Generierung synthetischer Patina

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Hallo liebe Forenkollegen,

angeregt durch @bernwetz habe ich eine Versuchsreihe auf mehreren Hölzern gestartet. Es geht darum die Veränderung an den Münzen über den Zeitablauf zu dokumentieren und herauszufinden auf welchen Hölzern sich eine Patina bildet sowie diese mit "echter" Patina zu vergleichen.
Ausgelegt wurden jeweils 1 Münze in 625er unc. und PP sowie 925er unc. und PP alle bis dato unpatiniert
auf folgenden Hölzern:
Erle
Kirsche
Zeder
Teak
Birke
Paulowina
Kiefer
Eiche

Die Hölzer sind ungeölt/unbehandelt

Die Münzen liegen im Haus Südseite und erhalten Sonneneinstrahlung.

Ich freue mich auf eure Anregungen/Verbesserungsvorschläge; gerne könnt ihr auch eigene Versuche einstellen...
 

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Ich bin sehr gespannt, wobei das Ganze zweifellos Geduld erfordern wird und vermutlich nicht jedes Holz Auswirkung zeigen wird.
Man kann sich natürlich trefflich streiten, ob diese Art Patina künstlich oder natürlich ist. Auf jeden Fall authentischer als etwaige chemische/elektrolytische Behandlungen.
 
Eiche hat den höchsten Säuregehalt und Kiefer den höchsten Harzgehalt der Versuchshölzer.
Teak und Zeder sollten um neutralsten sein.
Erle und vor allem Birke sollten am ehesten verrotten.
Bei Kirsche muß man mal schauen.

Interessantes Experiment!
 
Schönes Experiment, soweit ich weiss, soll Sonne helfen. Ausserdem werden wohl die Farben durch Schwefelverbindungen gebildet, welches Holz davon wieviel enthält, weiss ich aber nicht. Auch die Geldsäcke der US Mint und alte Briefumschläge sollen aufgrund ihres Schwefelgehaltes das Silber patiniert haben.
Ich könnte jetzt die chemischen Details googeln, aber ich muss Münzen fotografieren, also bis später, dieser Faden dürfte (für mich) interessant werden :)
 
Hinzugefügt habe ich:
Olive
Mahagoni
Ebenholz
 

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Ein sehr, sehr interessantes Experiment. Die Sonne spielt hier eine, wenn nicht gar die ausschlaggebende Rolle. Das Holz sorgt für die feinen Nuancen. Ich erwarte schnell gewachsene, hauchdünne, irisierende Patinae. Stichworte: blaue, rote, gelbe, goldene Tönungen mit Punkten und vielleicht auch so genannten "Newtonschen Ringen" darin.

Wurde eine Münze bereits einmal mit einem Tauchbad gereinigt, läuft sie meist anders an, als Münzen, die nicht gereinigt wurden (beides muss für die Patina nicht schlecht sein, war ein Stück zuvor gereinigt, nennt man die Patina dann auch oft "Tönung"). Auch kann eine Patina in Abhängigkeit von der Legierung und der Oberflächenstruktur der Münze völlig anders ausfallen. Dinge, wie mit poliertem Stempel auf poliertem Rohling geprägt und Normalronden mit länger gebrauchtem und daher bereits abgezogenen Stempel geprägt können viel ausmachen. Ebenso können Mikroanhaftungen aus einer vorangegangenen Aufbewahrung im Münzrähmchen oder in Plastik das Wachstum der Patina beeinflussen.

Was ich sonst noch so mitbekommen habe: manche alte Münzkästen aus Holz sind wahre "Patinamaschinen". Zwei bis drei Jahre reichen zum Nachpatinieren selbst von Kupfer/Bronze bereits aus. Das Gleiche gilt für Zigarrenkisten, Knopfkisten (mit Knöpfen und Kram drinnen) und Schmuckkästchen (mit Schmuck darin). Da entsteht im Laufe von Jahrzehnten dicke, gewachsene Patina.

Patina wächst schneller, wenn Münzen in Schränken, die sich in Wohnräumen befinden, sehr hoch liegen. Am besten: auf den höchsten Schrank, knapp unterhalb der Zimmerdecke. Ein Jahr reicht schon bei Silber oft aus. Ab und an die Münzen umdrehen, sonst läuft nur die obere Seite an.

Wenige, alte, weil ungetauchte Dollarmünzen haben ein Netzmuster in ihrer Patina. Diese Stücke hatten an einer Seite Kontakt mit den Säcken, in die sie zum Transport abgefüllt wurden. Dasgleiche habe ich bei einer alten 5-Kopeken-Münze aus den 1830er Jahren.

Für mich ist die gewachsene Alt-Patina bei gut erhaltenen Stücken in allererster Linie eines: Indiz für eine substanziell intakte (kein Materialaustrag durch Säuren, Original-Münzhaut) Münze, die alle Feinheiten der Prägung aufweist. Da nehme ich persönlich es dann auch in Kauf, wenn man den Erhaltungsgrad anhand von Fotos leider nicht abschließend beurteilen kann.

Sehr, sehr selten kommt es vor, dass die Patina die "Lesbarkeit" einer Münze dadurch noch signifikant erhöht, dass beispielsweise Porträtzüge hervorgehoben werden und eine Tiefenwirkung entsteht, die man einfach gesehen haben muss, weil man es sonst nicht glaubt. Dann hat man sogar ein wahres "Kunstwerk" in Händen. Gestern habe ich so eines (20 Mark August Bebel, keine "Sonnenpatina") auf der 2-Buchstaben-Plattform erworben (5241500978) - ein reiner Patina-Kauf.

@Rotkäppchen: Vielen Dank dafür, dass Du die Mühe auf Dich nimmst und hoffentlich viel Vergnügen und noch mehr spektakuläre Erfolge bei Deinem Experiment!

PS: meiner Ansiucht nach ist es keine "synthetische" Patina, sondern eine auf "natürlicher Art und Weise" bewusst erzeugte Sonnen-Patina. Solche Patinae werden auch ungewollt erzeugt, beispielsweise auf Münzen in Schaufenstern oder Auslagen, die der Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Siehe Beispielfoto. Erworben 2011/2012 für um die 170 Euro, ja das waren noch Zeiten. Lt. glaubwürdiger Aussage des Krefelder Händlers, lag die Kopfseite oben, also dem Licht zugewandt. Die Münze selbst wurde, wie anhand des Patinaverlaufs zu erahnen ist, mal gereinigt. Jedoch: nicht "tod- oder kaputt getaucht": die Buchstaben sind noch matt, die Felder sind glänzend.
 

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Zuletzt bearbeitet:
AUch die Art der fotografischen Aufnahme (Gerät, Lichtverhältnisse, Einstellungen bei der Aufnahme und eine ggf. darauf folgende grafische Nachbearbeitung spielen eine große Rolle, wie zwei Aufnahmen einundderselben Münze zeigen. Die Münze hat übrigens nur eine ganz leichte Patina. Bei Tageslicht und bei Betrachtung mit dem menschlichen Auge fällt die (wahrscheinlich zum Glück für die Münze) garnicht auf. Die Münze hat einen silberglanz, die (durch Abziehspuren der Stempel "gebürstet" wirkenden Felder spiegeln, das Relief ist matt.
 

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Sandelholz
Ende nächster Woche gibts noch ein paar heimische Hölzer...
 

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Wie oft steht auf der Münze unten links eigentlich Deutsche Mark?
 
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