DM Preise sind am Boden

Kempelen

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Im Grunde geht es den DM-Münzen genauso wie analogen Fotoapparaten.
Sobald etwas neues auf dem Markt auftaucht, ist das alte nicht mehr gefragt und dadurch sinkt der Wert.

Als Digitalfotoapparate bezahlbar wurden, brauchte niemand mehr alte analoge Fotoapparate.
Niemand kaufte diese mehr als Neugerät und gleichzeitig fluteten Unmengen an alten Geräten den Gebrauchtmarkt.

Diese Entwicklung haben wir leider auch bei den DM-Münzen. Ist doch klar, daß vielen alten Sammlern bei der aktuellen Wertentwicklung das Herz blutet.
Ich selbst habe im Jahr 2003 ein 5 DM Germanisches Museum in St-Erhaltung für 700 Euro erworben (zu diesem Zeitpunkt war der Preis aber schon spürbar gefallen). Für die anderen drei ersten Fünfer hatte ich im Durchschnitt ca. 400 Euro bezahlt.

Aber mir waren diese Münzen damals dieses Geld auch wert, der hohe Preis machte die Stücke zu etwas besonderem.
Sich jetzt viele Jahre später über einen zu hohen Kaufpreis zu ärgern bringt nichts und außerdem ist es im nachhinein natürlich immer leicht, alte Entscheidungen in Frage zu stellen.
Genauso könnte man sich ärgern, im Jahr 2003 nicht ein Kilo Gold gekauft zu haben, welches ja heute einen mehrfachen Wert hat ;).

Trotzdem muß man sagen, daß wir hier nur über Momentaufnahmen reden.
Die Preise für DM-Münzen können durchaus auch wieder nach oben gehen, aus Gründen, die wir uns aktuell noch nicht vorstellen können ...
 

Seltengast

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Ich lehne mich jetzt mal etwas weiter aus dem Fenster: Als Sammler von Weltmünzen habe ich vielleicht den Vorteil, die Problematik aus einem anderen Blickwinkel sehen zu können. Wenn ich die Ausgaben der Bundesrepublik mit Weltmünzen aus der gleichen Periode vergleiche, kann ich mich des Eindruckes nicht erwehren, dass gerade die Marktpreise zurecht gerückt werden, oder anders ausgedrückt: sich angleichen.

Für 1958J würden vor dreißig Jahren Summen gezahlt, die im Wemü-Bereich in keinster Weise an angemessen gegelten haben. Ebenso die ersten Fünf, deren Auflagen ja nicht gerade niedrig waren.

Ich sehe die aktuellen Preise für eine richtige und längst überfällige Korrektur.
 
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Im Grunde geht es den DM-Münzen genauso wie analogen Fotoapparaten.
Sobald etwas neues auf dem Markt auftaucht, ist das alte nicht mehr gefragt und dadurch sinkt der Wert.
Demnach müssten aber noch ältere Münzen ebenfalls in der Wertschätzung und im Kaufinteresse der Sammler gefallen sein, was nicht der Fall ist. Man nehme nur das Kaisrreich als Gegenbeispiel.
Vielleicht sind manche Sammelgebiete eben einfach spannender als andere, ohne das sie etwas dafür können? Eigentlich gibt es keinen Grund dafür, dass Weimar relativ unbeachtet ist, wohingegen das Kaiserreich boomt.
Die DM krankt möglicherweise auch an der Massenschrottpolitik, die durch viel zu hohe Auflagen ab 1966 und endgültig durch die Verausgabung von Sätzen in den 1990er Jahren geführt wurde. Aus dieser Metallawine ragen 50 Pf 1950 BdL, 5 DM 1958 J und die "Ersten vier bis fünf " hervor, möglicherweise noch das Zweipfennigstück auf falscher Ronde.
 
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Ich lehne mich jetzt mal etwas weiter aus dem Fenster: Als Sammler von Weltmünzen habe ich vielleicht den Vorteil, die Problematik aus einem anderen Blickwinkel sehen zu können. Wenn ich die Ausgaben der Bundesrepublik mit Weltmünzen aus der gleichen Periode vergleiche, kann ich mich des Eindruckes nicht erwehren, dass gerade die Marktpreise zurecht gerückt werden, oder anders ausgedrückt: sich angleichen.
Aber gilt das auch für die teure moderne ausländischen Münzen, die eher in die Liga von " Silberadler 1958 J " fallen ?
 

