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| Pflege, Reinigung und Aufbewahrung Fragen zu den Themen Pflege, Reinigung und Aufbewahrung werden hier beantwortet |
28-01-2008, 17:14
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#1 (permalink)
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Münzreinigung
Hallo,
wie würdet Ihr folgende Kupfermünze reinigen?
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Ob die grünen Stellen zwischen der Jahreszahl, den Buchstaben und den Blättern Grünspan oder PVC bedingte Korrosionserscheinungen sind, kann ich leider nicht beurteilen.
Ich möchte eigentlich nicht, dass sich das grüne Zeugs noch weiter durch meine Münze frisst.
Außerdem hat wohl ein "Fachmann" versucht, die Münze mittels Nagellack o. ä. zu konservieren (siehe besonders die Kinnpartie).
Gibt es zur Grünspanentfernung noch eine Alternative zum EDTA?
Besten Dank.
Skinner
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01-02-2008, 18:35
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#6 (permalink)
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So, ich habe die Münze jetzt für gut 4 Stunden ins Acetonbad gelegt und danach 2 Tage im Petroleumbad (gereinigt) Ruhen lassen. Anschließend kam die Heisswasser-Neutralreiniger-Kur an die Reihe.
Die schlimmsten Verschmutzungen (grüne Stellen) sind nicht mehr vorhanden.
An einigen Stellen (zwischen den Zahlen, Sternen und Buchstaben) sind aber noch ein paar weiße Flecke zu erkennen.
Was kann ich da noch machen? Noch ein paar Tage ab ins Petroleumbad oder gleich die Olivenölkur?
Vielen Dank für die ausführlichen Ratschläge nochmals.
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EDIT: Sehe gerade, dass der dunkle Belag, den ich für eine Lackschicht hielt, partiell immer noch vorhanden ist (besonders an Libertys Kinn und Wangen).
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01-02-2008, 21:29
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#7 (permalink)
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Ja, sieht doch schon besser aus die Münze. Die Verschmutzungen hatten wohl recht viel Zeit um zu wirken, einige Krater sind ja nun zu beklagen. Deshalb plädiere ich immer dafür so schnell wie möglich zu reinigen und es nicht auf die lange Bank zu schieben.
Die weißen Ablagerungen, ich sehe was Du meinst. Im hinteren A von America besonders deutlich.
Etwas weißes habe ich noch nie auf Kupfermünzen gesehen, das ist eigentlich bei Zink üblich.
Versuch mal herauszufinden welche Legierungsbestandteile außer dem Kupfer noch vorhanden sind.
Vieleicht ist es ja auch nur ein fremder Belag auf der Münze, Farbe, Gips oder ähnliches. Olivenöl wird der Münze nicht schaden, aber ob die weißen Flecken damit verschwinden, kann ich nicht sagen.
Auf jeden Fall ist dabei ein Zahnstocher aus Holz hilfreich, um regelmäßig zu prüfen, ob dieser Belag schon weich wird.
Weiterhin Geduld wünscht
9999
Edit: Vieleicht ist ja auch mal versucht worden die Münze mit einem Poliermittel zu reinigen und die weißen Beläge sind verhärtete Rückstände davon. Es wird dann etwas dauern, bis das wieder aufgeweicht ist. Wie gesagt, ein Zahnstocher ist ein unverzichtbares Werkzeug.
Geändert von four9fine (01-02-2008 um 21:37 Uhr)
Grund: Ergänzung
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04-02-2008, 10:58
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#10 (permalink)
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Hallo,
hab mir mal den Beitrag durchgelesen und ich finde ihn sehr interessant. Doch leider hab ich kein Petroleum oder Waschbenzin, deshalb hab ich es mal mit Spiritus probiert und ein Versuchsstück (1 Pf 1896) mal einen Tag darin aufbewahrt. Der Dreck hat sich gelöst, auch die Patina ist heller geworden, dass Einzigste was sich nicht gelöst hat ist der Grünspan. Deshalb mal meine Frage, kann sich der Grünspan auch in Spritus auflösen oder braucht man dann Waschbenzin oder ähnliches? Noch eine kleine Frage, hab viele 1 Pfennig Stücke, die leider etwas zu lange in weichmacherhaltigen Schutzhüllen gewesen sind und deshalb irgendwie damit überzogen sind, kann ich das mit Spiritus oder Waschbezin oder mit irgendwas anderem entfernen, ohne das sich der Wert vermindert? Würde mich über eure Antworten freuen. Vielen Dank schon mal.
mfg
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04-02-2008, 13:05
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#13 (permalink)
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Die weißen Rückstände haben sich schon nach gut einer halben Stunde gelöst.
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Glück muß der Mensch haben.
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Ich lasse die Münze jetzt noch ein paar Tage vorsichtshalber im Kurbad liegen, bevor ich neue Bilder poste.
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Wenn sie sauber ist nimm sie raus. Je länger sie im Öl liegt, desto heller wird sie. Bedenke, auch das Öl enthält Säuren.
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Wie sieht es mit der Patina aus? Hat jemand Erfahrung mit den idealen Bedingungen für eine Patinaneubildung? Die Luft sollte m. E. möglichst schwefelhaltig sein, oder? Habe leider keinen Misthaufen im Garten, sonst würde ich mal was testen...
Ob Patinierungsmittel das Wahre sind, kann ich leider nicht beurteilen.
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Patina bildet sich bei Kupfer von ganz allein. Da würde ich nicht nachhelfen wollen.
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Sollte ich die Münze nach der Ölkur nochmals in Aceton vollständig entfetten, oder reicht hier die schon genannte Reinigung in einer Heißwasser-Neutralreiniger Lösung?
