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Gedankenexperiment

Dieses Thema im Forum "Plauderecke" wurde erstellt von numis nr.1, 31. Oktober 2012.

  1. hegele

    hegele Registered User

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    Ein guter alter Bekannter von mir hat seine Münzsammlung vor etwa 15 oder 18 Jahren der Stadt gestiftet. Er ist inzwischen seit 10 Jahren tot.
    Mit der Sammlung bei der Stadt passiert rein gar nichts.
    Es gibt da eine Stiftung, ich bin Mitglied im Stiftungsrat, der einmal pro Jahr zusammenkommen sollte. Aber selbst das passiert nicht, wenn man die Stadt nicht immer wieder dran erinnert.
    Immer wieder mal wird, wie 112233 richtig sagt, eine oder höchstens zwei Vitrinen im Bürgerhaus ausgestellt, aber das ist es dann auch schon.

    Meiner Meinung nach wäre es sinnvoller gewesen, die Sammlung der Familie zu hinterlassen. Die hätte sie verkauft und die Münzen wären vielen Sammlern zugute gekommen.
    Aber so passiert gar nichts damit.
     
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  2. Eligius

    Eligius

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    Das ist eine traurige Geschichte... Eine - wahrscheinlich - mit viel Herzblut zusammengetragene Sammlung wird der Stadt "vermacht" in der Hoffnung, dass diese das auch wertschätzt und dann doch nicht tut.
    Hegele, du hast ganz Recht, am besten hätte er die Sammlung seiner Familie vermacht. Die hätte sie als Andenken behalten oder veräußern können. Davon hätte sie selbst was gehabt - und andere Sammler natürlich auch.

     
  3. Kempelen

    Kempelen Moderator Mitarbeiter

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    Hallo Alfons

    Du magst in diesem Fall durchaus Recht haben.

    Bei mir ist es aber so, daß die Geschichtstalersammlung nur ein Teil meiner gesamten Sammlung ist.
    Für meine Erben bliebe auf jeden Fall noch einiges übrig.

    Momentan sind das allerdings alles nur Gedankenexperimente, äh .. Gedankenspiele ;).
    Mit meinen 43 Jahren sind diese vielleicht (hoffentlich) auch noch etwas verfrüht (?!).
     
  4. numisfreund

    numisfreund Moderator Mitarbeiter

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    Das hoffe ich doch sehr ... ;)
     
  5. hekuhn

    hekuhn

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    Wäre trotzdem schade, wenn am Schluss 90% der Sammlung im Museumskeller vergammelt.

    Ich würd mir in Bayern ein Schloss oder ne Burg suchen; in Privathand und für Touristen zugänglich. Die Chancen auf eine Ausstellung der kompletten Sammlung in würdigem Umfeld scheinen mir dort weitaus größer zu sein.

    Viele Grüße
    Hermann
     
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  6. diwidat

    diwidat

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    - mit dem Gedanken hatte ich mich auch schon beschäftigt.
    Nach einem Gespräch mit dem Leiter unseres Landesmuseums bin ich aber zu der Erkenntnis gekommen, daß die größeren Museen an solchen "Peanuts" überhaupt nicht interessiert sind - Argument: Erstens haben wir garkeinen Platz um so etwas auszustellen - es muss auch eine eigene Vitrine sein um es nicht mit dem Altbestand zu vermischen - zweitens brauchen wir Personal und Sicherheitseinrichtungen, für die wir kein Geld haben - und drittens - wenn diese Exponate keinen zusätzlichen Besucher in unser Haus bringen, haben wir nichts davon -> also ab in den Keller :D

    Sicherlich hat sich von hier noch niemand die "Vormünzlichen Zahlungsmittel" angesehen, aber was mache ich dann später damit?

    Prim-Geld.jpg

    in der vorliegenden Aufbewahrung könnten sie auch gleich so in in den Keller, dann aber in den eigenen. Da meine Kerze aber schon viiiel weiter runtergebrannt ist, als die vom Kempelen, mache ich mir keine Sorgen.

