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Die Euro-Staatsschuldenkrise

Dieses Thema im Forum "Plauderecke" wurde erstellt von hh1969, 21. September 2011.

  1. hh1969

    hh1969 Moderator...und seit über 17 Jahren hier an Board. Mitarbeiter

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    Schon bemerkenswert, was sich da jetzt erneut in Sachen Griechenland abzeichnet:

    Es wird wieder auf Zeit gespielt, weil man nichts anderes hat....bei jedem Unternehmen klagte man die Vorstände wegen Konkursverschleppung an....nur in der EU darf man das....da darf man scheinbar alles. Da dürfen so gar griechische Regierungsmitglieder auf den Putz hauen und sagen, dass sie die Vergangenheit abwählen, keine Kontrollen mehr dulden und trotzdem Geld wollen, dass sie never ever zurück zahlen werden (können).

    Wieder einmal wedelt der griechische Schwanz mit dem europäischen Hund...wenn's nicht so traurig wäre müsste ich :lachtot:.
     
  2. Raphael

    Raphael Super-Moderator Mitarbeiter

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    Ich kann beim besten Willen nicht erkennen, warum das Versprechen Hunger im Volk zu lindern, so lächerlich sein sollte.
     
  3. Fusselbär

    Fusselbär

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    Das ist sicherlich an sich nicht lächerlich. Nur ist der Griechische Staat so was von korrupt, das ich persönlich nicht mehr auch nur die leiseste Lust verpüre dort auch nur irgendwie zu helfen. Warum? Es bringt niemanden etwas, (außer Banken, Bonzen und Betrügern) weder den einfachen Bürgern in GR noch uns einfachen Steuerzahlern in den anderen Euroländern.
     
  4. Raphael

    Raphael Super-Moderator Mitarbeiter

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    Die letzten fünf Jahre haben wir nur Banken gerettet, einige deutsche waren darunter. 80-90% der Kredite flossen praktisch direkt an die Banken.
    Jetzt sind die Banken raus aus der Sache und wir lassen die Griechen fallen?

    Wenn wir uns einig sind, dann gut, aber machen wir bitte dann Schluss mit der Witzveranstaltung EU.
     
  5. Fusselbär

    Fusselbär

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    Gern. Die EU ist wie der real existierendde Sozialismus seinerzeit. Gut gemeint, aber grottig im realen Leben. Seit der Euro eingeführt wurde, ist das Verhälnis unter den EU Staaten immer schlechter geworden. Es ist wie in so manch einer Familie, wenn es ums Geld geht, dann geht das gezetere los.:mad:
     
  6. Leitwolf

    Leitwolf

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    Das ist wirklich das fatalste an der ganzen Sache. Anstatt eine großen Beitrag zum Zusammenwachsen Europas zu leisten - endlich einmal etwas "Greifbares" (dachte ich 2002) - bewirkt die Gemeinschaftswährung im Moment das Gegenteil. Aber das ist im Nachhinein auch kein Wunder: Jede Regierung mit Euro-Währung hat nach 1999 weiter vor sich her gewurstelt, eine gemeinsame Wirtschaftspolitik gibt es bis heute nicht. Und einige Staaten haben sich leider damals zu sehr von den plötzlich niedrigeren Zinsen für ihre neue Staatsanleihen (u. a. dank der deutschen Teilnahme am Euro) blenden lassen und keine Reformen durchgeführt. Das ist jetzt nicht nur für die griechische Bevölkerung ein Problem, sondern auch für uns.

    Mir passt die soziale Misere in Griechenland auch überhaupt nicht. Was man dazu alles liest, ist schon übel. Wenn wir hier solche Einschnitte hätten, gäbe es hier vll. auch einen deutschen Tsipras. Klar, man hat die Banken gerettet - und an deren Stelle ist jetzt größtenteils die öffentliche Hand Gläubigerin der griechischen Staatsschulden.

    Ich weiß es ehrlich gesagt nicht, ich kann mir aber nicht vorstellen, dass die Troika der griechischen Regierung in der Vergangenheit im Einzelnen jeden Reformschritt vorgegeben hat. Von daher gehe ich davon aus, dass die griechische Regierung in Eigenverantwortung bestimmte Ergebnisse erzielen musste. Warum hat man in der Vergangenheit nicht versucht, die Reichen stärker zur Kasse zu bitten und stattdessen Renten gesenkt? Ich sage nur Lagarde-Liste, bis heute nicht in Angriff genommen.

    Was mich an Tsipras v. a. stört: Er hat nicht versprochen, Veränderungen mit den Rettern zu verhandeln zu versuchen. Das wäre realistisch. Nein, er geriert sich wie ein Erpresser und stellt bereits vor Verhandlungen einseitig das Ergebnis fest. Irgendwie vergisst er, dass auch z. B. die deutsche Bundesregierung demokratisch legitimiert ist. Und auch die möchte wiedergewählt werden - von uns.

    Auch verstehe ich nicht, warum die ganze Zeit von einem weiteren Schuldenschnitt geredet wird. Natürlich wird Griechenland das nie alles zurückzahlen können. Aber daher wurden doch Zinszahlungen bereits reduziert und Rückzahlungen bis zum St.-Nimmerleinstag gestreckt. Wenn man jetzt auf alles verzichtet und das Geld "verschenkt" - wo ist da der Anreiz für nachhaltiges Wirtschaften? Ich erwarte von Tsipras ein Konzept, wie der griechische Staat selbst Geld zu verdienen gedenkt, wie er nachhaltiges Wirtschaftswachstum generieren möchte etc. Einfach die Hand aufhalten und dann Geld verteilen, das kann ich auch. Wenn die Euro-Staaten jetzt nicht endlich konsequent sind, stehen Tsipras und Co. bald wieder vor der Tür.

    Hilfe und Solidarität ja, zu 100 % - aber bitte zur Selbsthilfe.
     
  7. Raphael

    Raphael Super-Moderator Mitarbeiter

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    Bin bei dir, aber:
    Eben weil es nicht machbar ist, hätte es dennoch einen Plan geben müssen.

    Tsirpas ist erst 2 Wochen im Amt.
     
  8. hekuhn

    hekuhn

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    Die wirtschaftliche Erholung Griechenlands durch Eigeninitiative darf nicht sein. Die bisherigen "Retter" mit ihren vergeudeten Millarden wären bis auf die Knochen blamiert.

    Meine Meinung: Sie werden ihr möglichstes Versuchen, um die Rettung der Hellenen durch Maßnahmen von außen durchzusetzen. Weigert sich Tsipras, wird Zeit geschunden, in der Hoffnung Tsipras weichkochen zu können.

    Aus einem Seminar blieb mir der folgende Satz in Erinnerung:

    "Stellt Euch nie gegen das Kapital; das Kapital gewinnt immer!"

    Viele Grüße
    Hermann
     
  9. hh1969

    hh1969 Moderator...und seit über 17 Jahren hier an Board. Mitarbeiter

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  10. hh1969

    hh1969 Moderator...und seit über 17 Jahren hier an Board. Mitarbeiter

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    Ich unterschätze regelmäßig den Erfindungsreichtum äh die Insolvenzverschleppung von Politikern.

    Leider muss ich mein Kompliment für die griechische Regierung aus dem vorherigen Beitrag zurück nehmen.

    Sie ist umgefallen und macht nicht das, was sie vor der Wahl versprochen hat.

    Damit wird in dem Land leider auch nichts besser und in wenigen Monaten beginnt das Spiel von vorne.
     
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