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Friedrich der Weise - 3 Mark 1917

Dieses Thema im Forum "Deutschland von 1871 bis 1948" wurde erstellt von Münzleihe, 4. Juni 2012.

  1. Kempelen

    Kempelen Moderator Mitarbeiter

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    Gute Frage :).

    Es gibt durchaus alte Sammler, die über Jahrzehnte hinweg Buch über Auktionsergebnisse geführt haben (und weiterhin führen).

    Wenn man auf solche Aufzeichnungen zurückgreifen kann, hat man die Möglichkeit, das Vorkommen bestimmter Münztypen (zumindest Ansatzweise) zu rekonstruieren.
    Dies vor allem dann, wenn die Angebote mit Bildern unterlegt wurden, die spezielle Eigenheiten der angebotenen Stücke dokumentieren. Dann kann man schon erkennen, ob bei 10 Auktionen 10 verschiedene Münzen angeboten wurden, oder evtl. beispielweise nur 3 verschiedene, dafür aber öfter ...

    Hallo Rollentöter

    Ich habe nur Fragen gestellt ! ;)

    Weiterhin halte ich es nicht für sinnvoll, Behauptungen nur aus reinem Geschäftsinteresse heraus aufzustellen.
    Seriösität ist meiner Meinung nach beim Münzenhandel nämlich das A und O ...
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Juni 2012
  2. Kronerogøre

    Kronerogøre

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    Ein Teil der Stücke lässt sich sicher über eine gewisse Strecke zurückverfolgen, bei Münzen dieses Kalibers ist es nicht unüblich, in Auktionskatalogen auf die Herkunft zu verweisen, ich glaube der schicke Ausdruck dafür lautet " Provenienzanalyse ".
    Das auf der 213. Künker zur Versteigerung kommende Exemplar beispielsweise stammt von der Auktion USB September 2001 ( Los 1823 ).
    Man müsste sich also von Katalog zu Katalog hangeln, um Besitzerstammbäume zu erstellen, bei einer Auflage von 100 Stück ist das theoretisch sicher so weit durchführbar, dass man am Schluss belegen kann, wieviel Exemplare auf dem Markt hin- und herbewegt werden. Sicher eine spannende Aufgabe, aber leider mit Arbeit und Familie nur schwer zu vereinbaren:confused:.

    Mal eine andere Frage : Ist bekannt, wieviel FdW`s sich in offiziellen Sammlungen befinden ?
     
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  3. Kronerogøre

    Kronerogøre

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    Hier habe ich einen Quellenhinweiss für mögliche Verluste gefunden :

    " Laut Arnold/Fischer/Arnold soll von den ausgeprägten 100 Exemplaren der größere Teil wieder eingeschmolzen worden sein. " ( Quelle : Auktionskatalog 71. Höhn )

    Eingeschmolzen klingt ja nach zeitnah nach der Prägung erfolgter Vernichtung, nicht nach Kollateralschäden des 2. Weltkriegs.

    Wir haben also zwei Erklärungsmuster für eine mögliche Bestandsdezimierung.
     
  4. Raphael

    Raphael Super-Moderator Mitarbeiter

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    Manche Fragen sind besser als die (möglichen) Antworten.

    Diese Angabe wäre für Verkäufer ein echter Pfund! Ich könnte mir gut vorstellen, dass es "mindestens" 10 "Museen" gibt, die einen FdW haben.

    Na ja, "Verschwörungstheorien" kommen bei Viellen gut an, besser als nackte Fakten.
     
  5. Kempelen

    Kempelen Moderator Mitarbeiter

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    Genau darauf wollte ich hinaus ;).

    Die Arbeit, den Weg eines großen Teils dieser 100 Münzen nachzuverfolgen, wäre theoretisch vielleicht sogar machbar.
    Aber wer hat die Zeit, sich dies anzutun ...

    Unabhängig davon haben wir, wie ich finde, ein interessantes Thema angestoßen :).
     
  6. Rex Danny

    Rex Danny

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    Ob's nun 100 oder nur 80 Exemplare davon gibt ist meiner Meinung nach Jacke wie Hose, die Superrarität ist es wohl nicht. Preislich natürlich sehr ambitioniert, aber wenn Mans mit der Preisentwicklung beim Reichsgold, in der Relation zur Auflage sieht....direkt ein Schnäppchen.

    Mir hat mal ein Gutachter erzählt, daß man so grob über den Daumen immer von 10 Prozent einer Auflage ausgehen könnte, die am Markt zirkuliert, bzw zur Disposition steht.

    Was verlustig gegangen sein könnte halte ich für reine Spekulation und individuell sehr unterschiedlich.

