Der Goldpreis steigt u.steigt

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Ich verstehe deinen Argumentationsstrang, ich kann ihm aber nur teilweise etwas abgewinnen.
Aus diesen Gründen:

Dein
Punkt 1. ist wohl so, wie du sagst.
Punkt 2. ist ja quasi wie Punkt 1.
Punkt 3. trifft sicherlich auf einige Firmen zu, aber längst nicht auf alle.
Punkt 4. ist ja gerade der längst überfällige Versuch der EZB, die Inflation wieder einzufangen.
Punkt 5. ist momentan wohl auch (noch) so, schauen wir mal, wie lange die Arbeitnehmerverbände sich das noch gefallen lassen. Ich habe da ja auch keine große Hoffnung.

Aber: Du behauptest im Anschluss folgendes mit Blick auf den Goldpreis: Durch die o.g. Punkte fehlt den Unternehmen und Privatpersonen Liquidität, welche sie mit Goldverkäufen versuchen zu decken. Du machst hier aber mehrere Annahmen, denen ich nicht sofort folgen würde:

1. (Weitaus) nicht alle Unternehmen und Privatpersonen (insbesondere die kleineren, für die jetzt die Energiepreise existenzbedrohend sind) haben einfach mal so Gold rumliegen, welches bei drohenden Kreditausfällen zur Verfügung steht. Und ich glaube auch nicht, dass, wie du sagst, alle Menschen dann an diesen Entscheidungen festhalten würden.
Außerdem müsste dies ja ein weltweites Phänomen sein, dass die Leute zu genau diesem Zeitpunkt durch eine Zinswende oder anstehende Anschlussfinanzierungen, die nicht mehr zu stemmen sind, genau jetzt an den Tresor müssen.
Wird es dieses Phänomen, das du schilderst, geben? Sicherlich, aber aus meiner Sicht nicht in einem Umfang, um den Goldpreis in dieser Form weltweit zu bewegen. Teilweise kann ich mir auch einfach vorstellen, dass sich momentan einige Institutionen nur Liquidität beschaffen, um dann schnell auf Außeneinflüsse reagieren zu können.

2. Wer Aktien auf Kredit oder mit leverage kauft, ist sehr dumm, oder sehr risikobereit. Ich glaube, dass dies nur von sehr sehr wenigen Leuten gemacht wird, die ausgesprochen gierig sind. "Normale" Privatpersonen oder Firmenchefs sichern so nicht ihre Finanzen ab. Diejenigen, die so ein Risiko eingehen, haben dann vermutlich auch von vorneherein kein Gold, um sich abzusichern.
Außerdem:
Um einen margin call zu kriegen, und wie du sagst, dann mit Geld aus Goldverkäufen nachzuschießen, müssen aber kurz vorher die Aktien (relativ stark) gefallen sein. Das ist zur Zeit nicht der Fall. Es gab seit dem Crash Anfang 2020 eine schnelle Erholung, und seitdem eine ziemliche Seitwärtsbewegung. Für den Einzelnen ist das sicherlich immer möglich, aber zur Zeit sehe ich das nicht auf breiter Front.

Ich sehe es eher so:
Die Tiefststände an den Aktienmärkten wurden gesehen (zumindest denken das einige - keine Ahnung ob das auch so ist). Dadurch wird umgeschichtet, und im Zuge einer weiter steigenden Inflation wird versucht, in Sachwerte zu investieren, die das Potenzial haben, mit dieser mitzuhalten, oder sie zu übertreffen.
Andere Länder, insb. die USA, die ja weiterhin einen Großteil der Unternehmenswerte in Aktien ausmachen, etc., schaffen es ja schließlich auch, ihre Unternehmen mit günstiger Energie zu beliefern, da sie keine ideologie- und parteigetriebenen Weltenretter als Wirtschaftsminister haben.

Auf privater Ebene in Deutschland wird es sicherlich sehr schmerzhaft, wenn man sich Immobilien gekauft hat, die jetzt eine Anschlussfinanzierung benötigen. Aber das ist dann auch keine Momentaufnahme, sondern wird sich eher auch laufend in den nächsten Jahren zeigen.
 
