Ein Schatzfund (?) von 1347 (?) 20 Heller Münzen Deutsch Ostafrikas

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Woher stammen diese 1347 von NGC eingekapselte 20 Heller?

December 2019 waren 1172 dieser als Grosslot bei Teutoburger zu ersteigern.

In de Beschreibung heisst es bei diese Münzen “soll es sich um einen kompletten Bestand handeln, der seit der Zeit versteckt in einem alten Gemäuer in Afrika ruhte. Bis auf 3 Stücke mit Anhaftungen von altem zeitgen. Papier, wurden alle Stücke von NGC geslabbt. Aus Zeit- und Kostengründen allerdings lediglich mit Material und Echtheitsnachweis (nicht mit Erhaltung). Es handelt sich bei den geslabbten Stücken um 936 X Messing (Brass) und 233 X Kupfer (Copper) ….. Auf Wunsch des Einlieferers soll der Posten geschlossen angeboten werden. Es wurden von ihm ca. 50 Ex. als Andenken aus dem Urbestand entnommen. Also bestand der Fund aus ca. 1220-1230 Ex.”

Der Differenz zwischen die grösse der Fund bei Teutoburger und der Zahl der von NGC eingekapselten gleicht der Zahl von 120 dieser Münzen die Mai 2019 bei Sedwick zur versteigerung kamen (60 X 'Messing', 60 X 'Kupfer'). Dazu wurde einer Münze einzel auf Ebay verkauft und erschienen zwei zur versteigerung bei Vauction im Juni.

Dank NGCs Verifizierungssystem könnten im Hausbüro die Stempelkombinationen die zur Prägung benützt wurden determiniert worden (siehe Anhänge unten). Leider waren schon 12 Münzen gelöst bevor sie gesichtet wurden.

Die Verteilung der Stempelkombination der 'Fund” könnte deshalb vergliechen werden mit die Verteilung der Stempelkombinationen der Münzen die bisher zum Verkauf angeboten wurden (siehe Prägezahlen Deutsch Ost-Afrika ( DOA ) 1916 T (Tabora ) ). Dieser Vergleich zeigt klar grosse Unterschiede zwischen beide Gruppen. Unser Schatzfund könnte richtig einen Schatzfund sein (oder zusammengesetzt aus mehr?).

Diesem Erfolg macht neugierig. War der Fund nicht noch grösser? Gab es nicht auch 5 Heller oder vielleicht sogar auch 15 Rupien? Wann und wo wurde der versteckt und wann wurde der gefunden.

Wer könnte mehr dazu sagen? Letzte Informationen: ein amerikanischer Händler soll dem März 2019 auf der Numismata München von ein 'lokaler' Händler gekauft haben.
Hat dieser 'Lokaler' (für ein Amerikaner) den mit Absicht nach Übersee verkauft, oder wurde dieser Fund auch andere angeboten?

Hat vielleicht einer von Euch etwas darüber erfahren?

Beste Grüsse,

Kees
 

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vermutlich wurden bessere einzelstücke bereits verkauft.
kann mir weiterhin nicht vorstellen, dass sich hier ein käufer findet.
 
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1172-1079 sind 93. 60 hat Teutoburger selber auf Ebay verkauft. 1 wurde von ein Anderer auf Ebay angeboten, Die andere 32?
Die ca. 50 = 54 Andenken wurden von NGC Dezember 2019 - Januar 2020 neugegradet. Siehe Anhang. Ein erster Teil dieser wurde im Dezember 2020 von Teutoburger versteigert.
Die 12 Münzen die Anfang Dezember 2019 schon gelöscht waren sind 1 J724, 7 J724 LL komplet, 3 J726 LL komplet & 1 J727 gewesen.
Von den 35 J724 LL komplet die is mal im ganzen Lot gab sind 12 neugegradet worden, 7 von Teutoburger über Ebay verkauft und 2 schon bei Sedwick gebleiben. Wann es keiner bei der 31 jetzt verschwundene ist, wurden es noch 14 im neuen Lot sein. Von den J726 LL komplet hat es anfangs nur 5 im ganzen Fund gegeben. Alle 5 waren schon vor der erste Versteigerung bei Teutoburger herausgenommen und sind neugegradet worden.

Auch bei der Vorgeschichte sind wir ein Schritt zurück gekommen bei worldnumismatics.com. Dort wird gesagt die Münzen sind in India gekauft worden.

Bei der neugrading hat der Grader nicht gemerkt das es für J724 und 726 mit und ohne komplette LL bei NGC verschiedene Label gibt und alles als mit kompletten LL klassefiziert.
Auch wird das Material anscheinent noch immer nicht getestet.
Die 725a MS61 die für 3000 euro gehammert wurde möchte ich gerne mal testen.

Wird fortgesetzt.

