Der Goldpreis steigt u.steigt

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1. Warum glaubst du denn, dass das so sein wird? Bei steigender Geldmenge/Inflation und gleichzeitig in Ermangelung von Alternativen bis auf manche Edelmetalle (keine Immobilien, da Rohstoffknappheit, Lieferketten etc etc) müssen die Leute ja irgendwo hin mit ihrem Geld.
2. Warum genau dieser Raum zwischen 0,5 und 2 Unzen Gold? Werten Aktien so stark ab bis sie auf dem momentanen Unzenpreis sind, oder wertet Gold bis zum momentanen Aktienindex, in diesem Fall von dir genannt DOW, auf? Warum?
Zu 2: Während der großen Wirtschaftskrise 1929-1934 war das so. Am Hochpunkt des Goldpreises um 1980 ebenfalls. Über andere Referenzpunkte wirtschaftlich extrem unsicherer Zeiten verfüge ich nicht.

Zu 1: Bei steigender Geldmenge/Inflation müssen die Leute in der Tat irgendwo hin mit ihrem Geld: Bei unsereinem wird nahezu alles für die Lebenshaltung draufgehen. Wir also sind genau dann raus. Einige von uns (zuerst die mit vielen Schulden) werden pleite gehen, weil die Lebenshaltungskosten und Schuldendienst das Einkommen übersteigen. Nur noch sehr wenige Leute haben dann das Problem, wohin mit dem Geld.

Das Problem wird noch größer und dadurch zu einem wirklich echten Problem, dass diesen Leuten die Risiken von Aktien- und Immobilienanlagen vor Augen geführt werden.: es kommt sowohl zu Firmenpleiten, als auch zu Mietausfällen. Mietpreissteigerungen zwecks Kompensation sind dann nicht mehr durchsetzbar. Auch Immobilien, die 100 % bezahlt sind, können so zum Risiko für den Eigner werden und sein ganzes Vermögen gefährden. Also geht es in solchen Situationen primär darum, weitere Gläubigerstellungen um jeden Preis zu vermeiden und so das zu sichern, was bereits 100 % bezahltes Eigentum ist: das Geld geht daher in Gold, denn: an Gold kleben keine Ausfallrisiken und keine Schulden. Und Gold ist, anders als Ackerland, wirklich liquide. Und das weltweit. Oder, wie es J.P. Morgan vor über 100 Jahren sinngemäß formulierte: Gold ist Geld, alles andere ist Kredit. Der wusste schon aus Erfahrung und daher sehr genau, was er da sagte.

PS: speziell die USA haben ein sehr entspanntes und problemfreies Verhältnis zum Eigentum anderer, das sich in ihrem Besitz, unter ihrer Kontrolle oder in ihrem Land befindet und auch zu ihrer eigenen Währung. Das sieht man sehr gut an den Geldern, die Oligarchen dort angelegt haben. Wenn schon, wie vor Jahrzehnten geschehen, ein sehr hoher Mandatsträger meint, dass es deren Dollar aber das Problem der Dollar.Besitzer sei, dann sagt das alles. Ich würde dort als Ausländer nichts investieren.

PPS: selbst bezahltes Immobilienvermögen ist Kredit. Und zwar unwiderbringlich verlorener Kredit in dem Umfang, wie der Eigentümer durch sein Eigentum Steuer- und Abgabenschuldner ist. Thema: Lastenausgleich: mit einem Wisch waren zu Beginn der 50er Jahre 50 % des Vermögens eingezogen und mussten über 30 Jahre gestreckt an den Staat entrichtet werden!

Mehr noch:
Sofern Immobilienvermögen vermietet wurde, ist es an dem Mieter verliehen. Der Eigentümer wird dadurch zum Gläubiger der Mieters. Sofern der Eigentümer (bei Mehrfamilienhäudern ist das meistens so) direkt den Verbrauch der Mieter an Wasser, Gas, Abwasser und Müll abrechnet, muss dieser das auch tun, wenn der Mieter den Mietzins nicht mehr entrichtet. Ob er das auch dann noch tun muss, wenn er ein Urteil gegen den Mieter erwirkt hat, dass dieser ausziehen muss, weiß ich nicht. Kann sein, dass er das sogar solange muss, bis die Mietsache durch einen Gerichtsvollzieher zwangsgeräumt wurde. Das bedeutet: der Eigentümer ist auch noch sehr lange Schuldner des säumigen Mieters. Selbst, was Reparaturen angeht. Und sowas kann Eigentümer ruhinieren. Kommt bereits jetzt auch immer mal wieder vor, wenn auch noch eher selten. Das alles sind Dinge, der dierzeit noch nahezu kein "Investor" wirklich auf den Schirm hat.