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Punkt 3. trifft sicherlich auf einige Firmen zu, aber längst nicht auf alle.
Punkt 4. ist ja gerade der längst überfällige Versuch der EZB, die Inflation wieder einzufangen.
Punkt 5. ist momentan wohl auch (noch) so, schauen wir mal, wie lange die Arbeitnehmerverbände sich das noch gefallen lassen. Ich habe da ja auch keine große Hoffnung.

Aber: Du behauptest im Anschluss folgendes mit Blick auf den Goldpreis: Durch die o.g. Punkte fehlt den Unternehmen und Privatpersonen Liquidität, welche sie mit Goldverkäufen versuchen zu decken. Du machst hier aber mehrere Annahmen, denen ich nicht sofort folgen würde:

1. (Weitaus) nicht alle Unternehmen und Privatpersonen (insbesondere die kleineren, für die jetzt die Energiepreise existenzbedrohend sind) haben einfach mal so Gold rumliegen, welches bei drohenden Kreditausfällen zur Verfügung steht. Und ich glaube auch nicht, dass, wie du sagst, alle Menschen dann an diesen Entscheidungen festhalten würden.
Außerdem müsste dies ja ein weltweites Phänomen sein, dass die Leute zu genau diesem Zeitpunkt durch eine Zinswende oder anstehende Anschlussfinanzierungen, die nicht mehr zu stemmen sind, genau jetzt an den Tresor müssen.
Wird es dieses Phänomen, das du schilderst, geben? Sicherlich, aber aus meiner Sicht nicht in einem Umfang, um den Goldpreis in dieser Form weltweit zu bewegen. Teilweise kann ich mir auch einfach vorstellen, dass sich momentan einige Institutionen nur Liquidität beschaffen, um dann schnell auf Außeneinflüsse reagieren zu können.

2. Wer Aktien auf Kredit oder mit leverage kauft, ist sehr dumm, oder sehr risikobereit. Ich glaube, dass dies nur von sehr sehr wenigen Leuten gemacht wird, die ausgesprochen gierig sind. "Normale" Privatpersonen oder Firmenchefs sichern so nicht ihre Finanzen ab. Diejenigen, die so ein Risiko eingehen, haben dann vermutlich auch von vorneherein kein Gold, um sich abzusichern.
Außerdem:
Um einen margin call zu kriegen, und wie du sagst, dann mit Geld aus Goldverkäufen nachzuschießen, müssen aber kurz vorher die Aktien (relativ stark) gefallen sein. Das ist zur Zeit nicht der Fall. Es gab seit dem Crash Anfang 2020 eine schnelle Erholung, und seitdem eine ziemliche Seitwärtsbewegung. Für den Einzelnen ist das sicherlich immer möglich, aber zur Zeit sehe ich das nicht auf breiter Front.

Ich sehe es eher so:
Die Tiefststände an den Aktienmärkten wurden gesehen (zumindest denken das einige - keine Ahnung ob das auch so ist). Dadurch wird umgeschichtet, und im Zuge einer weiter steigenden Inflation wird versucht, in Sachwerte zu investieren, die das Potenzial haben, mit dieser mitzuhalten, oder sie zu übertreffen.
Andere Länder, insb. die USA, die ja weiterhin einen Großteil der Unternehmenswerte in Aktien ausmachen, etc., schaffen es ja schließlich auch, ihre Unternehmen mit günstiger Energie zu beliefern, da sie keine ideologie- und parteigetriebenen Weltenretter als Wirtschaftsminister haben.

Auf privater Ebene in Deutschland wird es sicherlich sehr schmerzhaft, wenn man sich Immobilien gekauft hat, die jetzt eine Anschlussfinanzierung benötigen. Aber das ist dann auch keine Momentaufnahme, sondern wird sich eher auch laufend in den nächsten Jahren zeigen.
Zu Punkt 1 bis 3: Ungeteilte Zustimmung.
Zu Punkt 4: Es ist ja nicht so, als wären die Zentralbanken von Geldmengensteigerungen und Teuerung überascht worden: die Geldmengen haben sie selbst gesteigert und damit die Teuerung ausgelöst. Und das übrigens schon lange vor dem Ukraine-Krieg.

