Münzen
Werbung www.honscha.de

Zurück   Münzen / Euromünzen - Deutsches Münzenforum > Allgemeine Themen > Pflege, Reinigung und Aufbewahrung

Pflege, Reinigung und Aufbewahrung Fragen zu den Themen Pflege, Reinigung und Aufbewahrung werden hier beantwortet

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
Alt 06-08-2004, 19:16   #1 (permalink)
 
Question Bronzepest/-krankheit

Hallo, bin neu hier und platze gleich mit einer Frage herein (hoffentlich richtige Rubrik?):

Ich habe eine alte Münze, die an der Bronzepest leidet. Dazu habe ich im WWW einige Seiten gefunden, die Tips geben. Leider sagen diese Seiten nicht viel über die Praktikabiltät der Reinigungsmethoden aus.

Hat jemand Erfahrung mit dieser Plage und der optimalen Reinigungsmethode??
Im Voraus schon einmal herzlichen Dank für mögliche Tips.
olidana ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06-08-2004, 19:27   #2 (permalink)
 
Bronzepest?

Was verstehen Sie unter Bronzepest?.

Ein großes und scharfes Pic Ihrer Münze wäre hier interessant.

Ansonsten gilt: lieber erst einmal nichts machen und sich gut informieren (und ggf. Erfahrung sammeln), als eine vielleicht (immer noch) wertvolle, alte Bronzemünze durch Reinigung zu beschädigen und völlig zu entwerten.

Vor allem: Finger weg von Säuren, Laugen und Tauchbädern! Niemals kratzen, schmirgeln oder polieren. Auch Sandstrahlen und Ultraschall können alte Münzen zerstören.
mesodor39 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06-08-2004, 23:42   #3 (permalink)
 
Zunächst solltest Du Dich vergewissern, ob es sich wirklich um Bronzepest handelt.
In der Regel äußert sich Bronzepest als grüner pulveriger Belag, der sich in kürzester Zeit bei mechanischer Entfernung nachbildet.
Vorraussetzung zur Entstehung ist unter anderem Wasser. Bei direktem Kontakt mit Wasser oder mit feuchter Luft (jenseits 46%rF) kann der Zersetzungsvorgang der Bronzepest einsetzen. Das weitere Fortschreiten der Bronzepest geht auch noch bei deutlich weniger Luftfeuchtigkeit (allerdings dann langsamer).
Die weitere Behandlung der Bronzepest hängt stark vom Ausmaß des Befalls ab.

Geändert von Huehnerbla (06-08-2004 um 23:59 Uhr)
Huehnerbla ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08-08-2004, 13:24   #4 (permalink)
 
Kannst Du ein Bild der befallenen Münze einstellen ?
Huehnerbla ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09-08-2004, 22:08   #5 (permalink)
 
Leider nein. Habe weder Scanner noch Digitalkamera. Die Münze sieht exakt so aus, wie dieses Teil hier:


(c)http://www.minelab.de
grünlich, weißer leicht abkratzbarer Belag, der innerhalb kürzester Zeit wieder da ist.

(Ich hoffe, daß es okay ist, so zu verlinken)
olidana ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10-08-2004, 11:24   #6 (permalink)
 
Bei derartig starken Ausmaßen von Bronzepest, gibt es leider nicht mehr viel Möglichkeiten.

1. Möglichkeit:
Die Münze mechanisch von dem grünlichen Pulver befreien und in Wachs (sollte säurefrei sein) backen. Das verhindert, das Sauerstoff und Luftfeuchte an die Oberfläche gelangen kann und verzögert den Zersetzungsvorgang. Nachteil ist allerdings, dass die Patina deutlich dunkler aussieht.

2. Möglichkeit:
Die Münze in einer Mischung aus Benzotriazol und Äthanol baden. Benzotriazol bildet eine starke Bindung zum Kupfer und verhindert so das weitere Fortschreiten der Bronzepest. Nachteil ist allerdings, dass sich Benzotriazol auch mit der Patina verbindet und es zu unerwünschten Farbveränderungen kommen kann.

3. Möglichkeit
Die Münze mechanisch von dem grünlichen Pulver befreien und in eine (weichmacherfreie) Tüte packen und einvakuumieren. Durch den Abschluss von Luft und Feuchtigkeit verlangsamt sich der Zersetungsprozess.
Huehnerbla ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10-08-2004, 23:04   #7 (permalink)
 
thanx @huehnerbla; dann probiere ich mal zuerst Tip 2
olidana ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 13-08-2004, 17:33   #8 (permalink)
 
Du solltest dabei beachten, dass nur 5% Benzotriazol (bei starken Befall auch bis 7%) in Äthanol gelöst wird. Das ganze sollte in einem lichtdichten Behälter vor sich gehen, da die Mischung lichtempfindlich ist. Der Badevorgang sollte bei kleineren Stellen mindestens eine Stunde dauern, bei großflächigem Befall sind deutlich längere Zeiten notwendig (bis zu 12 Stunden).
Die Farbveränderungen der Patina sind minimal, solange relativ reines 1H-Benzotriazol (technisch) verwendet wird.
Huehnerbla ist offline   Mit Zitat antworten