1875 1 Pfennig Date Variations

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ich gehe beim thema "variantenjägerei" sogar noch einen schritt weiter:

beispiele wie j.153 A und B gehen mir schon deutlich zu weit. das ist bereits echte variantenjägerei.
beim J. N728 a und b sehe ich gerade noch genug unterschiede um eine tatsächliche katalogisierte unterscheidung auch deutlich machen zu müssen.

ich fände es so zB auch deutlich praktischer und angenehmer den jaeger katalog nach motiven zu ordnen und hinsichtlich sich ändernder adler-rückseite in a, b, c einzuteilen.

beispiele:
aus den jaeger nummern 243 und 246 würde 243 A und B. das würde vieles entzerren und mMn auch vereinfachen.
j. 289, 292 und 294 gingen auf in j. 289 A, B und C.

es wäre schließlich auch denkbar gewesen einzelne nummern hinsichtlich einer sich unterscheidenden münzprägestätte zu vergeben. dann hätten wir nochmal X katalognummern mehr. ein C statt A ist für mich mehr unterschied als ein bartzipfelchen bei j. 153.

die rückseiten sind ohnehin bildlich katalogisiert und waren einheitlich für das ganze reich, daher sehe ich die vorderseiten als das wirklich interessante
hinsichtlich der nummernvergabe.
 
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Hallo,

weis denn jemand wie so eine "Normalzahlenreihe" aussah? Für mich wäre es am Verständlichsten, wenn:
-man davon ausgeht, es handelte sich um eine Art Schlagbuchstaben
-dann wäre es möglich, dass die Matritzen ohne Jahreszahl und Prägestättenbuchstaben an die Prägestätten zu verschickt wurden
-dort werden mit einer (Loch-) Schablone die Jahreszahlen in die von den Matritzen abgenommenen ungehärteten Stempel geschlagen (eine Bearbeitung der Matritzen würde ich hier ausschließen da zu fehlerbehaftet)
- Stempel werden dann nachbearbeitet und anschließend gehärtet
-Münzen geprägt....
Das Ergebniss wäre dann sehr Einheitlich mit den individuellen Abweichungen des verwendeten Normwerkzeug. (Ich bezweifel dann aber das es pro Prägestätte nur ein Satz dieser Normwerkzeuge gab.)

Irgendwie macht es für mich am wenigsten Sinn wenn nur einzelne Teile der Jahreszahl "Vor-Ort" und "freihand"gefinischt wurden. Dadurch wäre eine Abweichung von einer gedachten Stempellinie die Norm und der Abstand der Zahlen untereinander würde ständig variieren. Dafür ist mir die deutsche Bürokratie und das Perfektionsbewustsein der damaligen Zeit zu ausgeprägt :rolleyes:.
Sehr deutlich wird dieser Umstand, wennn man Münzen (anderer Länder) mit umgeschnittener Jahreszahl ansieht. Eine gedachte Linie, auf der die Jahreszahl steht wird dadurch fast immer unterbrochen. Ohne eine Schablone ist diese Linie kaum ein zweites Mal zu treffen....

Grüße
pingu
 
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es wäre schließlich auch denkbar gewesen einzelne nummern hinsichtlich einer sich unterscheidenden münzprägestätte zu vergeben. dann hätten wir nochmal X katalognummern mehr. ein C statt A ist für mich mehr unterschied als ein bartzipfelchen bei j. 153.
Ernst Rudolph verlieh um die Jahrhundertwende sogar jeder in jedem Jahrgang geprägten Münze eine individuelle Katalognummer, da ist der Jaeger noch moderat.
In den frühen Jaegerausgaben waren die preussischen Grossilber- und Goldmünzen noch nach dem Prägebuchstaben sortiert. J 242 beispelsweise war wie folgt aufgeführt:
J 242 A 1872, 1873
J 242 B 1872, 1873
J 242 C 1872, 1873
 
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weis denn jemand wie so eine "Normalzahlenreihe" aussah
Da bei den Grossilbermünzen und beim Gold gründlicher gearbeitet wurde, als bei den Kleinmünzen und man davon ausgehe kann, dass Berlin als die federführende Prägeanstalt die besten Ergebnisse lieferte, kann man sich sicher die Normalzahlenreihe anhand der geprägten Münzen (hier J 252 und J 253 ) erarbeiten. Die Reihe dürfte so ausgesehen haben:
 

