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2€CC Belgien 2018 "50. Jahrestag der Ereignisse vom Mai 1968 in Belgien"

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Heute bekam ich ein EU Dokument vom 15.3.2018. Es ist "nur" das Weiterreichungdokument an den Komitee Ständigen Vertreter (AStV), trotzdem ist zumindest das Thema der Münze ersichtlich.

Das Thema des Quellentwurf Belgiens ist:
50. Jahrestag der Studentenrevolte vom Mai 1968

Da leider nach 1 Woche (regulär) keine Weiterleitung zum Entscheid gegeben hat (siehe auch hier), und in dieser Woche Belgien einen Korrekturentwurf vorgelegt hat, kann man nicht sicher sein ob es sich tatsächlich das endgültiges Thema der nächsten belgischen 2 Euro Münze handelt. Solang bleiben die Fragezeichen bestehen.
 

Motengo

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nach dem Dilemma mit Waterloo, werden die Belgier wohl vorsichtiger ;)
 
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Frau van Herzele hat mir heute bestätigt dass dieses Thema momentan wartet auf Zustimmung von Europa!
 
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nach dem Dilemma mit Waterloo, werden die Belgier wohl vorsichtiger ;)
Was für ein Dilemma? Ich habe kürzlich einen Supi Kursmünzensatz mit Thema Waterloo in der Bucht ersteigert.
Es "fehlt" zwar die eigendliche Gedenkmünze, aber der KMS ist sehr schön gestaltet und informativ.
 
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Dilema in der Hinsicht, das Frankreich der damals geplanten belgischen 2€ Münze "Waterloo" protest eingelegt hatte und somit dessen Ausgabe verhinderte.
Die Belgier halfen sich dadurch aus , indem sie zum Thema entweder Medailien oder nur in ihrem eigenen Land gültige €-Münzen ausgaben, so wie mit der 2,50€ Münze geschehen.
 
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....
so wie mit der 2,50€ Münze geschehen
Danke für den Hinweis, ich habe es garnicht mitbekommen, dass es eine solche Münze gibt, ich dachte es wäre wie sonst oft in diversen KMS eine Geddenkprägung.
Das macht diesen KMS ja noch etwas mehr zu etwas besonderen..

und nun wieder zurück zum eigentlichen thread...
 

numisfreund

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Das Thema wurde soeben von der Europäischen Kommission bestätigt.

2018 BE Studentenrevolte.png

Auflage: 260.000, nur in Coincard und im Proofetui

Quelle: EU via euromunter
 

numisfreund

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Ich habe mir erlaubt, die Fragezeichen im Threadtitel nunmehr zu entfernen.
 

minted

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Aus der niederländischen Wikipedia :

In Belgien kämpften die Studenten in Leuven gegen den französischsprachigen Einfluss an der Universität, was schließlich zur Aufteilung der zweisprachigen Universität in die niederländischsprachige Katholische Universität Löwen und die französischsprachige Katholische Universität Löwen führte. Die Trennung der Vrije Universiteit Brussel von der ehemaligen zweisprachigen Université Libre de Bruxelles ist ebenfalls mit dem Mai '68 verbunden.

Edit:
Im Herbst 1968 wurde die Teilung in die Katholieke Universiteit Leuven und die Université catholique de Louvain beschlossen. In monatelangen Verhandlungen wurde über die Modalitäten der Trennung beraten, insbesondere über die Entschädigungszahlungen, welche die Université catholique de Louvain für die in Löwen zurückgelassenen Gebäude und Einrichtungen erhalten solle. Für die Université catholique de Louvain wurde ab 1971 eine neue Stadt südlich der Sprachgrenze, Louvain-la-Neuve („Neu-Löwen“), errichtet, die erste belgische Neugründung einer Stadt seit dreihundert Jahren.
(Quelle: Geschichte der Universitäten zu Löwen – Wikipedia)
 
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numisfreund

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Wenn man das Thema dieser für dieses Jahr angekündigten neuen 2-€-Gedenkmünze aus Belgien liest, kommen einem (so erging es zumindest mir) Assoziationen zu den europa- aber auch weltweiten Studentenbewegungen der 60er Jahre hoch. Die Generation der 68er befasste sich kurz zusammengefasst mit angestrebten gesellschaftlichen Veränderung und war geprägt von Stichworten wie Bürgerrechtsbewegungen (in Amerika), Vietnamkrieg (auch in Europa), Schahprotesten und "Weg mit dem Establishment" und "Unter den Talaren der Muff von 1000 Jahren", um es auf diese Punkte runterzubrechen, und wurde überwiegend von politisch links ausgerichteten Gesellschaftskreisen gefördert .

Dieses Ansinnen hat das von Belgien gewählte Thema der Münze meiner Ansicht nach nicht.

Hier geht es vielmehr um den über 100 Jahre alten Sprachenstreit in Belgien, der im Jahre 1968 in einer Studentenrevolte rund um die Universität von Löwen (Leuven Vlaams / Louvain-la-Neuve) gipfelte, wie bereits minted oben erläuterte.

