Erkennung: Geputzt, getaucht, künstliche Patina ...

Also ich jedenfalls nicht. Meine Reichsgoldies müssen nicht bloß bezüglich der Erhaltung stimmen, sondern auch von der Patina her, also deren
Beschaffenheit/Farbton schon ein bissel zueinander passen, um das Gesamtbild nicht zu sehr zu stören. Da bin ich schon ein wenig penibel :).
Also meine nicht. Es gibt schon, resultierend aus der Herstellung, unterschiedliche Fabtöne und dank der Lagerung unterschiedliche Entwicklung der Patina. Und gut, warum soll ich da eingreifen. Sammele ich Historische Münzen oder Designer-Münzen?
 
Also meine nicht. Es gibt schon, resultierend aus der Herstellung, unterschiedliche Fabtöne und dank der Lagerung unterschiedliche Entwicklung der Patina. Und gut, warum soll ich da eingreifen. Sammele ich Historische Münzen oder Designer-Münzen?


Im Prinzip hast Du ja recht, aber was soll ich
machen - ich bin Sternzeichen Jungfrau ;).
 
... warum soll ich da eingreifen. Sammele ich Historische Münzen oder Designer-Münzen?
Gebe dir vollkommen recht, aber, bei der Ausgangsfrage ging es um die besagte Doppelkrone auf MA, welche ausschaut, als ob Wilhelm hinter einem Güllefass gelaufen ist. ;)
 
Kannst Du mal ein Vergleichsbild anfertigen ?
Vor 4.jpg

Nach 5.jpg

Porentief rein 6.jpg wie man am 2ten T sieht.
(Das dunkle in G und O ist lediglich Schatten)

Wobei die Randschrift auch vorher nicht "schmutzig" war.
 
Gebe dir vollkommen recht, aber, bei der Ausgangsfrage ging es um die besagte Doppelkrone auf MA, welche ausschaut, als ob Wilhelm hinter einem Güllefass gelaufen ist. ;)


Nun ja, kann sein das er auch irgendwas anderem hinterher gelaufen ist. Aber
genau wegen dieser fleckigen Patina gefällt mir dieses Stück überhaupt nicht.
 
Wie ist deine Meinung zu meinen Fragen?

Hallo Münzadler

Bei den Goldmünzen mit 10% Kupfer in der Legierung ist das leider so. Das Kupfer kann durch entsprechend agressive Substanzen (Säuren, Laugen oder polare Flüssigkeiten wie Wasser) aus der Legierung herausgelöst werden und ich nenne das einen Materialabtrag.
Es muß ja nicht so sein, daß wir das mit bloßem Auge oder mit einer primitiven Lupe erkennen können. Aber die Mikroskopie ist heute weit entwickelt. Seitdem Gerd Binnig bei der IBM das Rastertunnelmikroskop erfunden hat, können wir einzelne Atome sehen und sie sogar auf einer Oberfläche manipulieren. Das vorletzte Bild auf dieser Website zeigt einzelne Goldatome, die von Menschenhand angeordnet wurden.

Deutsches Museum: Rastertunnelmikroskop


Also es läßt sich jede Manipulation an einer Münze feststellen, es ist halt nur die Frage des Aufwands, der dafür betrieben werden muß.

Eine einfache Reinigung der Münze jedoch, die mit geeigneten Flüssigkeiten wie Petroleum oder Alkohol sachgerecht durchgeführt wird, ist niemals nachweisbar, weil die Substanz der Münze in keinster Weise angegriffen oder verändert wird. Selbst eine Patina bleibt davon unberührt, erscheint hinterher lediglich etwas heller, weil Fette und Rußpartikel aus der Kristallstruktur herausgelöst werden.
Nur dauert das manchmal recht lange. Tage, Wochen oder Monate vergehen, bis eine Münze am Ende wirklich sauber ist, je nachdem welche Verschmutzung vorliegt. Wenn zB. Kupfer mit Essigsäuremolekülen reagiert und so einen grünen Belag auf Münzen bildet, wie das häufig bei Silbermünzen in PVC-Folie zu sehen ist, dann braucht man viel Geduld. Der Schaden ist dann zwar schon passiert, dieses Kupfer ist ja schon aus der Münze herausgelöst worden, aber man muß ihn dann ja nicht auch noch verschlimmern, indem man den grünen Belag mit einer weiteren Säure entfernt. Das geht zwar schön schnell, richtet aber weiteren Schaden an, der verhindert werden kann, wenn man sich Zeit nimmt.

Aber einen Vorteil hat das behutsame Vorgehen. Solange die Münzen in solchen Flüssigkeiten unter Luftabschluß liegen, wächst auch die Patina nicht weiter. ;)

Diese agressiven Tauchbäder, die man käuflich erwerben kann, sind für mich kein nützliches Zubehör. Ihre Benutzung gleicht meiner Meinung nach einem terroristischen Säureattentat auf wertvolle Kulturgüter.

Gruß
Michael
 
Etwas anderes ist es bei der Entpatinierung. Das geht nicht ohne einen gewissen Materialabtrag und ist unter Umständen auch anschließend feststellbar.
Mal eine Frage an die "Naturwissenschaftler" unter Euch:

Wie verhalten sich diese Tauchbäder, welche ja in Sekunden die Patina entfernen, gegenüber solchem Punkt aus Grünspan? Wird dieser wie die Patina "aufgelöst" oder wird er abgelöst, durch den Säureangriff auf das punktuell frei liegende Kupfer darunter?
Als dritte Option; oder rührt sich da Garnichts, da Grünspan resistent gegen das Tauchbad ist?

1905_Wilhelm_II_1_.jpg
 
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