Gibt es aktuell realistische Euro-Anwärter? Teil 2

numisfreund

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Europäische Kommission:

Pressemitteilung
10. Juli 2020 Brüssel
Kommission begrüßt Beitritt Bulgariens und Kroatiens zum Wechselkursmechanismus II

Quelle und alles weitere:
 
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Hier der aktualisierte Überblick zu derzeitigen und zukünftigen Bestrebungen in den europäischen Ländern bezüglich einer zukünftigen Einführung des Euro.


Für diejenigen, die die Historie ein wenig nachvollziehen wollen - der "Vorgänger" ist hier:

Gibt es aktuell realistische Euro-Anwärter? | Deutsches MünzenForum™ (emuenzen.de)





Stand: November 2020


Voraussetzung für die Euro-Einführung
:


- Erfüllung der wirtschaftlichen Konvergenzkriterien
- Mindestens zweijährige Mitgliedschaft im WKM II

Nach Ablauf der zweijährigen Mitgliedschaft kann der Euro auch eingeführt werden, wenn das entsprechende Land wieder aus dem WKM II ausgetreten ist.



EU-Mitglieder, die den Euro eingeführt haben:

Belgien
Deutschland
Estland
Finnland
Frankreich
Griechenland
Irland
Italien
Lettland
Litauen
Luxemburg
Malta
Niederlande
Österreich
Portugal
Slowakei
Slowenien
Spanien
Zypern


Nicht-Mitglieder der EU, in denen der Euro gesetzliches Zahlungsmittel ist:

- Andorra
- Vatikan
- Monaco
- San Marino

- Kosovo (dürfen keine eigenen Münzen prägen)
- Montenegro (dürfen keine eigenen Münzen prägen)


EU-Mitglieder, die sich vertraglich zur Euro-Einführung verpflichtet haben:

Rumänien:
- Euro-Einführung war ursprünglich für 2015, dann für 2017 geplant
- Aktuell scheint eine Euro-Einführung vor 2022 nicht möglich, da ein Eintritt in den WKM II bis 2020 erfolgen müsste.
- Eine schnellstmögliche Euro-Einführung ist vorgesehen

Polen:
- Einführung des Euro war ursprünglich für 2020 geplant, derzeit geht die Regierung von einem Zeitraum von 10 bis 20 Jahren aus
- Eine Verfassungsänderung wäre nötig, da derzeit nur die polnische Nationalbank polnisches Geld ausgeben darf
- die innenpolitische Situation müsste sich ebenfalls an vielen Stellen grundsätzlich ändern
- im April 2019 hat die polnische Regierung noch einmal bestätigt, dass die Einführung in nächster Zeit nicht vorgesehen ist.

Tschechien:
- wirtschaftliche Konvergenzkriterien wären erfüllt
- Seitens der Regierung keine Bestrebungen, dem Euro beizutreten. Tschechien begründet dies damit, dass Tschechien nicht für die Verbindlichkeiten Griechenlands (und anderer Euro-Länder) haften will

Ungarn:
- Die Euro-Einführung war ursprünglich für 2020 geplant
- Aktuell ist die Einführung des Euro kein Thema weil Ungarn kein Mitglied des WKM II ist
- die wirtschaftlichen Konvergenzkriterien sind nach jetzigem Stand auch mittelfristig nicht zu erfüllen sind
- die innenpolitische Situation müsste sich ebenfalls an vielen Stellen grundsätzlich ändern


Übrige EU-Länder, bei denen eine Euro-Einführung zur Zeit nicht möglich ist:


Bulgarien:
- Am 10.07.2020 dem WKM II beigetreten; da eine zweijährige Mitgliedschaft Voraussetzung für den EURO-Beitritt ist, wäre theoretisch die Euro-Einführung 2022 möglich
- Das Parlament ist sich darüber einig, dass eine Euro-Einführung so schnell wie möglich erreicht werden soll. Allerdings müssen noch verschiedene innenpolitische (insbesondere rechtliche) Probleme geklärt werden, bevor eine endgültige Entscheidung über ein Eintrittsdatum gefällt werden kann.
- Die wirtschaftlichen Konvergenzkriterien werden derzeit nur teilweise erfüllt
- Die bulgarische Währung ist an den Euro gekoppelt (übrigens zum exakten Umrechnungskurs, mit dem der Euro in Deutschland eingeführt wurde...)
- Die Einführung des Euro ist voraussichtlich frühestens 2023 möglich, wahrscheinlich wird aber auch dieser Zeitraum nicht einzuhalten sein