    Wer meldet eine Münze verschollen, wenn seine Familie im Bombenhagel umkam?

    Zylka schrieb mal in seiner Hauspostille, daß Walter Ulbricht zu seinem 70. Geburtstag eine weisen Friedrich bekam. Kurz darauf seine Frau wohl auch einen. Außerdem seien wohl die original Stempel um diesen Zeitpunkt herum aus dem Museum verschwunden. Experten für die Randeisen hatten zu dem Zeitpunkt auch noch gelebt. Weiter hätten Stasi und Konsorten geeignete Vertriebswege in den Westen gehabt um tröpfchenweise Stücke in den Markt zu geben.

    Fazit: Nur Kauf bei entsprechend alter und echter Expertise.

    Woher Zylka seine Weisheiten bezog weiß ich allerdings auch nicht.

    Aber wer bietet schon auf Friedrich den Weisen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Juni 2012
  7. hegele

    hegele Registered User

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    Wenn ich hier als Beispiel die Losnummer 6157 der Künker-Auktion 213 anführen darf. Jaeger 178 - 3 Mark 1916. Regierungsjubiläum, Württemberg.

    In meinem Jaeger (Auflage 17 von 2001) heisst es dazu:
    Ursprünglich waren 100.000 Stück beantragt und genehmigt worden.
    Wegen der auf dem Silbermarkt herrschenden Verhältnisse
    wurden jedoch zunächst nur 1000 Stück ausgeprägt. Eine Nachprägung
    nach Friedensschluß war vorgesehen.
    Von den 1000 Stück fielen einige Stücke dem Brand der Stuttgarter
    Münze zum Opfer. Bis in die 50er Jahre hinein konnte man
    bei der Stuttgarter Münze 3-Mark-Stücke bestellen und wurde
    aus den Restbeständen beliefert.


    Künker schreibt dazu im Auktionstext:
    Kurt Jaeger schreibt zu dieser Münze: "Von 1.000 Stück sollen 500 Stück amtlich wieder eingeschmolzen worden sein. Ein Restposten von etwa 150 Stück fiel dem Brand der Stuttgarter Münze im März 1944 zum Opfer. Es sind also nur noch rund 350 Stück übrig geblieben".


    Hat jemand einen anderen Jaeger, in dem das steht ?
     
  8. Rex Danny

    Rex Danny

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    Ich hab einen Jäger von 1969, da heißt es.

    Diese Stücke wurden poliert geprägt und die Vorderseite mit Sandstrahl mattiert. Daduch erklären sich die fast durchweg vorkommenden Beschädigungen des Randes. Lt. Numismatischem Nachrichtenblatt 1963
    Wurden etwa 500 Stück amtlich wieder eingeschmolzen und ein Restposten von etwa 150 Stück fiel dem Brand zum Opfer,
    es sind nur etwa noch 350 Stück erhalten.

    Identisch mit der Kùnker Angabe. Udo Helmig erzählte mir, daß er mal 30 dieser Münzen auf einmal auf einem Tablett zur Begutachtung vorliegen hatte. Da bestehen scheinbar richtige Horte, obwohl nur geringes Vorkommen.

    P.S. Jaeger zitiert dieses Numismatische Nachrichtenblatt, es ist wohl keine eigene Erkenntnis.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Juni 2012
  9. Kronerogøre

    Kronerogøre

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    Mit "Arnold/Fischer/Arnold " im Katalog der 71. Höhn ist sicher Paul Arnold, der langjährige Direktor des Dresdener Münzkabinetts ( 60er Jahre bis kurz nach der Wende ) gemeint. Ich frage Höhn mal, auf welches Dokument sie sich da beziehen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. Juni 2012
  10. Le Achim

    Le Achim

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    Ohne Garantie, evtl. von Münchhausen !

    Mir fällt dazu ein, das ich mich mal mit einem Münzhändler hier (Sachsen) über den Fr.d.W. gesprochen hab, die Gerüchteküche sagt, der damalige sächs. "Schäuble" hätte sich alle 100 St. als sein Gehalt verrechnen lassen. Der soll damals 'Nagel' geheißen haben, wovon der Spruch "unter den Nagel gerissen" stammen soll.
    Ob diese Mär stimmt ??? Und ob der damalige Finanzminister tatsächlich Nagel hieß u. er am Zahltag mit den Scheiben ins Wirtshaus ist :confused: ? Leider nix ergurgelt und mein Oppa kann ich nicht mehr fragen.
    Ein Zacken Wahrheit soll ja immer an jeder Legende dran sein.

    Micha
     
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