Daher hier diese

Hintergrundinformationen

Flämisch-wallonischer Konflikt

Als flämisch-wallonischer Konflikt wird der seit dem 19. Jahrhundert andauernde Streit zwischen den niederländisch- und den französischsprachigen Einwohnern des
Königreichs Belgien bezeichnet. Die niederländischsprachigen Belgier konzentrieren sich weitestgehend auf Flandern und werden als Flamen bezeichnet, auch wenn sich die relativ wenigen in der offiziell zweisprachigen Region Brüssel-Hauptstadt lebenden Niederländischsprachigen nur zum Teil als Flamen ansehen. Mehr als drei Viertel der französischsprachigen Belgier, die auch als Frankophone bezeichnet werden, wohnen in der Wallonischen Region (nur diese werden als Wallonen bezeichnet), sie stellen aber auch in der zweisprachigen Region Brüssel-Hauptstadt die große Mehrheit und überwiegen zudem nach starkem Zuzug ins Brüsseler Umland in den vergangenen Jahrzehnten in sechs Gemeinden, die an die Region Brüssel grenzen und zu Flandern gehören.

[...]

Die Anfänge

Es gab zahlreiche politisch motivierte Versuche, ein „flämisches“ oder „wallonisches“ Volk in der früheren Geschichte auszumachen. Ein Beispiel eines solchen politischen Mythos ist die Goldene-Sporen-Schlacht: Ein flämisches Infanterieheer von Bauern und Zunftmitgliedern schlug 1302 ein französisches Ritterheer, was in flämisch-nationalen Kreisen oft als früher Beleg eines Sprachen- und Kulturkonfliktes gedeutet wird. Dabei wird übersehen, dass das Herzogtum Brabant, weitgehend niederdeutschsprachig, auf Seiten des französischen Königs stand, und die Grafschaft Namur, deren Soldaten französischsprachig waren, auf Seiten des flämischen Bauernheeres kämpfte. Im Prinzip ist der flämisch-wallonische Konflikt nicht älter als der belgische Staat und spitzte sich vor allem im 20. Jahrhundert zu.

[...]

Universität – Leuven Vlaams / Louvain-la-Neuve
Die Universität in
Löwen, das im flämischen Gebiet liegt, hatte eine französisch- und eine niederländischsprachige Abteilung. Die Flamen forderten eine einsprachige (niederländischsprachige) Universität. Während der Studentenrevolten im Mai 1968 eskalierte dieser flämisch-wallonische Konflikt. Er wurde damit beendet, dass die französischsprachige Abteilung der Universität Löwen (Université catholique de Louvain (UCL)) 1971 nach Wallonien verlegt wurde – in eine hierfür neu gegründete Retortenstadt: Louvain-la-Neuve oder auf Deutsch „Neu-Löwen“, die erste Stadtgründung in Belgien seit jener von Charleroi 1666.

[...]

Entwicklung seit 2007

Die politischen Parteien in den beiden Landesteilen sprechen nur ihre jeweils eigene Sprachbevölkerung an. Es gibt zwar eine Zusammenarbeit mit der „ideologischen Schwesterpartei“ aus der jeweils anderen Landeshälfte, aber in den letzten Jahrzehnten sind die politischen Meinungsunterschiede größer geworden.

Die meisten politischen Debatten in Belgien erhalten bereits kurz nach ihrem Entstehen einen sprachpolitischen Aspekt (frz. aspect communautaire oder ndl. communautair aspect). Ein aktuelles Beispiel hierfür war der Streit über die Lärmbelastung in der Umgebung des
Brüsseler Flughafens, in dem sich die belgischen Gemeinschaften gegenseitig beschuldigten, ihre jeweilige Bevölkerungsgruppe zu Lasten der anderen Einwohner schützen zu wollen. Im Laufe der Jahre entstand so ein hochkomplexes Dossier über Abflugstrecken und Schallpegel, inklusive Gerichtsurteilen und Gesetzestexten.

[...]

Die Belgier leben zwar in einem gemeinsamen Staat, aber es werden – anders als früher – nur die Medien der jeweils eigenen Landeshälfte in der jeweiligen Sprache genutzt. Die Namen der öffentlichen Sender haben sich ebenfalls geändert:
VRT (Vlaamse Radio en Televisie), RTBF (Radio-Télévision Belge de la communauté Française). Der Nachteil dieser Aufspaltung ist, dass zahlreiche öffentliche Debatten nur in einer Landeshälfte geführt werden.

[...]


Quelle und mehr: Flämisch-wallonischer Konflikt – Wikipedia



Mir persönlich ist nicht klar, was die belgischen Verantwortlichen mit der Ausgabe dieser Münze mit dieser Thematik bezwecken wollen. Soll hier nur eines gesellschaftpolitischen Ereignisses gedacht werden (>> "Gedenkmünze") oder stecken andere Überlegungen dahinter?

Wie man den oben zitierten Informationen entnehmen kann, ist die Gesamtthematik durchaus heikel und birgt mitten in Europa gerade auch heute Sprengstoff für Konflikte.
 
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