Die Trennung ... von der Sammlung

bayreuth

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Ich kann Deine Gedanken und Deinen Frust gut nachvollziehen.

Im Zuge meiner Scheidung musste ich vor einigen Jahren rasch einige Münzen verkaufen, habe diese zur Auktion eingeliefert und durchweg dieselben Erfahrungen wie Du gemacht.

Krass war jedoch der Fall einer dieser Münzen, eine prägefrische und voll zentrierte Athener Eule (Tetradrachme) der klassischen Zeit, einem Prunkstück meiner damaligen Sammlung. Ich hatte sie erst wenige Monate zuvor in einem Wiener Auktionshaus ersteigert. Das von mir gewählte, andere Auktionshaus hatte sie nun von der Erhaltung herabgestuft und zu einem Ausrufepreis von weniger als die Hälfte des früheren Ausrufs in den Versteigerungskatalog übernommen.

Einerseits war ich in Zeitdruck (was ich wohl unvorsichtigerweise im Telefonat erwähnt hatte) und andererseits war ich mir sicher, dass sich Interessenten finden würden, die den Preis nach oben treiben würden.

Umso größer mein Erstaunen, dass die Tetradrachme zum Mindestpreis zugeschlagen wurde. Abzüglich Provision usw. blieb mir nicht mal ein Drittel des vierstelligen Betrages, den ich selbst für das Stück gezahlt hatte.

Und dann kam der Hammer: kurze Zeit später erhielt ich einen Festpreiskatalog des versteigernden Auktionshauses über herausragende antike Sahnestücke. Ihr ahnt es - in dem Katalog fand ich meine Athener Tetradrachme wieder. Beschrieben als prägefrisches Prachtexemplar und mit einem Preis versehen, der weit über dem lag, den ich selbst bezahlt hatte.

Ich habe seither nichts mehr eingeliefert. Wenn ich mich von Müzen getrennt hatte, dann nur über ebay.

Aktuell sammle ich ohnehin Taler, bei denen ich bewusst auf mangelhafte "B-Ware" schaue. So kommt man auch mit kleinerem Geldbeutel an historisch interessante Stücke. Bewerten tu ich nur nach "gefällt mir" und "gefällt mir nicht". Auf einen Wiederverkauf schiele ich nicht - der Weg ist das Ziel. Und bei mir hat sich so der Spaß beim Sammeln wieder eingestellt. :)

Als Weihnachtsgeschenk an mich selbst habe ich einen nicht so häufigen Taler im Auge, der gehenkelt ist. Das wird wieder ein Spaß, diesen zu entfernen...:cool:
Typisches Vorgehen von Auktionshäusern, wenn sie wissen dass der Einlieferer wahrscheinlich nicht selber teilnimmt oder mitbietet, und entweder gesundheitlich, psychisch oder finanziell angeschlagen ist. Da wird an einen Strohmann verkauft oder gleich einfach nur behauptet das verkauft wurde. Einer Verwandten hat man so mal einige antike Möbelstücke abgeluchst, statt der bei der Bewertung vor Ort angekündigten "mindestens 800-1000 Euro pro Stück" hat sie eine ellenlange Abrechnung (über Abholung durch Mitarbeiter, angeblich gemachte Fotos (die nirgends im Onlinekatalog zu sehen waren) und als Hohn zwei lose Briefmarken (!) erhalten weil der Restbetrag zu klein für eine Überweisung war. Von einem "seriösen, alteingesessenen" Auktionshaus mit Antikgeschäft wo sie das Zeug Jahre vorher für Mondpreise gekauft hatte...
 
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bei mir ist es einfach wenn ich mich von meiner Sammlung (Hortung) mal trennen werden muss (oder die Erben) - das geht nach Gewicht und Feingehalt

die wenigen Ausnahmen (Katanga Gold, das 1 Natura Set aus RSA das ich habe und die Philharmoniker PP, die eine oder andere deutsche 10 und 20 Mark Münze in SS und meine 1934 Gold ATS 100 Münze) fallen da wertmässig auch nicht auf, genau so wenig wie die russischen 5 und 10 Zarenrubel oder die alten französischen oder belgischen Francs LMU


alles rein in den Ofen und einen Barren gießen ist auch kein Verlust...


und beim Silber - naja - da hab ich zwar auch ein paar Münzen - aber alles zum "Metallwert" mit bescheidenem Aufschlag gekauft - wen interessiert dann ein Lunar irgendwas, eine Jahrgangssammlung Silber Phil oder ein Kookaburra?
 

