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Erstabschlag - Definition

Dieses Thema im Forum "Allgemeines" wurde erstellt von Kronerogøre, 7. Februar 2010.

  1. Kronerogøre

    Kronerogøre

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    Wie definiert Ihr den Begriff " Erstabschlag " ?
    Laut Jaeger handelt es sich um die ersten 100 - 150 Exemplare ( heute auch mehr ), die mit einem neuen Stempelpaar geprägt wurden.
    Einem Händler zufolge würde der Begriff hingegen allgemein auf Exemplare von überdurchschnittlich guter Qualität bezogen und in Deutschland allgemein so gebraucht.
    Was meint Ihr ?
     
  2. Kempelen

    Kempelen Moderator Mitarbeiter

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    Ich würde die Definition von Kurt Jaeger als richtig ansehen. "Überdurchschnittliche Qualität" ist als Definition etwas schwammig.
    Ein "Erstabschlag" sollte durchaus wörtlich genommen und als außergewöhnlich gute Qualität angesehen werden.
     
  3. Kronerogøre

    Kronerogøre

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    Nicht wahr ? Ich fand das auch etwas wenig konkret. Hat mich überrascht, da es sich um einen in jeder Hinsicht seriösen Händler handelt. Man kann natürlich sagen, dass ein EA notgedrungen von überschnittlicher Qualität ist, aber ich war immer der Ansicht, dass Jaegers Definitionen Hand und Fuss haben.
     
  4. hegele

    hegele Registered User

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    Ich glaube nicht, dass man nach 50 oder noch mehr Jahren noch hundertprozentig feststellen kann, ob es sich bei einer Münze tatsächlich um eine der ersten 150 Münzen der Prägung handelt oder ob es nur eine wirklich gute Erhaltung ist. Bei einem Erstabschlag sollten ja wohl messerscharfe Kanten, Konturen und Ränder zu sehen sein.
    Ich hab auch einige als Erstabschläge gekaufte oder ersteigerte Münzen in meiner Sammlung, aber die Kanten und Konturen sehen auch unter dem Mikroskop unterschiedlich ausgeprägt aus.

    Insofern könnte es schon sein, dass als EA angebotene Stücke eben nur überdurchschnittlich gut erhaltene Stücke sind.
     
  5. four9fine

    four9fine

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    Das Vorhandensein scharfer Kanten ist nicht allein ein Merkmal für einen Erstabschlag. Sehr viel einfacher erkennt man einen Erstabschlag an seiner großen Ähnlichkeit zu einer PP-Prägung. Auf den ersten Blick kann man einen Erstabschlag sehr leicht mit einer PP verwechseln, weil eben der Kontrast zwischen dem noch sehr glatten Münzgrund und dem gestrahlten Relief so groß ist. Der typisch irrisierende Prägeglanz einer Normalprägung wird erst nach 100 - 150 Prägungen sichtbar. Der Münzgrund wird rauher und das Relief glatter, folglich verschwimmen die Kontraste immer mehr, je abgenutzter der Stempel ist.

    Alles was nicht fast wie PP aussieht ist kein Erstabschlag.

    Edit: Um das selbst am "lebenden" Objekt zu studieren, eignet sich die 2 DM Max Planck besonders gut. Sieht man sich ein paar PP, ein paar Erstabschläge und ein einige Erhaltungen in Stempelglanz genau an, sieht man am Bügel der Brille besonders deutlich die Alterung der Stempel.

    Gruß
    9999
     
  6. Kronerogøre

    Kronerogøre

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    Ein berechtigter Einwand. Völlige Gewissheit wird man nur haben, wenn wärend der Prägung protokolliert wird und die EA - Stücke anschliessend gesondert verpackt werden - was natürlich bei für den Umlauf bestimmten Kursmünzen völlig illusorisch ist.
    Der Händler meinte weiterhin, dass die Definition "EA = überdurchschnittlich gut erhalten" in Deutschland allgemein verbreitet sei.

    Die Engländer haben es mit " early strike " leichter, die Skandinavier mit " prakteksemplar " auch, beide Begriffe legen sich nicht auf eine bestimmte Anzahl geprägter Münzen fest. Letztendendes ist es ja auch wurscht, ob eine schöne Münze Nr 149, 150 oder 151 war. Die Erhaltung zählt.
     
  7. Kronerogøre

    Kronerogøre

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    Gute Definition.
     
  8. hegele

    hegele Registered User

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    Ich habe mich nicht erst einmal mit Händlern oder Versteigerern darüber unterhalten.
    Wenn man manches als Erstabschlag bezeichnetes Stück anschaut, ist von Prägeglanz nicht viel da, und bei anderen sind Prägeglanz da und keine guten Konturen.
    Deswegen meine ich, muss man sehr vorsichtig sein, wenn man so etwas kauft. Ich bin nicht sicher, ob wirklich alles ein EA ist, was als EA verkauft wird.

    Das wollte ich damit ausdrücken.
     
  9. Rex Danny

    Rex Danny

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    EA sollte einer PP schon sehr ähnlich sein. Probleme bereitet die Einschätzung bei den unterschiedlichen Prägemetallen. Besonders dann wenn schon Patina im Spiel ist und wie es Alfons Hegele schon gesagt hat vom Prägeglanz nicht mehr viel zu sehen ist. Ob dann Stempelglanz von EA zu unterscheiden ist?

    Bei modernen Goldprägungen ist in der PP Ausführung meist irgendein Teilbereich der Münze mattiert gehalten, also ein PP Stück von einem PP-artig glänzenden EA gut zu unterscheiden.

    Bei historischen Goldmünzen wirds dann schwierig. Eine Mattierung gibts hier nicht, also sieht PP mehr oder weniger genauso aus wie ein EA.
    Man ist sich auch nicht sicher, ob ab und zu nur die Stempel poliert wurden oder auch die Ronden. Ich halte es für fraglich ob das jemand eindeutig unterscheiden kann. Vielleicht mit sehr viel Erfahrung und wenn man schon viele der entsprechenden Münztypen gesehen hat.

    Grüsse
     
  10. four9fine

    four9fine

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    Ja, die Betrüger werden immer dreister und haben leider auch immer mehr Erfolg. Sie können halt fest mit der Uninformiertheit ihrer Kunden rechnen.

    Die wenigen Erstabschläge die ich besitze habe ich bei Herrn F. oder von privat über ebay gekauft. Damit fahre ich bisher sehr gut.

    Neben einer normalen Stempelglanzmünze sehen diese Münzen aus wie eine PP, nur wenn sie direkt neben einer echten PP liegen, sieht man den Unterschied. Aber auch nur dann, wenn beide Münzen ohne Patina vorliegen. Mit Patina verschwimmen die Unterschiede bis zur Unkenntlichkeit.

    Gruß
    9999
     
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