DDR wertvoller als BRD

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Hallo liebe Münzgemeinde,

einer Ewigkeit habe ich mich entschlossen, wieder ins Sammeln einzusteigen. Viel Zeit ist seit meinen numismatischen Anfängen in den 1980 Jahren vergangen - viel Wissen habe ich verloren. Daher habe ich mich in den letzten Wochen sehr intensiv wieder mit dem Thema befasst. Dabei ist mir eines besonders aufgefallen:

DM-Münzen der BRD (Kurs- und Gedenkmünzen) sind völlig überbewertet oder anders gesagt: DDR-Münzen sind in fast allen Belangen die wertvolleren und damit die werthaltigeren Münzen.

Die wertvollste BRD-Münze "Germanisches Nationalmuseum" in PP notiert aktuell bei 3.900 Euro das Stück. Damit dürfte dieses Exemplar die wertvollste Münze der alten Bundesrepublik (bis 1990) sein. Diese Münze erreicht damit noch nicht einmal den Kurs einer seltenen DDR-Probe ("Clara Zetkin"), denn diese kostet aktuell zwischen 6.000 und 9.800 Euro.

Die momentan wertvollste DDR-Münze "Einsteinturm" kostet im Handel 50.000 Euro (Festpreis) und wurde vor einiger Zeit für 28.000 Euro versteigert.

Damit ist klar, wer das Rennen um das interessantere Sammelgebiet macht ;-) Interessant ist, dass dennoch eine deutliche Mehrheit der Sammler (noch) die alte Bundesrepublik (bis 1990) als Sammelgebiet bevorzugt? Warum?

Viele Grüße

Großmeister
 

Kempelen

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Hallo Großmeister

Herzlich Willkommen im Münzenforum.

Du schreibst, DM-Münzen wären völlig überbewertet.
Tatsächlich geht die Wertentwicklung bei diesem Sammelgebiet seit Jahren nach unten.

Die fünf ersten und bekanntlich teuersten 5 DM-Gedenkmünzen (Germanisches Nationalmuseum bis Fichte) bekommt man aktuell zusammen schon für ca. 1000 Euro. Früher hat das Germanische Nationalmuseum allein schon soviel gekostet.

Auch andere BRD-Raritäten oder auch KMS sind im Preis deutlich gefallen.
 
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Hallo Kempelen,

herzlichen Dank für die Begrüßung :)

Das Wort "überbewertet" meint in meinem Zusammenhang: "Einer Sache mehr Bedeutung zumessen, als sie verdient".

Ich sehe das genauso wie du: Die Wertentwicklung bei DM-Münzen geht nach unten, wohingegen die Bewertungen für DDR-Ausgaben steigt. Daher ist das Sammelgebiet DM-Münzen "überbewertet" - also weniger interessant - und das Sammelgebiet DDR-Münzen ist unterbewertet, was heißt, dass sich für DDR-Ausgaben viel mehr Leute interessieren müssten. Komischerweise ist es umgekehrt. Für das an Wert verlierende Gebiet BRD interessieren sich immer noch viel mehr Sammler als für das lukrativere, spannendere und werthaltendere Thema DDR. Das finde ich schon seltsam ;-)
 

moppel65

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Du vergleichst da Äpfel mit Birnen.
Bei der D-Mark nimmst Du eine Münze in PP, bei der DDR Mark ziehst Du als Vergleich eine äußerst seltene Probe heran.
Wie sieht das Ergebnis aus, wenn Du die teuerste DDR Münze mit dem Germanischen Museum in PP vergleichst?
 

Münzadler

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Interessant ist, dass dennoch eine deutliche Mehrheit der Sammler (noch) die alte Bundesrepublik (bis 1990) als Sammelgebiet bevorzugt? Warum?
Weshalb interessant?

Ich finde es völlig normal, die Mehrheit der Sammler hat nun mal seine Wurzeln in der Bonner Republik, DDR - Stand 1989 - 26,5% Bevölkerungsanteil zur gesamtdeutschen Bevölkerung.
 
Zuletzt bearbeitet:
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Hallo moppel65,

danke für deinen Hinweis. Ich habe mich in den letzten Wochen intensiv mit beiden Themen befasst (DDR versus BRD). Dabei ist mir aufgefallen, dass in fast allen Kategorien und Unterkategorien (Kursmünzen, Gedenkmünzen, Fehlprägungen, Proben etc.) die DDR-Ausgaben sich werthaltiger entwickeln.

Die teuerste Münze der DDR kostet momentan 50.000 Euro die teuerste Münze der BRD kostet 3.900 Euro.

Alles in allem liegt das unter anderem an folgenden Fakten: Die DDR hatte insgesamt bei ihren Münzen (teils) deutlich geringere Auflagen. Die DDR hatte auch deutlich mehr Proben (Material, Motiv etc.) als die BRD. Heute existieren einfach viel interessantere Münzen aus DDR-Zeiten, als aus der BRD.

Hinzu kommt, dass die DDR im Gegensatz zur BRD (bis 1990) eine Goldmünze erschuf. Wenn auch nicht für die Öffentlichkeit aber immerhin ;-) Man sieht also, es gibt hier sehr viel spannende Themen, die ich leider bei BRD-Münzen vermisse. Vielleicht ist das auch ein Grund, warum die BRD-Münzen im Wert fallen...
 
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Grüß dich Münzadler,

interessante Argumentation ;-) Dann dürfte sich niemand für Münzen der Antike interessieren, weil keiner diese Zeit miterlebt hat. Und auch das große Sammelgebiet "Kaiserreich" (finde ich übrigens neben der DDR auch sehr interessant) dürfte keine Fans haben, weil keiner von uns dort seine Wurzeln hat. :)
 

Kempelen

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Es ist natürlich schon so, daß sich die hohen Prägezahlen bei den BRD-Münzen negativ auf den Sammlerwert auswirken.

Andererseits muß man aber auch sagen, daß die große Masse der Sammler sich z.B. wenig für Proben interessiert.

Da helfen auch niedrige Prägezahlen nichts, wenn es keine Nachfrage gibt.
 

kaamos

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Für das an Wert verlierende Gebiet BRD interessieren sich immer noch viel mehr Sammler als für das lukrativere, spannendere und werthaltendere Thema DDR. Das finde ich schon seltsam ;-)
Aber ist das nicht eine vollkommen falsche Schlussfolgerung? Geht es hier um sammeln oder um investieren? Wenn ich um der Münzen willen sammle (Motive, Themen), dann ist es zwar ärgerlich, wenn ich heute mehr bezahle als ich es morgen vielleicht würde, aber deswegen muss das Interesse am Sammelgebiet nicht zwangsläufig ad acta gelegt werden.
 
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Andererseits muß man aber auch sagen, daß die große Masse der Sammler sich z.B. wenig für Proben interessiert.
Kann ich schwer beurteilen, aber gerade diese Münzen sind sehr interessant, erzählen eine spannende Geschichte und halten bzw. steigern (meistens) ihren Wert...

Da helfen auch niedrige Prägezahlen nichts, wenn es keine Nachfrage gibt.
Die Nachfrage ist schon da, aber halt nicht in der Masse wie zum Thema DM. Und nicht nur die Nachfrage ist da, auch die Preise ziehen an und zeigen, wie spannend das Thema DDR ist. Was ich also sagen wollte: Schade, dass noch recht wenige Sammler das lukrative und sehr spannende Thema DDR bisher nicht für sich entdeckt haben und lieber auf das "sinkende" Schiff Bundesrepublik setzen ;-)
 
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