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10 Pfennig 1950 J, Fehlprägung?

Dieses Thema im Forum "Fehlprägungen, Varianten und Variationen" wurde erstellt von Huesi01, 15. Juni 2017.

  1. Huesi01

    Huesi01

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    N'abend zusammen,
    ich habe eine 10 Pfennig Münze, J, 1950.
    Auf der Rückseite ist der Rand breiter und die Schrift, Zahl und Zeichen augenscheinlich klarer gestempelt.
    Gleiche 10 Pfennig Münzen von 1950 J sind nicht so klar.
    Hat jemand hierzu eine Antwort?
    Gruß
     

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    Zuletzt bearbeitet: 15. Juni 2017
  2. varukop

    varukop

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    Moin Moin,

    vorweg - mit dem Rand ist wohl der außen um die Münze umlaufende und als höchster Bereich einer Münze das Münzbild schützen sollende Randstab gemeint !? - und das "klarer gestempelt" nach meiner Einschätzung auf die vorliegende Erkennbarkeit der Prägung.
    Ob ein Münzbild "klarer" oder weniger "klar" sichtbar ist hängt von Faktoren wie z.B Stempelbeschaffenheit zum Zeitpunkt der Prägung, Prägedruck, Abnutzung der betrachteten Münze(n) über den Geldumlauf, Dauer der Einwirkung des Geldumlaufs, usw. ab.
    Unterschiedliche Randstäbe sind im Grunde nett anzusehen, stellen aber letztlich nicht unbedingt etwas sehr Besonderes dar. Das liegt daran, dass die nicht einsenkbare Vertiefung, die später den Randstab ergiben soll, als letzter Schritt bei der Herstellung an jedem Prägestempel separat angebracht werden muss. Das bedingt, dass sowohl die Breite als auch die Höhe, die nur einer gewissen Norm mit bestimmten Toleranzen in den Werten entsprechen müssen, dadurch von Prägestempel zu Prägestempel von Haus aus schon unterschiedlich sind (sein können). Wenn man es dann bei der Anbringung nicht ganz genau nimmt - aus verschiedenen Gründen manchmal nicht so genau nehmen kann - dann entstehen durch irgendeinen Zufall unterschiedliche Randstabbreiten.
    Diese Unterschiede sind bei den verschiedensten DM Nominalen - und hier mit verschiedenen Jahreszahlen und Münzzeichen - bekannt (auch sehr deutlich z.B. bei 10 PF 1967 G).
    Solche Funde können bei entsprechendem (Sammler)Geschmack zusammen mit anderen Entdeckungen den Grundstock für eine Fehlprägungssammlung bilden.
     
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  3. navada51

    navada51

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    Hallo Huesi01,

    Du hast das sehr gut beobachtet, obwohl ich das mit der klareren Schrift nicht auf den Abbildungen sehen kann. Um zu erklären, warum das so ist, muss man tief in den Prägevorgang einsteigen.

    Münzen werden von Stempeln geprägt. Diese sind das quasi das Gegenstück der Münzen: alles was auf den Münzen erhöht erscheint, ist bei den Stempeln vertieft und umgekehrt.

    Mit einem Stempelpaar (Paar weil Münze hat Ober- und Unterseite) wird nicht nur eine Münze, sondern viele Zehntausend Stück geprägt. Wenn Metall auf Metall trifft, gibt es natürlich auch Verschleiß. Diesen sieht man nicht nur am Stempel, sondern auch an den Münzen. So wird das Relief der Münze, also das ganze "Bild" der Münze im Laufe des Stempelverschleiß immer größer.

    Auch die Münzen selber nutzen sich durch den Gebrauch ab. Man hat im Laufe der Münzgeschichte schnell bemerkt, dass es sich auf dem Verschleiß des Münzbildes günstig auswirkt, wenn man einen Randstab an der Münze anbringt. Diesen Randstab hattest Du "Rand" genannt, der Begriff ist aber für einen anderen Teil einer Münze festgelegt, nämlich die Fläche des Zylinders, um es mathematisch auszudrücken.

    Um einen Randstab auf einer Münze zu erhalten, muss dieser Bereich an einem Stempel fehlen. Daher wird der Rand eines Stempels mechanisch in der Werkstatt abgedreht, so dass der Stempel kleiner ist, als die Münze. Der fehlende Bereich bildet dann die seitliche Erhöhung einer Münze (Randstab).

    Wenn also das Bild auf dem Stempel durch Abnutzung, Verschleiß immer größer wird, wird entsprechend der Randstab immer schmaler. So kommt es, dass die Münzen unterschiedlich breite Randstäbe haben.

    So ist es auch logisch, dass ein Münzbild, also auch die Schrift am Anfang einer Prägung sehr viel schärfer und exakter ist als gegen Ende eines Stempellebens. Diese Stempel haben in der Regel dann auch einen etwas breiteren Randstab.

    Selbstverständlich kann man einen Stempel auch aus der Prägemaschine nehmen und den Randstab wieder neu abdrehen, so dass er wieder breiter ist.

    All dies hat Einfluss auf die von Dir genannten Erscheinungsformen einer Münze.
     
