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5 Cent 2002 Griechenland

Dieses Thema im Forum "Fehlprägungen, Varianten und Variationen" wurde erstellt von Toxpack1, 8. Oktober 2017.

  1. Toxpack1

    Toxpack1

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    Hallo
    Ich habe gestern diese Münze in einer Umlaufrolle gefunden und habe eine Frage dazu.
    Diese Münze hat eine umlaufende Rille die allerdings sehr flach, aber im Original (auf den Fotos nicht so gut zu erkennen) fühlbar ist.
    Gewicht ist 3,85Gramm
    Was hat es mit dieser Rille auf sich?
    LG Kevin
     

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  2. mesodor39

    mesodor39

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    was passiert sein kann , ist folgendes:

    Ein Metallbelech wird ausgestanzt, gestaucht, mit einem Metallüberzug versehen und geprägt und fertig ist die Münze. So weit wäre alles normal und die beim Ausstanzen entstandenen Spuren wären beim Stauchen weg gedrückt worden. Der Kupferüberzug hätte dann noch die letzten Spuren beseitigt. Wohlmöglich wurde das ausgestanzte Plättchen nicht gestaucht.
     
  3. navada51

    navada51

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    Sofern keine Beschädigung durch den Umlauf, bestimmt das Erscheinungsbild einer Münze der Zusammenschluss beider Stempel und dem begrenzenden Ring. Wenn am Rand etwas irregulär ausschaut, so lautet die erste Hypothese stets: Der Ring hat das verursacht - in dem genannten Beispiel wäre er verbraucht gewesen.

    Rohlinge werden zu Ronden gestaucht, damit der Metallfluss im Zeitpunkt des Prägens optimiert ist: Zur Peripherie des Prägehohlraums hin, sinkt der effiziente Druck einer Prägeapperatur. So ist es günstig, dort erst einmal mehr Masse zu haben, so dass eine Münze getreu der Stempel geprägt wird. Fehlt bei gegebenen Parametern der Prägemaschine dort diese Masse (wenn also ein Rohling an Stelle einer Ronde geprägt wird), so wird die Münze dort garantiert eine Prägeschwäche aufweisen bzw. anderweitig auffällig sein.

    Ich gehe daher davon aus, es handelt sich hier nicht um einen geprägten Rohling, sondern eher um eine Ronde.
     
  4. AlexG7

    AlexG7

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    Hab ich etwas verpasst ...?
    Seit wann erfolgt die Plattierung der Münzen nach dem Ausstanzen bzw. nach der Randstauchung?
     
  5. michel008

    michel008 Schrottsammler Mitarbeiter

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    Moin Moin,

    die Eurocents werden heute nach dem Ausstanzen und dem Stauchvorgang galvanisiert.

    In der Anfangszeit teilweise auch plattiert und dann zusätzlich noch galvanisiert damit auch der Rand kupfern ist.

    Beste Grüße
    michel008
     
    AlexG7 gefällt das.
  6. AlexG7

    AlexG7

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    Danke "michel008", wieder was dazugelernt :)
     
  7. navada51

    navada51

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    Könnte das die Ursache des Erscheinungsbildes des Randes sein?
     
  8. varukop

    varukop

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    A] >"mesodor39": Wohlmöglich wurde das ausgestanzte Plättchen nicht gestaucht.

    B]
    C] "alexG67": ....... Seit wann erfolgt die Plattierung der Münzen nach dem Ausstanzen bzw. nach der Randstauchung?

    D] "michel 008": In der Anfangszeit teilweise auch plattiert und dann zusätzlich noch galvanisiert damit auch der Rand kupfern ist.

    E] "navada51": Könnte das ( D ) die Ursache des Erscheinungsbildes des Randes sein?

    Moin Moin!

