EU-Beitritt Schottland?

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Hallo zusammen,
Schottlands Premierministerin hat angekündigt, ein weiteres Referendum für die Unabhängigkeit von UK durchführen zu wollen.
Wenn dies geschafft ist, will man schnellstmöglich zurück in die EU.
Ist eurer Meinung nach dann auch ein Euro-Beitritt wahrscheinlich? (mal abgesehen davon, ob Schottland überhaupt nochmal ein Referendum abhalten darf)
Ich denke nämlich, dass die Briten Schottland wohl kaum das Pfund lassen werden, wenn sie sich ablösen.
 

bayreuth

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Schottland bräuchte für die Übergangszeit eine separate Währung (oder könnte den Euro analog Motenegro zum Zahlugsmittel erklären, auch ohne Mitglied der Eurozone zu sein). Nutzung des Pfundes könnte man genausowenig verbieten...
 
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Von mir aus können sie sehr gerne der EU beitreten. Die Schotten sind ein extrem stolzes, aber sehr herzliches Volk. Bei meinem Besuch in Glasgow in 2003 hatte ich nur sehr schöne Erfahrungen.
Als Währung würden sie dann allerdings nicht das Pfund übernehmen, dazu sind sie zu stolz. Sie wollen eigenständig sein und sich von dem Thron lösen. Wie in ihrer Nationalhymne "The Flower of Scotland" zu hören, sind sie nicht unbedingt dem britischen Thron und dem Regenten/der Regentin zugetan. Welche Währung es dann ist, bleibt dahin gestellt. Der Euro wäre einfach, aber das würden sie nicht wollen, da bin ich mir 100% sicher.
 
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Unabhängig ob London den Schotten ein zweites Referendum genehmigt. Spanien könnte in der EU für Schottland die Beitrittsverhandlungen vermiesen und sich quer stellen. Schließlich könnten dann die Katalanen in ihren Unabhängigkeitsbestrebungen dadruch bestärkt werden. Ob dann nicht Italien, Frankreich und Belgien sich Spaniens Veto wegen den Regionen wie Korsika, Südtirol, Bretange, Baskenland, und den Flamen in ihren Unabhängigkeitsbestrebungen anschließen könnten? Also Schottland stünden noch viele vllt. sogar ungeahnte Hürden bevor und laufen sogar Gefahr ein politischer Spielball von GB und der EU werden. Im ärgsten Fall droht ihnen eine politische Isolation.
 

bayreuth

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Unabhängig ob London den Schotten ein zweites Referendum genehmigt. Spanien könnte in der EU für Schottland die Beitrittsverhandlungen vermiesen und sich quer stellen. Schließlich könnten dann die Katalanen in ihren Unabhängigkeitsbestrebungen dadruch bestärkt werden. Ob dann nicht Italien, Frankreich und Belgien sich Spaniens Veto wegen den Regionen wie Korsika, Südtirol, Bretange, Baskenland, und den Flamen in ihren Unabhängigkeitsbestrebungen anschließen könnten? Also Schottland stünden noch viele vllt. sogar ungeahnte Hürden bevor und laufen sogar Gefahr ein politischer Spielball von GB und der EU werden. Im ärgsten Fall droht ihnen eine politische Isolation.
Der Bezug zu Spanien hatte beim letzten Referendum Gültigkeit, vor dem Brexit. Großbritannien ist kein Mitglied der EU, ein abgespaltenes Schottland wäre ein neuer Staat.
Schottland bringt massig Fischgründe, Erdgas und Windstrom in die EU mit, wäre vermutlich Nettozahler (und die Bevölkerung urlaubt gerne in Spanien). Ich denke nicht, dass es da großen Widerstand gibt.
 

Seltengast

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Der Bezug zu Spanien hatte beim letzten Referendum Gültigkeit, vor dem Brexit. Großbritannien ist kein Mitglied der EU, ein abgespaltenes Schottland wäre ein neuer Staat.
Schottland bringt massig Fischgründe, Erdgas und Windstrom in die EU mit, wäre vermutlich Nettozahler (und die Bevölkerung urlaubt gerne in Spanien). Ich denke nicht, dass es da großen Widerstand gibt.

Richtig. Ich gehe sogar noch weiter, wenn ich behaupte, dass der Brexit im Endeffekt für Schottland der einfachere Weg in die Unabhängigkeit sein könnte. Die EU hätte wegen der von Onkel Sam aufgezählten Regionen mit starken Autonomiebestrebungen den schottischen Wünschen wohl kaum unterstützt.
Jetzt ist das Thema nicht mehr das innerhalb der EU. Schottland käme von außen rein.

Ich kann mir auch kaum vorstellen, dass der Euro auf der Insel gesetzliches Zahlungsmittel würde, aber bei Irland haben wir ja gesehen, dass es sich auch dort etablieren kann. Ich schätze eher, dass Schottland weiterhin innerhalb der britischen Monarchie verbleiben wird, ähnlich wie Kanada und Australien. Mit einer eigenständigen Währung.
Ein spannendes Thema. Ich bin Fan der Schotten und war schon zweimal dort und wünsche ihnen von Herzen die Selbstständigkeit! Das ist dort ja ein Jahrhunderte währender unerfüllter Traum einer Vielzahl von Generationen. Das darf man nie vergessen.
 
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Ich kann mir auch kaum vorstellen, dass der Euro auf der Insel gesetzliches Zahlungsmittel würde, aber bei Irland haben wir ja gesehen, dass es sich auch dort etablieren kann.
Iren und Schotten sind unterschiedlicher, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Ich glaueb nicht, dass sich die Schotten auf den Euro einlassen würden. Das Pfund hassen sie ja sowieso, solange es nicht das Schottische Pfund ist.
 
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Grundsätzlich wäre Schottland bei einer Unabhängigkeit und einem dann folgenden EU-Beitritt verpflichtet, den Euro einzuführen, wenn die Bedingungen erfüllt sind. Die seinerzeit für Großbritannien (und Dänemark) ausgehandelte Opt-Out Regelung hätte keine Gültigkeit mehr.
Aber die Praxis zeigt ja, dass es Möglichkeiten gibt, eine eigentlich verpflichtende Euro-Einführung zumindest lange aufzuschieben (siehe Schweden, Polen, Tschechien...).

Ich könnte mir gut vorstellen, dass es ein eigenes Schottisches Pfund geben würde. Zumindest für die nächsten Jahre nach einer möglichen Unabhängigkeit. Schottische Banknoten gibt es ja eh schon, sie werden von mehreren Privatbanken ausgegeben und in Schottland akzeptiert, in Wales, England oder Nordirland aber i.d.R. nicht angenommen.
Umgekehrt werden allerdings überall im U.K. und den Kronbesitzungen/ Überseegebieten Banknoten der Bank of England akzeptiert.
Für eine Übergangszeit könnte man die bisherigen Umlaufmünzen weiter nutzen und dann nach und nach eigene schottische Münzen ausgeben. Guernsey, Jersey, die Isle of Man und andere haben ja auch eigene Münzen im Umlauf.

Allerdings würde vermutlich im Gegensatz zu den Inseln der Wechselkurs eines möglichen Schottischen Pfunds dann freigegeben und nicht mehr an das Britische Pfund gebunden. Sowas ist ja auch 1979 mit dem Irischen Pfund passiert. Bis dahin war die Umrechnung 1:1, durch den Beitritt Irlands zum EWS I wurde die Parität aufgehoben.
 
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