Auflage und vorkommen J.297 / 5 Pfennig 1922 A

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Wer kann mir sagen oder einen Hinweiß auf eine eventuelle Auktion geben, ob schon mal so ein Stück irgendwo aufgetaucht ist.
Ich kann mir nur schwer vorstellen, daß bei einer Auflage (lt. Jaeger) von 89,1 Millionen Stück keines dieser Stücke heute noch vorhanden sein soll !
 
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Vorstellen kann ich es mir auch nicht. Aber ich habe in den letzten 25 Jahren jedenfalls keines auf irgendeiner Auktion oder im Handel gesehen. Ich habe auch schon mit einigen Händlern und Sammlern über diese Münze gesprochen, aber dabei niemanden gefunden, der die Existenz dieser Münze bestätigen konnte. Vielleicht war die Auflagenhöhe geplant, wurde aber aufgrund der fortschreitenden Inflation nicht mehr angefangen. Eine Erklärung dafür habe ich leider auch nicht. Diese Münze ist in diesem Punkt ähnlich wie der heilige Gral - soll es geben, hat aber noch niemand gesehen.
 
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Diese Überlegung mit der geplanten Auflage habe ich auch schon gehabt. Aber in der Zeit (ca 1920 -25) lief es ja so oder so etwas chaotisch zu mit den Münzen und ihren Auflagen. Viele wurden ja geprägt und garnicht oder in geringen Mengen ausgegeben (siehe 3 Mark J.303 von 1922 D). Wahrscheinlich wurden die Stück in vollem Umfang geprägt und gleich wieder eingestampf, wie beim Otto-Hahn-Fünfer. aber da wäre die Wahrscheinlichkeit groß, daß einige Stücke überlebt hätten; oder was Wahrscheinlicher ist , die geplante Menge wurde überhaupt nicht mehr geprägt. Wie schon erwähnt . Echt ein Mysterium dieser 5er !!!
 
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Ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass von dem 5 Pfennig 1922 A so eine unglaubliche Menge vollständig ausgeprägt wurde, ohne dass ein einziges Stück die Münzstätte verlassen hätte und am Ende dann alles komplett eingestampft wurde. Das halte ich schon für logistisch unmöglich. Es wird wohl eher so sein, dass nur eine geringe Teilmenge oder überhaupt nichts der geplanten Menge geprägt wurde und einfach die geplante Prägezahl irgendwie ihren Weg in die Verzeichnisse gefunden hat, wo sie bis heute herumgeistert. Selbst bei nicht ausgegebenen Münzen taucht ja im Laufe der Jahre doch immer mal irgendwo ein Stück auf, wie z. B. bei der J.300 von 1916A oder 1918F, wenn sie denn geprägt wurden. Und das wäre beim 5 Pfennig 1922 A vermutlich nicht anders.
Aber es gibt noch mehr solcher "Phantommünzen", von denen ich bisher noch nie was gehört habe. Die J.303, das von Dir erwähnte 3 Mark Stück von 1922 D ist extrem selten, taucht aber regelmäßig auf, auch wenn die Häufigkeit des Auftretens eigentlich überhaupt nicht zur Prägemenge von fast 1 Millionen Stück passt. Es gibt diese Münze aber lt. Jaeger auch noch vom Jahrgang 1923 D, sogar mit einer Auflage von über 7 Millionen Stück. Aber das ist auch so eine Münze, die ich bis heute noch nie gesehen habe und bei der ich auch niemanden kenne, der die Existenz bestätigen kann. Genauso wie das 5 Pfennig Stück der alliierten Besetzung J.374 von 1945 D.
 
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Laut Jaegerkatalog soll es " einige wenige Exemplare " geben.
 
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Vorstellen kann ich es mir auch nicht. Aber ich habe in den letzten 25 Jahren jedenfalls keines auf irgendeiner Auktion oder im Handel gesehen. Ich habe auch schon mit einigen Händlern und Sammlern über diese Münze gesprochen, aber dabei niemanden gefunden, der die Existenz dieser Münze bestätigen konnte. Vielleicht war die Auflagenhöhe geplant, wurde aber aufgrund der fortschreitenden Inflation nicht mehr angefangen. Eine Erklärung dafür habe ich leider auch nicht. Diese Münze ist in diesem Punkt ähnlich wie der heilige Gral - soll es geben, hat aber noch niemand gesehen.