Zu Punkt 5: Sobald die Arbeitslosenzahlen steigen, sobald die Branchen, die in den letzten Jahren geboomt haben zurückfahren müssen ist erst mal ein Umfeld für Lohnsteigerungen geschaffen worden, das ungünstiger kaum sein kann.
Die Gewerkschaften sind schwach. Das hat gute Gründe. Ein Blick auf die Lohnzuwächse der "fetten" Jahre lässt die Gründe zumindest der Höhe nach erkennen. Wer also noch glaubt, dass Gewerkschaftsbosse was für Arbeitnehmer tun, der kann auch genau so gut glauben, dass Zitronenfalter Zitronen falten. Wenige Ausnahmen, so wie in der Vergangenheit (Beispiel: Lockführer) werden genau das auch weiterhin bestätigen.
Auch klar, dass irgendwann die gesamtgesellschaftliche Stimmung derart aufgeheizt sein wird, dass wilde Arbeitsniederlegungen und Streiks in der Luft liegen werden und die Menschen vor lauter Wut Schaum vorm Mund haben. Auch klar, dass die, die auf die Straße gehen keine typischen / klassischen Goldkäufer sind.

Einen Punkt sehe ich 100 % anders, als Du:
Aktien: die realen Tiefststände an den Aktienmärkten wurden noch nicht einmal ansatzweise gesehen. Die Währung kann man ja, wie in Zimbabwe, bis ins unendliche entwerten und so Aktienindices auf nahezu jeden beliebigen Stand bringen (ich schreibe bewusst von Aktienindices, weil Aktien bankrott gegangener Firmen werden ja aus den Indices genommen und durch andere ersetzt und die Nonvaleurs beliben auch bei beliebiger Inflationierung auf dem Kurs von Null komma Null.
Von der Größenordnung her wird folgendes geschehen: der DOW wird im Bereich seines Tiefpunkts etwa bei einer Unze Gold notieren. Es können, was den DOW angeht, auch 0,5 Unzen oder 2 Unzen sein. Irgendwo in dieser Region wird ein Boden liegen, der dann auch hält.
Wer bei 3 Unzen einsteigt, wird, wenn er 30 Jahre durchhält, immer noch das Geschäft seines Lebens machen, wer bei Gelegenheit noch billiger kauft und durchhält, kann und wird das toppen.

Nun zu den Goldkäufern:
klar, da werden auch "kleine Leute" dabei sein: selbst der Arbeiter, der jetzt noch jeden Monat einen Fuffi sparen kann aber schon ein paar tausend auf der hohen Kante hat (aber davon kaufen nur sehr, sehr wenige, obgleich Gold das einzige sein wird, was deren Ersparnisse retten und sie flüssig bleiben lassen kann), kleine und mittlere Angestellte, Leute mit 2.000 bis 5.000 netto (davon schon durchaus ein gewisser Prozentsatz, aber was die Anzahl der Unzen angeht, immer noch viel, viel weniger als 5 %). Und dann halt der Rest der "Einkommenspyramide": leitende Angestellte, Unternehmer mittlerer und gehobener Größenordnung. Wenn die den Banken und Versicherungen den Stuhl vor die Türe stellen und, nachdem sie bereits 3/4 ihrer realen Geldwert-Vermögenssubstanz eingebüßt haben, endlich ihre bequemen Hintern in Bewegung setzen - dann sind die ersten 10 bis 20 Prozent voll. Den Rest holt sich das Großkapital. Leute ohne Schulden und mit mehreren hundert Millionen Euro Geldwertvermögen. Auch die wollen, obgleich sie wohl Netto-Milliardäre sind, auch den Wert ihrer Geldvermögen retten. Gerade die laufen ungern sehenden Auges in ein Messer. Die zahlen daher nahezu jeden Preis, kaufen jeden, der sich über den Preis zum Verkaufen verlocken lässt, aus. Dadurch sehen wir, wenn der Gesetzgeber keine Riegel vorschiebt, Kurse, bei denen selbst ich noch das Staunen lerne. Und bei der letzten Gruppe müssen es sehr viele Riegel sein und die Regierungen müssen, um die an der Kapitalflucht zu hindern, international zusammenarbeiten, weil diese Leute traditionell global denken, also in sehr vielen Ländern Guthaben und Vermögenswerte besitzen.

