Nachdem ich auch wieder heil zu Hause angekommen bin (mit Frau) folgt hier mein Bericht von der Messe. Das ein oder andere wurde vielleicht schon gesagt, anderes jedoch noch nicht. Das geschriebene wurde von mir erlebt, erfragt und erfahren:
Am
Freitag Abend erster Kontakt mit dem ICC-Messecentrum. Mal ansehen wo's lang geht am nächsten Tag. Die Messehalle war offen, also gingen wir hinein und besahen uns die Einflugschneise für den nächsten Morgen bis plötzlich ein Herr mit Hund uns freundlich aber bestimmt hinaus geleitete
Am
Samstag waren wir um 08:00 Uhr fast die ersten und warteten. Kurz darauf wurden wir in die Vorhalle gelassen, wo es etwas wärmer war. Nachdem sich die Vorhalle bis 09:20 gefüllt hatte war zwischenzeitlich auch bekannt geworden, dass der Verkauf und die Kontrolle der Eintrittskarten erst im Foyer stattfindet. Im Foyer hatten allerdings die ersten Händler bereits ihre Tische und stände aufgebaut - auch die Staatliche Münze Berlin!
Um 09:30 Uhr Einlaß ins Foyer zum Kartenverkauf. Die 40 m bis zum Verkaufstisch für die Karten wurden von mehreren Hundert Besuchern im Sprint absolviert. Daraufhin ließ sich der Sicherheitsposten davon überzeugen, dass ein Öffnen um Punkt 10:00 Uhr zum Chaos führen wird. Zumal in der Halle einige Händler ihre Tische als "Hinderniss" aufgebaut hatten. Aus Angst um die Unversehrtheit der Händler im vorderen Hallenbereich wurden dann ab 09:35 Uhr die Messebesucher einzeln eingelassen um sich sogleich an den Stand der BWV mit Bayerischem Hauptmünzamt anzustellen. Die ersten waren leider nicht mit vorne dabei. Dort standen rund 100 Händler, die auch gar keinen Hehl daraus machten. Nach Auskunft einiger Berufsnumismatiker wurden in Berlin kein Händlerkontingent abgegeben, weshalb sich die Händler veranlaßt sahen selbst mit Kind und Kegel anzustehen um die
Besuchersätze zu bekommen.
Das Schieben und Drängen war noch nie so groß wie dieses Mal. Die Mitarbeiter der BWV und der Münzen hielten verzweifelt ihre Vitrinen und Tische, die von den Massen weggedrückt wurden. Während der Verkauf der Münchner Messesätze zügig von statten ging hing wieder alles an den Mitarbeitern der BWV. Besser gesagt an dem Mitarbeiter. Denn
ein Mitarbeiter der BWV zählte die Stempelglanzsätze einzeln vor und rechnete dann zusammen, als wie wenn er es das erste Mal machte. Da half es auch nichts, dass der Mitarbeiter des Hauptmünzamtes München mal nach rechts und mal nach links seine KMS verteilte. Die Massen konnten einfach nicht abfließen. Die BWV war zu langsam.
Um 11:05 Uhr dann die traurige Nachricht für viele: Messesatz Berlin des Hauptmünzamtes München für heute ausverkauft. Bei der BWV die nächste Panne. Bei den Stempelglanzsätzen hatte man versehentlich zuwenig Hamburger (J) Sätze mitgenommen - sie waren ausgegangen. Der Verkauf wurde für 30 Minuten eingestellt, bis Nachschub vorhanden war.
Nach einem Bummel über die Messe dann um 13:00 Uhr der Treff beim "Chef" zum obligatorischen Gruppenfoto und zum Abholen der Forums-KMS. Nett, ihn mal persönlich kennen gelernt zu haben.
Am
Sonntag wieder um 08:00 Uhr vor dem Messegebäude. Wieder fast die Ersten. Einlaß in die Vorhalle kurz darauf. Dann die ersten Aufreger. Etliche Messe-Besucher, die man vom Vortag schon kannte huschten zum Seiteneingang mit den Ausstellern in die Halle. Ausweiskontrolle: Fehlanzeige! Nachdem dann im Foyer zu sehen war, dass die Berliner Münze bereits ihre Messe-Sätze an die "Vordrängler" verkauft, wurde der Protest lautstark, was dazu führte, dass der Verkauf bis zum offiziellen Einlass eingestellt wurde. Die Securitys waren hoffnungslos überfordert, ebenso die Damen und Herren des ICC. Nach einem Gespräch mit Hr. Modes, dem Veranstalter, der zur ruhe und Besonnenheit ermahnte, konnte in Erfahrung gebracht werden, dass auch die Messeleitung (Fa. Modes) nicht begeistert war von der Abwicklung. Voraussichtlich wird die nächste Numismata in Berlin nicht mehr im Messecentrum (ICC) sondern am Flughafen Tempelhof stattfinden!
Um 09:45 Uhr hatten die Securitys ein Einsehen und gaben das Startzeichen. Hr. Modes mahnende Worte waren schnell vergessen und der Sprint zur BWV folgte begleitet unter dem höhnischen Klatschen einiger weniger Aussteller. Und wieder das gleiche Bild wie am Vortag: zahlreiche Händler und Vordrängler, die sich den Zutritt zur Halle erschlichen hatten standen vor uns.
Doch, zu unserem Erstaunen lief der Verkauf heute gesittetet ab. Kaum Gedränge und Geschubse. Bald war auch der Grund hierfür ausgemacht. Auch die Damen und Herren der BWV hatten aus den Zuständen am Vortag gelernt und verkauften heute zu dritt, zählten schneller und wußten die End-Preise auswendig.
Um 10:30 Uhr wieder die ernüchternde Nachricht für viele: Messe-Satz ausverkauft - endgültig!
Der anschließende Gang über die Messe war kaum mehr vergnüglich. Bei freiem Eintritt am Sonntag waren alle Stände dermaßen umlagert, dass es keinen Spaß mehr machte. Die Räumlichkeiten waren einfach zu eng.
Ein Erlebniss war es allemal - schön und aufregend zugleich. Viele nette Sammler aus Forum und Chat waren zu treffen, alte Bekannte und neue Gesichter aus Deutschland, Österreich und Niederlande.
Und hier einige Preise der Händler, die natürlich nur ein Streiflicht darstellen:
Messesatz Numismata München: - 800 €
Messesatz Stuttgarter Münzenmesse: - 800 €
Messesatz Leipzig: 180 - 220 €
Messesatz Berlin v. Hauptmünzamt München: 250 €
Vatikan st: 980 - 1250 €
Vatikan PP: 2200 - 3000 €
Deutschland st: 75 €
Österreich PP: 450 €
100 € Gold: 200! - 300 €
Monaco KMS 2002: 450 - 700 €
P.S. ein kleines Highlight bleibt noch zu erwähnen: Meine Frau hat bei der BWV-Auslosung den 3. Preis gewonnen - 1 Gedenkmünzenset der BWV mit den 5 10ern in PP. Nutznieser des Gewinns bin ich