Gibt es varianten des J.137 Münzbesuch Sachsen August 1905 E ?

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Vielen Dank Münzadler-das ging aber fix ! Ja der Preis hat es in sich ;-)
 

FooFighter

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Hallo zusammen ,

ich könnte diese schöne sächsische Medaille erwerben , bin mir aber nicht ganz schlüssig was ich dafür bezahlen sollte maximal !? Weiss auch jemand zufällig die Auflage dieser Medaille-kann im www leider nichts dazu finden ? Danke schonmal vorab für eure Meinungen

Das Stück ist wirklich traumhaft. Mit Aufgeld lag der Auktionspreis allerdings bei fast 6.500 €, was wirklich ein echter Hammerpreis ist! Ob dieser Preis gerechtfertigt ist, muss jeder selbst einschätzen. Das damalige Stück bei Solidus kostete mit Aufgeld knapp 3.900 EUR, was schon ein gewaltiger Unterschied ist. Allerdings ist das schon wieder anderthalb Jahre her und die Preise für Top-Erhaltungen stiegen in den letzten Monaten enorm. Von daher denke ich, dass das Solidus-Stück aktuell auch höher zugeschlagen worden wäre.

Darf man denn mal neugierig sein, von wem du das Stück kaufen könntest und zu welchem Preis? Ich vermute ja mal, dass das Stück von einem Händler bei der Künker-Auktion erworben wurde. Zumindest kann ich mir kaum vorstellen, dass es eine Privatperson für diesen Preis ersteigert, um es wenige Tage später schon wieder zu verkaufen. (Antwort auch gern als Unterhaltung, falls du es nicht öffentlich kundtun möchtest.)
 

FooFighter

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Weiss auch jemand zufällig die Auflage dieser Medaille-kann im www leider nichts dazu finden ?

Ich habe gestern und heute versucht, etwas über die Auflage herauszufinden. Die meisten Informationen über das Stück konnte ich ja aus dem Buch "Sächsisch-thüringische Bergbaugepräge" entnehmen. Dieses Buch beschreibt die enthaltenen Münzen und Medaillen wirklich sehr detailliert und gibt auch nahezu überall Auflagezahlen an. Manchmal sogar noch aufgeschlüsselt. Hier mal zwei Beispiele:

Bei der Medaille zum 150-jährigen Bestehen der "Alte Hoffnung Gottes Fundgrube" steht geschrieben: "Laut Barduleck wurden 1894 306 Exemplare geprägt, davon 137 Stück aus dem Silber der Fundgrube, 169 Stück aus anderem Silber sowie 3 Proben in Zinn. 1934/35 wurden 8 Silberexemplare nachgeprägt."

Bei der Medaille auf die "Himmelfahrt samt Abraham Fundgrube" steht zur Auflage: "Auf Hohe Verordnung vom 9.8.1847 wurden 200 Exemplare in Silber und 20 in Bronze geprägt."

So zieht sich das über das ganze Buch. Aber bei der Münzbesuchs-Medaille ist zu einer Auflage nichts geschrieben.

Ich hatte noch auf weitere Möglichkeiten gehofft. So wurde z. B. in dem o. g. Buch als Literatur "Jaeger 137 M" und "Vogelsang 248" angegeben. Bei "Vogelsang" handelt es sich um einen Katalog der 35. Auktion der Münzhandlung A. Riechmann & Co. aus dem Jahr 1925. Hier wurden "Ausbeute- und Bergwerks-Münzen und -Medaillen des 1920 verstorbenen Bergrat Dr. phil. Dr. Ing. e. h. Karl Vogelsang" versteigert. Unter Nr. 248 ist im Katalog die Medaille aufgeführt.

Slg. Vogelsang.JPG


Leider steht hier nichts zur Auflage. Jedoch wird auf eine weitere Quelle verwiesen, nämlich "C. Schm. 182". Auch das ist ein Katalog, und zwar der 10. Auktion der Münzhandlung A. Riechmann & Co. aus dem Jahr 1914, bei der eine "Sammlung von vornehmlich Ausbeute-Münzen und Medaillen aus dem Besitze des verstorbenen Herrn Dagobert Schmula-Krappitz und andern" versteigert wurde. Hier findet sich dann unter Nr. 182 der dazugehörige Eintrag zur Medaille.

Slg. Schmula-Krappitz.JPG


Da auch hier nichts zur Auflage zu finden war, hoffte ich auf die oben erwähnte Angabe "Jaeger 137 M". Diese Bezeichnung ist mir aus den aktuellen Jaeger-Katalogen nicht geläufig, da dort nur die bekannte Münzbesuchs-Medaille mit dem Bildnis des Königs unter Nr. 137 aufgeführt ist. Ich ging davon aus, dass in früheren Ausgaben des Jaeger die zusätzliche Nr. 137 M existierte. Bei der 60. Auktion der Heidelberger Münzhandlung Grün wurde unter Los 3815 eine solche Medaille versteigert und in der Beschreibung ebenfalls die Angabe "J. 137 M" verwendet. Deshalb wandte ich mich vertrauensvoll an das Auktionshaus, in der Hoffnung, dass man mir Auskünfte über die Auflage des Jaeger-Kataloges geben kann, in welchem sich diese Bezeichnung noch findet. Am besten wäre es noch gewesen, wenn dort auch noch Angaben zur Auflagenhöhe zu finden sind.