Was größere, kreditfinanzierte Anschaffungen im Immobiliensektor angeht: 100 % Zustimmung. Da wird es für viele Schuldner sehr, sehr eng werden. Inflationszeiten sind, so paradox das klingen mag, immer dadurch gekennzeichnet, dass trotz hoher Preissteigerungen Geld knapp wird. Eben weil Löhne in wirtschaftlich schlechten Zeiten meist weniger steigen, als Preise für Dinge, die man ganz einfach kaufen muss, um weiter leben und arbeiten zu können. Aber wie gesagt: wer Schulden hat, wird nicht zu den Leuten gehören, die durch Käufe dafür sorgen, dass der Goldpreis steigt. Und dennoch werden die Schuldner den finalen Goldpreisanstieg auslösen. Und zwar dadurch, dass immer mehr ihre Zinsen und Tilgungen (=Schuldendienst) nicht leisten können. Das Großkapital merkt das bereits, bevor die meisten Angestellten und Unternehmer das als eine ernste Gefahr für ihre Sparguthaben erkennen. Neben deren Finanzkraft ein weiterer Grund dafür, dass sich genau dort das Gold konzentrieren wird.
 
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Einen Punkt sehe ich 100 % anders, als Du:
Aktien: die realen Tiefststände an den Aktienmärkten wurden noch nicht einmal ansatzweise gesehen. Die Währung kann man ja, wie in Zimbabwe, bis ins unendliche entwerten und so Aktienindices auf nahezu jeden beliebigen Stand bringen (ich schreibe bewusst von Aktienindices, weil Aktien bankrott gegangener Firmen werden ja aus den Indices genommen und durch andere ersetzt und die Nonvaleurs beliben auch bei beliebiger Inflationierung auf dem Kurs von Null komma Null.
Von der Größenordnung her wird folgendes geschehen: der DOW wird im Bereich seines Tiefpunkts etwa bei einer Unze Gold notieren. Es können, was den DOW angeht, auch 0,5 Unzen oder 2 Unzen sein. Irgendwo in dieser Region wird ein Boden liegen, der dann auch hält.
Wer bei 3 Unzen einsteigt, wird, wenn er 30 Jahre durchhält, immer noch das Geschäft seines Lebens machen, wer bei Gelegenheit noch billiger kauft und durchhält, kann und wird das toppen.
1. Warum glaubst du denn, dass das so sein wird? Bei steigender Geldmenge/Inflation und gleichzeitig in Ermangelung von Alternativen bis auf manche Edelmetalle (keine Immobilien, da Rohstoffknappheit, Lieferketten etc etc) müssen die Leute ja irgendwo hin mit ihrem Geld.
2. Warum genau dieser Raum zwischen 0,5 und 2 Unzen Gold? Werten Aktien so stark ab bis sie auf dem momentanen Unzenpreis sind, oder wertet Gold bis zum momentanen Aktienindex, in diesem Fall von dir genannt DOW, auf? Warum?