Und nun nehmen wir mal 300 Euro oder Dollars Gold-Unzenkurs für den Zeitraum um 2000 an: mit dem Faktor 3,26 (offizielle Steigerung Geldmenge M3), sind wir bei 978 Euro. Plus 100 % "Risikoabschlag" für einen 50-prozentigen Lastenausgleich bei Inlands-Vermögenswerten macht: 1.956 Euro )*. Plus 100 % Unterbewertung (=50 % Verlusterwartung durch Ausfälle und Wertverluste kreditgehebelter Vermögen bei steigenden, nominalen Zinsen) im Vergleich zu kreditgehebelten Vermögenswerten wie Aktien und Immobilien bei Zinssteigerungen macht 3.912 Euro. Tatsächlich liegt Gold um die 1.700 Euro.

Tatsächlich werden wir meiner Ansicht nach wohl noch völlig andere (höhere) Kurse als 4.000 Dollars oder Euros je Unze sehen. Weil Immobilienpreise und Aktienindices nominal "gestützt" werden (verdeckte Bankenrettungen über negative Realzinsen) und sich die reale Geldentwertung in dazu überproportional steigenden Rohstoff- und Erzeugerpreisen (wie bereits bei Energie) manifestieren wird.

)* Berechnung aus Sicht des "Großkapitals", welches dann kein Steuerschuldner ist, wenn sich das Vermögen in Steueroasen befindet, in denen nahezu keine Steuern und ganz sicher keinerlei Lastenausgleiche fällig werden. Uns als ansässigen Bürgern ist das natürlich verwehrt. Zur Erinnerung: Geld kennt ja keinerlei Nationalität. Und die "Geldmenschen" kommen erst dann wieder, wenn es für sie ordentlich was zu futtern gibt, also: nachdem die aus ihrer Sicht "Inlands-Steuerzahler" den Karren aus dem Dreck gezogen haben und damit ihr Vermögen großteils hinlegen mussten. Dan ist Geld knapp, doie Preise sind unten. Gold ist dann relativ zu Immobilien das 5- bis 10-fache wert, wie heute. Die geben sich nicht mit zwei oder drei Prozent zufrieden: mehr als 10 Prozent per Anno (real und auf 20 bis 30 Jahre sicher) müssen es dann sein.

PPPS: soweit meine Gedanken und Ansichten dazu. Meiner Ansicht nach sollte sich jeder seine eigenen Gedanken darüber machen und Dinge selbst recherchieren und ggf. nachprüfen, soweit möglich. Um sich seine eigene Meinung zu bilden. Am Ende ist man selbst der- oder diejenige der oder die die Früchte seiner Handlungen erntet.
Ich empfehle hier ausdrücklich nicht, Gold zu kaufen oder zu verkaufen.
Ob und was jemand tut und warum, das hängt mit seiner Situation, seinem Alter, seinem Einkommen, seinem Vermögen, seinen Bedürfnissen und seinen eigenen Erwartungen zusammen.

Wenn jemand den Gegenwert seines Geldes ganz sicher erhalten (im Sinne von bekommen) will, dann ist das die beste Möglichkeit: gut essen, schön verreisen, Wellness, dieverse Freizeitaktivitäten oder zusammengefasst: ein gutes leben führen. Und, abgesehen von einem bescheidenen "Notgroschen" blos nicht zu viel zu lange aufheben! Sparen für den nächsten Urlaub ist gerade noch Ok, solange die Geldentwertung nicht völlig ußer Kontrolle gerät..... Und kein Streß: was Du selbst nicht ausgibst, besorgt die Inflation. Dauert nur länger.

Beispiel: Das letzte Woche genussvoll zu sich genommene Abendessen in einem guten Resteraunt können sie Dir nicht mehr per Lastenausgleich Wegbesteuern - sie haben es ja schon über die Abwasserleitung zu 100% von dem, was Du davon übergelassen hast erhalten! Auch mit der Freude am letzten Urlaub ist das so. Und auch das vor Jahren gekaufte, hochwertige Schuhwerk ist bereits abgetragen, aber die Freude daran und noch die gesunden Füße hast Du. Und so weiter.

Denn: der beste Philosoph ist der, der unbeschwert genießt.
 
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