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Führerschein auf Zeit für ältere Menschen

Dieses Thema im Forum "Plauderecke" wurde erstellt von Murdoc87, 1. April 2013.

  1. Murdoc87

    Murdoc87 Moderator Mitarbeiter

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    So lange es diesen Lobbyismus in Deutschland gibt, wird sich hier eh nichts ändern. Und die Sache mit den Wählern... ob es angesichts der aktuellen angespannten politischen Lage noch so viele Wähler der aktuell regierenden Parteien gibt ist auch fraglich.

    Das Argument mit der letzten Mobilität ist für mich nicht mehr als ein Totschlagargument. Spätestens wenn ein geliebter Mensch von einem Senior überfahren wird, welcher sonst nicht mehr aus dem Haus kommt und ja nur eben seine Einkäufe erledigen wollte, werden einige hier ihr Denken umstellen.
     
  2. Ruhejofes

    Ruhejofes

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    Az.: K 16 - MB 6675 Tests zur Fahrtauglichkeit älterer Bürger

    Buergerinfo, BMVI

    Sehr geehrter Herr ...,

    vielen Dank für Ihre Anfrage.

    Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur verfolgt die Unfallentwicklung älterer Kraftfahrer seit langem mit großer Aufmerksamkeit. Die Zahlen der Unfallstatistik lassen derzeit nicht den Schluss zu, dass von älteren Kraftfahrern ein erhöhtes Unfallrisiko ausgeht. Das Gegenteil ist anzunehmen. Die Unfallbeteiligung älterer Kraftfahrer ist deutlich niedriger als die jüngerer Altersgruppen, auch proportional zu ihrem Anteil an der Bevölkerung.

    Die relativ geringe Unfallbeteiligung älterer Kraftfahrer ist vor allem darauf zurückzuführen, dass ältere Kraftfahrer ihre mit dem Alter einhergehenden Leistungsbeeinträchtigungen kompensieren können. So vermeiden sie etwa Fahrten in der Dämmerung und Dunkelheit und fahren oft nur ihnen vertraute Strecken. Dennoch bedarf dieses Thema einer besonderen Aufmerksamkeit, da der demografische Wandel sich auch auf Deutschlands Straßen widerspiegelt. Durch die erhöhte Mobilität von Senioren zeigt sich deutlich eine erhöhte Teilnahme am Straßenverkehr. Aus wissenschaftlicher wie auch ökonomischer Sicht würde die Einführung einer altersabhängigen Überprüfung aller Verkehrsteilnehmer (generalpräventiver Ansatz) weder einen Zugewinn an Verkehrssicherheit bewirken noch würde dies den Mobilitätsbedürfnissen älterer Menschen gerecht werden. Der hohe Aufwand, der für die Durchführung regelmäßiger Tests in Deutschland erbracht werden müsste, ließe sich andernorts effektiver für eine Zunahme der Verkehrssicherheit verwenden.

    Wichtige Ansprechpartner für die Senioren sind jedoch die Hausärzte, deren Beratungskompetenz zur Fahreignung unterstützt werden sollte. Das Bundesministerium ist der Meinung, dass den Hausärzten eine besondere Bedeutung zukommt, da ältere Menschen den Rat ihrer Ärzte eher annehmen als etwa die Ratschläge der eigenen Familie.
    Ärzte, insbesondere Hausärzte, haben eine besondere Verantwortung bei der Beratung der Senioren in Bezug auf die Fahrtüchtigkeit. Aus diesem Grunde hat die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt), eine dem Bundesministerium nachgeordnete Behörde, einen Bericht "Handbuch zur Verkehrssicherheitsberatung älterer Verkehrsteilnehmer durch Ärzte" erstellt. Weiterhin hat die BASt die Grundlagen für ein praxis-taugliches "Screeningverfahren" entwickelt, mit dem Hausärzte einschätzen können, ob bei dem Patienten verkehrssicherheitsrelevante Einschränkungen vorliegen könnten. Darüber hinaus wurde eine Weiterbildungsmaßnahme für Hausärzte zur Stärkung der Beratungskompetenz konzipiert und evaluiert, die in den letzten Jahren genutzt und auch bereits zertifiziert wurde. Eine kontinuierliche Weiterentwicklung bzw. Fertigstellung der o. g. "Instrumente" ist ein prioritäres Ziel der BASt.

    Auch bei der Umsetzung der sog. 3. EG-Führerscheinrichtlinie ist das Thema regelmäßiger Gesundheitsüberprüfungen diskutiert worden.
    Die Auswertung der Unfallzahlen in Deutschland lässt es jedoch zu, von regelmäßigen Eignungstests für Pkw-Fahrer abzusehen. Sicher ist aber auch, dass alle Regelungen regelmäßig auf Ihre Wirksamkeit hin überprüft werden, so dass nicht ausgeschlossen werden kann, dass aufgrund der demografischen Entwicklung in Deutschland künftig eine regelmäßige Gesundheitsüberprüfung etwa für Senioren eingeführt werden könnte.

    Bis dahin setzt das Bundesministerium auf freiwillige Maßnahmen. Die Werbung für freiwillige Gesundheitschecks erfolgt in erster Linie über die Umsetzerverbände des Bundesministeriums, den Deutschen Verkehrssicherheitsrat (Deutscher Verkehrssicherheitsrat e. V. (DVR)) und die Deutsche Verkehrswacht (Herzlich willkommen auf der Homepage des DVW | DVW e.V.).