    Zu A] Wenn man sich den Rand dieser Münze ansieht, dann könnte man in erster Überlegung schon von einem Rohling ausgehen, denn er zeigt mit großer Wahrscheinlichkeit noch Reste der Struktur nach dem Stanzen zum Rohling. Das könnte man über das "Unruhige" ca. in Randmitte vermuten, weil die Metallplättchen grundsätzlich nicht durch ein komplettes (Durch)Stanzen des Zainbleches entstehen. Wenn man sich Rohlinge anguckt, dann kann man generell zwei deutlich voneinander unterscheidbare Oberflächenstrukturen des Randes erkennen. Zum Einen die, die durch das Stanzeisen hervorgerufen wurde (mehr oder weniger glatt) und zum Anderen die durch die Tatsache, dass ein Teil der Blechstärke nicht gestanzt, sondern durch z.B. herausschlagen des angestanzten Bleches "gebrochen" wird. In der Regel werden ca. höchstens 1/4 der Blechstärke gebrochen. Der Grund für dieses Vorgehen begründet sich in der Tatsache, dass ein Komplettstanzen, d.h., Stanzen bis auf die erforderliche harte Unterlage der Stanzmaschine, die Stanzeisen sehr schnell unbrauchbar werden lassen.
    "Womöglich" könnte das mit dem Prägen eines Rohlings also stimmen, denn über den gegenüber der Münze bereits geringfügig kleineren Durchmesser ist eine Prägung im Ring bei den Euro-Münzen generell möglich.

    aber ......
    Rohlinge werden grundsätzlich mit einem gegenüber der Münze etwas größeren Durchmesser hergestellt, damit über den Stauchvorgang, nach dem dann der ehemalige Rohling als gegenüber der Münze im Durchmesser kleiner vorliegt, bereits einiges Material im späteren Randstabbereich „konzentriert“, d.h., etwas aufgestaucht, vorliegt.


    Das ergibt die Möglichkeit des Einsatzes eines geringeren Prägedrucks, um die Randstäbe vollständig ausbilden zu können – und das schont die teueren Prägestempel.
    Wäre das Vorprodukt der gezeigten Münze nicht gestaucht, würde es beim Prägen demnach nicht in den Ring passen und es könnte keine derart gleichmäßige Prägung hinsichtlich des Durchmessers und der Randstäbe entstehen.


    Zu B] 1. Ein "verbrauchter" Ring kann hier eher nicht die Ursache für die vermeintliche "Rille" (eher mittige Vertiefung mit noch „rohem“ Aussehen) im Rand sein, denn dann müsste es dort über "verbrauchtes", d.h., fehlendes Ringmaterial eine Erhöhung in der Münze geben. Verursachen könnte das Aussehen evtl. eine Materialansammlung im Ring - aber diese Theorie wäre dann schon sehr weit hergeholt und ich halte das wegen des "ganz herum und vor allem nur mittig" für sehr unwahrscheinlich.
    Zu B] 2. Wenn evtl. auch nicht gleich eine Prägeschwäche im Münzbild aber bestimmt anderweitig auffällig, denn wahrscheinlich wären die Randstäbe nicht voll ausgebildet - und genau das ist bei näherem Hinsehen auch zu erkennen.
    Das bedeutet im Umkehrschluss schon mal, dass die Münze auf keinen Fall mit optimalem Prägedruck hergestellt wurde (versehentlich oder zur Stempelschonung?), so dass Randmerkmale der Ronde über den vorliegenden nicht abgeschlossenen Materialfluss in den Ring und somit in die Randstabvertiefungen in gewissem Maße erhalten bleiben konnten.
    Zu B] 3. Wenn man alle durchgeführten Schritte bis hin zur Münze an diesem Stück berücksichtigt, dann muss man davon ausgehen, dass sowohl bei der Herstellung der Ronde als auch bei der späteren Prägung mit relativ deutlich falschem, d.h., zu geringem, Druck gearbeitet wurde.

