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Brakteaten - zu Unrecht vernachlässigt

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Ein Neuzugang:

Fürstabtei Fulda, Brakteat unter Bertho II.-IV. (1261-1286), auf dem Rand B R H T.
(Berger 2294 var. Bonhoff 1373. Slg. A. 1006)

DSC03217.JPG DSC03217a.JPG

Eine nähere Bestimmung ist nicht möglich, da die - auf meinem Exemplar teilweise nur zu erahnenden - Majuskeln B R H T zwar auf einen Abt namens Bertho(ld) hinweisen, damals aber drei Äbte dieses Namens unmittelbar nacheinander regiert haben.

Im Unterscheid zu @ischbierra 's Exemplar befinden sich bei meinem Stück keine Kreuzchen zwischen den Majuskeln.
 
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Leider gibt es zu meinem Sammelgebiet (Bayern) nur wenig Brakteaten. Ich muss schon die Schwaben um Donauwörth und Augsburg mit dazu nehmen, siehe mein Avatar. Allerdings haben die Schwaben keine so tollen Münzbilder wie zum Beispiel die Halberstädter geprägt. Schade, denn wirklich ein super Sammelgebiet.
 
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Ich tue mich aber trotzdem schwer mit diesem Thema. In den genannten Zitierwerken fehlen mir z. B. grundlegende Erklärungen, warum das eine Stück gerade dem einen Gebiet/Herrscher zugeordnet wird und nicht einem anderen.
Solange auf den Brakteaten weder entsprechende Schriftzüge noch Wappen vorhanden sind, kann man leider eh nicht mit absoluter Sicherheit sagen, woher ein Brakteat nun kommt. Aus Mangel zeitgenössischer Primärquellen tastet man sich vielmehr aufgrund von Indizien immer weiter heran. Dazu gehören neben Charakteristika des Münzbildes auch Fundorte der einzelnen Münztypen, Fundkontext - also auch, mit welchen anderen Münzen und historischen Objekten der Münztyp schon gefunden worden ist, Durchmesser, Silbergehalt, Form, Breite und Höhe und mögliche Verzierungen des äußeren Wulstrings usw.
Auch die Motive sind oft schwer zu deuten, da es sich oft um Heilige handelt, zu denen der jeweilige Herrscher, Bischof, die Stadt oder das Territorium irgendeinen Bezug hatte. In diesem Kontext kann der Heilige natürlich auch durch ein Fabelwesen, eine Sagengestalt usw. ersetzt werden. Diese Motive gilt es also erst einmal richtig zu deuten. Erschwert wird dies durch die ebenfalls sehr zahlreich vorkommenden Ansichten von stilisierten Herrschern und oft real nicht existierenden Ansichten von Türmen, Mauern und Toren.
Dazu kommt noch, dass manche Brakteaten von anderen Münzherren imitiert worden sind und sich daher zum Verwechseln ähnlich sehen sowie die Tatsache, dass sich die Münzen aus bestimmten Währungsräumen sehr stark in Münzbild, Durchmesser, Gewicht und Feingehalt ähneln - als Beispiel nenne ich hier die Spätphase der Brakteatenprägung in den Bistümern Hildesheim, Helmstedt und Halberstadt, deren Münzen nicht mehr wirklich voneinander unterschieden werden können.
Die wenigen Numismatiker, die sich an dieses Gebiet herantrauen, machen dies oft aus einer eigenen Sammelleidenschaft heraus, denn die Erarbeitung von Katalogen ist hier im Grunde immer ein sehr zeitaufwendiges und vorallem monetär defizitäres Projekt. Dazu kommt dass, was leider nie veröffentlicht wird: die oft hunderten und aberhunderten von Brakteaten, die sich trotz größter Bemühungen eben nicht zuweisen lassen und daher auch ohne je veröffentlicht zu werden langsam in Vergessenheit geraten und oft nichtmal von den Sammlern dieser sehr speziellen Sparte mit Aufmerksamkeit gekürt werden. Aus wissenschaftlicher Sicht gibt es hier sicher noch viel zu erforschen und aufzuarbeiten
 
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Schlecht sind die Schwaben nicht (hier ein Donauwörther unter Heinrich VI. 1190-97, Bonhoff 1927). Aber an die Mitteldeutschen kommen sie dann doch nicht ran. Nicht die Krönung der Brakteatenprägung, aber dafür noch erschwinglich, sind die Klein- und Mittelprägungen der Magdeburger (hier zweimal Wichmann v. Seeburg, 1152-92, Mehl 244 u. Mehl 258).
 

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Die letzte Leipziger Auktion war mal wieder eine Rekordjagd. Bei den Top-Brakteaten wurde ich hoffnungslos überboten....minutenlange Bietergefechte bei denen man nur zuschauen konnte. Dafür ist die Konvolutware günstig durchgerutscht.
Ein Querschnitt durch die Ostdeutsche Brakteatenlandschaft (Pegau, Freiberg, Erfurt, Halberstadt, Magdeburg)
Der Erfurter (Heinrich v. Harburg um 1150) ist trotz der Randausbrüche top (1. Bild unten)!
 

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