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Definition des Begriffs "selten" auf altdeutsche Münzen

Dieses Thema im Forum "Altdeutschland" wurde erstellt von Muppetshow, 10. November 2016.

  1. Muppetshow

    Muppetshow

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    Hallo Leute,

    Auf der Suche nach Münzen für meine Hildesheim-Sammlung stoße ich in den Lagerlisten verschiedener (seriöser und erfahrener!) Münzhändler und Online-Shops (wie z.B. im "2 Buchstaben"-Shop) immer wieder auf die folgenden Betitelungen:
    - selten
    - sehr selten
    - äußerst selten
    - von großer Seltenheit
    - von größter Seltenheit

    Weiß jemand von euch, nach welchen Maßstäben nun die Seltenheit der Münzen bewertet wird?
    Da vor 1800 ja meistens die genauen Auflagen unbekannt sind, kann es sich ja eigentlich nur um eine Angabe zur Anzahl der bekannten erhaltenen Münzen bzw. deren Vorkommen auf dem Markt handeln.

    Da einige Verkäufer oft mehrere der oben genannten Begriffe parallel verwenden, muss dem doch ein System zugrunde liegen, oder?

    Danke schon mal für eure Antworten
     
  2. B555andi

    B555andi Moderator Mitarbeiter

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    Das sind keine genormten Begriffe. Sie können somit nicht mit irgendwelchen konkreten Zahlen hinterlegt werden. Sie sind vielmehr von der individuellen Einschätzung des jeweiligen Händlers abhängig.
     
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  3. Leitwolf

    Leitwolf

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    Das einzige System dahinter dürfte sein, den Preis hochzutreiben. :confused:
     
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  4. Kronerogøre

    Kronerogøre

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    Ich habe mir ein Raster zurechtgelegt, wonach ich Münzen, die pro Jahr höchstens einmal am Markt vorkommen, als selten auffasse.
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. November 2016
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  5. Fusselbär

    Fusselbär

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    Es fehlt u.a. noch -von allergrößter Seltenheit.
    Es ist wirklich so wie die anderen schreiben, man muss selber seine seltenheit bestimmen.
     
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  6. B555andi

    B555andi Moderator Mitarbeiter

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    Wie bereits geschrieben, gibt es für diese Begriffe keine eindeutig definierten bzw. standardisierten Definitionen und Bezugssysteme. Und selbst wenn dies der Fall wäre, wäre es blauäugig zu erwarten, dass sich Händler in einer Art "Gentleman Agreement" daran halten.

    Soll es um die noch erhaltenen / übrig gebliebenen Münzen gehen? Wer zählt die Stücke, die in privaten Sammlungen verborgen sind? Oder ist das Marktaufkommen (auf welchen Märkten? Auktionen inkl. ebay? was ist mit Verkäufen von Händlern oder Privatpersonen außerhalb des Internets?) das entscheidende Merkmal? Wer wertet dies aus, legt für einzelne Münzen die Definition fest, sorgt für Verbindlichkeit bei der Verwendung der Begriffe durch Händler und überprüft regelmäßig die Einstufung der Münzen?

    Im Bereich der Erhaltungsangaben funktioniert das Ganze ebenfalls nicht, obwohl es für die zumindest beschreibende Definitionen gibt (off topic: ein Händler, der auf der zwei Buchstabenplattform aktiv ist, hat schon seit längerem zwei neue Erhaltungsangaben eingeführt: hübsch und sehr hübsch...o_O)

    Seltenheit kann nicht getrennt von dem Begriff "Beliebtheit" also der Nachfrage gesehen werden. Für sich alleine sagt die Seltenheit wenig aus und wird von Händlern lediglich als Argument für hohe Preise genutzt. Wenn sich aber Niemand dafür interessiert, kommt man auch mit allergrößten Seltenheiten nicht weit...

    Für mich persönlich sind solche Beschreibungen irrelevant. Für uns Sammler ist doch entscheidend, was "hinten rauskommt";). Sprich: zu welchem Preis eine Münze angeboten wird. Dieser Preis ist in Relation zu der (selbst und nicht vom Händler eingeschätzten) Erhaltung/Ausprägequalität der Münze zu setzen und dann mit anderen angebotenen Stücken in ähnlicher Erhaltung zu vergleichen. Bei hochpreisigen Stücken lohnt ein Blick in abgelaufene Auktionen. Und dann entscheidet man, ob man sich eine Münze kauft oder auf die nächste Gelegenheit wartet. Und die kommt mit Sicherheit, auch bei "allergrößten" Seltenheiten...:cool:
     
    Zuletzt bearbeitet: 11. November 2016
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  7. Alu-Chip

    Alu-Chip

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    Dem Quatsch mit selten usw. könnte man jetzt noch die Amis hinzufügen, die "top-Pop" usw. bei gegradeten Münzen schreiben. Leider sagt das auch wenig aus, da ja nur die gegradeten Münzen erfasst sind. Was ohne Plastiksarg in Spitzenerhaltungen in Sammlungen liegt scheint nicht zu existieren.
    Einziger Anhalt, ob Münzen wirklich selten sind, sind Marktaufkommen und seriöse Kataloge.
     
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  8. reining

    reining

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    Hier ein Beispiel aus dem 19. Jahrhundert

    Frankfurt 1 Dukat 1853, geprägt wurden 1121 Stück

    Württemberg 1 Dukat 1841, geprägt wurden 232.000 Stück

    Der Frankfurter hat ziemlich genau nur doppelt so viel gekostet
     

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