Benötige Info: Sammelgebiet Braunschweig/Calenberg/Hannover, Ernst August, 1 Thaler 1840 S

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Hallo geehrte Forummitglieder,

zunächst eine Beschreibung der Münze, die ich vor einiger Zeit über ein renommiertes Münzhandelshaus per Auktion ersteigert habe:

Ein T(h)aler 1840 S des Königreiches Hannover, König Ernst August, selbst ermitteltes Raugewicht: 22,080 gr., Durchmesser: 34,..

Ich benötige nun nähere Informationen zur Münze, da ich bereits über verschiedene Informationsquellen versucht habe, unter anderem den Feingehalt dieser Münze zu ermitteln, . . . . . leider mit widersprüchlichen Angaben. Vielleicht kann mir ja hier jemand weiterhelfen?

Gemäß meines AKS (leider veraltete 31. Auflage 2016 vorhanden) sollte diese Münze mit der AKS-Nr. 103 ein Gewicht von 16,821 gr. und ein Feingehalt von 993,56 0/00 haben. Die Online-Plattform Numista.com spricht jedoch vom Schrot 22,272 gr. und einem Korn von 750 0/00, Durchmesser: 33 mm.
Die Online-Plattform ucoin.net macht folgende Angaben: Durchmesser 33,4 mm, Raugewicht 16,82 gr. , Feingehalt 993 0/00.

Die widersprüchlichen Angaben zum Raugewicht und die zum Durchmesser möchte ich mal beiseite lassen, jedoch würde ich gern den "richtigen" Feingehalt der Münze bei Ausbringung erfahren.

Für nähere Informationen wäre ich sehr dankbar, vielen Dank im Voraus.

Herzlicher Sammlergruß

Jockel

Anlage: zwei persönlich angefertigte Fotos der Münze

Ich weiß nicht, ob die Verfahrensweise korrekt ist, aber ich hänge hier einfach mal eine Zusatzfrage - nach tollen Hilfen zu meiner Ursprungsanfrage- an, auch um die Einstellung eines neuen Themas zu vermeiden.

In meinem Sammelgebiet Kaiserreich -Preußen- fehlt mir noch das 2-Mark-Stück 1892 A, Jaeger 102. Bei einer am nächsten Sonntag stattfindenden Online-Auktion wird solch eine Münze im Erhaltungszustand S-SS versteigert werden. In der Fachzeitschrift "Münzen Revue" beginnt die Jaeger-Einstufung jedoch erst mit dem Erhaltungszustand SS (180,- €).
Meine Anfrage: welchen Betrag würdet ihr für solch eine Münze ausgeben??

Da mir eine Münze in einem besseren Erhaltungszustand bisher noch nicht "untergekommen" ist, werde ich mich wohl "genötigt" sehen, diese Münze evtl. zu ersteigern.
Leider kann ich wg. des Copyrights kein Auktionsfoto anfügen, würde mich aber über eine Einschätzung sehr freuen.

Vielen Dank

Jockel (Achim)
 

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Hallo,

ohne von der Münze auch nur ansatzweise Ahnung zu haben....

Ausgehend hiervon:
Mark (Gewicht) – Wikipedia

-Absatz Kölnische Mark

muss in Verbindung mit den Angaben auf der Münze hiervon ausgegangen werden.:

eine feine Mark =233,8123 Gramm Feinsilber geteilt durch 14 (Angabe auf der Münze: XIV eine F.M.) = 16,7008g Feinsilber das in der Münze enthalten sein muss.

Bei einem Feingehalt von 750 entspräche das einem geforderten Rauhgewicht von 22,267g für die vorliegende Münze.

Somit sollten die Angaben bei Numista zumindest rechnerisch richtig sein und passen auch zur vorliegenden Münze.

Grüße
pingu
 
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Es gibt aus dem Jahr 1840 mehrere hannoversche Taler, darunter auch Feinsilbertaler, das steht dann auch drauf

Deiner ist AKS 103 aus 750er Silber, im AKS ist er falsch den Feinsilbertalern zugerechnet
Den Rest hat Pingu gerade geschrieben
 
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Hallo pingu, hallo reining,

zunächst tausend Dank für die überaus schnelle Hilfe.

Entschuldigt bitte, manchmal "sitze oder stehe ich zu sehr auf der Leitung" (hat wohl etwas mit dem Alter zu tun :) :cool: ). Natürlich ist mir die Kölnische Mark bekannt, und mit etwas Nachdenken und Rechnen hätte ich selber das geschilderte Problem lösen können. Letztendlich hätte ich mir und euch den neuen Forumsbeitrag ersparen können, aber manchmal braucht man jemanden, der einem auf die Sprünge hilft.

Nochmals besten Dank für die kompetente Hilfe,

mit freundlichem Gruß

Jockel
 
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Noch eine kurze Erläuterung zum Hintergrund der unterschiedlichen Feingehalte.

Jaeger schreibt in Band 8 von „Die Münzprägungen der deutschen Staaten vor Einführung der Reichswährung“:
„Am 21.12.1839 war angeordnet worden, daß nicht mehr feine Taler, sondern 'beschickte zwölflötige' (750 fein) nach Maßgabe des Münzgesetzes zu prägen seien. Der Feinsilber-Taler Nr. 66 (Anmerkung von mir: entspricht AKS 101) widersprach dieser Anordnung und wurde deshalb nur in wenigen Stücken (Proben?) hergestellt."

Gleiches gilt für den Feinsilber-Taler vom Typ AKS 100, der bereits 1838 und 1839 geprägt worden war und 1840 auch nicht mehr hätte geprägt werden dürfen. Diese Anweisung ist anscheinend zu spät in Clausthal angekommen ;)
Von dort stammt dann aus dem Jahr 1840 auch noch der zwölflötige Taler vom Typ AKS 102.

Die Prägestätte in Hannover hatte diese Umstellungsproblematik nicht. Dort wurden auch vorher nur zwölflötige Taler geprägt. Hier wurde der fragliche Typ AKS 103 geprägt.

Zum Vergleich hier alle 4 Typen aus dem Jahr 1840, wobei für den AKS 100 eine Münze aus 1839 herhalten muss und der AKS 101 eine Gussfälschung ist.

Hannover AKS 100-103 Av.jpgHannover AKS 100-103 Rv.jpg
 
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Hallo XWorbad,

einen herzlichen Dank für die tollen Zusatzinformationen, ich bin begeistert. Solche Details erfährt man natürlich nur, wenn man entsprechende Fachliteratur sein Eigen nennt ... oder in einem guten Forum langjährige Münzsammler und -experten befragt.
Ich habe mich erst vor ca. vier Jahren entschlossen Münzen zu sammeln. Sammelgebiete sind Bremen, Hamburg, Hannover und Preußen ab 1800; Kaiserreich, speziell Bremen, Hamburg und Preußen; Kolonien Deutsch-Neuguinea, Deutsch-Ostafrika und Kiautschou. Bei meinem Sammlungsaufbau bin ich streng nach AKS-Nr. und Jaeger vorgegangen, von jeder Nr. jedoch nur eine Münze. Alles andere würde meinen finanziellen Rahmen "komplett" sprengen (in den vier Jahren sind ohnehin schon Gelder für einen guten Mittelklasse-Pkw "draufgegangen").
Während der vier Jahre des Sammelns habe ich mir einiges angelesen und an Wissen zusammengetragen, trotzdem fehlen mir wohl 50 Jahre Sammelerfahrung und viel Wissen. Umso mehr freue ich mich über solche Details und Hintergrundinformationen.

Vielen Dank

Jockel
 
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