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Wert- und Bestimmungsfragen Wert- und Bestimmungsfragen zum Thema Medaillen

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Alt 10-06-2012, 11:54   #1 (permalink)
 
Markgraf von Baden - ALU?

Hallo,

ich habe eine Medaille, über die ich gerne mehr wissen würde:

Vorderseite:
Bild + Ludwig Wilhelm Markgraf von Baden & Hochberg 1655-1707

Rückseite: Verzierungen (könnte ein eingerahmtes L unter einer Krone sein) + 1852-1902

Die Medaille ist sehr leicht und silberglänzend - vielleicht ALU?

Vielen Dank für eure Hilfe


P.S.: Hier noch zwei Bilder!

http://www.bilder-upload.eu/show.php...1335695869.jpg
http://www.bilder-upload.eu/show.php...1335695802.jpg

Geändert von Sonnenhügler (10-06-2012 um 12:00 Uhr) Grund: Bilderzusatz!
Sonnenhügler ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10-06-2012, 13:48   #2 (permalink)
 
Die Verzierung ist das gekrönte Monogramm von Ludwig Wilhelm.

Beim Material würde ich von Zinn ausgehen (Abnutzung, Farbe, Prägejahr) sprechen dafür.
Numis-Student ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10-06-2012, 17:51   #3 (permalink)
 
Als Material würde ich auch von Zinn ausgehen.

Die Jahreszahlen 1852 - 1902 weisen auf den Großherzog Friedrich I. hin, der von 1852 bis 1856 als Regent und dann als Großherzog Baden regierte.

Im Jahr 1902 wurde sein 50jähriges Regierungsjubiläum gefeiert.

Ludwig Wilhelm von Baden Baden (der Türkenlouis) war Markgraf der katholischen Linie derer von Baden und residierte in Rastatt (wenn er nicht gerade im Auftrag des Kaisers gegen die Türken oder Franzosen zu Felde zog). Die Linie Baden Baden starb 1771 wegen fehlender Nachkommenschaft aus und wurde mit der evangelischen Markgrafschaft Baden-Durlach vereinigt.

Ohne die Jahreszahlen 1852-1902 hätte ich gesagt, dass wir hier eine Medaille vor uns haben, die des Markgrafen Ludwig Wilhelm gedenken soll. Den Bezug zu dem 50jährigen Regierungsjubiläum des Großherzogs Friedrich I. kann ich nicht sehen.
B555andi ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10-06-2012, 18:26   #4 (permalink)
 
Beeindruckt

Hallo,

ich bin wirklich beeindruckt, welch detaillierte Antworten man in diesem Forum bekommt.
In einem anderen großen Forum bekam ich auf meine Frage gar keine Antwort.
Hoffe, es geht noch weiter.

Natürlich stellt sich mir auch die Frage, ob ich es eher mit einer wertvollen, oder eher nicht so wertvollen Medaille zu tun habe?

Vielleicht kann mir auch darüber jemand Auskunft geben.

Vielen Dank!
Sonnenhügler ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10-06-2012, 21:50   #5 (permalink)
 
Hallo Sonnenbügler,

bei Deiner Medaille kann man schon Aluminium als Material annehmen, wenn Du sagst, daß sie sehr leicht ist (Zinn ist wesentlich schwerer). Aluminium hat eine Dichte von 2,7 g/cm³ und ist in reiner Form auch fast so weich wie Zinn.

Dieser neue Werkstoff wurde 1827 von Friedrich Wöhler zum Erstenmal sinnvoll hergestellt und ab 1889 von Carl Josef Bayer großtechnisch produziert.
Anfänglich sah man in Aluminium einen guten Ersatz für das viel schwerere und schwer zu pflegende Silber.
Daher gab es in dieser Zeit die ersten Versuche, Dinge von bleibendem Wert aus Aluminium herzustellen. Hier ein Beispiel: eine Erinnerungsplakette auf den 70. Geburtstag des Grossherzogs Friedrich in Baden.

Nicht etwa, daß in Baden "Schalhans Küchenmeister" war - (viele badische Medaillen sind auf Kreuzerschrötlingen geprägt worden), sondern dieses neue Material hatte seine besonderen Reize (wie denken wir über die Euros in 100 Jahren?).
1902 hatte das Aluminium schon 90% seines ursprünglichen Wertes verloren.


Friedrich von Baden *9.9.1826 + 28.9.1907 zum 70. Geburtstag - Aluminium Dm. 39 mm / G. 6,60 g.

Um aus der Medaille mit dem Ludwig Wilhelm einen beonderen Wert heraus zu lesen dürfte sie nicht das Flair eines Müllplatzfundes haben.
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diwidat ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 10-06-2012, 22:02   #6 (permalink)
 
Noch ein kleiner Nachtrag zum Werte des Aluminiums : Auf der Pariser Weltaustellung wurden Aluminiumbarren gemeinsam mit den französischen Kronjuwelen gezeigt. Der Preis für ein Kilo Aluminium war gleich dem für ein Kilo Gold.
Kronerogøre ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11-06-2012, 00:57   #7 (permalink)
 
so weit ich weiß, stimmt diese Aussage -
aber nach 1889 sank der Preis auf 1/10 seines ursprünglichen Wertes.

Erst 1923 pendelte sich der Preis dann wieder etwas ein - da gab es 100 Gramm Alu für 0,20 Goldmark.

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diwidat ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 11-06-2012, 09:24   #8 (permalink)
 
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so weit ich weiß, stimmt diese Aussage -
aber nach 1889 sank der Preis auf 1/10 seines ursprünglichen Wertes.

Erst 1923 pendelte sich der Preis dann wieder etwas ein - da gab es 100 Gramm Alu für 0,20 Goldmark.

Anhang 63783 Anhang 63784
Stimmt, so ist auch zu erklären, dass sowohl Aluminiummedaillen, als auch erste Überlegungen für Münzen aus Aluminium in den letzten Dekaden des 19. Jahrhunderts auftauchen.
Kronerogøre ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15-06-2012, 17:55   #9 (permalink)
 
Vielen Dank

Hallo zusammen,

nochmals vielen Dank für die Infos.
Und da sage noch jemand: "Internet macht doof!"
Sonnenhügler ist offline   Mit Zitat antworten
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