EU-Parlament will die 1- und 2-Cent-Münzen abschaffen

chrisild

Sammler :)
Registriert
11.03.2002
Beiträge
4.180
Punkte Reaktionen
901
Eben, das steht ja auch im Artikel. Aber so etwas kann kaum funktionieren, wenn es nicht durch einen rechtlichen Rahmen begleitet wird. Den gibt es in mehreren Euro-Ländern, und dort funktioniert das Runden in aller Regel auch (landesweit, nicht nur in einer Stadt oder auf einer Insel). Doch ein solches "Rahmenrecht" werden wir in DE wohl nicht bekommen, ergo ...

Tschüs,
Christian
 
Zuletzt bearbeitet:
Registriert
05.03.2005
Beiträge
3.554
Punkte Reaktionen
2.074
Registriert
20.05.2015
Beiträge
2.757
Punkte Reaktionen
4.051
Hab ich das irgendwie verpasst oder hatten wir das Thema hier noch nicht: Bargeld: Belgische Einzelhändler sind zufrieden mit Abschaffung der Cent-Münzen

Offenbar haben die in Belgien, nachdem seit ca. 2005 immer wieder drüber diskutiert wurde, nun wirklich ernst gemacht. In dem Artikel steht sogar, dass seit Anfang Dezember die Einzelhändler bei Barzahlung auf 5 Cent runden MÜSSEN.
Ich meine schon letztes Jahr von einem Gesetzesentwurf mit genau diesem Inhalt gelesen zu haben. Aber es ist mir neu, dass dieses Gesetz am 1. Dezember in Kraft getreten ist
 
Registriert
05.03.2005
Beiträge
3.554
Punkte Reaktionen
2.074
Ich meine schon letztes Jahr von einem Gesetzesentwurf mit genau diesem Inhalt gelesen zu haben. Aber es ist mir neu, dass dieses Gesetz am 1. Dezember in Kraft getreten ist

Ja, diskutiert wurde sowas schon seit langem. Man hatte aufgrund der nicht geprägten 1 und 2 Cent 2005 und der riesigen Auflage 5 Cent 2005 schon vermuten können, dass Belgien wie die Niederlande 2004 auch bald die Rundungsregeln einführen würde. Auch gab es da wohl schon länger einen Gesetzesentwurf, den der König aber nie unterzeichnet hatte.
Ende September gab es, wie ich berichtet hatte, immer noch 1 und 2 Cent Münzen als Wechselgeld.
Mal schauen, ich kann vielleicht im Frühling nochmal nach Belgien fahren. Dann müsste ja demnach überall gerundet werden, auch in den grenznahen, deutschsprachigen Dörfern.
 
Registriert
22.08.2009
Beiträge
7.067
Punkte Reaktionen
6.181
Dann müsste ja demnach überall gerundet werden, auch in den grenznahen, deutschsprachigen Dörfern.
Wenn das je in D so gemacht wird, besorge ich mir vorher einen riesigen Vorat an Ein- und Zweicentstücken. Da bezahle ich dann die gerundeten 5 Cent in kleineren Stückelungen. :rolleyes:
 
Registriert
20.05.2015
Beiträge
2.757
Punkte Reaktionen
4.051
Wenn das je in D so gemacht wird, besorge ich mir vorher einen riesigen Vorat an Ein- und Zweicentstücken. Da bezahle ich dann die gerundeten 5 Cent in kleineren Stückelungen. :rolleyes:
Alleine schon um diese zu durchsuchen, wenn die Leute zuvor ihre lange georteten Cents zur Bank gebracht haben.
 
Registriert
22.08.2009
Beiträge
7.067
Punkte Reaktionen
6.181

numisfreund

Moderator
Teammitglied
Registriert
01.02.2005
Beiträge
12.414
Punkte Reaktionen
11.221
Ebay Username
eBay-Logo numisfreund1
Euro-Staaten wollen weiter Münzen im Milliardenwert produzieren

Trotz bargeldloser Bezahlmöglichkeiten mit Karte oder Smartphone planen die EU-Länder, auch 2020 Euromünzen in großem Stil in Umlauf bringen.