Nun zu den Goldkäufern:
klar, da werden auch "kleine Leute" dabei sein: selbst der Arbeiter, der jetzt noch jeden Monat einen Fuffi sparen kann aber schon ein paar tausend auf der hohen Kante hat (aber davon kaufen nur sehr, sehr wenige, obgleich Gold das einzige sein wiurd, was deren Ersparnisse retten und sie flüssig bleiben lassen kann), kleine und mittlere Angestellte, Leute mit 2.000 bis 5.000 netto (davon schon durchaus ein gewisser Prozentsatz, aber was die Anzahl der Unzen angeht, immer noch viel, viel weniger als 5 %). Und dann halt der Rest der "Einkommenspyramide": leitende Angestellte, Unternehmer mittlerer und gehobener Größenordnung. Wenn die den Banken und Versicherungen den Stuhl vor die Türe stellen und, nachdem sie bereits 3/4 ihrer realen Geldwert-Vermögenssubstanz eingebüßt haben, endlich ihre bequemen Hintern in Bewegung setzen - dann sind die ersten 10 bis 20 Prozent voll. Den Rest holt sich das Großkapital. Leute ohne Schulden und mit mehreren hundert Millionen Euro Geldwertvermögen. Auch die wollen, obgleich sie wohl Netto-Milliardäre sind, auch den Wert ihrer Geldvermögen retten. Gerade die laufen ungern sehenden Auges in ein Messer. Die zahlen daher nahezu jeden Preis, kaufen jeden, der sich über den Preis zum Verkaufen verlocken lässt, aus. Dadurch sehen wir, wenn der Gesetzgeber keine Riegel vorschiebt, Kurse, bei denen selbst ich noch das Staunen lerne. Und bei der letzten Gruppe müssen es sehr viele Riegel sein und die Regierungen müssen, um die an der Kapitalflucht zu hindern, international zusammenarbeiten, weil diese Leute traditionell global denken, also in sehr vielen Ländern Guthaben und Vermögenswerte besitzen.
Warum sollten die Leute denn jetzt alle auf Teufel komm raus Gold kaufen? Das wäre wenn überhaupt denkbar in einer Situation einer Hyperinflation. Und die müsste global, quasi für alle Währungen sein, weil sonst gehe ich doch einfach hin, und lasse doch den explodierenden Goldpreis hinter mir, und kaufe Aktien gut laufender, und (energetisch) gut versorgter US-Konzerne, solange sie noch im Sinne meiner Euro-Kaufkraft günstig sind. Aber siehe hier meine Frage oben.

Was größere, kreditfinanzierte Anschaffungen im Immobiliensektor angeht: 100 % Zustimmung. Da wird es für viele Schuldner eng werden. Inflationszeiten sind, so paradox das klingen mag, immer dadurch gekennzeichnet, dass trotz hoher Preissteigerungen Geld knapp wird. Eben weil Löhne in wirtschaftlich schlechten Zeiten meist weniger steigen, als Preise für Dinge, die man ganz einfach kaufen muss, um weiter leben und arbeiten zu können.
Richtig.
Aber wie gesagt: wer Schulden hat, wird nicht zu den Leuten gehören, die durch Käufe dafür sorgen, dass der Goldpreis steigt. Und dennoch werden die Schuldner den Goldpreisanstieg auslösen. Und zwar dadurch, dass immer mehr ihre Zinsen und Tilgungen (=Schuldendienst) nicht leisten können. Das Großkapital merkt das bereits, bevor die meisten Angestellten und Unternehmer das als eine ernste Gefahr für ihre Sparguthaben erkennen.
OK, vielleicht sehe ich hier den argumentativen Twist nicht - aber wie führt der Umstand, dass manche ihre Schulden nicht mehr bedienen können, unmittelbar zu einem Anstieg des Goldpreises? Es kommt vlt. durch Kreditausfälle zu Unternehmensverlusten oder -pleiten, wie damals in der Immobilienkrise. Und dadurch indirekt zu einer Verschiebung der Werteverhältnisse von Aktienindizes zum Goldpreis. Aber genau aus diesem Grund geht man ja auch möglichst nicht in einzelne Bankaktien, sondern entweder eh in breite ETFs, oder in allg. Großkonzerne im Bereich nichtzyklischer Güter - aus denjenigen Ländern, die ihre Unternehmen nicht pleitegehen lassen.
 
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1. Warum glaubst du denn, dass das so sein wird? Bei steigender Geldmenge/Inflation und gleichzeitig in Ermangelung von Alternativen bis auf manche Edelmetalle (keine Immobilien, da Rohstoffknappheit, Lieferketten etc etc) müssen die Leute ja irgendwo hin mit ihrem Geld.
2. Warum genau dieser Raum zwischen 0,5 und 2 Unzen Gold? Werten Aktien so stark ab bis sie auf dem momentanen Unzenpreis sind, oder wertet Gold bis zum momentanen Aktienindex, in diesem Fall von dir genannt DOW, auf? Warum?
Zu 2: Während der großen Wirtschaftskrise 1929-1934 war das so. Am Hochpunkt des Goldpreises um 1980 ebenfalls. Über andere Referenzpunkte wirtschaftlich extrem unsicherer Zeiten verfüge ich nicht.