Das sehe ich genauso. Ich habe einmal im Bundesarchiv darüber gelesen und folgende Zusammenfassung über ein paar Dokumente notiert:

4. April 1922: Das Reichsbankdirektorium schlägt nach einer Befragung mehrerer Reichsbankhauptkassen vor 5 Pf-Prägungen zu unterlassen, da mit Ausnahme der Hauptkassen von Stuttgart und Hannover eine weitere Prägung für unnötig erachtet wird.

9. Mai 1922: Der Minister des Handels und Gewerbes spricht sein Bedauern gegenüber der Maßnahme aus, dass die Prägung von 5 Pf-Stücken eingestellt worden ist.

18. Mai 1922: D. R. M. F schreibt auf den Brief des Ministers des Handels und Gewerbes vom 9, Mai 1922, dass die Maßnahme notwendig gewesen sei, die Prägung von 5 Pf-Stücken einzustellen.

Laut Jaegerkatalog soll es " einige wenige Exemplare " geben.
Das ist seit der 22. Auflage unter Kahnts Regime als Ergänzung genannt worden. Jaeger hatte bis zu seiner letzten (11.) Auflage diese Münze niemals aufgelistet - auch keine Auflage genannt. Erst Günter Pusback hatte diese in der 12. Auflage aufgeführt. (ganz normal mit normalen Preisnotierungen!). Erst in der 16. Auflage von Udo Helmig/Kahnt wurde das korrigiert und hinter der Münze ein LP gesetzt, gleichzeitig die Bemerkung: "1922 nur zum Teil ausgegeben".

Nach den Dokumenten aus dem BArch und Jaegers (fehlender) Auflistung halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass der Auftrag niemals ausgeführt wurde - es wurden auch keine Stempel dazu gemacht, daher ist es auch nicht möglich, dass Einzelstücke vorkommen. Pusback hat wahrscheinlich seinerzeit die Auflagezahlen gesehen und diese dann in seinen Katalog übernommen. Die Hintergründe, warum Kurt Jaeger gerade diese Münze eben nicht in seinen Katalogen aufgenommen hatte, blieben Pusback verborgen. So ist eine Phantommünze entstanden.

Man sollte Kahnt einmal fragen, warum er 2010/2011 in der 22. Auflage geschrieben hat, dass einige wenige Exemplare bekannt seien, obwohl niemand bisher welche gesehen hatte. Dieses Beispiel zeigt wieder einmal deutlich wie wichtig es ist, Informationen nicht nur in einer Zahl zu subsummieren, sondern jegliche Information dahinter kurz mit Quellen zu verlinken.

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Das sehe ich genauso. Ich habe einmal im Bundesarchiv darüber gelesen und folgende Zusammenfassung über ein paar Dokumente notiert:
Danke für diese sehr informative Erklärung. Das hatte sich mit meinem letzten Post überschnitten und erklärt ja sehr schön, wie solche Phantom-Münzen in den Katalogen entstehen.
Wo wir gerade dabei sind: kennt denn jemand Belege für J.303 von 1923 D oder J.374 von 1945 D? Diese Münzen halte ich nämlich für ähnlich fragwürdig.
 
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Dazu habe ich leider keine Unterlagen aus dem BArch.

Zu Jae 303 kann ich nach Jaeger-Katalogen folgendes berichten: Pusback hatte zuerst in seiner 12. Auflage die Anmerkung dazu verfasst. Die Auflage dazu hat er in seiner 14. Auflage ergänzt. In seinem Vorwort (Winter 1978) hat Pusback folgende Quellen genannt: Peter N. Schulten (Bewertungen); Ernst Balke, Deutsche Bundesbank, Falschgeldzentrale (Fotos, Fälschungen); Dr. Gert Hatz, Münzkabinett des Museums für Hamburgische Geschichte (Literatur); Dr. Joachim Weschke, Deutsche Bundesbank, Geldmuseum; Bundesministerium d. Finanzen; Deutsche Bundesbank; Staatsbank der DDR; Münzstärren in Hamburg, München, Stuttgart und Karlsruhe; Bundesarchiv und verschiedene Landesarchive.

Jae 374 1945D ist ab der 17. Auflage mit der entsprechenden Bemerkung drinnen. Vielleicht hat ja jemand die zitierte MünzenRevue (Heft8 v. 1990)?
 
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