Kempelen

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Demnach müssten aber noch ältere Münzen ebenfalls in der Wertschätzung und im Kaufinteresse der Sammler gefallen sein, was nicht der Fall ist. Man nehme nur das Kaisrreich als Gegenbeispiel.

Auswirkungen auf ältere Münzen hat die Euroeinführung sicher nicht in so starkem Umfang gehabt, wie auf den Bereich DM-Münzen, der ja doch das bis dahin "aktuelle" Sammelgebiet für eine große Sammlergemeinde war.

Ich kenne viele Sammler, die "nur" Bundesrepublik sammeln und deren Sammlung sich auf Kursmünzen aus dem Umlauf und die Silbergedenkmünzen beschränkt hat bzw. noch beschränkt.
Historische Münzen haben diese Sammler oftmals sowieso nicht interessiert, sei es aus fehlenden finanziellen Mitteln, mangelndem Interesse an Geschichte oder auch, weil sie den Sammlern von modernen Münzen einfach nicht gefallen.
 
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Ich kenne viele Sammler, die "nur" Bundesrepublik sammeln und deren Sammlung sich auf Kursmünzen aus dem Umlauf und die Silbergedenkmünzen beschränkt bzw. beschränkt hat.
Historische Münzen haben diese Sammler oftmals sowieso nicht interessiert, sei es aus fehlenden finanziellen Mitteln, mangelndem Interesse an Geschichte oder auch, weil sie den Sammlern von modernen Münzen einfach nicht gefallen.
Das ist ein Argument. Was ich dennoch nicht verstehe - die Deutschn vermissen doch die DM, wieso hat das keine Auswirkungen auf das Sammelverhalten ?
 

Kempelen

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Das ist ein Argument. Was ich dennoch nicht verstehe - die Deutschn vermissen doch die DM, wieso hat das keine Auswirkungen auf das Sammelverhalten ?

Vielleicht hat das speziell mit dem Vertrauen in die Stabilität der Währung zu tun, weniger mit den DM-Münzen als materiellen Gegenstand.
 
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Das ist ein Argument. Was ich dennoch nicht verstehe - die Deutschn vermissen doch die DM, wieso hat das keine Auswirkungen auf das Sammelverhalten ?

Weiß halt nicht, ob das so stimmt. Also ob das die Mehrheit ist, die die DM vermisst. Nur weil die am lautesten schreien, sind sie noch nicht mehr. Ich hab die Einführung des Euro jedenfalls damals begrüßt und ich tue das heute noch.
 

Kempelen

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Weiß halt nicht, ob das so stimmt. Also ob das die Mehrheit ist, die die DM vermisst. Nur weil die am lautesten schreien, sind sie noch nicht mehr. Ich hab die Einführung des Euro jedenfalls damals begrüßt und ich tue das heute noch.

Ich selbst habe damals der Euroeinführung mit gemischten Gefühlen entgegengesehen, war aber sicher kein Gegner der neuen Währung.
Interessant waren natürlich die vielen neuen Münzen bzw. Münzmotive, die im Geldbeutel hochglänzend auftauchten.
Mit der Zeit hatte ich aber den Eindruck, daß ein überdurchschnittlicher Preisanstieg in vielen Bereichen erfolgte, mit dem mein Einkommen leider nicht mit Anstieg.
Mein persönliches Fazit nach 18 Jahren Euro fällt also nicht positiv aus.
Das heißt allerdings nicht zwangsläufig, daß ich mir deshalb die DM zurückwünsche.
 
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Das ist ein Argument. Was ich dennoch nicht verstehe - die Deutschn vermissen doch die DM, wieso hat das keine Auswirkungen auf das Sammelverhalten ?

Na die älteren die die DM noch kennen vermissen allerhöchstens die DM - Die damit verbundenen positiven Erinnerungen wie das erste Taschengeld, der erste Lohn, Geburtstags- oder sonstiges Festtagssgeld hat diese Menschen mit der DM Großwerden lassen.
Aber 18 Jahre nach der Euroeinführung sind die jungen Menschen der DM natürlich fremd. Selbst diejenigen die bei der Euroeinführung damals 9 oder 10 Jahre alt waren, heute etwa 30 Jahre als, werden an die DM kaum Erinnerungen haben und somit auch nicht vermissen. Wenn diese Jungen Menschen dann Münzen sammeln wollen, dann fangen die bestimmt mit dem Euro an da dieser leichter zu bekommen ist im Sinne des Wechselgeldes.
 
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