Kroatien:
- Kroatien ist am 10.07.2020 dem im WKM II beigetreten, daher theoretisch frühester Eintrittstermin daher 2022.
- Ein Zieldatum für die Euro-Einführung besteht derzeit nicht, voraussichtlich ist eine Euro-Einführung auch vor 2024 nicht zu erwarten.

Schweden:
- Die große Mehrheit der Bevölkerung ist gegen eine Euro-Einführung
- Schweden ist bisher bewusst nicht dem WKM II beigetreten, daher ist eine Euro-Einführung nicht möglich.
- An dieser Politik wird sich auf absehbare Zeit nichts ändern.


Sonderfälle:

Dänemark:
- Für den Fall einer Euro-Einführung hat sich Dänemark vertraglich eine „Drop-out-option“ zugesichert
- Die dänische Krone ist mit einer Schwankungsbreite von +/- 2,5 % an den Euro gekoppelt
- derzeit einziges Mitglied im WKM II
- Im Jahr 2000 sprach sich bei einem Referendum über den EURO-Beitritt die Mehrheit gegen den Euro aus.
- Ein weiteres geplantes Referendum wurde mehrfach verschoben worden und fand bis heute nicht statt.
- Autonomieregelungen für die Färöer-Inseln: eigene Flagge; kein Mitgliedstaat der EU

Grönland:
- gehört politisch zwar zu Dänemark, ist aber in vielen Bereichen autonom (z.B. eigene Flagge).
- War selbständiges EU-Mitglied, ist aber 1986 ausgetreten.

Marokko hat 1987 übrigens ebenfalls einen Antrag auf EU-Mitgliedschaft gestellt, dieser wurde aber im gleichen Jahr mit der Begründung abgelehnt, dass Marokko kein europäischer Staat sei. Es ist auch nicht zu erwarten, dass der Euro als Zahlungsmittel eingeführt wird, wie das bei den oben genannten Nicht-EU-Ländern der Fall ist.

Letzter EU-Konvergenzbericht vom 20.06.2020 zur Situation in den Nicht-EU-Ländern die offizielle „Beitrittskandidaten“ sind

EZB, Konvergenzbericht, Juni 2020 (europa.eu)
Fragen und Antworten: Konvergenzbericht (europa.eu)

Die links sind auch unten bei allen anderen Quellen/links genannt

Albanien:
- Aufnahmeantrag 2009, Kandidatenstatus seit 2014, EU-Beitrittsverhandlungen seit März 2020
- Eine Euro-Einführung ist vor der Aufnahme in die EU nicht zu erwarten

Montenegro:
- Der Euro ist bereits gesetzliches Zahlungsmittel (siehe oben), es dürfen aber keine eigenen Münzen geprägt werden

Nordmazedonien:
- Aufnahmeantrag 2004, Beitrittskandidat seit 2005, Aufnahme von Beitrittsverhandlungen seit März 2020
- Spannungen mit Griechenland wegen des offiziellen Landesnamens sind mit den entsprechenden Beschlüssen der beiden Parlamente ausgeräumt
- Vor einem EU-Betritt ist eine Euro-Einführung ist nicht vorgesehen

Serbien:
- Aufnahmeantrag 2009, Beitrittskandidat seit Dezember 2012, solange der Konflikt mit dem Kosovo nicht geklärt ist, werden keine Beitrittsverhandlungen stattfinden.
- Konkrete Planungen für eine Euro-Einführung gibt es derzeit nicht

Türkei:
- Aufnahmeantrag 1999, Beitrittsverhandlungen zur EU finden laufen seit 2005, sind aber derzeit ausgesetzt.
- Derzeit ist keine Weiterentwicklung zu erwarten, eine Aufnahme in die EU erscheint aus verschiedenen Gründen auch langfristig mittlerweile als unrealistisch.
- Eine Euro-Einführung ist daher aktuell auch kein Thema