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Irgendwie macht es für mich am wenigsten Sinn wenn nur einzelne Teile der Jahreszahl "Vor-Ort" und "freihand"gefinischt wurden. Dadurch wäre eine Abweichung von einer gedachten Stempellinie die Norm und der Abstand der Zahlen untereinander würde ständig variieren. Dafür ist mir die deutsche Bürokratie und das Perfektionsbewustsein der damaligen Zeit zu ausgepräg
Aber die existierenden Unterschiede verdeutlichen, dass es leichte Unterschiede gegeben hat, bei Karlsruhe gibt es sogar eine grössere Anzahl Abweichungen bei den Sorten ab 2 Mark.
Es ist nicht gesagt, dass Berlin stets teilweise vorpunzierte Matrizen geliefert hat, man kann sich auch vorstellen, dass die Prägeanstalt selbst vorgearbeitet hat und die Matrizen je nach Auftragshöhe komplettiert und davon Arbeitstempel abgesenkt hat. Bestimmt hat es Hilfslinien gegeben, die aber wieder beseitigt wurden ( solche Hilfslinien sieht man manchmal bei römschen Münzen, dies ist also eine uralte Technik der Stempelschneider ).
Bei der Betrachtung dänischer und norwegischer Kleinmünzen vor ca 1970 sieht man sehr oft, dass die beiden letzten Ziffern der Jahreszahl schief eingepunzt sind ,nicht immer ganz im richtigen Abstand zu den ersten stehen oder sogar typenungleich sind. Das kann darauf hindeuten, dass die Jahreszahl in mehr als einem Arbeitsschritt eingepunzt wurde.
Ich gehe davon aus, dass die deutschen Prägeanstalten nicht anders verfahren sind.
 
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An interesting posting. I will comment in English since the Thread-opener has written in english:

As I take more high resolution photos of my coins, some of the differences are starting to stand out more. I just made this composite image from a number of 1875 1 pfennig coins. The dates are all going to be slightly different depending on where the coin was minted. The difference is most notable with the last '5' digit. This isn't the only difference from this era. Other lettering on the coin can vary from mint to mint. Maybe tomorrow I'll try to add the mintmarks I missed here (i.e. C, E, G). This sort of variety information on Kaiserreich coins isn't published anywhere I've seen. Maybe someone has seen an article here or there. [...]

You are right - it's quite difficult to get some information on that topic. Though, there were published some in German Numismatic Mags during the early 2000er years. Since I prefer compressed information I made a booklet for myself in order to summarise the information. I will upload it here in the next days, so you have an overview and also references in case you want to dig deeper.

Hallo,
Beim betrachten der Bilder scheint meiner Meinung nach Jaeger geirrt zu haben. Für mich sind eindeutig die beiden letzten Ziffern zusätzlich geschnitten worden. Sehr deutlich an B und D zu sehen. B könnte noch von einer Verschmutzung des Stempel herrühren (schräg angeschnittener linker Anstrich der 7), bei D erscheint der linke Anstrich wie ein auf der spitze stehender Stiefel - da glaube ich nicht an verschmutzte Stempel. Auch die 7 bei A, H und J weicht im Habitus deutlich von den anderen ab. F würde ich als Standart 7 ohne irgend welche "Schnörkel" ansehen....[...]

As far as I know from the documents (see below) the dies were distributed from Berlin with the digits 187 . The last digit or digits should be cut/engraved from the local mint. Coins made from those dies are shown in Schaaf (Die Proben der deutschen Münzen), for example 16G2: 190 . 17M4-8: 191 . 3MG1: 1... , 5MG5: 19..
Also, in Seidel, Die deutsche Geldgesetzgebung seit 1871, page 25 §20 there is noted that standard digits has to made for each mint.

Ich grüße Euch!
In den 70er hatte ich das Vergnügen an einem Vortrag (Hannover in den Räumen der Deutschen Bank) von Kurt Jäger teilzunehmen.
Auf die diesbezügliche Frage, ob er vor hätte die Prägeunterschiede (von Matthias oben beschrieben) zu katalogisieren?
Kam die Heiterkeit auslösende Antwort: Er halte nichts von der Variantenjägerei!
Viele Grüße
Heinz-Rudolf

That's true regarding his additional remarks, discussed elsewhere: Der Meister mahnt

I personally do not collect varieties, but I think it's interesting to notice the difference. Out of curiosity, I compared my 1 penny to my 2 penny coins. There are differences in the "1" digit, but those differences came from the main engraver and were not created at the individual mints.
The difference may came from variations in pressure during the strike. If the metal can't flow proper then the base of each digit may not be filled completely.
 
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