Zu 1: Bei steigender Geldmenge/Inflation müssen die Leute in der Tat irgendwo hin mit ihrem Geld: Bei unsereinem wird nahezu alles für die Lebenshaltung draufgehen. Wir also sind genau dann raus. Einige von uns (zuerst die mit vielen Schulden) werden pleite gehen, weil die Lebenshaltungskosten und Schuldendienst das Einkommen übersteigen. Nur noch sehr wenige Leute haben dann das Problem, wohin mit dem Geld.

Das Problem wird noch größer und dadurch zu einem wirklich echten Problem, dass diesen Leuten die Risiken von Aktien- und Immobilienanlagen vor Augen geführt werden.: es kommt sowohl zu Firmenpleiten, als auch zu Mietausfällen. Mietpreissteigerungen zwecks Kompensation sind dann nicht mehr durchsetzbar. Auch Immobilien, die 100 % bezahlt sind, können so zum Risiko für den Eigner werden und sein ganzes Vermögen gefährden. Also geht es in solchen Situationen primär darum, weitere Gläubigerstellungen um jeden Preis zu vermeiden und so das zu sichern, was bereits 100 % bezahltes Eigentum ist: das Geld geht daher in Gold, denn: an Gold kleben keine Ausfallrisiken und keine Schulden. Und Gold ist, anders als Ackerland, wirklich liquide. Und das weltweit. Oder, wie es J.P. Morgan vor über 100 Jahren sinngemäß formulierte: Gold ist Geld, alles andere ist Kredit. Der wusste schon aus Erfahrung und daher sehr genau, was er da sagte.

PS: speziell die USA haben ein sehr entspanntes und problemfreies Verhältnis zum Eigentum anderer, das sich in ihrem Besitz, unter ihrer Kontrolle oder in ihrem Land befindet und auch zu ihrer eigenen Währung. Das sieht man sehr gut an den Geldern, die Oligarchen dort angelegt haben. Wenn schon, wie vor Jahrzehnten geschehen, ein sehr hoher Mandatsträger meint, dass es deren Dollar aber das Problem der Dollar.Besitzer sei, dann sagt das alles. Ich würde dort als Ausländer nichts investieren.

PPS: selbst bezahltes Immobilienvermögen ist Kredit. Und zwar unwiderbringlich verlorener Kredit in dem Umfang, wie der Eigentümer durch sein Eigentum Steuer- und Abgabenschuldner ist. Thema: Lastenausgleich: mit einem Wisch waren zu Beginn der 50er Jahre 50 % des Vermögens eingezogen und mussten über 30 Jahre gestreckt an den Staat entrichtet werden!

Mehr noch:
Sofern Immobilienvermögen vermietet wurde, ist es an dem Mieter verliehen. Der Eigentümer wird dadurch zum Gläubiger der Mieters. Sofern der Eigentümer (bei Mehrfamilienhäudern ist das meistens so) direkt den Verbrauch der Mieter an Wasser, Gas, Abwasser und Müll abrechnet, muss dieser das auch tun, wenn der Mieter den Mietzins nicht mehr entrichtet. Ob er das auch dann noch tun muss, wenn er ein Urteil gegen den Mieter erwirkt hat, dass dieser ausziehen muss, weiß ich nicht. Kann sein, dass er das sogar solange muss, bis die Mietsache durch einen Gerichtsvollzieher zwangsgeräumt wurde. Das bedeutet: der Eigentümer ist auch noch sehr lange Schuldner des säumigen Mieters. Selbst, was Reparaturen angeht. Und sowas kann Eigentümer ruhinieren. Kommt bereits jetzt auch immer mal wieder vor, wenn auch noch eher selten. Das alles sind Dinge, der dierzeit noch nahezu kein "Investor" wirklich auf den Schirm hat.