Situation in den Nicht-EU-Ländern, die offizielle „Potenzielle Beitrittskandidaten“ sind:

Bosnien-Herzegowina:
- Durch Auflösung Jugoslawiens automatisch „Potenzieller Beitrittskandidat“
- Aufnahmeantrag 2016, aktuell ist ein EU-Beitritt für 2025 geplant
- Die derzeitige Währung „Konvertible Mark“ ist bereits an den Euro gekoppelt

Kosovo:
- Der Euro ist bereits gesetzliches Zahlungsmittel (siehe oben), es dürfen aber keine eigenen Münzen geprägt werden


Perspektiven der übrigen europäischen Länder (der Vollständigkeit halber):

Armenien:
- Es besteht ein Partnerschaftsabkommen mit der EU
- Armenien ist Mitglied der EAWU (Eurasische Wirtschaftsunion), die nach dem Vorbild der EU gestaltet ist.
- Eine Mitgliedschaft in der EU und eine Euro-Einführung sind aktuell kein Thema

Aserbaidschan:
- Langfristig wird EU-Mitgliedschaft nicht angestrebt, es besteht ein Partnerschaftsabkommen mit der EU.
- Eine Einführung des Euro ist kein Thema


Georgien:
- Langfristig wird EU-Mitgliedschaft nicht angestrebt, es besteht ein Partnerschaftsabkommen mit der EU.
- Eine Einführung des Euro ist kein Thema

Großbritannien:
- EU-Austritt zum 31.01.2020; derzeit werden Verhandlungen geführt, um einen „harten“ Brexit zu vermeiden
- Eine Euro-Einführung ist kein Thema

Island:
- Der Antrag auf EU-Mitgliedschaft wurde 2015 zurückgezogen
- Ursprüngliche Überlegungen, den Euro einzuführen, ohne EU-Mitglied zu werden, wurden verworfen

Kasachstan:
- 2015 wurde ein Partnerschaftsabkommen mit der EU abgeschlossen.
- Mitglied der EAWU (Eurasische Wirtschaftsunion), die nach dem Vorbild der EU gestaltet ist.
- Eine Mitgliedschaft in der EU und/oder eine Euro-Einführung ist aktuell kein Thema.

Liechtenstein:
- Der Schweizer Franken ist als gesetzliches Zahlungsmittel einseitig an den Euro gekoppelt
- Sowohl die Mitgliedschaft in der EU als auch eine Euro-Einführung sind aktuell kein Thema

Moldawien:
- langfristig wird die EU-Mitgliedschaft angestrebt
- bis dahin ist der Euro kein Thema

Norwegen:
- Antrag auf EU-Mitgliedschaft zweimal per Volksentscheid abgelehnt (zuletzt 1994)
- Einführung des Euro ist kein Thema

Russland:
- keinerlei Bestrebungen einer EU-Mitgliedschaft
- Mitglied der EAWU (Eurasische Wirtschaftsunion), die nach dem Vorbild der EU gestaltet ist.
- Wesentliche Änderungen sind auch langfristig nicht zu erwarten

- Eine Einführung des Euro ist kein Thema

Schweiz:
- Der Antrag auf EU-Mitgliedschaft wurde 2016 zurückgezogen
- Der Schweizer Franken als gesetzliches Zahlungsmittel ist einseitig an den Euro gekoppelt
- Sowohl ein erneuter Beitrittsantrag als auch eine Euro-Einführung sind aktuell kein Thema

Ukraine:
- langfristig wird die EU-Mitgliedschaft angestrebt
- bis dahin ist der Euro kein Thema

Weißrussland:
- Mitglied der EAWU (Eurasische Wirtschaftsunion), die nach dem Vorbild der EU gestaltet ist.
- ein EU-Beitritt ist (auch wegen der innenpolitischen Situation) derzeit kein Thema; eine Euro-Einführung deshalb ebenso wenig.



Spezielle Regelungen für Exklaven und Überseegebiete der Euro-Länder:

Alle nachfolgend genannten Überseegebiete sind in ihrer Politik mehr oder weitgehend autonom. Die genannten Exklaven sind ausschließlich Exklaven von Euro-Ländern, die in Ländern liegen, in denen der Euro kein offizielles Zahlungsmittel ist.

