"Fälscherfabrik" in China

Registriert
12.05.2011
Beiträge
1.203
Punkte Reaktionen
668
Ich habe diesen Link eingestellt um aufzuzeigen, wie professionell in China die "Münzfälscherei" betrieben wird. Dies war mir bislang so nicht bewußt!

In jedem Angebot steht der Artikelstandort und wenn da "Made in China" dasteht müßte doch selbst dem Dümmsten auch klar sein, daß dieser wertvolle alte Silbertaler, der da angeboten wird eine Gußfälschung ist, selbst wenn er noch so verlockend schön und alt aussieht.

Es handelt sich eben nicht um primitive Gussfälschungen, sondern um professionell hergestellte (geprägte) Falsifikate und ob jeder, der sie "anbietet" als Artikelstandort "China" angibt, wage ich zu bezweifeln, zumindest bei den "Wiederverkäufern."

Ich glaube vielmehr, dass derart professionell hergestellte Fälschungen sehr wohl auch versierte Münzkenner täuschen können und sogar, wie der Beitrag von pingu sehr anschaulich aufzeigt, den Fachhandel.
Wie leicht muss es dann sein, den "Standardanleger" zu täuschen, der nur eben mal ein Paar Euro in Silberunzen anlegen will. Vermutlich würden/werden es die meisten noch nicht einmal merken, zumindest nicht sofort.
 
Zuletzt bearbeitet:
Registriert
16.08.2009
Beiträge
5.857
Punkte Reaktionen
3.099
Genau daß habe ich unter anderem mit meiner obigen Ergänzung gemeint. Deshalb mein wichtigster Grundsatz: teurere Münzen nur! vom Münzhändler meines Vertrauens erwerben :).

Grüße Klaus

Warum das denn? Den kenn ich doch vllt gar nicht...:cool: Bist Du undercover hier im Forun unterwegs?;)
 
Registriert
30.08.2006
Beiträge
742
Punkte Reaktionen
85
... Es handelt sich eben nicht um primitive Gussfälschungen, sondern um professionell hergestellte (geprägte) Falsifikate ...

Genau das ist der Punkt! Das Misstrauen der Käufer wird immer größer, dagegen rüsten die Fälscher auf mit immer "besseren" Falsifikaten. Ich habe in dem Artikel vergeblich nach irgendwelchen Hinweisen gesucht, wie die Prägewerkzeuge hergestellt werden. Das wäre nämlich interessant. Man kann Originale mit Laserwerkzeugen abtasten und die Form danach aus dem Stempelmaterial schneiden. Oder man kann die Form mit einer Funkenerodiermaschine nach der albewährten Art von Dr. Schmidt (Hausmann) abnehmen. Oder ... weiß der ....

Ich konnte leider nicht persönlich einer Vorführung beiwohnen, so dass ich auf die Angaben eines TN angewiesen bin. Dabei schilderte mir der TN, wie ein Werkzeugmacher innerhalb von wenigen Minuten mit Laserwerkzeugen von einem 10 Pf-Stück (BRD) eine Negativform erzeugte, die die Zuschauer allgemein erstaunte. Auf die Nachfrage, wie exakt die Form sei und ob damit theoretisch falsche Groschen geprägt werden könnten, sagte er, dass die Ergebnisse jeden Nichtfachmann im Zahlungsverkehr täuschen würden. Das Problem besteht wohl nur an solchen Stellen, an denen Flächen senkrecht aufeinander treffen. Dabei kommt es immer zu Radien; es ist nur eine Frage des Aufwandes, wie klein diese werden, aber ohne Radien geht es nicht.

Deswegen ist die Frage der Herstellung der Prägewerkzeuge für die Erkennung der Fälschungen entscheidend, denn jede Methode hat für Fachleute doch ihre charakteristischen Merkmale. Ein manuell / individuell geschnittener Stempel wird eben individuelle Fehler haben, ein mit Laser angefertigter wird Radien aufweisen. Ob und wer die dann sieht / erkennt, ist eine ganz andere Frage.

