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gibt es J.303 3 Mark 1923 E NICHT in PP?

Dieses Thema im Forum "Deutschland von 1871 bis 1948" wurde erstellt von langjo, 24. Juni 2019.

  1. langjo

    langjo

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    Hallo zusammen,
    ich hätte mal eine Frage an alle Experten der Weimarer Republik: hat irgendwer jemals ein Angebot der J.303 3 Mark 1923 E (mit Umschrift "Verfassungstag 11. August 1922") in normaler Kursprägung gesehen? Oder solch ein Stück gar in seiner Sammlung?
    In mal mehr, mal weniger guter PP wird die Münze ja relativ häufig angeboten. In normaler Kursprägung ss/vz/st habe ich jedoch noch nie ein Exemplar gefunden. Nicht auf Ebay, MA-Shop, Sixbid, in alten Auktionskatalogen aus der Vor-Internet-Zeit oder sonstwo. Bei einer angeblichen Prägezahl von 2 Mio. Stück sollte das eigentlich nicht der Fall sein.
    Ich habe den leisen Verdacht, dass die in allen Münzzeitschriften genannten 2 Mio. Exemplare letztlich nur der Umfang eines Prägeauftrages waren, der allerdings nie oder wenn, dann nur zu einem sehr geringen Teil, ausgeführt worden ist (etwa wie bei der J.297 5 Pfennig 1922 A mit einem Prägeauftrag von 89,1 Mio. Exemplaren, von denen wohl kein einziges Exemplar je geprägt worden ist).
    Ich freue mich über jede Nachricht hierzu.
    Viele Grüße
    Joachim
     
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  2. Bergfreund

    Bergfreund

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    Die Frage habe ich mir auch schonmal gestellt. Ich hatte mal ein Stück gefunden, dass ich für eine Normalprägung gehalten habe, aber bei genauerem Hinsehen hatte auch diese Münze so extrem starken Glanz in den Vertiefungen zwischen den Buchstaben, dass ich es letztlich auch für eine PP halte, die nur mit der Zeit etwas matt geworden ist.
    Ich kann mich jedenfalls auch nicht erinnern, in den letzten 20 Jahren so ein Stück in wirklich eindeutig erkennbarer Normalprägung gesehen zu haben. Was aber seltsam ist, ist das häufige Vorkommen dieser Münze. Bei einer Auflage von um die 2.000 Stück in PP sollte die Münze deutlich seltener zu finden sein. Oder die Auflage ist komplett in Sammlerhand erhalten. Wenn man in der Bucht ein bißchen Glück hat, kann man solche Münzen schon für Preise um die 10-20 Euro bekommen, selbst wirklich gute PP kosten kaum mehr als 100 Euro.

    Solche Phantommünzen wie die 5 Pfennig 1922 A gibt es noch weitere. Ich habe z. B. auch noch nie irgendwo dieses im Katalog beschriebene 5 Pfennig Stück der alliierten Besatzung von 1945 D gesehen, auch das 3 Mark Stück J.303 aus 1923 D oder den 1 Pfennig von 1916 F ist mir in keinem Auktionsvorkommen oder sonstwie bekannt.
     
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  3. navada51

    navada51

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    Ich habe einmal bei Kurt Jaeger (letzte Auflage 1976) nachgeschaut:

    1 Pf 1916F:
    Er hat es als Probe aus dem Brandschutt der Stuttgarter Münze definiert. In Schaaf ist sie allerdings nicht geführt.

    5 Pf 1922A:
    Ist nicht erwähnt.

    3M 1923D:
    Ist nicht erwähnt.

    3M 1923E:
    Ist mit einer Auflage von 2030T notiert. Eine Anzahl an PP-Stücken wurde nicht genannt. Seine Abbildung zur #303 zeigt auch ein 1923E, welches sehr glänzend erscheint. Es kann durchaus sein, dass es sich um ein PP-Stück handelt.
    In den nachfolgenden Katalogen erschien dann eine PP-Auflage der Muldenhüttener Stücke von #303 mit ca. 21000 (1922E) und 2200 (1923E).

    5Pf 1945D:
    Ist nicht erwähnt. Nach Günther Aust ist das Stück erst 1984 entdeckt worden: Es war unter Kiloware aus einem bayrischen Kloster gefunden worden. Nach Expertise von Weege sei das Stück echt.


    Kurt Jaeger hat die Angaben in seinen Katalogen stets mit sehr viel Bedacht gewählt. Man kann davon ausgehen, dass jede einzelne Angabe zu den Ausgaben ein gesamtes forschendes und hinterfragendes Wissen vorausgegangen ist. Zahlen aus den offiziellen Dokumenten wurden nicht einfach übernommen. Meine eigenen Studien haben auch gezeigt, dass auch offizielle Angaben (Schreiben von Finanzministerien oder Prägelisten) hinterfragt werden müssen.

    In Bezug auf 3M 1923E gehe ich davon aus, dass Jaeger die Münzen 1923E kannte, da er ja diese auch in seinem Katalog abgebildet hat. Ich halte es daher für wahrscheinlich, dass die gesamte Auflage (2 Millionen) so glänzend erscheint. Interessant als Vergleich wäre hier die 1922E zu betrachten. Wie sehen die aus? Gibt es Unterschiede der unzirkulierten Stücke und der Stücke in PP? Oder gibt es hier auch nur eine Erscheinungsform?
    Weiß jemand, woher die PP-Zahlen aus Muldenhütten stammen? Wurden die Zahlen hinterfragt?

    In Bezug auf das 5Pf-Stück 1945D wird in den neuen Katalogen die MünzenRevue 8/1990, S. 769 aufgeführt. Dort steht beispielsweise die Aussage " Dort wurde auch eine Prägezahl für Juni 1945 mit 944 000 Stück genannt." Nach Weege (Münzfälschungen S. 227) heißt es: Es wurden in München im April 1945 320,000 und im Juni 1945 944,000 5-Reichspfennig geprägt. Mit welcher Jahreszahl und mit welchem Hoheitszeichen ist nicht nachweisbar. Da nach Kriegsende nur unter Aufsicht der Siegermächte geprägt werden durfte, ist auszuschließen, daß im Juni 1945 noch Münzen mit Hakenkreuz geprägt worden sind.
    Nach eigenen Recherchen im Bundesarchiv - zB. R2 (F51) 30898 - gab es keine Wochenübersichten über die Prägungen der Münzstätte München mehr. Daher ist auch hier wieder zu Fragen: Quelle der Zahlen?
    Das Gutachten von Weege ist das Zweitgutachten. Ein Vorgutachten hat die Münze als Manipulation definiert. Es sei in Bezug zu den Perleberger Fälschungen zu nennen. Weiß jemand was die Perleberger Fälschungen sind?
    Es ist auch kaum bekannt, dass die Adlerseiten der Münzen der Alliierten Besetzung von Prägestätte zu Prägestätte unterschiedlich sind. Die Adlerseite von diesem Stück anders als die Adlerseite von 5 Pf. 1947D. Welcher Schluss daraus zu ziehen ist, ist offen.
     
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