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Bedeutung und Herkunft von Gegenstempeln / Randpunzierung

Dieses Thema im Forum "Altdeutschland" wurde erstellt von Medaillenfreund, 10. Juni 2018.

  1. Medaillenfreund

    Medaillenfreund

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    Liebe Münzfreunde,
    wer hat eine Idee zur Herkunft und näheren Bedeutung dieser Randpunzierung.
    Aus welcher Zeit könnte sie stammen ?
    Es müsste sich meiner Ansicht nach um einen sog. Tremulierstich sowie um ein Mainzer Rad ( eine von den sechs Radspeichen ist sehr schwach geprägt ) handeln.

    Ich freue mich über jede Anregung........

    Gruss
    Medaillenfreund IMG_2164.JPG IMG_2165.JPG
     
  2. Muppetshow

    Muppetshow

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    Es wäre ganz hilfreich zu wissen, auf was für einer Münze sich diese Stempel befinden
     
  3. Medaillenfreund

    Medaillenfreund

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    Da ich die Diskussion nicht von vorne herein "einschränken " möchte, habe ich ganz bewusst darauf verzichtet, genaue Angaben zu dem Stück zu machen. Nur soviel........es ist eine Medaille und sie stammt aus dem 16. Jahrhundert.
    Am Ende werde ich das " Rätsel " natürlich auflösen
     
  4. Medaillenfreund

    Medaillenfreund

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    Könnte es sich eventuell um eine Meistermarke der Mainzer Goldschmiedezunft handeln ?
    Um ca. 1530 war ein gewisser Jacob Fust ( oder Faust ) deren Vorsitzender. Gleichzeitig war er wohl auch Wardein des Erzbistums.
     
  5. diwidat

    diwidat

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    Nach meinen Unterlegen über die Silberschmiedekunst handelt es dich eindeutig um einen Tremulierstich.
    Nach den Zunftregeln dieser Zeit mußte jede Silberarbeit, die in den Handel kommen sollte, auf ihren Feingehalt geprüft werden.
    (Stichwort = Kuppelle, wer mehr wissen möchte) es handelt sich also nicht um eine Meistermarke sonden um eine Kontrollmarke.
     
    Zuletzt bearbeitet: 16. Juni 2018
  6. Medaillenfreund

    Medaillenfreund

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    Die Frage nach Herkunft und Bedeutung der Punzen ist nun grundsätzlich beantwortet.
    Es handelt sich um einen Tremulierstich, ein sog. Beschauzeichen sowie um die Initialien des Herstellers des Gegenstandes, die des Medailleurs.
    Die Zackenlinie, der Tremulierstich, entsteht bei der Materialentnahme durch eine Graviernadel. Damit wird durch die Methode des Kuppelierens der Feingehalt des Silbers bestimmt. Das vorliegende sechsspeichige Rad ist das Beschauzeichen des Jacob Faust, seines Zeichens Beschaumeister und seit 1524 Wardein im Erzbistum Mainz. Sein Zeichen ist nachgewiesen für den Zeitraum ca. 1525 bis 1550.
    Beschaumeister waren von den Zünften der Gold und Silberschmiede ernannte Zunftprüfer bzw. städtische, fürstliche oder staatliche Kontrolleure. Hier wurde also ein amtliches Qualitäts und Echtheitsgutachten erstellt bzw. der vereinbarte Feingehalt bestätigt.
    Die Initialien HR stehen für Hans Reinhard, den Medailleur.

    Diese Form der Punzierung war für Gebrauchsgegenstände des täglichen Bedarfs üblich.
    Für Medaillen ist sie eher mehr als ungewöhnlich und die Suche nach vergleichbaren Beispielen verlief ergebnislos.

    Für weitere Hinweise auch auf ähnliche Punzierungen bin ich dankbar.
    Gerne auch mit privater Nachricht.

    Gruß
    Medaillenfreund
     
    diwidat und FooFighter gefällt das.
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