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Entfernung einer Lötstelle von einer Goldmünze

Dieses Thema im Forum "Zubehör,Pflege, Reinigung und Aufbewahrung" wurde erstellt von Collettore, 24. September 2019.

  1. Collettore

    Collettore

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    Hallo! Ich habe mal wieder ein Problem mit einer in gewisser Weise "verhunzten" Münze. Es handelt sich um eine Reichsgoldmünze von 5 Mark 1877 der Stadt Hamburg, ersteigert (natürlich) bei Ebay. Der Verkäufer hat die korrekt beschrieben und abgebildet, auch auf meine Frage nach dem Material des Lötpunktes gab er korrekt an, dass er nicht mit dem Lötkolben da herankam, dass es sich also nicht um Zinn, sondern eher um Silber handelt. Sie kam sogar vom Gesamtzustand besser als erwartet.

    Jetzt suche ich eine Säure oder eine Lauge, die idealerweise das Silber auflöst, aber die 900er Goldlegierung der Münze intakt lässt. Die also den Kupferanteil nicht angreift. Ich würde ungern eine Kraterlandschaft erzeugen. Gibt es / kennt Ihr eine entsprechende Substanz?

    Vielen Dank und Grüße
     
  2. purzelchen

    purzelchen

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    Silber eignet sich aufgrund des hohen Schmelzpunkts eigentlich gar nicht zum Löten.
    Vielleicht wäre eine dezente mechanische Entfernung noch am schonendsten.
    Die Henkelspur / Bearbeitung wird man hinterher aber ohnehin immer sehen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 25. September 2019
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  3. four9fine

    four9fine

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    Ich fürchte, das wird so nix.

    Beim Löten entsteht ja an den Rändern der beiden Metalle, die miteinander verlötet werden, eine Diffusionszone mit dem Lot. Das Metall geht eine innige Verbindung mit dem Lot ein, die nicht einfach so wieder aufgehoben werden kann. Bestandteile des Lotes sind also in die Münze hineindiffundiert und Bestandteile der Münze in das Lot hinein.

    Wissenswertet für den Alltag: Löten (Diffusion)

    Die Kraterlandschaft ist also schon längst da, du siehst sie im Moment nur nicht, weil noch eine dünne Schicht Lot das Elend verdeckt.

    Zinn und Blei als Legierung nimmt man übrigens beim sogenannten Weichlöten mit einem Lötkolben. Da herrschen moderate Temperaturen von 300 bis 350°C.

    Beim Hartlöten mit offener Gasflamme ist Silber jedoch gut als Lot geeignet.

    Gruß
    Michael
     
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  4. Rambo

    Rambo Moderator Mitarbeiter

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    Ich hatte mal ebenfalls eine 5 Mark Goldmünze aus dem Kaiserreich, welche eine leichte Lötspur hatte. Jedoch kam es zu keiner Materialdiffusion. Ich konnte die Lotreste nach mehreren Tagen in konzentrierter Salpetersäure vollständig entfernen. Das Gold wird dabei in dieser Legierung nicht angegriffen, da es gegenüber dieser Säure beständig ist.

    mfg
     
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  5. Collettore

    Collettore

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    Hallo! Ich stelle mal Bilder ein. Meine Digicam will leider nicht immer so wie ich, daher lässt die Qualität zu wünschen übrig.

    @ Michael: Die Qualität der Lötstelle erscheint mir eher gering, daher habe ich die Hoffnung, dass die eher "geklebt" als "gelötet" ist. Ich kann selbst hart- und weichlöten, daher kenne ich die Unterschiede und die verschiedenen Anwendungsbereiche. Insofern wäre eine nach den Kriterien des guten Klempnerhandwerks schlechte Lötung oder eben "Klebung" für die Entfernung eher vorteilhaft.

    @Rambo: Um das Gold in der Legierung habe ich die wenigste Sorge, und dass ich an das (wahrscheinlich) Silberlot mit Salpetersäure "rankomme", ist mir klar, ebenso Schwefelsäure. Sorgen habe ich um das Kupfer in der 900er Legierung der Reichsgoldmünzen, bzw. darum, dass das herausgelöst wird und daher eine Kraterlandschaft oder eine stark mattierte Stelle entsteht.
    Hamb_Lötst_3a.JPG Hamb_Lötst_5a.JPG
     
  6. hegele

    hegele Registered User

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    Da bin ich mal gespannt, ob man dieses Problem lösen kann.
     
  7. Rambo

    Rambo Moderator Mitarbeiter

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    Das Goldgefüge der Legierung wird mit den genannten Säuren nicht angegriffen. Es müssten sich reine Kupferstellen auf der Oberfläche befinden, doch ist dies in der Legierung gelöst. Unedleres Gold, wie 333er könnte hingegen angegriffen werden. Nach meinen Versuchen mit Königswasser wird das Gold angegriffen. Dies führte dann zu einer Art porigen bzw. rauhen Oberfläche.

    Das einzige was passieren kann ist, dass durch den Diffussionsprozess unedlere Bereiche entstanden sind, die dann gelöst werden, sprich eine partielle Kraterlandschaft entsteht. Nur diese Au-Ag-Cu-Verbindung wirst du erst nach der Behandlung sehen, sofern sie gelöst wird. Auch ist unbekannt, ob unter dem Lot das Stück befeilt wurde, damit das Lot besser an dieser Stelle haftet.

    Ich denke du musst es riskieren, sonst bleibt nur noch eine mechanische Bearbeitung.

    Mit freundlichen Grüßen
     
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