Heinz-Rudolf

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bei mir ist es einfach wenn ich mich von meiner Sammlung (Hortung) mal trennen werden muss (oder die Erben) - das geht nach Gewicht und Feingehalt

die wenigen Ausnahmen (Katanga Gold, das 1 Natura Set aus RSA das ich habe und die Philharmoniker PP, die eine oder andere deutsche 10 und 20 Mark Münze in SS und meine 1934 Gold ATS 100 Münze) fallen da wertmässig auch nicht auf, genau so wenig wie die russischen 5 und 10 Zarenrubel oder die alten französischen oder belgischen Francs LMU


alles rein in den Ofen und einen Barren gießen ist auch kein Verlust...


und beim Silber - naja - da hab ich zwar auch ein paar Münzen - aber alles zum "Metallwert" mit bescheidenem Aufschlag gekauft - wen interessiert dann ein Lunar irgendwas, eine Jahrgangssammlung Silber Phil oder ein Kookaburra?
Seid gegrüßt!
Ich wundere mich wirklich, wie unbekümmert über Vermögenswerte in einem öffentlichem Forum gepostet wird.
Viele Grüße
Heinz-Rudolf
 
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Ja, mir scheint, hier herrscht auch ein gewisses Vertrauen untereinander!?
 

Münzadler

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Zu negativen Auktionserfahrungen siehe auch hier:
Erinnere mich bloß nicht daran. Ich bin heute noch sauer, wie das Ganze gelaufen ist. Der Verkauf war ein totaler Reinfall, aber ich hatte leider keinen Einfluss darauf. Hier mal die Geschichte dazu:

Ich hatte Anfang April 2017 insgesamt 7 Doubletten eingeschickt. Zu diesem Zeitpunkt waren noch Einlieferungen für die Saalauktion Ende Juni möglich. Da ich keinerlei Ahnung hatte, wie es abläuft, schrieb ich auch einen kurzen Brief dazu, in welchem es unter anderem hieß: "Ich würde mich über eine Rückmeldung ihrerseits sehr freuen, ob die Münzen für eine Versteigerung auf einer Ihrer Auktionen geeignet sind und wenn ja, wie Sie die Münzen einschätzen bzw. zu welchem Startpreis Sie die Münzen veranschlagen würden."

Leider erhielt ich lediglich die Mitteilung, dass die Münzen eingegangen sind und nun begutachtet werden. Sobald das abgeschlossen ist, erhalte ich wieder eine Nachricht. Weiterhin wurde mitgeteilt, dass die Münzen bei der 45. eLive-Auktion Anfang Juli zur Versteigerung kommen. Deshalb fragte ich kurz an, was mit der Juni-Saalauktion ist. Darauf hieß es, dass es zu wenige Münzen sind. Bei Saalauktionen würden nur größere Einlieferungen angeboten werden, da der Aufwand sonst zu groß wäre. Gut, sollte es eben so sein.

Zwischenzeitlich erhielt ich ein Vertragsformular, welches ich unterschrieben zurückschicken musste. Darin ging es im Prinzip darum, dass ich das Eigentum an den Münzen auf Künker übertrage und mit einer Versteigerung zu den angegebenen Konditionen einverstanden bin. Da ich bei Künker keine Bedenken hatte, unterschrieb ich das Ganze, ohne bis dahin überhaupt eine Einschätzung der Münzen oder einen Startpreis genannt bekommen zu haben.

Eine meiner eingelieferten Münzen war diese hier:


Erhaltungseinschätzung Münzen Altdeutschland

Hier auch noch mal im Vergleich mit meinem anderen Stück, welches ich bereits in meiner Sammlung hatte:

Erhaltungseinschätzung Münzen Altdeutschland

Meinen 1836er hatte ich damals auch bei Künker ersteigert, und zwar bei einer Saalauktion. Dieser war damals angegeben mit "Feine Tönung, vorzüglich-Stempelglanz". Der Startpreis lag schon bei 800 EUR.