Und nun nehmen wir mal 300 Euro oder Dollars Gold-Unzenkurs für den Zeitraum um 2000 an: mit dem Faktor 3,26 (offizielle Steigerung Geldmenge M3), sind wir bei 978 Euro. Plus 100 % "Risikoabschlag" für einen 50-prozentigen Lastenausgleich bei Inlands-Vermögenswerten macht: 1.956 Euro )*. Plus 100 % Unterbewertung (=50 % Verlusterwartung durch Ausfälle und Wertverluste kreditgehebelter Vermögen bei steigenden, nominalen Zinsen) im Vergleich zu kreditgehebelten Vermögenswerten wie Aktien und Immobilien bei Zinssteigerungen macht 3.912 Euro. Tatsächlich liegt Gold um die 1.700 Euro.

Tatsächlich werden wir meiner Ansicht nach wohl noch völlig andere (höhere) Kurse als 4.000 Dollars oder Euros je Unze sehen. Weil Immobilienpreise und Aktienindices nominal "gestützt" werden (verdeckte Bankenrettungen über negative Realzinsen) und sich die reale Geldentwertung in dazu überproportional steigenden Rohstoff- und Erzeugerpreisen (wie bereits bei Energie) manifestieren wird.

)* Berechnung aus Sicht des "Großkapitals", welches dann kein Steuerschuldner ist, wenn sich das Vermögen in Steueroasen befindet, in denen nahezu keine Steuern und ganz sicher keinerlei Lastenausgleiche fällig werden. Uns als ansässigen Bürgern ist das natürlich verwehrt. Zur Erinnerung: Geld kennt ja keinerlei Nationalität. Und die "Geldmenschen" kommen erst dann wieder, wenn es für sie ordentlich was zu futtern gibt, also: nachdem die aus ihrer Sicht "Inlands-Steuerzahler" den Karren aus dem Dreck gezogen haben und damit ihr Vermögen großteils hinlegen mussten. Dan ist Geld knapp, doie Preise sind unten. Gold ist dann relativ zu Immobilien das 5- bis 10-fache wert, wie heute. Die geben sich nicht mit zwei oder drei Prozent zufrieden: mehr als 10 Prozent per Anno (real und auf 20 bis 30 Jahre sicher) müssen es dann sein.

PPPS: soweit meine Gedanken und Ansichten dazu. Meiner Ansicht nach sollte sich jeder seine eigenen Gedanken darüber machen und Dinge selbst recherchieren und ggf. nachprüfen, soweit möglich. Um sich seine eigene Meinung zu bilden. Am Ende ist man selbst der- oder diejenige der oder die die Früchte seiner Handlungen erntet.
Ich empfehle hier ausdrücklich nicht, Gold zu kaufen oder zu verkaufen.
Ob und was jemand tut und warum, das hängt mit seiner Situation, seinem Alter, seinem Einkommen, seinem Vermögen, seinen Bedürfnissen und seinen eigenen Erwartungen zusammen.

Wenn jemand den Gegenwert seines Geldes ganz sicher erhalten (im Sinne von bekommen) will, dann ist das die beste Möglichkeit: gut essen, schön verreisen, Wellness, dieverse Freizeitaktivitäten oder zusammengefasst: ein gutes leben führen. Und, abgesehen von einem bescheidenen "Notgroschen" blos nicht zu viel zu lange aufheben! Sparen für den nächsten Urlaub ist gerade noch Ok, solange die Geldentwertung nicht völlig ußer Kontrolle gerät..... Und kein Streß: was Du selbst nicht ausgibst, besorgt die Inflation. Dauert nur länger.

Beispiel: Das letzte Woche genussvoll zu sich genommene Abendessen in einem guten Resteraunt können sie Dir nicht mehr per Lastenausgleich Wegbesteuern - sie haben es ja schon über die Abwasserleitung zu 100% von dem, was Du davon übergelassen hast erhalten! Auch mit der Freude am letzten Urlaub ist das so. Und auch das vor Jahren gekaufte, hochwertige Schuhwerk ist bereits abgetragen, aber die Freude daran und noch die gesunden Füße hast Du. Und so weiter.

Denn: der beste Philosoph ist der, der unbeschwert genießt.
 
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hh1969

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Der Goldpreis nähert sich der 2.000 $-Marke.
 
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Um sich heute (2 Tage später), der 1850 $-Marke anzunähern.
Genau so und nicht anders ist es.

Bei Platin und bei Silber gab es ähnliche Kursrücksetzer.