Beste Grüsse, Kees
 

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Es gibt nicht nur 20-Heller-Münzen aus Messing und Kupfer, sondern auch welche aus Bronze. Da hat man wohl nicht alle Münzen metallurgisch analysiert.......
 
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Ob es welche 20 Heller aus Bronze gibt ist abhängig der Frage wie man Bronze und Kupfer definiert. Wann Kupfer nur Kupfer ist wann der Leitfähigkeit 50 MS/m oder höher ist, aus welches material sind dann das Kupferrohr mit 99,95% Kupfer und die Münzen mit an der eine Seite 55 und der andere 36 MS/m?
Bis jetzt wurden nur eine nicht-Messing Münze gefunden mit weniger als 99% Kupfer (98,4%). Dieser enthalt neben 0,58% Zinn auch 0,51% Arsen und 0,34% Blei.
Sonst wurde Zinn über 0,4% nicht gefunden. Sollte man Kupfer mit 0,3% Zinn Bronze nennen?
Und ohne Zinn aber mit 0,2% Arsen, Leitfähigkeit 30 MS/m?
Hat ein Reinheitsgebot hier Zweck?
 

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Moin

Kupferlegierungen mit so geringem Zinn-, Arsen-, oder Antimon- Gehalt sind keinesfalls den Bronzen zuzurechnen.
Es handelt sich hierbei dann um Verunreinigungen, bewusst, oder aus dem Kupferroherz, wie es in der Natur vorkommt,
produziert.
Es sind aus den Anfängen der Bronzezeit, bevorzugt aus Zentralasien, Bronzen bekannt, in denen im Kupfererz schon
die entsprechenden Gehalte an Arsen vorhanden waren.
Daraus wurden dann Arsenbronzen gegossen, aber auch hier lag der Beimischungsgehalt bei über 2-3%, teilweise auch höher.
Bei 0,75% kann mach auch nicht von Bronzen sprechen, da dieser geringe Gehalt nur einen minimalen Einfluss auf die
metallischen Eigenschaften von Cu hat.

Viele Grüße

Karsten
 

Heinz-Rudolf

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Daraus wurden dann Arsenbronzen gegossen, aber auch hier lag der Beimischungsgehalt bei über 2-3%, teilweise auch höher.
Bei 0,75% kann mach auch nicht von Bronzen sprechen, da dieser geringe Gehalt nur einen minimalen Einfluss auf die
metallischen Eigenschaften von Cu hat.
Sei gegrüßt Karsten,
ich glaube dir; aber erzähl uns doch, warum du dich damit so gut auskennst.
Es dreht sich immer um J.724-725-726-727 und die (a Cu), ( b Mes) und (c Bronze).
Abgesehen davon, dass es mehr Stempelvarianten gibt, ist die Einstufung von a-c
preislich sehr unterschiedlich und für mich nicht immer nachvollziehbar Es ist von elektr. Leitfähigkeit die Rede, mal sieht es braun oder gelb aus, soll aber dann doch was anderes sein. Ich selber habe nur eine eingeschränkte Typensammlung, von den "Teuren" habe ich die Finger gelassen. Was wir hier ausgiebig diskutiert haben, ist das in Tabora etc alles vermünzt wurde, was an Metall da war. Ich denke, dass du mit deinem Mittelalterfaible uns berichten kannst, wie sich historische Bronzen zusammensetzten........
Schöne Grüße
Heinz-Rudolf
 
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Moin

Mir ging es nur darum klarzustellen, das ein Anteil von 0,75% Zinn keine Bronze ist.
Im übrigen hat man in Ostafrika viele Armaturen aus den dort liegenden Dampfern ausgebaut.
Es ist deshalb ohne weiteres möglich, das die geprägten Münzen insgesamt, von der Metalllegierung her gesehen, sehr heterogen sind, je nach dem, von welchem Schiff und welchem Schiffsteil das Münzmetall stammt.
Deshalb sind kleine, bzw. kleinste! Abweichungen in der Legierung sicherlich normal und möglich.

Ob man das dann als Variante bezeichnet oder nicht lasse ich mal so stehen, ich persönlich bin jedoch der Meinung,
solange die Gehalte so gering sind, nimmt man das als gegeben hin, da es keinen!!! Einfluss auf die Optik der Münze haben
sollte.

Ich habe mir die Bilder angesehen, aber bei über 99,7% Cu können die anderen Legierungsbestandteile normalerweise nicht diese Farbveränderung hervorrufen, die Mikrosiemens sind doch auch nicht relevant, das ist doch Erbsenzählerei.
Wenn die Farbveränderungen tatsächlich so deutlich sind und die Cu Zahlen stimmen, muß das andere Gründe haben.
Verarbeitung, Lagerung, Oberflächenbehandlung.

Viele Grüße

Karsten
 
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