    Mit freundlichen Grüßen
    Im Auftrag

    Ihr Bürgerservice

    Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur
    Referat K 16 - Bürgerservice, Besucherdienst
    Invalidenstraße 44
    10115 Berlin
     
  3. Murdoc87

    Murdoc87 Moderator Mitarbeiter

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    Danke Ruhejofes für deine Erkundigungbeim BMVI. Leider sind das alles Argumente, die ich damals schon während meiner Arbeit gehört und gelesen habe.

    Meiner Meinung nach wird ein ganz wesentlicher Punkt beiliegen Statistiken vernachlässigt, wenn nicht sogar absichtlich ausgeblendet: die Fahrleistu g einzelner Altersgruppen. Die Wahrscheinlichkeit einen Unfall zu verursachen oder in einen Unfall verwickelt zu werden ist doch wesentlich höher, wenn ich jeden Tag zur Arbeit und zurück pendeln muss und dabei täglich 100 km zurücklegen, als wie wenn ich 2x die Woche zum Einkaufen und zum Arzt fahre. Ich denke schon, dass bezogen auf die Fahrleistung die Senioren eine höhere Unfallbeteiligung haben.

    Die Abwälzen des ganzen auf die Hausärzte ist auch wieder typisch. Gerade auf dem Land werden Ärzte dringend benötigt. Die paar, welche dort noch sind, sind heillos überfordert. Ich denke nicht, dass diese großartig viel Zeit haben, um mit den Senioren über ihre Fahrtauglichkeit zu reden...

    Auf Grund der aktuell eh schon schlechten Umfrageergebnisse der großen Parteien möchte man sich die große Wählerschaft der Senioren nicht auch noch vergraulen. Vielleicht kommt ja der Umbruch doch noch irgendwann. Meine Einschätzung ist nicht in den nächsten 20 Jahren.
     
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  4. Fusselbär

    Fusselbär

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    Diese Sichtweise ist für mich nun wieder etwas gewöhnungsbedürftig. Will man eine statistische Hochrechnung der Unfallzahlen anhand gefahrener Km pro Jahr? Oder sollten nicht eher doch die tatsächlichen Unfälle/Jahr und Personengruppe betrachtet werden.
    Und um gleich vorzubeugen, jeder Unfall ist einer zuviel, der eines älteren Mensche mit oder ohne Beeinträchtigung und auch der eines jüngeren mit oder ohne Drogen und oder Alkoholbeinträchtigung.

    Was mich an diesem Thred stört ist eine unteschwellige Generelle Unterstellung. Auch wenn du es sichelich nicht so meinst. Wenn eine ärztliche Pflichtuntersuchung, dann von Zeit zu Zeit für alle!
     
  5. ohdschey

    ohdschey

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    Die etablierten Parteien werden sich doch das Wahlergebnis nicht selbst kaputt machen. Wie soll sonst die Stammwählerschaft ins Wahllokal kommen? Mit Rollator schafft die es nicht aus eigener Kraft .........
     
  6. bayreuth

    bayreuth Moderator Mitarbeiter

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    Wenn ich so sehe, wer hierzulande Autofahren darf und v.a. wie gefahren wird (v.a. die tiefergelegten 3er BMW in der Innenstadt, die ihre Rennen fahren wo se wollen) sollte zu allererst mal eine Psychologische Untersuchung, und danach eine Dashcampflicht eingeführt werden. Für alle.
     
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  7. Ruhejofes

    Ruhejofes

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  8. DDresdner

    DDresdner

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    Bitte nicht die (geistigen) Lichthupen-Tiefflieger vergessen, die meinen, sie hätten als Audi-BMW-Mercedes-Business-Class-Fahrer die linke Autobahnspur für Tempo(mat) 220 gepachtet und jeder, der sich gerade im Überholvorgang befindet, soll doch bitte den auf der Mittelspur fahrenden Fahrzeugen in den Sicherheitsabstand hineinfahren, damit sich die Scheibenbremsen mit zugehörigen Belägen und das Bremslicht nicht abnutzen, geschweige dem, dass man zu einem wichtigen Geschäftstermin eine Minute später kommt...:wut:
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. September 2017
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  9. lorry62

    lorry62

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    Ich habe nix gegen jemanden der mit 200 Klamotten über die Autobahn schießt (mache ich auch, wenn entsprechend Platz ist) - aber dabei die "Vorderleute" mit aller Gewalt nach rechts zu prügeln, ist ne (gefährliche !) Frechheit.

    Es gibt Strecken, auf denen man oft genug ohne weiteres solche Geschwindigkeiten fahren kann, ohne Dritte zu gefährden. Auf manchen Autobahnen kann man zwei, drei Kilometer voraussehen und ist völlig allein auf der Strecke; da ist sowas kein Problem.

    Aber egal wo: wenn ich so schnell fahre, muss ich halt weit genug nach vorne schauen, um rechtzeitig aus dem Gas zu gehen, ohne andere zu irgendwelchen Brems- oder Ausweichmanövern zu zwingen. Umsichtig zu fahren ist nicht allein eine Frage, wie schnell man im entsprechenden Augenblick ist.

    Meine Erfahrung: nicht nur den direkten Vordermann beobachten, sondern auch den "Vor-Vordermann" zu beobachten. Wer später als der direkte Vordermann bremsen muß (egal wie stark), ist meistens derjenige der zu wenig aufgepasst hat. Glt meiner Meinung auch für jede Geschwindigkeit - egal ob 130 oder 220.
     
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