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Waren Münzen im £/s/d - System im ganzen Empire oder Commonwealth gültig ?

Dieses Thema im Forum "Ausländische Münzen" wurde erstellt von Kronerogøre, 28. Dezember 2016.

  1. Kronerogøre

    Kronerogøre

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    ich ziehe Muppetshows Posting mal in einen eigenen Thread:

    Vielleicht finden wir ja eine Antwort auf diese Frage.
     
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  2. Leitwolf

    Leitwolf

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    Zitat von Muppetshow:


    Konnte ich also z.B. mit einem rhodesischen Shilling auch in Großbritannien und Australien bezahlen?

    Zitat von Cooky:



    Wirklich interessante Frage. Da sowohl technische Parameter (Material, Durchmesser etc.) als auch Nominal/Währungssystem (12 pence = 1 shilling • 20 shillings = 1 pound) übereinstimmten (z. B. die 1/2-Crown-Münze aus Süd-Rhodesien einerseits und UK andererseits betrachtend), liegt ein "Ja" als Antwort nahe.

    Andererseits habe ich nach kurzer Internet-Recherche folgenden Moneytrend-Artikel gefunden (5/2013), der sich auf Pläne zu Beginn des 19. Jahrhunderts für britische "Uni-Style-Kolonialmünzen" bezieht (und hier als Auszug abrufbar ist: http://rene-finn.de/pdf/Anker-Muenzen Auszug.pdf). Dort heißt es auf S. 3, linke Spalte: "Ferner sollte das Geld kein gesetzliches Zahlungsmittel im Mutterland Großbritannien sein, damit es möglichst an Ort und Stelle in den Kolonien verbleibt und nicht nach England abfließt." Das könnte wiederum auf ein "Nein" als Antwort auf die Situation (auch) im 20. Jahrhundert schließen lassen.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 29. Dezember 2016
  3. Leitwolf

    Leitwolf

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    Es gibt einen Artikel in der englischen Wikipedia zum Sterling area - Wikipedia.

    Im "Talk"-Bereich findet sich eine Unterrubrik "Sterling Coins", deren Inhalt ich so verstehe, dass zumindest britische Münzen in einigen Kolonien umlauffähig waren. Belege sind dort aber nicht aufgeführt.

    Und hier noch ein Thread auf Numista: British coins circulating in colonies ? – Numista
     
    Zuletzt bearbeitet: 28. Dezember 2016
  4. Kronerogøre

    Kronerogøre

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    Vielen Dank für die Hinweise zur Diskussion in Numista.

    Ich habe noch keine konkreten Hinweise gefunden, daher nur ein paar Überlegungen:

    - bis ca 1901 scheint mir die Lage klar zu sein. Solange die Dominions und Kolonien keine eigenen Münzen prägten, mussten zwangsläufig fremde Münzen den Zahlungsverkehr ermöglicht haben. Die deutschen Kolonien sind hier das Paradebeispiel. Daneben werden sicher auch die üblichen damals international verbreiteten Sorten wie MTT, indische Rupie, spanischer Dollar eine gewisse Rolle gespielt haben. Zudem gibt es wenige englische Prägungen im Sterlingssystem speziell für den Umlauf in den Kolonien. Umgekehrt gab es keine fremden Prägungen, die ins Mutterland hätten gelangen können.

    1901 nimmt Australien eine eigenen Münzprägung auf, Südafrika und Neuseeland folgen nach dem ersten Weltkrieg, über die Kolonien habe ich momentan als nicht Wemü- Sammler keine Vorstellung.

    Bis 1914 sorgte der Goldstandard dafür, dass ein Pfund überall ein Pfund war. Die Royal Mint vergab ja auch Prägeaufträge für Sovereigns in ihre Zweigstellen in den Dominions. Nach dem 1. Weltkrieg wurden dort noch Sovereigns bis in die 30er geprägt, doch diese Prägungen muss man als reine Handelsmünzen ansehen, der Pfundkurs war vom Gold gelöst, auch wenn Churchill in seiner Funktion als Schatzkanzler 1925 um den Preis einer imensen Rezession kurzfristig noch mal eine Parität zwischen Sovereign und Pfund erreichte. Mit anderen Worten: es wäre auch möglich gewesen, englische Scheidemünzen in den Branch Mints prägen zu lassen.

    Was geschah nach 1914/18, als das universelle monetäre System verschwand ?

