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Führerschein auf Zeit für ältere Menschen

Dieses Thema im Forum "Plauderecke" wurde erstellt von Murdoc87, 1. April 2013.

  1. Murdoc87

    Murdoc87 Moderator Mitarbeiter

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    eigentlich muss ich mich ja nicht rechtfertigen, aber eine paar sätze möchte ich doch gern dazu sagen:

    darauf ist der bachelor doch gar nicht ausgerichtet. wir haben 6 wochen zeit die arbeit zu verfassen. ganz ehrlich, was will man in dieser zeit großartig reißen? literaturstudium, erstellen von verschiedenen modellen und die ausformulierung der arbeit lassen sich nicht auf 6 wochen komprimieren. zumindest nicht, wenn die qualität darunter nicht leiden soll. hätte ich ein halbes jahr zeit dazu, hätte ich kein problem damit mich in der fußgängerzone, vor einkaufszentren etc. hinzustellen und die entsprechenden leute anzusprechen und zu befragen.

    meine meinung über den bachelor ist eh schon ziemlich getrübt. meiner meinung nach hat man sich damit in deutschland keinen gefallen getan...
     
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  2. Ruhejofes

    Ruhejofes

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    In Deutschland gibt es die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU). Wenn einer ein neues Verfahren vorschlägt, dann muss er den Nutzen gegenüber der MPU nachweisen; zumindest sollte man in der Diskussion darauf eingehen.
     
    Zuletzt bearbeitet: 20. Juli 2013
  3. hekuhn

    hekuhn

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    Nur 6 Wochen für eine eigenständige wissenschaftliche Arbeit, auf gutem Niveau und mit aussagekräftigem Ergebnis???? Wo sind wir in Deutschland nur gelandet?
     
  4. numisfreund

    numisfreund Moderator Mitarbeiter

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    Da, wo man in Europa alle gemeinsam mit dem "Bologna-Prozess" hin wollte - zur Schaffung eines einheitlichen Europäischen Hochschulraums mit einheitlichen Abschlüssen. Er beruht auf einer 1999 von 29 europäischen Bildungsministern im italienischen Bologna unterzeichneten, völkerrechtlich nicht bindenden Bologna-Erklärung.

    "Der Bologna-Prozess verfolgt drei Hauptziele: Die Förderung von Mobilität, von internationaler Wettbewerbsfähigkeit und von Beschäftigungsfähigkeit.

    Als Unterziele umfasst dies unter anderem:
    - die Schaffung eines Systems leicht verständlicher und vergleichbarer Abschlüsse, auch durch die Einführung des Diplomzusatzes,
    - die Schaffung eines zweistufigen Systems von Studienabschlüssen (konsekutive Studiengänge, undergraduate / graduate, in Deutschland und Österreich als Bakkalaureus/Bachelor und Magister/Master umgesetzt),
    - die Einführung eines Leistungspunktesystems, des European Credit Transfer System (ECTS),
    - die Förderung der Mobilität durch Beseitigung von Mobilitätshemmnissen; gemeint ist nicht nur räumliche Mobilität, sondern auch kulturelle Kompetenzen und Mobilität zwischen Hochschulen und Bildungsgängen,
    - Förderung der europäischen Zusammenarbeit bei der Qualitätsentwicklung,
    - die Förderung der europäischen Dimension in der Hochschulausbildung,
    - das lebenslange bzw. lebensbegleitende Lernen,
    - die studentische Beteiligung (Mitwirken an allen Entscheidungen und Initiativen auf allen Ebenen),
    - die Förderung der Attraktivität des europäischen Hochschulraumes,
    - die Verzahnung des europäischen Hochschulraumes mit dem europäischen Forschungsraum, insbesondere durch die Eingliederung der Promotionsphase in den Bologna-Prozess.

    Ein weiteres Ziel ist die Integration der sozialen Dimension, sie wird als übergreifende Maßnahme verstanden und bildet somit keinen eigenen Schwerpunkt."


    Quelle und mehr

    Dieser Prozess ist nicht unumstritten gewesen ... , aber im Sinne eines Vereinten Europas mit vergleichbaren beruflichen und wissenschaftlichen Abschlüssen.
     
  5. hekuhn

    hekuhn

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    Den guten Willen zur Vereinheitlichung erkenne ich an. Stärker als der gute Wille interessiert mich das erzielte Ergebnis.

    Ich (Diplom) war ein typischer Bummelstudent. Wein, Weib und Gesang waren häufig wichtiger als die Vorlesungen am nächsten Tag. Es scheint mit Bachelor und Master in's Gegenteil umgeschlagen zu sein. Statt Bummeln jetzt Hektik und Stress.

    Für die besprochene Bachelor-Arbeit sehe ich zwei Möglichkeiten:

    a) 6 Wochen Zeit: Murdoc87 kennt die Regeln des wissenschaftlichen Arbeitens und weist dies in seiner Arbeit nach. Damit ist der Zweck der Arbeit erfüllt und das erbrachte Ergenis wohl nicht so wichtig. Da nicht repräsentativ, ist die Arbeit für Andere nicht nutzbar. Murdoc87 wird notgedrungen unterhalb seiner tatsächlichen Möglichkeiten bleiben müssen.

    b) bis zu einem Jahr Zeit: Murdoc87 erstellt eine anspruchsvolle Arbeit. Das Ergebnis ist repräsentativ. Er ergründet auch die Motivation hinter den abgegebenen Antworten. Es entsteht ein Werk das für Andere als Quelle benutzbar ist. Auf dem vorgelegten Ergebnis können Andere aufbauen.