    Fazit:
    Im vorliegenden Fall könnte die Münze sowohl auf einem Rohling als auch auf einer Ronde geprägt worden sein.
    I. Ergebnis bei Einsatz eines Rohlings: siehe III.
    II. Bedingung bei der Prägung einer Ronde: Es könnte sein
    ,
    hier, unter der Voraussetzung des üblicherweise Vorgehens hinsichtlich der größeren Rohlingsdurchmesser, m. E. (fast nur) so abgelaufen sein,
    dass der Stauchvorgang zwar
    mit einem Druck
    durchgeführt wurde,
    der den Durchmesser zwar so weit reduziert hat, dass die entstehende Ronde später in den Prägering passte (sehr wahrscheinlich gerade so!?),
    der verwendete Druck aber nicht für das üblicherweise entstehende Aussehen des Randes (geglättet und somit ohne Stanzmerkmale) ausreichend war.
    III. Sichtbare Gegebenheit bei beiden Möglichkeiten: Gleichzeitig – und das deuten die nur unvollständig ausgebildeten Randstäbe an – wurde die Münze dann auch noch mit deutlich zu geringem Druck geprägt, so dass die Stanzmerkmale auch bei diesem Endschritt in zu vermutender abgeschwächter Form noch erhalten geblieben sind.

    Eventuell handelt es sich um ein Herstellungsvorgehen mit absoluter Schonung der Geräte und somit um die des Geldbeutels ;)[​IMG][​IMG].

    Zu C] Nein, Du hast nichts verpasst, nur etwas falsch verstanden [​IMG]. "mesodor39" hat nicht von Plattierung, sondern allgemein von einem Metallüberzug geschrieben.

    Zu D] Dieses "teilweise plattiert" muss man meines derzeitigen Wissensstandes auf Ronden der BRD-Prägungen und hier nur auf Prägungen zu Beginn beschränken.

    Zu E] Diese Aussehen hat mit "plattiert oder nicht plattiert" eher nichts zu tun.

    Bei meinen Ausführungen habe ich eine Änderung der Vorgehensweise bzgl. der Stanzdurchmesser bei den Euro-Münzen nicht bedacht – schlicht vergessen :motz:. Leider.
    Ich möchte mich dafür entschuldigen und hoffe, dass die Verwirrung nicht zu groß ist. :)
    Meine Ausführungen in deutlich kleinerer Schrift sind aus diesem Grund nicht richtig und deshalb unbedingt zu ignorieren !!

    -----> Alle erforderlich gewordenen Korrekturen / Ergänzungen sind in blau geschrieben und vorher bereits Korrektes in schwarz belassen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. Oktober 2017 um 23:41 Uhr
    AlexG7 gefällt das.
  9. navada51

    navada51

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    [...]Rohlinge werden grundsätzlich mit einem gegenüber der Münze etwas größeren Durchmesser hergestellt, [...]

    Nach Deinen Unterlagen nicht! Da hat die Ronde den kleinsten Durchmesser, dann der Rohling. - die fertige Münze hat den größten.
     
  10. varukop

    varukop

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    Moin Moin
    Moin Moin,

    von welchen Unterlagen schreibst Du ? Ich hoffe doch, sie befnden sich hier für mich auffindbar irgendwo im Forum !
    Wenn Du mir diese nennst, kann ich Stellung dazu beziehen und es ggf. gleich ändern, denn es würde sich dann vermutlich um eine Unachtsamkeit meinerseits beim Formulieren handeln :(.
    Die Durchmesser vom größten zum kleinsten sind ganz eindeutig:
    Bei den DM-Münzen
    1. Rohling
    2. Münze
    3. Ronde

    Bei den Euro-Münzen
    1. Münze
    2. Rohling
    3. Ronde


    Wichtige Ergänzungen sind in blau geschrieben.


    Die Konsequenzen aus meinem Vergessen :wut: dieser Änderung in der Vorgehensweise bzgl. der Durchmesser der Rohlinge von Euromünzen beim Schreiben meines Beitrages #8 und die damit erforderlich werdenden Korrekturen in meinen Ausführungen / Überlegungen sind dort ebenfalls in blau geschrieben.

    "navada51" danke ich für seine Aufmerksamkeit !:)
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. Oktober 2017 um 23:40 Uhr

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