EU-Parlament will die 1- und 2-Cent-Münzen abschaffen

chrisild

Sammler :)
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Da geht es bei mir schon los wenn ich lese: "Kupfergeld, nein Danke". Keine Ahnung von den Münzen aber am liebsten abschaffen.
Klar, "Kupferplattierte Stahlmünzen mit Kleinnominal abschaffen", hört sich ja auch nicht so reißerisch an.
Zumal da Ingo Herbst (der Initiator) ja offenbar wirklich nicht weiß, aus welchen Materialien diese Münzen bestehen. Zuerst dachte ich, klar, "Kupfermünzen" ist als umgangssprachlicher Begriff einfach handlicher. :) Aber nein, er schreibt da wörtlich:

"Die weltweiten Kupfervorkommen reichen laut CUTEC Studie noch für 39 Jahre. Während Kupfer dringend in der Elektronik-Industrie benötigt wird, werden jedes Jahr immer noch Tonnen von neuen Kupfermünzen geprägt."

Uh-oh. Ich unterschreib' ja sofort, wenn jemand die Einer und Zweier abschaffen will. Aber die Fünfer können und sollten m.E. bleiben. Und nein, dabei geht es für mich nicht in erster Linie um das Einsparen des wertvollen Kupfers. ;)

Christian
 
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Da geht es bei mir schon los wenn ich lese: "Kupfergeld, nein Danke". Keine Ahnung von den Münzen aber am liebsten abschaffen.
Klar, "Kupferplattierte Stahlmünzen mit Kleinnominal abschaffen", hört sich ja auch nicht so reißerisch an.
Nicht nur das! Im Wortlaut steht dort auch "Abschaffung der 1, 2-und 5 Cent-Münzen als gesetzliches Zahlungsmittel in Deutschland ". Bei der Gemeischaftswährung lassen sich aber nicht im nationalen Alleingang bestimmte Nominale außer Kurs setzen. Es können höchstens - gegen den Wunsch der EZB - Rundungsregeln beschlossen oder die Ausprägung von bestimmten Nominalen eingestellt werden. Eine Verpflichtung zur Annahme der Münzen wird es weiterhin geben müssen, und das ist auch gut so.
 
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"Die Niederlande, Finnland, Griechenland und Italien haben schon gehandelt und den Gebrauch stark eingeschränkt und die Prägung weitgehend eingestellt " - ist auch nur bedingt richtig. Richtig müsste es heißen, dass Finnland, die Niederlande und neuerdings Italien die Prägung eingestellt haben, während Belgien dies plant.
Gerade in Italien scheint sich das Runden auch noch nicht überall durchgesetzt zu haben, während Belgien ein verpflichtendes Auf- und Abrunden auch bei nicht baren Bezahlungen verbindlich einführen möchte.
 
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Ich werde so einen Unsinn auch nicht Unterschreiben-mir gefallen die kleine Eisenmünzen.
 

Seltengast

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Es ist übrigens völliger Quatsch, dass Finnland, die Niederlande und Italien die Prägung eingestellt hat. Die Münzen werden nur nicht mehr für den Zahlungsverkehr ausgegeben. Das ist ein großer Unterschied.

Tatsächlich ist es doch so, dass die Kleinstnominale in den Ländern weiterhin geprägt und ausgegeben werden. Zum Beispiel für Kursmünzsätze.
Teilweise werden die Bestände der geprägten Münzen auch für den Zahlungsverkehr ausgegeben, eben nur nicht in den Ländern selbst.

Wenn sich ein Mensch mit einer Petition an die Öffentlichkeit wendet, sollte er auch sachlich bleiben, oder sich zumindest mal grundlegend informieren. Aber: Jeder blamiert sich so gut er kann...
:lachtot:
 
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...wenn ich so einen Mist schon sehe: "dringend in der Elektronik-Industrie benötigt".....
Neben der inzwischen nur noch nervenden Dittitalisierung - dann sollte man mal endlich richtig darauf achten, den anfallenden Elektroschrott komplett zu erfassen und auch hier zu recyclen.
 

bayreuth

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...wenn ich so einen Mist schon sehe: "dringend in der Elektronik-Industrie benötigt".....
Neben der inzwischen nur noch nervenden Dittitalisierung - dann sollte man mal endlich richtig darauf achten, den anfallenden Elektroschrott komplett zu erfassen und auch hier zu recyclen.
Kupferschrott zählt zu den am besten recycleten Metallen der Welt. Weil es wertig ist und meistens recht konzentriert (in Kabeln o.ä.) vorkommt (wenn nicht gerade als hauchdünne Verkupferung auf irgendwelchen Kleinmünzen oder Leiterbahnen vorliegend). Was derzeit im Recycling landet, wurde zu einem guten Teil vor mehreren Jahrzehnten irgendwo als Kabel in Häuser oder Erde gezogen, und verbleibt dort meistens bis zum Abriß (oder nächtlichem Besuch durch Fachkräfte aus Osteuropa). Wenn der Kupferpreis hoch ist, hat man in der Vergangenheit auch schon mal alte Trafos (kontaminiert mit PCB) aus Untertagedeponien wieder hochgefördert, weil sich das Recycling plötzlich wirtschaftlich gelohnt hat.
Bezüglich Export von e-Schrott: Da gibt es schon recht stringente Gesetzgebung diesbezüglich, und für größere Firmen ist es sehr schwer, Abfälle zu exportieren. Das wird überwiegend von einer Heerschar an kleinen Import- Export Klitschen gemacht, meistens die selben, die auch die Visitenkarten unter die Scheibenwischer stecken ("Ankauf auch Alt und viele KM"). Oftmals geführt von Personen mit Hintergrund aus just den Ländern, wo man dann unter "sachgerechter Entsorgungsbetrieb" etwas anderes versteht als hierzulande. Die Gebrauchtwagen auf den Transportern nach Westafrika sind in der Regel bis unters Dach vollgestopft mit E-Schrott. Man muss aber dazu sagen, dass oftmals vor der endgültigen Demontage im Ghettofeuer noch eine Reparatur bzw. Verwendung von einzelnen Teilen vor Ort durchaus angestrebt wird, weil man für ein funktionierendes Gerät ein vielfaches dessen bekommt, was die Metalle bringen.
 
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Auch hier der Vorschlag, den Thread durch einen Moderator oben anzupinnen.
Immerhin treffen immer mehr Staaten Maßnahmen, den Umlauf der 1 & 2 Cent-Stücke zu reduzieren und in der Presse wird regelmäßig das Für und Wieder der Abschaffung der Kleinstmünten auch in Deutschland diskutiert.
Daher sind in Zukunft sicher noch einige signifikante Verändeeungen in der Ausgabepolitik unserer Kleinmünzen auf nationaler, aber evtl auch internationaler Ebene zu erwarten.
 
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