Allerdings war die Antwort des Auktionshauses ernüchternd: "Ich habe nicht alle Jaeger-Auflagen zur Hand. In der 8. Auflage, 1969, waren die münzähnlichen Medaillen noch verzeichnet, 137 M direkt nach 137, aber keine weiteren Angaben wie Auflagenhöhe etc. Die Medaille ist auch im Katalog Karl Müseler Bergbaugepräge II unter der Nr. 56.2.3/42 verzeichnet. Etliche technische Angaben, aber nichts über die Auflagenhöhe."

Meine Suche blieb also leider ohne Erfolg. Ich fürchte fast, dass die Auflage unbekannt ist.
 
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Vielen Dank für deine unglaublichen Bemühungen etwas Licht ins Dunkel zu bringen zur Auflagehöhe dieser Medaille ! Aber leider sieht es düster aus , nachdem du ja nahezu alle verfügbaren Quellen angezapft hast , noch die Originalauflage herauszufinden ;-(
 

FooFighter

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Vielen Dank für deine unglaublichen Bemühungen etwas Licht ins Dunkel zu bringen zur Auflagehöhe dieser Medaille ! Aber leider sieht es düster aus , nachdem du ja nahezu alle verfügbaren Quellen angezapft hast , noch die Originalauflage herauszufinden ;-(

Ja, so richtig gut sieht es leider nicht aus. :( Aber auch wenn ich zur Auflagenhöhe nichts finden konnte, so habe ich trotzdem mal über acsearch recherchiert, wie viele Stücke in den letzten Jahren bei Auktionen angeboten wurden. Seit 2008 konnte ich nur 8 Angebote finden. Allerdings war kein Stück doppelt vertreten. Ich habe mal die Auktionsbeschreibungen mit den Zuschlägen als Screenshot angefügt.
 

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In 12 Jahren nur 8x Auktionsvorkommen : Dann wird die Auflage max. 100-200 Stücke betragen haben...und die Zuschläge gehen immer munter weiter nur in eine Richtung : nach oben und zwar steil !!!
 

FooFighter

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Meine Neugier zu dieser Medaille ließ mich einfach nicht in Ruhe. Ein paar kleine Neuigkeiten konnte ich noch ermitteln, die mich allerdings auch nicht wirklich weiterbrachten, zumindest was die Auflage betrifft. Trotzdem möchte ich sie euch nicht vorenthalten.

Wie bereits erwähnt, tauchte die Medaille in früheren Jaeger-Katalogen unter der Nr. 137 M auf. So versuchte ich herauszufinden, ab wann dies der Fall war. Hier konnte mir @navada51 weiterhelfen. Er war so nett, seine früheren Kataloge durchzusehen. Dadurch konnte ich in Erfahrung bringen, dass die Medaille bis zur 4. Auflage 1956 noch nicht erwähnt wurde. Erst ab der 5. Auflage von 1965 wurde sie aufgenommen. Hier der Scan dazu, welchen mir @navada51 freundlicherweise zur Verfügung stellte.

5. ed..jpg


Interessant fand ich hierbei die Anmerkung unter der Medaille! Bei "Pilartz; Köln" handelte es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um die "Münzhandlung Heinrich Pilartz" (Vorläufer des heutigen "Münzzentrum Rheinland"). Die Münzhandlung Pilartz führte zwischen Mai 1962 und November 1968 insgesamt 19 Auktionen durch. Ich ging also fest davon aus, dass die Medaille bei einer dieser Auktionen vor 1965 versteigert und anschließend in die 5. Auflage des Jaeger-Katalogs aufgenommen wurde.

Bei einer weiteren Recherche im Netz stieß ich auf einen sehr netten Herrn, welcher sämtliche Auktionskataloge von Pilartz im Besitz hat. Er war so freundlich, mir die entsprechende Auktion herauszusuchen und als PDF zukommen zu lassen. Demnach wurde die Medaille bei der 8. Auktion im Dezember 1964 unter Los 584 versteigert.

Pilartz.JPG


Leider konnte ich dem Katalog nicht entnehmen, woher die Medaille stammt. Manchmal werden ja in Auktionskatalogen Angaben zur Provenienz gemacht. Hier leider nicht.

Was mich nur etwas überraschte, war die Tatsache, dass Jaeger offenbar die Medaille aus den früheren von mir weiter oben erwähnten Sammlungen Vogelsang und Schmula-Krappitz nicht kannte, sondern erstmals bei der Pilartz-Auktion davon erfuhr und sie dann fälschlicherweise als "einziges bisher bekanntes Exemplar" bezeichnete. Allerdings wurde diese Anmerkung schon bei der 6. Auflage des Jaeger weggelassen, wie ich von @navada51 erfuhr.
 

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