10 Pfennig 1972 F - Rondenverwechslung?

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Interesse zur weiteren Klärung vorhanden ist - bitte gute Abb. von mehreren Stellen des Randes nachreichen. :)
Ich werde morgen versuchen vernünftige Bilder vom Rand zu machen. Mal sehen, ob es mir gelingt...
 
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Guten Morgen,

anbei Bilder vom Rand

IMG_0086.JPGIMG_0087.JPGIMG_0088.JPG
sowie ein Vergleichsbild mit dem Rand einer normalen 10 Pf-Münze (oben normale 10 Pf)

IMG_0090.JPG

sowie für den Farbvergleich eine normale 10 Pf-, die Rondenverwechselung und eine 50 Pf-Münze.

IMG_0091.JPG

Besten Gruß und guten Wochenstart
Hugohabicht
 
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Danke für die Bilder vom Rand!

Das mit dem Glanz war auch einer meiner Gedanken, der dann wieder gegen Reinnickel spricht. Frisches Nickel glänzt normalerweise mehr. Aber Kupfernickel kann es ja auch nicht sein, weil das nicht vom Magneten angezogen wird.

Ein anderer Gedanke, auch in Hinblick auf die Maße:

Könnte es eine 5 Pfennig Ronde ohne Messingplattierung sein?

Gewicht: 2,48g (5 Pfennig 3,00g), das Untergewicht könnte passen, wenn das Messing fehlt
Durchmesser: 19,36 mm (5 Pfennig 18,5 mm)
Dicke: 1,19 mm (5 Pfennig 1,7 mm)

Bei Prägung mit einem 10 Pfennig Stempel würde es auch passen, dass der Durchmesser dann größer als beim 5 Pfennig Stück ist und die Fehlprägung dann insgesamt dünner als ein normales 5 Pfennig Stück ist. Hinzu kommt bei der Dicke, dass ja die dünne Messingplattierung auf beiden Seiten fehlt.
 

BGK

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Danke für die Bilder vom Rand!

Das mit dem Glanz war auch einer meiner Gedanken, der dann wieder gegen Reinnickel spricht. Frisches Nickel glänzt normalerweise mehr. Aber Kupfernickel kann es ja auch nicht sein, weil das nicht vom Magneten angezogen wird.

Ein anderer Gedanke, auch in Hinblick auf die Maße:

Könnte es eine 5 Pfennig Ronde ohne Messingplattierung sein?

Gewicht: 2,48g (5 Pfennig 3,00g), das Untergewicht könnte passen, wenn das Messing fehlt
Durchmesser: 19,36 mm (5 Pfennig 18,5 mm)
Dicke: 1,19 mm (5 Pfennig 1,7 mm)

Bei Prägung mit einem 10 Pfennig Stempel würde es auch passen, dass der Durchmesser dann größer als beim 5 Pfennig Stück ist und die Fehlprägung dann insgesamt dünner als ein normales 5 Pfennig Stück ist. Hinzu kommt bei der Dicke, dass ja die dünne Messingplattierung auf beiden Seiten fehlt.
0,5 Gramm wären arg viel Gewicht für die dünne Plattierung.
 
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Es könnte natürlich auch eine 2 Pfennig Ronde ohne Plattierung sein.
2 Pfennig wiegen 2,9 Gramm. 19,25 mm Durchmesser, 1,52 mm dick.

Ok, wären immer noch 0,4 Gramm für die wirklich sehr dünne Plattierung...
 
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Vielen Dank für Eure Gedanken und Überlegungen.

Habt Ihr auch eine "ungefähre" Wertvostellung von dem Stück?

Herzlichen Dank
Hugohabicht
 
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Danke für die Bilder vom Rand!

Das mit dem Glanz war auch einer meiner Gedanken, der dann wieder gegen Reinnickel spricht. 1. Frisches Nickel glänzt normalerweise mehr. Aber Kupfernickel kann es ja auch nicht sein, weil das nicht vom Magneten angezogen wird.