    Und - für unser Museum habe ich Verständnis - das sind heute Wirtschaftsbetriebe - was nichts bringt, wir auch nicht freiwillig eingefügt, höchstens eingebunkert.
    Das Münzkabinett ist eh schon wegen Personalmangel geschlossen! mit excellenten Beständen aus unserer Münzstätte, die seit 1827 arbeitet -> heute immer noch!

    Gruß diwidat
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Dezember 2012
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  7. hegele

    hegele Registered User

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    Der Sammler sieht seine Sammlung immer mit anderen Augen und meint meist, sie sei weit mehr wert (ideell meine ich) und müsste doch für alle interessant sein zum anschauen.

    Dabei interessiert den Großteil der Leute eine Spezialsammlung gleich Null.
    Deshalb sage ich zu meinen Kinder immer, mir ist egal, was ihr damit macht. Ich hatte meinen Spass dran, und wenn ihr vom Verkauf profitiert und auch Spaß dran habt, dann ist das gut.
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. Dezember 2012
    schurl, varukop, Seltengast und 2 anderen gefällt das.
  8. corrado26

    corrado26

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    Ich war lange Jahre in leitender Position in einem staalichen deutschen Museum beschäfigt und wenn ich eines in dieser Zeit gelernt habe, dann ist es das, dass ich garantiert niemals etwas einem Museum stiften würde - nicht einmal einen einzigen Cent. Die sammlerische Wertschätzung jahrzehntelang gehorteter Schätze geht den Museums-Sesselpoopsern völlig ab, vor allem fehlt es gravierend am besonderen Verantwortungsbewusstsein gegenüber anvertrautem Gut, das man eigentlich voraussetzen muss.

    Da dem so ist, wird meine in vielen Jahrzehnten zusammengetrage umfangreiche Sammlung an süddeutschen Talern des 16. und 17. Jahrhunderts, römischen Sesterzen des 1. Jahrhunderts und griechischen Tetradrachmen dereinst von meiner Frau wieder dem Sammlermarkt zur Verfügung gestellt werden. Über Mangel an Interesse daran wird Sie sich, wenn ich alleine die Auktionsergebnisse des vergangenen Jahres betrachte, garantiert nicht beklagen können.
    corrado26;)
     
  9. Kempelen

    Kempelen Moderator Mitarbeiter

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    Vielen Dank für eurere Meinungen :).

    Ich sehe schon auch das Problem, wie man die Münzen am besten in einem Museum präsentieren soll. Eine große (wenn nicht sogar entscheidende)Voraussetzung wäre natürlich, daß sich das Museum für die Sammlung ernsthaft interessieren würde - günstigstenfalls dort sogar ein Numismatiker arbeitet.
    Weiterhin stellt sich die Frage der Diebstahlsicherung. Aber wenn (wie in diesem Fall ein Museum) jemand etwas wertvolles geschenkt bekommt, muß er halt auch noch eine Eigenleistung erbringen.

    Letztendlich sind das momentan noch Gedankenspiele. Vielleicht wäre es eine viel bessere Lösung, jemandem aus dem eigenen Verwandten- oder Bekanntenkreis für die Sammlung zu interessieren. Das wäre dann eine schöne Sache, wenn die Sammlung weitergeführt und erhalten bliebe.
    Allerdings stellt sich irgendwann wieder das gleiche Problem - und zwar dann, wenn der "Erbe" selbst zum Erblasser wird.

    Aber gut, man kann nicht für alle Ewigkeiten vorausplanen ;).
     
  10. diwidat

    diwidat

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    Ein Museum ist keine Person, der man etwas schenkt (und die per se dankbar sein muss), sondern eine Institution - ein Wirtschaftsbetrieb, der beim Bürgermeister und beim Kulturministerium um jeden Euro betteln muß, wenn er ihn nicht selbst verdienen kann.

    Was nach meiner "Er blassung" mit meinem Krempel geschieht, ist (soll) mir völlig egal sein. Eine schlampige Vermarktung bringt dann für die Erben halt schlecht Ergebnisse.
    Etwas weltbewegendes liegt eh nicht in den Schachteln.
     
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