03.01.2020 18:48 Uhr
Von Friederike Marx und Jörn Bender, dpa

Zu teuer und zu umständlich, bemängeln Kritiker. Andere hängen dagegen an den kleinen Euromünzen. Auch 2020 wollen die Euroländer Geldstücke in großer Menge in Umlauf bringen – vom verkupferten Kleingeld bis zu den Zwei-Euro-Stücken. Die 19 Staaten des gemeinsamen Währungsraumes wollen wie schon im Vorjahr einschließlich Sammlermünzen Geldstücke im Gesamtvolumen von 2,1 Milliarden Euro produzieren, wie aus der Genehmigung der Europäischen Zentralbank (EZB) hervorgeht.


Die meisten Geldstücke will auch 2020 Deutschland produzieren. Auf 621 Millionen Euro beläuft sich in Europas größter Volkswirtschaft das Volumen, davon 209 Millionen Euro für Sammler. Die EZB legt jährlich anhand des von den 19 Euroländern gemeldeten Bedarfs eine Obergrenze für das Gesamtvolumen der Münzen fest. In diesem Rahmen können die Länder dann die Geldstücke prägen lassen.

Kritik am Kupferkleingeld
Umstritten sind vor allem 1- und 2-Cent-Münzen. Viele Verbraucher finden sie lästig, weil sie sich im Geldbeutel sammeln und diesen dick und schwer machen. Händler nutzen zwar gerne den psychologischen Effekt krummer Preise knapp unter dem vollen Euro, müssen dann aber an der Kasse Kleinstbeträge an Wechselgeld herausgeben.

Trotz der Kritik an dem verkupferten Kleingeld werden, gemessen an der Stückzahl, am häufigsten kleine Münzen produziert. Im Jahr 2018 gaben die Euro-Länder jeweils rund 3,4 Milliarden 1-Cent-Münzen und 2-Cent-Stücke aus. Zum Vergleich: 1-Euro-Münze und 2-Euro-Münze wurden jeweils etwa 1,5 Milliarden Mal geprägt. "Solange der Handel mit Preisen von 98 oder 99 Cent wirbt, werden die kleinen Münzen bleiben", sagt Bundesbank-Vorstand Johannes Beermann. "Es gibt eine ganze Reihe von Menschen, die mit jedem Cent rechnen. Es ist also auch eine Frage der Wertschätzung."

Europaweite Rundungsregeln gefordert
In manchen Staaten ist das Auf- und Abrunden hingegen bereits üblich – etwa in den Niederlanden, Finnland und inzwischen auch in Belgien. Die kleinen Geldstücke bleiben aber auch dort gesetzliches Zahlungsmittel. Die Abschaffung einzelner Münzen könnte nur auf europäischer Ebene beschlossen werden. Befürworter einer Abschaffung kleiner Münzen führen als Argument auch ins Feld, allein die Materialkosten zu Herstellung von 1- und 2-Cent-Münzen übersteige deren Nennwert bei Weitem.

Deutschlands Einzelhändler halten nichts von freiwilligen Rundungsregeln im nationalen Alleingang. Das wäre erklärungsbedürftig und würde den Handel in den Verdacht einer Übervorteilung des Kunden bringen, argumentiert der Branchenverband HDE. Man würde sich allenfalls der Forderung nach einer europaweit verpflichtenden Regelung anschließen. Ein Versuch von Händlern in Kleve am Niederrhein, die Nutzung der Kleinstmünzen zurückzudrängen, lief vor einigen Jahren nicht wie erhofft. Das Problem: Die Händler mussten den Kunden das Rundungsverfahren immer wieder erklären.


Quelle: dpa
 
Oben