Ein anderer Gedanke, auch in Hinblick auf die Maße:

2. Könnte es eine 5 Pfennig Ronde ohne Messingplattierung sein?

a) Gewicht: 2,48g (5 Pfennig 3,00g), das Untergewicht könnte passen, wenn das Messing fehlt
b) Durchmesser: 19,36 mm (5 Pfennig 18,5 mm)
c) Dicke: 1,19 mm (5 Pfennig 1,7 mm)

Bei Prägung mit einem 10 Pfennig Stempel würde es auch passen, dass der Durchmesser dann größer als beim 5 Pfennig Stück ist und die Fehlprägung dann insgesamt dünner als ein normales 5 Pfennig Stück ist.
3. Hinzu kommt bei der Dicke, dass ja die dünne Messingplattierung auf beiden Seiten fehlt.
Moin Moin

Zu 1.: Das mit dem Glanz von frischem Nickel mag ja grundsätzlich stimmen, ist aber in diesem Fall für Erklärungsversuche ungeeignet. Der entscheidende Faktor, der zu mehr oder weniger Glanz einer Münzenoberfläche führt, ist eindeutig die Präparation der entsprechenden Stempeloberfläche in Verbindung mit dem Prägedruck.
Man denke da nur an die über PP- oder SPGL-Verfahren hergestellten Münzen mit ihren bewusst erzeugten glänzenden (Münzgrund) und matten (Relief) Stellen.

Zu 2.a): Hierzu kann man schreiben, dass ein sich durch komplettes Fehlen einer Plattierung ergebender Gewichtsverlust von ca. 0,52 g eher nicht realistisch ist. Entsprechend vorliegender Münzen ist aber feststellbar, dass die Stärken der Plattierungen als schon "ein wenig" schwankend anzusehen sind (anfangs der Prägezeiträume dicker und später dünner werdend !?)

---> Das zeigt sich zum Einen bei folgenden vorliegenden Münzen bzw. abgelösten Plattierungen
5 PF einseitig plattiert 1950 -Gew. = 2,825 g (sich ergebendes Gew. bei der Annahme von ca. 3 g für 5 PF = ca. 0,18 g)
5 PF einseitig plattiert 1966 - Gew. = 2, 826 g und vorliegende Plattierung = 0,136 g
5 PF einseitig plattiert 1990 - Gew = 2,920 g (sich ergebendes Gew. bei der Annahme von ca. 3 g für 5 PF = 0,080 g)

---> und zum Anderen, wenn man die Ränder solcher plattierten Stücke anguckt. Über den Grad des Herunterziehens der Plattierung am Rand beim Stanzvorgang kann man von "relativ dicken" Plattierungen ausgehen, wenn der Rand komplett goldfarben ist oder "relativ dünnen" Plattierungen, wenn nur ein mehr oder weniger breiter Teil des Randes goldfarben entstanden ist (immer nur von einer Randseite ausgehend).

Zu 2.b): Der von "Hugohabicht" genannte Durchmesser kann lediglich für eine Messposition stehen, da die Münze durch ihr "im Durchmesser zu klein", ja unrund geprägt ist. Taugt als Kriterium für unsere Disskussion nicht wirklich.

Zu 2.c): Auch diesen Parameter kann man bei unserer Dsikussion generell und hier im speziellen "außen vor lassen", da sie über einen nicht gegebenen Ringkontakt willkürlich entsteht.

Zu 3.: Die Plattierung spielt aufgrund ihrer sehr geringen Eigendicke bei der durch die Prägung ohne Ringkontakt auch stark vom Prägdruck abhängigen Dickebestimmung mit einiger Sicherheit keine Rolle.