    In einem Jahresalmanach von 1959 habe ich eine Wechselkurstabelle gefunden. In diesem Jahr kostete ein Britisches Pfund 20,50 norw. Kronen, ein Australisches Pfund aber nur 16 norw. Kronen. Auch wenn die australischen Münzen weiterhin aus Silber geprägt waren, hatten sie einen niedrigeren Kurs als die englischen Kupfernickelmünzen. Dies schliesst m. E einen gegenseitigen Umlauf aus. Sowohl Engländer, als auch Australier hätten mit den jeweils anderen Münzen unterwertige Geldstücke erhalten.

    Wie gesagt, nur ein paar Gedanken. Vielleicht sind sie hilfreich.
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Dezember 2016
  5. kaamos

    kaamos

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    Ich bilde mir ein, etwas über den Groat (4p) gelesen zu haben. Zumindest diese Münze war wohl in British-Guiana im Umlauf.
    ---

    Nachtrag:
    Die einleitenden Worte im Krause-Mishler bestätigen das.

    From 1836 through 1888, regular issue 4 Pence (Groats) as well as general issue strikes of the Maundy type 2 Pence (1838, 1843 & 1848), of Great Britain were circulated in British Guiana and the West Indies.
    Und im Abschnitt Great Britain im KM ist es auch noch gesondert aufgeführt. zB.:

    KM#723 4 Pence (Groat)
    Note: Although the design of this coin is of the homeland type, the issues were primarely used for circulation in British Guiana
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Dezember 2016
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  6. bugi1976

    bugi1976

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    Sehr interessantes Thema:

    folgendes zur Info - keine Kolonien aber nicht Mutterland

    Jersey und Guernsey (im Jahr der Umstellung von grossen 10 und 5 Pence (und der noch im Umlauf befindlichen 2 und 1 Shilling) auf die kleineren - müsste Anfang der 90er gewesen sein: jeweils die eigenen Inselmünzen und Engländer, aber weniger als 1 % Münzen der anderen benachbarten Insel im Umlauf

    Australien 2001: dort waren noch grosse 20 Cent Münzen im Umlauf die den alten 10 Pence und 2 Shilling Münzen entsprochen haben dürften. Automaten nahmen die alten Engländer die ich testweise mitgenommen hatte ohne Probleme an! Der Wert war damals ca. 1:2 1 Pfund 20 Schilling und 1 AUD 10 Schilling.

    Gibraltar Ende der 2000er Jahre: viele Engländer im Umlauf

    England: sehr selten fremde Münzen bei meinen vielen Aufenthalten, manchmal sehr sehr selten Münzen der Kanalinseln!
     
    Zuletzt bearbeitet: 29. Dezember 2016
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  7. Muppetshow

    Muppetshow

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    Ähnlich verhält es sich auch mit den Kleinstmünzen von 1/2, 1/3 und 1/4 Farthing (1 Farthing = 1/4 Penny). Diese wurden meines Wissens nur für den Umlauf in Ceylon (Sri Lanka) geprägt, aber auch im britischen Umlauf akzeptiert.
     
    Zuletzt bearbeitet: 8. Januar 2017
  8. Muppetshow

    Muppetshow

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    Auf Jersey und Guernsey habe ich vor ca 5 Jahren gut 60% eigene Münzen, 30% englische Münzen und 10% Münzen der jeweils anderen Insel bekommen.
    Da es dort noch die 1£-Noten gibt, sind die 1 und 2£-Münzen dort quasi nicht im Umlauf. Auf Nachfrage bei der Post und 2 Bankfillialen erhielt ich 15 "einheimische" 1£-Münzen. 6x Jersey, 5x Guernsey, 3x Gibraltar und 1x Isle of Man!
    Jedoch bekam ich nur ein 2 Pfund-Stück: Jersey 1999, aus original verschweißtem Beutel!

    Beim regelmäßigen Besuch bei den schottischen Verwandten bekomme ich öfter mal Münzen von der Isle of Man, zweimal einen aus Gibraltar. Den seltenen 1£-Schein der Royal Bank of Scotland habe ich nur ein mal - auf Nachfrage - bekommen.
    Da sind gefälschte Pfund-Stücke häufiger!
    Münzen aus og. Gebieten in England in Verkehr zu setzen, wie auch schottische 20£ und guernseyische 1£- Noten wurden anstandslos akzeptiert. Nordirische hab ich noch nie bekommen.
     
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