    Fall a) ist wohl Realität. Fall b) allerdings gefiele mir weitaus besser.

    Viele Grüße
    Hermann
     
  6. Ruhejofes

    Ruhejofes

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    Die Bundesregierung hat gestern den Antrag der Grünen auf eine regelmäßige Führerschein-Pflicht-untersuchung für Ältere ab 75 Jahren abgelehnt.
    Quelle: Fernseh-Nachrichten

    PS Anfrage vom 28.01.2016
    wir haben von Ihnen eine Kontaktanfrage mit folgenden Daten erhalten:

    Betreff: Ministerium allgemein

    Nachricht: Dieser Tage lief in einem Fernsehsender ein Band unten mit der Nachricht ab, dass das Bundesverkehrsministerium einen Antrag der Grünen auf eine regelmäßige Führerschein-Pflichtunseruchung für Ältere ab 75 Jahren abgelehnt hat.
    Darf ich um ihre schriftliche Erklärung dazu bitten?
    Mit freundlichen Grüßen
    ...

    Sehr geehrte Damen und Herren,
    Ihre E-Mail ist beim Bürgerservice im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur eingegangen. Ihre Fragen werden von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern schnellstmöglich beantwortet. Ihre persönliche Meinung zu aktuellen Themen nehmen wir gern als Hinweis für unsere Arbeit auf.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Februar 2016
  7. FooFighter

    FooFighter

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    Ich versteh' es einfach nicht...
     
  8. Uwe-11

    Uwe-11

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    Die Regierung möchte eben unter allen Umständen ihre Stammwählerschaft nicht vergraulen.
    Da fallen einige spektakuläre Unfalle auf Grund von Senilität oder Sehschwäche nicht so sehr ins Gewicht.
     
  9. Seltengast

    Seltengast Moderator Mitarbeiter

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    Davon gehe ich auch aus. Dabei geht es ja nicht darum, die Alten generell aus dem Verkehr zu ziehen, sondern die schwierigen Fälle. Ich kann ein Lied davon singen, denn in meiner unmittelbaren Nachbarschaft leben so einige Senioren, die in schöner Regelmäßigkeit die berühmte Schneise der Zerstörung hinter sich lassen. ;)
     
  10. bayreuth

    bayreuth Moderator Mitarbeiter

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    Das erinnert mich an die Erlebnisse meiner vor etlichen Jahren verstorbenen Oma.
    Mit ihren Freundinnen hat sie sich immer 2-3x die Woche zum Nachmittagskaffee getroffen, und ab und haben die Damen auch einen Ausflug gemacht (meistens zum Besuch in irgendwelchen Krankenhäusern oder auf Geburtstage, oder zum Arzt in die nächste Kleinstadt).
    Meine Oma war (mit Ende 70) die jüngste in der Runde, 2 waren so um die 80 und die einzige Dame im Quartett die jemals den Autoführerschein gemacht hatte zählte am Ende stolze 89 Lenze, und litt an Alzheimer im fortgeschrittenen Stadium. Hatte aber natürlich ein Auto (Kleinwagen), und war damit natürlich per Definition "designated driver". Meine Oma konnte noch eingermaßen gut sehen, also musste sie immer auf dem Beifahrersitz sitzen und Navigieren (rechts / links / geradeaus / langsam / stopp), denn die Fahrerin konnte zwar das Fahrzeug bedienen, wusste die meiste Zeit über aber nicht wo sie war (und am Ende leider auch nicht mehr wer) und hätte den Heimweg niemals alleine gefunden. Lustig wurde es dann, wenn sich die Verkehrsführung durch Baustellen oder Straßensperrungen geändert hatte, weil dann meine Oma den Weg nicht mehr kannte und oft lange Umwege und Suchfahrten nach bekannten Örtlichkeiten folgten.
    Einmal hat mir meine Oma erzählt, dass sie nach einem Besuch 2 Stunden das Auto auf einem Besucherparkplatz vom Krankenhaus suchen mussten, weil keiner der 4 mehr wusste wo sie geparkt hatten, und nur noch bekannt war dass das Auto weiß lackiert ist. Im Heimatdorf war das einfacher, da stand nämlich nur 1 Auto vor dem Haus herum, und in der Straße gab es sonst halt keine weißen Autos, wozu also die Marke oder sonstige Details merken?
    In meherern Jahren dieser Praxis gab es nur einen kleinen Unfall, als ein geschmückter Osterbrunnen sich aus dem Nichts vor das mit Schrittgeschwindigkeit in einer Fußgängerzone fahrende Fahrzeug warf. Dazu muss man wissen, das die Fußgängerzone an dieser Stelle für meine Oma unbekannt war, weil "Früher konnte man da ganz normal zum Wirtshaus durchfahren". Ich habe sie gefragt, wann das gewesen sei, weil weder mir noch meinem Vater an der Stelle ein Wirtshaus bekannt war. Es stellte sich dann heraus, das der letzte Besuch meiner Oma in dieser Kleinstadt fast 6 Jahrzehnte her war (und damals mit dem Pferdegespann erfolgte).
    Mal ehrlich, wer will den alten Menschen die alleine auf dem Dorf weitab der Städte wohnen denn die letzte Mobilität wegnehmen? In einer Großstadt ist sowas eh nicht möglich, weil es sofort auffällt.
    Vielleicht könnte man aber eine Untersuchung mit einer Geschwindigkeitsdrosselung verknüpfen (dass man nicht versehentlich Vollgas gibt). Oder mit besserer Förderung autonom fahrender Fahrzeuge.
     
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