Meine neuerlichen Überlegungen zu dem Stück über die zusätzlichen Abb.
Der Rand zeigt sich bei den ersten 3 Abb. durchgängig "grau" - es könnte sich darüber erst einmal grundsätzlich um Ni, Fe oder Cu/Ni handeln. Da Cu/Ni keine der hier festgestellten starken Magnetreaktion zeigt, scheidet dieses Grundmaterial aus.
Die 4. Abb. (IMG_0090.JPG), bei der übereinanderliegend oben der Rand einer normalen Münze und der der Fehlprägung darunter zu sehen ist, macht das Ganze schon ein wenig merkwürdig, abe rauch spannend für die Entstehungserklärung. Dort zeigt die Fehlprägung wie die Normalmünze das typische Bild / die typische Färbung einer teilweise beim Stanzen der Metallplättchen (Rohlinge) nur von einer Seite herunter gezogener andersartigen Färbung - nämlich die von einer vermutlich geringfügig vorhandenen "gelben" Plattierung (vorausgesetzt, diese schmale Gelbfärbung wird nicht über Spiegelung von der oberen Münze erzeugt!?).
Das deutet auf jeden Fall eher auf die Herkunft von einem Zain(blech) mit Messingplattierung wie z.B. 5 PF als auf eines mit roter Cu-plattierung wie beim 2 PF-Stück.
Möglichkeiten, die auch die für "nur fehlende Plattierung" vorliegende Gewichtsdifferenz erklären würde:
a) Eine Möglichkeit zur Erklärung des fehlenden Gewichtes bei einer unplattierten Ronde (Münze) von ca. 0,4 g kann sich natürlich über ein von Haus aus zu dünnes Zain(blech) erklären.
Gegen diesen einfachen Erklärungsversuch sprechen allerdings die feststellbaren, relativ nahe am Soll von 3,00 g (ca. 2,97 bis ca. 3,05) liegenden, Münzgewichte, die diese Differenz nicht erklären können.
b) Bei der Herstellung der Zaine, bei der das Kernmaterial über Kaltwalzen oben und unten mit zwei dünnen Schichten aus z.B. Messing verbunden wird, ergeben sich nicht selten sowohl an den Außenkanten als auch an Anfang und Ende der Zaine Stellen, denen die Plattierung mehr oder weniger bis (fast) ganz fehlt. Wird in diesen Randbereich gestanzt, dann können sich solche bis zu unplattierten Rohlinge ergeben.
Und wenn man versehentlich schon im "Kantenbereich" stanzt, dann ist bei dem wenigen von uns an einer Unplattiertheit vermissenden Gewicht die Vorstellung, dass beim Stanzen ein minimaler Bereich der Stanze "nichts mehr zu stanzen" hatte, da er sich außerhalb des Zain(bleches) befand, nicht ganz abwegig. Da dieses Fehlen von Material ja sehr gering ist, kann man es nach dem Prägen ohne einen formgebenden Prägering auch nicht unbedingt mehr als geraden Kantenbereich erkennen.

---> Es handelt sich über die Abb. IMG_0090.JPG m.E. mit einiger Wahrscheinlichkeit um die Prägung eines 10-PF-Stückes auf einer fast komplett "nackten" da unplattierten, d.h., aus Fe bestehenden, 5-PF-Ronde aus dem Randbereich eines Zain(bleches).

Zu solchen Stücken mit einem evtl. erforderlichen extra Erklärungsbedarf hinichtlich eines nicht nur über eine fehlende Plattierung deutbaren Untergewichtes zu einem in Deutschland passenden Nominal muss man im Normalfall einen speziellen Liebhaber finden.
Mein Tipp liegt hierzu (unter Sammlern) zwischen 60 und 120 Euro. :)
 
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Lieber varukop,
vielen Dank für Deine tolle Erläuterung. Damit bin ich eine ganze Menger schlauer geworden.
Hinsichtlich Deiner Einschätzung zum Wert bin ich angenehm überrascht, ich hätte eher mit einem Betrag im niedrigen zweistelligen Bereich gerechnet. Aber eigentlich egal, da das Teil als "Besonderheit" gerne bleiben darf.

Nochmals herzlichen Dank und beste Grüße
Hugohabicht
 
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Danke varukop für deine umfangreichen Erklärungen und Ergänzungen zu meinen Vermutungen! Dein Wissen bzgl. Fehlprägungen ist nun mal wesentlich umfangreicher als meins :respekt:

Dennoch, egal was für eine Ronde es nun ist, es ist und bleibt ein sehr schönes Stück.
Bzgl. Wert hätte ich geschätzt, dass sie im unteren dreistelligen Bereich liegen könnte. Habe mich aber nicht getraut, das zu schreiben, weil es nur eine Vermutung war. Es kommt eben auch auf den entsprechenden Sammler an, der ggf. sowas sucht.
 
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Moin

Habe ein 10 Pfennigstück in Kupferfarbe, weiß aber nicht ob das nicht Farbveränderung ist, die durch chemische Prozesse
hervorgerufen wurde. Die Bilder sind leider nicht sehr aussagekräftig.
Alle Maße sind die eines 10ners, der Rand wie üblich.
 

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