Die Echtheitsfrage

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"Silberdenar" / Shekel des Bar-Kochba ("Sternensohn") 2. Jüdischer Aufstand

Bei der Vorbesichtigung der Auktion in den mittleren 90ern rechnete ich mir bei der Münze Null Chancen aus. In der Saalauktion wollte sie dann keiner. Warum, das ist mir später dann auch klar: Alle Stücke sind auf römischen Silberdenaren überprägt. Dieses Stück scheinbar nicht. Im Nachverkauf habe ich sie für 800 DM plus Zuschlag erworben. Neue Methoden (Digitalfotografie) zeigen jedoch auf der rechten Seite, oben die Buchstaben "AV" - also ist es doch ein überprägter, römischer Silberdenar. Ein Streu- oder Bodenfund und kein Hortungsfund, wie anhaftende Reste der Verkrustung zeigen. Geprägt mit großer Wucht und von frischen Stempeln.
Schlecht erhaltene römische Denare des Trajan oder Hadrian beispielsweise gibt es für unter 10 Euro das Stück, damals war man schon mit 5 DM für ein "s" oder "sge" dabei , Krusten kann man auch imitieren. Die Echtheitsfrage und das, was gegebenenfalls die Bieter wussten, die sich zurückgehalten haben, stellt sich daher nach wie vor. Nun seid ihr dran :)
 

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Falls ich die Buchstaben, die man auf dem unteren Bild erkennt richtig deute, sehe ich zunächst ein AV, was erstmal alles und nichts bedeutet, da es Bestandteil der Titulatur AVGVSTVS sein kann und somit zeitlich passend. Bei den nachfolgenden Buchstaben bin ich mir nicht sicher. An dritter Stelle könnte man die obere Serife eines G erkennen, somit sind wir rein theoretisch immer noch bei AVGVSTVS und erstmal nicht falsch, es könnte aber auch der obere Bogen eines R sein. AVR wie AVRELIVS und damit zeitlich nicht passend. Falls dann die Rudimente des vierten Buchstabens ein E darstellen sollten, entfernen wir uns immer mehr vom AVGVSTVS.
Ich will mich da aber nicht festlegen, auf den Bildern erkennt man das wirklich nicht besonders gut.
Mit Bar Kochba kenne ich mich gar nicht aus, aber sind diese Stücke immer so gut erhalten ?
Was die Saalbieter wussten, lässt sich natürlich nur mutmassen. Was war das denn für eine Auktion ? Feld, Wald und Wiesen oder eher klassisch ausgerichtet ? Vielleicht war das Publikum nicht das richtige, vielleicht war auch zufällig niemand in bar Kochba- Stimmung oder der Ausruf war für damalige Verhältnisse zu hoch ? Wie war die Beleuchtung bei der Vorbersichtigung ? All das kann auch erklären, wieso das Stück nicht zugeschlagen wurde.
 
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Moin
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Wie findet so eine Überprägung statt?
Wir das alte Münzbild mit einem Blankostempel geebnet und dann neu geprägt, oder wie lief das?
 
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Gerne. Da ist es. Es war zu sehr vergrößert und stand Kopf. Daher hatte ich es rausgenommen.
 

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Moin
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Wie findet so eine Überprägung statt?
Wir das alte Münzbild mit einem Blankostempel geebnet und dann neu geprägt, oder wie lief das?
Kann sein, dass man das alte Bild ausgeschlagen und den Schrötling dann wieder durch Behämmern des Randes gestaucht hat. Kann auch sein, dass die das Motiv bewusst gewählt hatten und die Weinrebe dahin kommen sollte, wo der Kopf des Kaisers auf der Wirtsmünze war. Ich vermute, dass sie auch unter einem gewissen zeitlichem Druck gearbeitet haben, ähnlich wie bei den 15 Rupien in Tabora.
 