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  4. Huesi01

    Huesi01

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    Danke für die Antwort
    Es könnte wirklich der Grundstock für eine Sammlung werden.
    Ich fange gerade erst an und habe eine Menge Spaß daran.
    Gruß
     
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  5. mesodor39

    mesodor39

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    Münzen sammeln ist auch ein wunderschönes Hobby. Ich (53 J) sammele seit meinem 7. Lebensjahr (mit gelegentlichen Phasen sehr abgeschwächter Sammeltätigkeit) aber: ich bin immer noch dabei und gelernt ist gelernt.

    Was kann ich Dir als jemand, der ganz am Anfang steht empfehlen? Vielleicht drei Dinge:
    jede Menge alte Beiträge über Fehlprägungen, vor allem die mit den Abbildungen (Bilde von....) ansehen.

    So bekommst Du ein Gefühl dafür, was es überhaupt gibt. Sehen, sehen, sehen und vergleichen und lesen, lesen, lesen... und wenn Du Fragen hast: fragen, fragen, fragen....

    Zu den anderen beiden Dingen:
    Erhaltungsgrade und alles, was für die Beurteilung des Zustandes einer Münze und damit für den Preis maßgeblich ist. Gerade für den Sammler von Fehlprägungen ist zusätzlich noch wichtig zu wissen, wie Münzen geprägt werden, welche Fehler möglich sind und welche sichtbaren Auswirkungen ein Fehler auf das Material hat, auf dem die Münze geprägt ist.

    Und dann: Angebote und Preise vergleichen. Gekauft ist immer schnell....
    Abgesehen von ganz wenigen, wirklichen Gelegenheiten (von denen man meist erst Jahre später weiß, dass es solche waren) kommen immer wieder neue Angebote. Auch andere, interessante, sollte man mal eine Gelegenheit verpasst haben.

    Ein Beispiel, in dem von allem was enthalten ist:
    gekauft auf Ebay als Altmetall (was es auch ist, da durch Lochung entweder geprüft oder bewusst entwertet wurde. Für die Lochung an dieser ungewöhnlichen Stelle - so vermute ich - gibt es auch geldgeschichtliche Gründe: die Münzen waren (ähnlich wie der Euro) in vielen europäischen Ländern kursgültig und möglicher Weise wurde das Stück aus Serbien mit einer griechichen 5-Drachmen-Münze verwechselt - und diese Münzen waren verpönt, weil sie teils mit Kupferkern = Betrug des griechichen Staates) geprägt wurden. Erworben für 6 + 2 = 8 Euro und somit unter Materialwert. In PP (mit leichten "Berührspuren", also keinesfalls absolut perfekt, geht es in der aktuellen Kuenker-Aktion mit 3.000 Euro für eine fast perfekte Sammlerausgabe los......

    Ohne Loch liegen wir - in dem Zustand - irgendwo zwischen 100 (pers. Schätzung) und 250-300 (Händlerangebote im Netz).

    Ich finde, dass das sehr gut erkennen lässt, wie wichtig der Zustand und das Wissen darum ist, was mit Münzen passieren kann und wie sich das auch im Preis niederschlägt....


    Alte Silbermünze aus Serbien, 5 Dinar 1879 | eBay

    Ein anderes Beispiel: Eine Fehlprägung: 2 Euro aus einem Metall (aus dem Metallstück, aus dem der Außenring heraus gestanzt wird). Die Münze ist bankfrisch und sie hat keinerlei Rollierungsspuren. Den Kreis, den man sieht, das ist die Stelle, auf der Ring und Pille aneinanderstoßen. Die Münze ist von einem Stempelpaar geprägt worden, das bereits längere zeit in Gebrauch war. Man erkennt es daran, dass der Stempel durch den Übergang Pille/Ring = verschieden hohe und harte Materialien, bereits deutlich sichtbar deformiert wurde. Ich habe das Stück vor einigen Wochen erworben. Ein weiteres Stück (mit - wie ich meine - kleinen und damit tolerablen Fehlern im Randstab, Vorderseite zwischen 01 und 02 Uhr, aber ansonsten wunderschön) wird derzeit im Internet angeboten, allerdings kostet es über 60 Prozent mehr, als mein Stück gekostet hat. Preise kennen und vergleichen ist bei teuren Münzen sehr wichtig. Suchbegriffe: Münzen und Monometall. Angebote weiterer solcher Stücke (2002 F: noch teuere und deutlich schlechter erhalten, aber keinesfall seltener); Niederlande (noch teurer, als alles Vorherige, aber auch noch häufiger, da es solche Münzen auch als Probeprägungen, ca. 300, also mehrere hundert Stücke, wie ich von einem Anbieter um 2003/2004 herum erfahren habe, damals im Hype alle gut verkauft).... Man kann nicht jedes Stück haben und man sollte auch nicht jeden Preis zahlen, sonst ist man schnell am Ende des Geldes und auch am Ende der der Freude angelangt.....

    Das Allerwichtigste:
    Freude und eine schöne Zeit zu haben, darauf kommt es - gerade auch beim - Sammeln an.
     

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    Zuletzt bearbeitet: 17. Juni 2017
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