Französische Gebiete:

In folgenden Gebieten ist der Euro offizielles Zahlungsmittel:

- Französisch-Guayana
- Mayotte
- Saint Pierre et Miquelon
- Réunion
- Saint Barthélemey
- Guadeloupe
- Martinique
- Saint Martin
- Französische Süd- und Antarktisgebiete


In folgenden Pazifik-Gebieten ist nicht der Euro, sondern der (fest an den Euro gekoppelte) CFP-Franc offizielles Zahlungsmittel

- Wallis und Futuna
- Französisch Polynesien Pazifik
- Neukaledonien


Niederländische Gebiete:

Auf den Niederländischen Antillen gelten folgende Zahlungsmittel:

a) Besondere niederländische Gemeinden:
- Bonaire: US-Dollar
- Sint Eustatius: US-Dollar
- Saba: US-Dollar

b) Selbständige Staaten, die zu den Niederländischen Antillen gehören:
- Curacao: Antillen-Gulden; fest an den US-Dollar gekoppelt
- Sint Maarten: Antillen-Gulden; fest an den US-Dollar gekoppelt
- Aruba: Aruba-Florin; fest an den US-Dollar gekoppelt


übrige Länder:

Portugal:
- Azoren und Madeira (Euro ist off. Zahlungsmittel)

Spanien:
- Kanarische Inseln (Euro ist off. Zahlungsmittel)
- Exklaven Ceuta und Melilla (in Marokko; Euro ist off. Zahlungsmittel)

Deutschland:
- Exklave Büsingen (in der Schweiz; offizielles Zahlungsmittel ist der Euro, aber weitestgehend wird der Schweizer Franken genutzt)

Italien:
- Exklave Campione d´Ítalia (in der Schweiz; offizielles Zahlungsmittel ist der Schweizer Franken)



Quellen / Weiterführende links (unter anderem):

Offizielle Website der Europäischen Union | Europäische Union
Beitrittskandidaten der Europäischen Union – Wikipedia
European Central Bank
EU Countries and the euro

Check current status - European Neighbourhood Policy And Enlargement Negotiations - European Commission

Die Eurozone auf einen Blick – Politik und Zeitgeschichte
Konvergenzkriterien der Eurozone – die Maastricht-Kriterien – Politik und Zeitgeschichte
Europäische Union – Wikipedia
Eurozone – Wikipedia
Beitrittskandidaten der Europäischen Union – Wikipedia
Wechselkursmechanismus II – Wikipedia
EU-Konvergenzkriterien – Wikipedia
EU-Austritt des Vereinigten Königreichs – Wikipedia

Eurasische Wirtschaftsunion – Wikipedia

EZB, Konvergenzbericht, Juni 2020 (europa.eu)
Fragen und Antworten: Konvergenzbericht (europa.eu)


Weitere Ergänzungswünsche werden gern entgegengenommen...
 
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Warum gibt es hier einen dritten Thread zum gleichen Thema?? Das ist doch nicht nötig.

Es gibt keinerlei Anlass für eine Neuauflage, sondern vielmehr ist eine kontinuierliche Fortschreibung im alten Thread viel sinnvoller.
 
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Da kann ich aber nichts mehr drin ändern. Und Dinge wie die WKM II - Beitritte sollten schon oben mit dabei sein.
Links zu den Vorgängern sind ja auch eingebaut
 

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Man muss nichts in alten Beiträgen nachträglich ändern.

Änderungen und Ergänzungen sollten in neuen Beiträgen verfasst werden.
 

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Ich habe nunmehr aus oben dargestellten Gründen den heute erstellten "Teil 3" mit dem alten Teil 2 verknüpft.

So bleibt es kompakt und übersichtlich.

Danke, @lorry62, für die erneute aktualisierte Erstellung der Übersicht.
 
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Den allerersten muss ich ändern können, damit die Zusammenfassung aktuell bleibt.
 

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... und wenn soundsoviele neue drin sind, kann ich dann den thread durchsuchen wo die letzte Übersicht war. Die dann aktualisieren und hoffen, dass ein Interessent soweit zurückblättert bis er sie findet. Und der Leser, den den thread nicht von Anfang an kennt, weiß nicht, wo der "update"-Stand ist...

Wegen mir....
 
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