Hallo Sonnenbügler,
bei Deiner Medaille kann man schon Aluminium als Material annehmen, wenn Du sagst, daß sie sehr leicht ist (Zinn ist wesentlich schwerer). Aluminium hat eine Dichte von 2,7 g/cm³ und ist in reiner Form auch fast so weich wie Zinn.
Dieser neue Werkstoff wurde 1827 von Friedrich Wöhler zum Erstenmal sinnvoll hergestellt und ab 1889 von Carl Josef Bayer großtechnisch produziert.
Anfänglich sah man in Aluminium einen guten Ersatz für das viel schwerere und schwer zu pflegende Silber.
Daher gab es in dieser Zeit die ersten Versuche, Dinge von bleibendem Wert aus Aluminium herzustellen. Hier ein Beispiel: eine Erinnerungsplakette auf den 70. Geburtstag des Grossherzogs Friedrich in Baden.
Nicht etwa, daß in Baden "Schalhans Küchenmeister" war - (viele badische Medaillen sind auf Kreuzerschrötlingen geprägt worden), sondern dieses neue Material hatte seine besonderen Reize (wie denken wir über die Euros in 100 Jahren?).
1902 hatte das Aluminium schon 90% seines ursprünglichen Wertes verloren.
Friedrich von Baden *9.9.1826 + 28.9.1907 zum 70. Geburtstag - Aluminium Dm. 39 mm / G. 6,60 g.
Um aus der Medaille mit dem
Ludwig Wilhelm einen beonderen Wert heraus zu lesen dürfte sie nicht das Flair eines Müllplatzfundes haben.