Erhaltungseinschätzung Münzen Altdeutschland

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... würden dir beim Ankauf locker 20-30% weniger zahlen als für ein vergleichbares Stück OHNE diesen Makel, lieber einen kleinen Randfehler oder Kratzer aber ja keinen Schrötlingsfehler ist der allgemeine Tenor bei den Händlern was zumindest mein Meinungsaustausch mit denen anbelangt !
Bei Verkauf sehen sie es dann deutlich gelassener.
 

Seltengast

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Ich zeige euch ein Zweipfennigstück aus dem Königreich Hannover mit einem hübschen fehlerhaften Schrötling.
Das Stück zierte auch eine Weile meinen Avatar und ich habe es auch mal im Neuzugang-Thread vorgestellt.

Durch die fehlerhafte Ronde wirkt das Stück irgendwie mamorisiert. Weil die Erhaltung noch gut ist, hat die Münze definitiv Charisma.
Ich bin mir allerdings sicher, dass solch ein Stück bei den Gradingagenturen wegen der Fehler durchfallen und entsprechend abgewertet wird. Aber das sollte mich nicht weiter jucken... ;)

DeHa-147_1-1842A Schrötlingsfehler_1200px.jpg
 
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Ist das wirklich ein Schrötlingsfehler oder eine böse Randmacke?
Bei einem Schrötlingsfehler wäre das Material beim Prägen anders "geflossen".
Das vermute ich mal, will mich aber nicht endgültig festlegen.
Ansonsten ein tolles Stück!
Hier noch ein ähnliches Stück aus der Höhner heute:
Revers auf 13 Uhr gibt es da ebenfalls einen Schrötlingsfehler, der ganz ähnlich ausschaut. Scheint wohl öfters vorzukommen und prägebedingt zu sein.
 
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Ich möchte euch heute um eure Einschätzung zur Erhaltung dieses Reichstalers bitten. Geprägt in Goslar im Jahr 1622 im dreißigjährigen Krieg direkt nach der Kipper- und Wipperzeit.
Insbesondere geht es mir um die Frage, wie es zu diesem „Randfehler“ im Bereich Avers 3-4 Uhr = Revers 8-9 Uhr gekommen sein könnte.
Wie man über den Schrötlingsfehler am Rand gut erkennen kann, handelt es sich dabei um denselben Bereich der Münze.
Das Stück ist mit 28,38 g knapp 3% untergewichtig.

Braunschweig-Wolfenbüttel: Reichstaler 1622, Welter 1057B

Braunschweig Wolfenbüttel W1057B Taler 1622 HS mit Zainhaken Av.jpgBraunschweig Wolfenbüttel W1057B Taler 1622 HS mit Zainhaken Rv.jpg
Braunschweig Wolfenbüttel W1057B Taler 1622 HS mit Zainhaken AvRand2.jpgBraunschweig Wolfenbüttel W1057B Taler 1622 HS mit Zainhaken RvRand2.jpg
 
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Ich möchte euch heute um eure Einschätzung zur Erhaltung dieses Reichstalers bitten. Geprägt in Goslar im Jahr 1622 im dreißigjährigen Krieg direkt nach der Kipper- und Wipperzeit.
Insbesondere geht es mir um die Frage, wie es zu diesem „Randfehler“ im Bereich Avers 3-4 Uhr = Revers 8-9 Uhr gekommen sein könnte.
Wie man über den Schrötlingsfehler am Rand gut erkennen kann, handelt es sich dabei um denselben Bereich der Münze.
Das Stück ist mit 28,38 g knapp 3% untergewichtig.

Braunschweig-Wolfenbüttel: Reichstaler 1622, Welter 1057B
Ein tolles Stück. Das scheint mir Materialermüdung zu sein, die hier (Hammerprägung?) entstanden ist. Passiert wohl manchmal an der dünneren Stelle des Rohlings, kombiniert mit einer Prägeschwäche, wie hier auch zu sehen...so meine laienhafte Vermutung
 
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Ein tolles Stück. Das scheint mir Materialermüdung zu sein, die hier (Hammerprägung?) entstanden ist. Passiert wohl manchmal an der dünneren Stelle des Rohlings, kombiniert mit einer Prägeschwäche, wie hier auch zu sehen...so meine laienhafte Vermutung
Ich tippe eher auf einen Stempelausbruch. Auf einer Seite des Ober- oder Unterstempel ist ein Stück des Stempel am Rand ausgebrochen. Dadurch ist es auf der anderen Seite des Schrötlings zu einer Prägeschwäche gekommen, weil einfach der Gegendruck an dieser Stelle gefehlt hat. Und da wo beide Stempel wieder in Ordnung waren, kam es infolge des höheren Pragedruck zum Schrötlingsriss.
 
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Ich stimme der tollen Erklärung von @Fusselbär vollumfänglich zu. Meiner Meinung nach war der Stempelausbruch auf der Seite des Wilden Mannes, denn dort verlaufen die Buchstaben in den Rand über. Auf der Gegenseite sind die Buchstaben noch vollkommen erhalten, nur eben mit einer Prägeschwäche zum Rand hin.
 
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Ich danke euch für eure Ausführungen.
In meinen Überlegungen kam ein Stempelausbruch auch vor, allerdings hatte ich dabei einen gleichzeitigen Ausbruch bei Avers- und Reversstempel im Sinn. Da ich so etwas für äußerst unwahrscheinlich hielt, hatte ich diese Überlegung verworfen. Auf den Gedanken, dass bei nur 1 Stempelausbruch der fehlende Gegendruck auf der Seite des intakten Stempels zu einer Prägeschwäche führt, war ich nicht gekommen. Diese Erklärung klingt für mich aber sehr plausibel.

Noch eine Anmerkung: Die Buchstaben von ANNO auf der Wildemann-Seite (Revers) sind vollständig erhalten, während die Buchstaben UL von ULRIC auf der Wappenseite (Avers) „in den Rand verlaufen“. M. E. war daher der Aversstempel defekt, nicht der Reversstempel mit dem Wilden Mann.
Foofighter, hast du dich verschrieben oder mache ich einen Denkfehler?
 
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