Grüße
collettore
 
Registriert
02.02.2009
Beiträge
1.252
Punkte Reaktionen
694
Hallo,

heutzutage setzt sich kein Fälscher mehr hin und schneidet seine Stempel selbst. Die Herstellung von Stempeln für Münzfälschungen gleicht der, die im Bereich antiker Münzen Anwendung findet.
Die Lösung heist schlicht: "Transfer Dies".
Hellhörig sollte man sofort werden wenn auf einmal 2 Münzen mit den gleichen Randschäden und Kratzern auftauchen, besonders bei Stücken die etwas Preisintensiver sind.
Der Preis ist jedoch kein Kriterium um Fälschungen auszuschließen, es tauchen mittlerweile Fälschungen bereits im untersten Preissegment (5-10 €) auf! Es lohnt sich alles zu fälschen, was irgendwie verkaufbar ist.
Falls jemanden identische Stücke auffallen sollten diese auf jeden Fall publik gemacht werden - nur durch schonungslose Aufklärung kann dieses Treiben eingedämmt werden.
Eingedämmt daher,: ich glaube nicht daran das die Chinesen in den nächsten Jahren gegen die Münzfälscher vorgehen - da ist einfach zuviel Kapital dahinter. Und solange da nicht eingeschritten wird werden solche Machenschaften auch nicht zu verhindern sein - man kann den Fälschern nur den Markt wegnehmen, aber das ist sehr schwierig ohne Aufklärung und frei zugängige Datenbanken für Fälschungen.

Grüße
pingu
 
Zuletzt bearbeitet:
Registriert
05.02.2004
Beiträge
981
Punkte Reaktionen
60
heutzutage setzt sich kein Fälscher mehr hin und schneidet seine Stempel selbst. Die Herstellung von Stempeln für Münzfälschungen gleicht der, die im Bereich antiker Münzen Anwendung findet.
Die Lösung heist schlicht: "Transfer Dies".

Dies ist falsch!
Besonders bei antiken Münzen werden noch fleißig Stempel von Hand geschnitten. Hier wird dann bei der Fälschungserkennung besonders der Stil beurteilt. Mittelaltermünzen genauso, manche Münzen aus der Neuzeit ebenso.

Ansonsten wird die CAD Technologie eingesetzt, um neue Stempel zu machen. Die oben gezeigte Fälschungswerkstatt ist schon veraltet, zumindest deren Stempel. Die neue Generation von Fälschungen aus China ist sehr viel besser: sehr gute Stempel, passende Ronden (oder schlecht erhaltenene Orginale) und Material (Edelmetall wie die Orginale)!

Hochwertige Fälschungen können nur durch den etablierten Handel in den Markt eingeschleust werden und erzielen dann auch Marktpreise. Bei ebay werden nicht so gute Preise normalerweise erzielt. Die ganzen falschen deutschen Taler aus China werden aber immer noch fleißig meist als Schnäppchen von Anbietern aus China erstanden.

Und für die Amis und ebayer werden dann auch gleich die Slabs mitgefälscht, in denen die Fälschungen dann sind...

PS: Es werden auch Münzen gefälscht und angeboten, die ein Euro kosten.
 
Registriert
11.08.2009
Beiträge
2.092
Punkte Reaktionen
1.136
Die gefakten Slabs finde ich auch bedenklich, der Witz ist diese 4 Jahre alte Seite bei PCGS COUNTERFEIT PCGS HOLDERS
Das kanns ja wohl nicht sein, die müssten sich langsam mal was besseres einfallen lassen als die Hologramme.
Ich hätte auch grundsätzliche Bedenken eine geslabbte Münze (zur Überprüfung der Echtheit) wieder auszupacken, schon weil man dadurch erstens finanziell Einbußen hat und weil sich da doch irgendwie die Katze in den Schwanz beisst.

Eine Seite ähnlich www.zeno.ru für europäische oder zumindest deutsche Münzen wäre nicht schlecht. Zumindest müssten die auftauchenden Fälschungen irgendwo zentral dokumentiert werden können.
 
Registriert
27.12.2011
Beiträge
11
Punkte Reaktionen
0
Hier steh ich nun ich armer Tor,und bin viel dümmer als zuvor
wenn ich einmal unseren richtigen Goethe falsch zitieren darf.