Stellt sich - aus meiner persönlichen Sicht - dem Beobachter doch olgende Frage:
Wer würde - so wie bei Silber geschehen - innerhalb von 15 Minuten mehr als 900 Tonnen Silber auf Termin - und das in Gewinnerzielungsabsicht - verkaufen?

Denn für mich ist sowas - in Gerwinnerzielungsabsicht - völlig unvorstellbar.

Also, so denke ich für mich, stecken wohl ganz andere Absichten dahinter.

Welche es sein könnten - sagen werden sie es uns ganz sicher nicht.

Ich empfehle niemanden hier Edelmetall zu kaufen oder zu verkaufen und das Ganze schon gar nicht mal auf Kredit oder gar noch auf Termin.

Kreditkäufe und Termingeschäfte, das überlasse ich mal schön denjenigen, die sich zehnmal klüger, als der Durchschnitt halten. Die werden dann mehr oder weniger schnell merken, ob das so war, ob es gereicht hat und was sie davon haben.

Was ich jedem sehr wohl empfehle ist es, sorgfältig zu beobachten, sich seine eigenen Gedanken zu machen, sich seine eigene Meinung zu bilden und danach zu handeln, wenn man meint, handeln zu sollen. Ohne Hast. Ohne ein schlechtes Gefühl dabei, sodass man auch nach einer Aktion jederzeit ruhig schlafen kann.


Warum das? Auch weil: den Verantwortlichen dafür, was er getan oder gelassen hat, sieht er jeden Morgen im Spiegel. Viel Vergnügen dabei :)

PS: Silber- oder Goldkäufe sind kein Muß: wenn jemand den Gegenwert seines Geldes ganz sicher erhalten (im Sinne von bekommen) will, dann ist das die allerbeste Möglichkeit: gut essen, schön verreisen, Wellness, dieverse Freizeitaktivitäten oder zusammengefasst: ein gutes Leben führen. Und, abgesehen von einem bescheidenen "Notgroschen" blos nicht zu viel zu lange aufheben! Sparen für den nächsten Urlaub ist gerade noch Ok, solange die Geldentwertung nicht völlig ußer Kontrolle gerät..... Und blos kein Streß: was man selbst nicht ausgibt, stibitzt einem die Inflation. Dauert nur länger, dafür arbeitet sie auch Nachts, an den Wochenenden, Bei Frost und bei Unwetter genau so, wie bei 45 Grad im Schatten.....
 
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PS: Silber- oder Goldkäufe sind kein Muß: wenn jemand den Gegenwert seines Geldes ganz sicher erhalten (im Sinne von bekommen) will, dann ist das die allerbeste Möglichkeit: gut essen, schön verreisen, Wellness, dieverse Freizeitaktivitäten oder zusammengefasst: ein gutes Leben führen.
dann ist das Geld allerdings auch weg. Genauso, als wenn man Gold oder Silber gekauft hätte.
 
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dann ist das Geld allerdings auch weg. Genauso, als wenn man Gold oder Silber gekauft hätte.
Nein, dann ist es richtig und endgültig weg und Du hast dann hoffentlich etwas schönes davon gehabt.

Anders ist das beim Gold- und Silberkauf: Da ist nur das Geld weg, aber Den Nutzen des Geldes, den hast Du noch nicht gehabt (Sonderfall Münzenkauf durch Numismatiker, weil: der freut sich hoffentlich über siene Käufe (Freude = Nutzen)). Ob Du den Nutzen hast, hängt davon ab, ob Du oder Deine Erben verkaufen. Welchen Nutzen Du bei einem Verkauf zu Lebzeiten hast, das hängt vom Kurs ab und von dem, was Du mit dem Erlös machst bzw. noch genussvoll / mit Freuden machen kannst (wir alle werden ja nicht jünger).

Genau betrachtet ist der Goldkauf im Vergleich zum Euro - je nach persönlicher Sichtweise und Erwartung - das "kleinere" Übel für das Geld, dass man selbst beim allerbesten Willen nicht ausgeben kann oder will.

Es auszugeben und den Nutzen zeitnah zu erfahren ist da sicherlich die am wenigsten riskante Variante.
 
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