
hegele ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03-08-2004, 18:29   #3 (permalink)
 
Ich bin kein Spezialist für Litzmannstadt-Münzen, und auch kein Chemiker.

Aus dem Schulunterricht habe ich mir behalten, das oxidiertes Magnesium, also Magnesiumoxyd, eine weiße Farbe hat.
Bei Münzen aus Eisen würde man das Rost nennen.

die Münzen dürften also beschädigt sein. Wie kann man Magnesium vor Oxidation schützen ?
mifrjoar ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06-08-2004, 19:20   #4 (permalink)
 
Konservierung

Konservieren kann man sowohl Eisen als auch Magnesium-Münzen, indem man sie dick in chemisch reinem Paraffin einschmilzt und trocken lagert.
Betrachten kann man sie dann allerdings nicht.

In Sachen Reinigung bin ich auch ziemlich ratlos, weil nach dem Entfernen des Magnesium-Oxids Löcher zurückbleiben werden. Da sollte man sich dann wirklich am besten an Herrn Franquinet wenden. Der wird sicherlich auch wissen, wie man die Stücke so konservieren kann, daß eine Betrachtung möglich ist.

Weil Magnesium ein für die Münzprägung ungeeignetes Metall ist, so kann man hier auch keine Idealstandards in Puncto Reinigung / Konservierung einerseits und Unterbringung / Präsentation andererseits postulieren.

Ganz wichtig:
"Ausbrennen" oder "Ausglühen" geht hier nicht, denn Magnesium ist entzündlich und verbrennt unter Freisetzung sehr hoher Hitze und eines sehr hellen Lichtes. Übrig bleibt nur ein weißes Pulver: Magnesiumoxid.

Echte Magnesiumprägungen sind zudem sehr rar, daher empfiehlt es sich vielleicht, die Stücke Herrn Franquinet zur Begutachtung vorzulegen und sie im Fall der Echtheit dabei gleichzeitig reinigen und konservieren zu lassen. Anders als bei Kupfer- oder Silbermünzen kann ich mir bei Mg / Elekrton vorstellen, daß eine Oxidation die weitere Umwandlung (Zerstörung) der Münze ehr fördert als aufhält.
mesodor39 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06-08-2004, 23:05   #5 (permalink)
 
Ganz wichtig:
"Ausbrennen" oder "Ausglühen" geht hier nicht, denn Magnesium ist entzündlich und verbrennt unter Freisetzung sehr hoher Hitze und eines sehr hellen Lichtes. Übrig bleibt nur ein weißes Pulver: Magnesiumoxid.



Ich glaube aber nicht das eine Münze einfach so "abbrennt", oder?
Im Chemieunterricht (ist aber schon über 10 Jahre her) wurde doch immer Magnesiumpulver verbrannt, oder täusche ich mich etwa?

mfg bertl
bertl ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10-08-2004, 15:44   #6 (permalink)
 
Wenn man die seltenen Münzen reinigen will, dann sollte man sich wahrscheinlich auch von der dunklen Patina verabschieden wollen. Mit dieser dunklen Magnesiumhydroxidschicht befinden sich auch die "weißen Ausblühungen" auf der Münzoberfläche. Ich rate von einer Reinigung an der Münze ab, man weiß nie wie nach der Reinigung die Münze aussehen wird.
Was dabei so passieren kann, will ich mit einem Simplen Versuch erklären:
Ein Bleistiftspitzer aus Magnesium (gibt`s im Schreibwarenhandel) wird in NaCl aufgelöst mit Wasser hineingelegt. Nach kurzer Zeit bildet sich die graue Hydroxitschicht auf dem Spitzer, ein paar weiße Ausblühungen sind auch dabei. Jetzt den überzogenen Spitzer in verdünnte Zitronensäure legen; nach heftiger Reaktion hat sich die Hydroxitschicht von dem Spitzer gelöst.
Also ich denke, eine Reinigung ist schon möglich, wahrscheinlich auch mit verdünnter! Zitronensäure, aber wie gesagt, ich würde niemals Litzmannstadt- Münzen reinigen, da auch die schützende Hydroxitschicht entfernt wird.
Früher hat man Münzen in eine Kartoffel gesteckt, vielleicht funktioniert die biologische Methode ja auch bei diesen Münzen. Eine Elektrolyse ist daher bestimmt nützlich. Natrium Bicarbonicum kann auch helfen. Aber wie schon geschildert, ich würde erst den Spitzer für jeden Reinigungsversuch heranziehen.
c-waffe ist offline   Mit Zitat antworten