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Gerne. Da ist es. Es war zu sehr vergrößert und stand Kopf. Daher hatte ich es rausgenommen.
Danke. Ich glaube, man muss die Legende andersrum lesen, so dass Du die Buchstaben mit V A kennzeichnen musst. Das A auf römischen Prägungen hat ja oft keinen Querstrich. In der Stellung, wie Du sie kennzeichnest, wäre das E verkehrtherum. Spiegelverkehrte Buchstaben auf römischen Münzen kommen natürlich vor, aber ein spiegelbildliches E erscheint mir unwahrscheinlich, selbst ein Grieche hätte das gemerkt.
 
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Falls ich die Buchstaben, die man auf dem unteren Bild erkennt richtig deute, sehe ich zunächst ein AV, was erstmal alles und nichts bedeutet, da es Bestandteil der Titulatur AVGVSTVS sein kann und somit zeitlich passend. Bei den nachfolgenden Buchstaben bin ich mir nicht sicher. An dritter Stelle könnte man die obere Serife eines G erkennen, somit sind wir rein theoretisch immer noch bei AVGVSTVS und erstmal nicht falsch, es könnte aber auch der obere Bogen eines R sein. AVR wie AVRELIVS und damit zeitlich nicht passend. Falls dann die Rudimente des vierten Buchstabens ein E darstellen sollten, entfernen wir uns immer mehr vom AVGVSTVS.
Ich will mich da aber nicht festlegen, auf den Bildern erkennt man das wirklich nicht besonders gut.
Mit Bar Kochba kenne ich mich gar nicht aus, aber sind diese Stücke immer so gut erhalten ?
Was die Saalbieter wussten, lässt sich natürlich nur mutmassen. Was war das denn für eine Auktion ? Feld, Wald und Wiesen oder eher klassisch ausgerichtet ? Vielleicht war das Publikum nicht das richtige, vielleicht war auch zufällig niemand in bar Kochba- Stimmung oder der Ausruf war für damalige Verhältnisse zu hoch ? Wie war die Beleuchtung bei der Vorbersichtigung ? All das kann auch erklären, wieso das Stück nicht zugeschlagen wurde.
Das war eine Kuenker-Auktion von 1996. Normaler Weise sind diese Münzen deutlich schwächer in ihrer Erhaltung. Genau das hatte mich an dem Stück gereizt. Wäre es ein Denar des Verspsian oder früherer Herrscher, können Legenden auch von rechts nach links verlaufen. Dann wäre das A ein V und das V ein A. Ich glaube dass man bestenfalls noch die Überprägung feststellen kann, nicht aber, welcher Denar es war oder welcher Herrscher den Denar prägen ließ. Eine zerstörungsfreie Metallanalyse könnte bei einer Münze aus einem Hortfund helfen. Da die Münze jedoch im Boden lag (Verkrustungen), wird der Silbergehalt an der messbaren Oberfläche immer deutlich höher liegen, als darunter.
 
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Das war eine Kuenker-Auktion von 1996. Normaler Weise sind diese Münzen deutlich schwächer in ihrer Erhaltung. Genau das hatte mich an dem Stück gereizt. Wäre es ein Denar des Verspsian oder früherer Herrscher, können Legenden auch von rechts nach links verlaufen. Dann wäre das A ein V und das V ein A. Ich glaube dass man bestenfalls noch die Überprägung feststellen kann, nicht aber, welcher Denar es war oder welcher Herrscher den Denar prägen ließ. Eine zerstörungsfreie Metallanalyse könnte bei einer Münze aus einem Hortfund helfen. Da die Münze jedoch im Boden lag (Verkrustungen), wird der Silbergehalt an der messbaren Oberfläche immer deutlich höher liegen, als darunter.
An die Legendenrichtung dachte ich auch die beiden Buchstaben neben dem A und V sind entscheidend.
Wie gut konnte Künker 1996 solche Münzen und weshalb bist Du nun misdtrauisch ?
 
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