An anderer Stelle des Forums habe ich mich schon als Anfänger geouted und fühle
mich nach diesem Beitrag noch deutlicher dieser Gattung zugehörig.
Nachdem ich meine ersten Ausstattungsteile Waage, Kamera usw. erworben habe,
mich über Reinigungsmöglichgkeiten informiert habe, diverse Kataloge zur Bestimmung
meiner "Münzschätze" ersteigert habe, wollte ich nun eigentlich an das Grundsätzliche des Hobbies, nämlich das Sammeln, herangehen.
Erste zaghafte Versuche über die Bucht haben mir tatsächlich einige Münzen, wie vom Verkäufer beschrieben, eingebracht. Und nun dieser Beitrag !!
Ebay kann man nur bedingt vertrauen, aber auch erfahrene Münzhändler können diesen Fakes aufliegen.
Als Anfänger, der gerade einmal VS und RS einer Münze auseinanderhalten kann, bin ich nun total verunsichert.

Was kann ich, oder auch andere Anfänger tun, um zumindest halbwegs auf der sicheren Seite bei Käufen zu sein???
 
Registriert
12.05.2011
Beiträge
1.203
Punkte Reaktionen
668
....Was kann ich, oder auch andere Anfänger tun, um zumindest halbwegs auf der sicheren Seite bei Käufen zu sein???

Das wichtigste: Erfahrung sammeln!
Lehrgeld haben wir wohl alle schon einmal irgendwie bezahlt. Deshalb sollte man als Anfänger auch nicht unbedingt zuerst an die hochpreisigen Münzen seines Sammelsgebiet herangehen. Als Sammler von DM-Gedenkmünzen würde ich nicht unbedingt mit den "ersten fünf" anfangen. Nicht nur wegen der Fälschungsgefahr, sondern auch um zuerst ein "Gespür" für die "Erhaltungsgrade" zu bekommen.
Auch wenn es heute wohl keine Münze mehr gibt, die nicht "fälschungsgefährdet" ist, gibt es doch einige. die es besonders sind (z.B. "Reichsgold") Auch wenn er keinen absoluten Schutz gewährleistet, ist der Fachhandel immer noch eine gute Adresse!
Irgendwann bekommst Du ein "Bauchgefühl". Bei Verkäufern, die hunderte von Münzen als "Privatpersonen" bei ebay vertickert haben, sagt mir mein "Bauchgefühl" zumindest bei hochpreisigen Münzen: "Lass die Finger davon!"
Bei gewerblichen Verkäufern habe ich immerhin ein Rückgaberecht, nachdem ich die Münze bereits selbst "in der Hand" hatte (bitte nicht wörtlich nehmen).
Lass Dich nicht entmutigen, was Dein neues Hobby angeht! Ansonsten wird es schwer, sich überhaupt eines zuzulegen, Heutzutage wird so ziemlich alles "gefaked" vom Markenartikel bis zum Autoersatzteil und auch bei "Originalen" wird fleißig beschissen, egal was Du kaufst oder sammelst.
Wer die Gefahren kennt, kann sie minimieren, ganz ausschließen kann man sie nicht!
 
Registriert
05.02.2004
Beiträge
981
Punkte Reaktionen
60
@muesam: Du machst es schon richtig: Möglichst viele Informationen und Erfahrung sammeln. Bei Börsen hat man noch die Gelegenheit, viele Stücke seines Sammelgebiets in die Hand zu nehmen. So bekommt man es besseres Gefühl für die einzelnen Münztypen.


Heutzutage wird so ziemlich alles "gefaked" vom Markenartikel bis zum Autoersatzteil und auch bei "Originalen" wird fleißig beschissen, egal was Du kaufst oder sammelst.
Wer die Gefahren kennt, kann sie minimieren, ganz ausschließen kann man sie nicht!

Ich habe vor ein/zwei Jahren gelesen, dass in Russland 30 Prozent aller Markenartikel im Bereich Körperpflege, die verkauft werden, gefälscht sind.
 
Oben