Hier im Forum wurde das andere Stück durch mehrere Leute mit "vz" eingeschätzt. Bezüglich des direkten Vergleichs wurde ebenfalls von einigen gesagt, dass die Münzen sehr nah beieinander liegen.


Wie bereits geschrieben, sollten meine Münzen eigentlich bei der 45. eLive Anfang Juli mit angeboten werden. Es war im Juli auch nur diese eine Auktion geplant. Dann wurde diese im Mai online gestellt, meine Münzen waren aber nicht dabei. Also habe ich nachgefragt, was denn los ist. Dabei kam heraus, dass die eigentlich geplante 45. Auktion verschoben wurde und dafür nun die 46. Auktion - ebenfalls im Juli - ins Leben gerufen wurde. Grund war, dass die Stücke der Sammlung Horn aufgetaucht waren. Diese wurden offenbar als "wichtiger" erachtet. Also hat man die 45. Auktion ausschließlich den Horn-Münzen gewidmet und den Rest verschoben.

Im Prinzip war mir das egal, denn ich dachte, dass unmittelbar nach der 45. Auktion auch die 46. Auktion online geht. Nachdem sich aber mehrere Tage nichts tat und ich erneut nachfragte, erhielt ich folgende Antwort:


"Die Auktion wird am Mo. 17.7.17 online gestellt - wie üblich ca. 1 Woche vor Beginn der Auktion."

Ich frage mich natürlich, wie ich dann bereits im Mai, also 6 Wochen vor Beginn, auf die 45. Auktion bieten konnte, wenn es doch üblich ist, dass es erst 1 Woche vorher online gestellt wird?!?

Dies hat mich schon mächtig frustriert, da ich befürchtete, dass eine so kurze Anlaufzeit unter Umständen viel zu kurz sein könnte, um genügend Interessenten anzusprechen.

Dann kam endlich Post von Künker bezüglich der Einschätzung der Münze: "Herrliche Patina, winz. Schrötlingsfehler, vorzüglich". Dies traf den Nagel auf den Kopf und ich war guter Hoffnung, dass der Startpreis im Bereich um die 500 EUR liegt. Der erste kleine Schock kam schon, als der Startpreis nur bei 300 EUR lag. Aber trotzdem hatte ich noch die Hoffnung, dass der Zuschlag wenigstens in einen Bereich um die 600 EUR geht. Dass es nur 430 EUR geworden sind, war für mich unverständlich.

Vielleicht lag es tatsächlich daran, dass die Auktion erst eine Woche vor Start online gestellt wurde. Ich denke, dass dies mit Sicherheit eine große Rolle gespielt hat. Aber es hilft nix. Muss mich nun damit abfinden...
 
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Leider sind die Schätzungen von K. oft sehr niedrig. Ich habe den Eindruck, dass sie damit werben, wie toll doch die Zuschläge waren, 87% über der Schätzung o.ä.
Ich wollte für März einen seltenen Habsburger Taler, der sicherlich 800 Euro bringt auf jeder Börse einliefern. Schätzung 200. Da hab ich dankend abgelehnt.
 
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ah geh - was heisst Vermögenswerte

jemand der alle deutschen Gold und Silbermünzen (DM und Euro) hat bringt da mehr Wert auf die Waage als ich mit meinen paar ausgewählten Stücken

vor ein paar Jahren war das noch anders - aber ich habe mich ja vor einigen Jahren von meiner kompetten Sammlung getrennt
 
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Vermutlich macht es Sinn, im Fall der Fälle bei 3 oder 4 verschiedenen Auktionshäusern parallel anzufragen und dann das für sich passendste Angebot auszuwählen.

E wäre schön, wenn hier noch weitere Personen von ihren etwaig vorhandenen Erfahrungswerten in Bezug auf Verkaufsaktivitäten über Auktionshäuser berichtet können. Die andere Seite der Medaille - der Ankauf - wird ja bereits regelmäßig hier behandelt. ;)
 
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