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Wasser mit Neutralreiniger geht am besten. Idealerweise trocknet man anschließend die Münze in reinem Alkohol, damit es keine Wasserflecken beim trocknen gibt.
Gruß
9999
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04-02-2008, 13:11
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#15 (permalink)
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Danke für die Antwort, hab den Thread schon mal gelesen, mir ist das mit dem "gelbe Fläschchen" nicht mehr eingefallen, dann muss ich es mal ausprobieren. Hoffe es geht auch mit Kupfer.
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Es geht zwar auch mit Kupfer, aber wenn Du eine Kupfermünze in Zitronensäure tauchst, ist nicht nur der Belag vollständig weg, sondern auch die Patina. Das sieht bei älteren Münzen nicht unbedingt gut aus, eher im Gegenteil. Der Begriff "kaputtgetauchte Möhre" fällt mir dabei ein.
Weichmacherbeläge auf Kupfer- oder Messingmünzen entfernt man besser mit Paraffin oder Petroleum, dabei bleibt die Patina vollständig erhalten und wird lediglich etwas heller, weil auch Schmutz und Fett herausgelöst werden.
Gruß
9999
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04-02-2008, 13:48
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#16 (permalink)
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Danke euch beiden für die Antwort. Komme heute eh an einer Apotheke vorbei, dann werd ich mir mal ein bisschen Petroleum kaufen.
Du hast recht, was Zitronensäure und Kupfer angeht, wird eher hässlicher als schöner  .
mfg
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08-04-2008, 20:47
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#19 (permalink)
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Hallo Solarquest,
scheint bei Euch die Sonne?
(6 Jahre angemeldet und einen Beitrag)
Mit dem Radiergummi würde ich von den Münzen weg bleiben - Heißkleber geht gerade noch so -
Der einzige richtige Weg ist der von four9999 aufgezeigte - Flüssig Reinigung -
in der Reihenfolge - Wasser und Seife oder Alkohol oder Petroleum
wenn das nicht hilft, dann Zitronensäure oder MDTA oder Tauchbad
nächste Stufe ist verdünnte Salzsäure oder Schwefelsäure - Cilit Bäng geht auch in diese Richtung
danach hilft dann nur noch der Radiergummi in den verschiedenen Härten, hin bis zum alten Schreibmaschinen Radiergummi - notfalls auch feines Schmirgelpapier
Danach folgt nur noch der Mülleimer - zum Hineinwerfen.
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09-04-2008, 00:45
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#21 (permalink)
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Ich habe von einem Kumpel (selbst eifriger Münzsammler) den Tipp bekommen, die Münzen erst in ein Wasserbad mit Kernseife zu legen, danach gut unter fließendem Wasser abspülen und für einen Tag in Spiritus legen. Danach dünn mit Vaseline einreiben (soll konservieren).
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Es reicht wenn die Münzen nach dem Spülen wenige Minuten im Alkohol liegen, denn dieser dient nur zum Trocknen der Münzen. Alkohol verdrängt das Wasser und verdunstet dann sehr schnell ohne Kalkflecken zu hinterlassen. Deshalb ist es auch besser reinen Alkohol aus der Apotheke zu benutzen anstatt des denaturierten Spiritus.
Vaseline ist vieleicht besser als garkeine Konservierung, bleibt aber eine schmierige Angelegenheit. Besser ist meiner Meinung nach Hartwachs.
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Die Münzen kommen dann in Rähmchen. Gibt es Erfahrungswerte, nach wievielen Jahren die Reinigung wiederholt werden muss?
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Wenn es einmal richtig gemacht wurde, nie wieder. Ich trage Hartwachs auf und lagere zusätzlich in Kapseln, deshalb bin ich guten Mutes, daß die Münzen nun so bleiben wie sie sind, nämlich schön und sauber.
Edit: Um das ganz eindeutig zu sagen, ich trage Wachs auf, wenn sich die Münze nicht mehr verändern soll. Also bei Münzen die auch farblich prägefrisch aussehen sollen, sofort nach der Trocknung. Wenn sich aber nach der Reinigung noch stellenweise Patina bilden soll, wie bei den 2 Pfennig weiter oben im Bild, warte ich natürlich mit dem Einwachsen so lange.
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Kann die Folie in den Rähmchen den Münzen im Laufe der Zeit etwas anhaben? (ähnlich wie bei den Plastikfolien in den Münzalben) Oder sind sämtliche Folien der neuesten Generation jetzt von Weichmachern befreit?
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In 10 - 20 Jahren wird man das genau wissen. Ich bin grundsätzlich skeptisch was Folien angeht.
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An Zitronensäure trau ich mich irgendwie nicht ran und ist sicher z.B. bei Kupfermünzen nicht sinnvoll??!!
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Nein, für Kupfer bringt es nur etwas bei bankfrischen Münzen in Stempelglanz, wenn eine Patina entfernt werden soll und die Münze auch farblich wie frisch geprägt aussehen soll. Umgelaufene Kupfermünzen sehen recht scheußlich aus, wenn man die Patina mit Säure entfernt. Ein paar Tage in Petroleum baden ist für alte Kupfermünzen sehr viel besser.
Zitronensäure ist grundsätzlich nur dann das Mittel der Wahl, wenn Patina entfernt werden soll. Aber das ist eigentlich schon ein Schritt mehr als bloßes Reinigen, denn das geht ja mit einem geringen Substanzverlust einher.
Schmutz und Patina sind 2 sehr unterschiedliche Dinge und man muß bei jeder Münze vorher gut überlegen wo man denn am Ende hin will und dann die einzelnen Schritte festlegen.
Gruß
9999
Geändert von four9fine (09-04-2008 um 00:59 Uhr)
Grund: Präzisierung
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