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Gold-Verbot in der DDR ?

Dieses Thema im Forum "DDR - Münzen" wurde erstellt von Goldnase, 24. März 2004.

  1. sommelier

    sommelier

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    Als Westberliner kannte ich mich mit der Ostzone recht gut aus und es war in der Tat schwierig für "Aluchips" (DDR-Mark) Edelmetall zu bekommen . Wollte man Schmuckgegenstände in der DDR erwerben oder brauchte man Zahngold für Zahnprotesen , mußte man eine etwa äquivalente Menge an Altgold oder auch meinetwegen Goldbarren bzw. -Münzen von den Lieben Verwandten aus dem Westen abliefern .
    Eine Möglichkeit an Gold heranzukommen gab es allerdings schon ! Man konnte bei den Staatlichen Kunstauktionshäusern z.B. Goldmünzen ersteigern , wie z.B 10 oder 20 Goldmarkstücke > aber das Gramm Feingold kostete im Osten sage und schreibe 240 Ostmark . Da jeder DDR-Bürger diesen Betrag jederzeit bei dem Staatlichen Ankauf , wie beispielweise bei der Münze in Ostberlin , für abgeliefertes Gold bekam , waren diese 20 Goldmarkstücke dann aber auch mit mindestens 1720 ,- M erheblich teuer . Und das Aufgeld von 15% kam da noch drauf !!
    Bei Silber war der Preis noch krasser > da bekam man für das Gramm etwa 6,25 Ostmark . Ein Hindenburg-Fünfer brachte demzufolge mehr als 75 Ostmark .
    Selbst unser "Heiermann" brachte 43 Ostmark . Hatte man von denen noch richtig viele , war es trotz des Zwangsumtausch von 25 DM in 25 Ostmark pro Tag recht lukrativ diese nach Ostberlin zu bringen anstatt die bei uns einzuwechseln
     
  2. bofried

    bofried Moderator Mitarbeiter

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    Man konnte in der DDR im Intershop Gold kaufen. Das ging zwar nicht mit DDR Mark aber war eine Möglichkeit wenn man keine Verwandten mit Goldbesitz hatte. Meine ersten Eheringe hab ich damals für 29 DM im Intershop gekauft.
     
  3. sommelier

    sommelier

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    Dazu mußte man aber auch wieder auf die "Lieben Westverwandten" zurück greifen oder wenn nicht mal diese verfügbar waren letzten Endes auf den Schwarzmarkt Deutsche Mark im Kurs von 1:5 besorgen , so war der Kurs glaube ich in den Achtzigern .
     
  4. Seltengast

    Seltengast Moderator Mitarbeiter

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    'n Tick offtopic:
    Als ich in den 80er Jahren mal im Vogtland zu Besuch in der DDR gewesen bin, konnte ich bei der örtlichen Bank (wo man seinen Pflichtumtausch tätigen musste) einen Silber-10er Olympische Spiele München 1972 (J404) für genau 10 DM erwerben, sozusagen eintauschen. Ich war total baff. Ist ja immerhin Silber. :)
    Der Typ fehlte mir damals noch, und ich habe die Münze immer noch in der Sammlung.
     
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  5. Kronerogøre

    Kronerogøre

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    Kurios. Vielleicht wusste der Bankangestellte gar nicht, dass die Münze aus Silber bestand und assozierte das Stück mit den Neusilberzehnern der DDR, die in etwa ebenso gross waren ?
     
  6. Alu-Chip

    Alu-Chip

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    Ein anderer Weg an Gold zu kommen in der DDR, war eine Reise in die Sowjetunion.
    Wer dorthin reiste, konnte dort Gold relativ günstig einkaufen. Meine Mutter hat von ihren Reisen einige Schmuckstücke mitgebracht.
     
  7. jannys33

    jannys33 Registered User

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    Wir haben unserer Eheringe ganz normal beim Juwelier gekauft, ohne Abgabe von Altgold und für DDR - Mark.
    Ab und an gab es mal was ohne Altgoldabgabe.
     
  8. IhasOuts

    IhasOuts

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    Ich weiß, es ist gemein den alten Beitrag von 2004 zu zitieren. Aber er hat mir gerade wirklich den Tag versüßt. Wahnsinn was seitdem passiert ist...

    Zum Thema kann ich leider nichts beitragen, ich habe in der DDR kein Gold gekauft und soweit ich weiß hatte meine Familie auch absolut überhaupt kein Gold in irgendeiner Form.
     
  9. Fusselbär

    Fusselbär

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    Hier noch ein Beitrag zum Münz-Handel zu DDR-Zeiten.
    Münzen sammeln in der DDR

    "Ein 20iger Preußen kostete seit 1979/1980 rund 1600,- - 1800,- DDR-Mark. Der staatliche Festpreis für Gold wurde um 1980 auf ich glaube 220,- M pro g erhöht.
    Zum Ende der DDR zogen diese Preise nochmals etwas an (über 2000,- M) weil in den Wirren der Wiedervereinigung auch Angst vor "totaler" Entwertung der DDR-Mark kursierte.
    Übrigens die "Listen" im Kulturbund sind mir so nicht bekannt. Jeder in der "Fachgruppe Numismatik" hat wenn er die Möglichkeit bekam Gedenkmünzen genommen, auch wenn er sie nicht sammelte (kosteten am freine Markt rund den 10fachen Nominalwert). Die Sondermünzen und Kursmünzen waren dagegen nicht so gefragt, weil auch so zu bekommen.
    Die Verteilung ging (die Fachgruppen hatten sicher differenzierte Verteilungsmodalitäten) nach "gesellschaftlichen Aktivitäten" innerhalb der Fachgruppe, also Ausstellungsteilnahme, Vorträge, oder auch organisatorische Arbeit (bei Ausstellungen, im Vorstand). Es zählten aber auch Mitgliedschaftsjahre. Wer einmal "dabei" war blieb in der Regel im Verteiler. Es gab auch Mitglieder, die eigentlich nicht mehr aktiv sammelten, aber weil sie im Verteiler waren zum monatlichen Abendtreffen erschienen. Jede Zeit hat seine Eigenheiten:). Die "Zuteilung" je Fachgruppe war vielleicht unterschiedlich, ich kenne es so, dass ca. 40 % der Mitglieder Gedenkmünzen abbekommen haben.
    Gruß Medaille"
     
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  10. bayreuth

    bayreuth Moderator Mitarbeiter

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    Erinnert irgendwie an die fleißigen Vatikansammler die es gar nicht erwarten können ihre Sammlung sofort nach eintreffen der Post aus dem Vatikan mehrmals im Jahr aufzulösen, entweder bei Feepay oder unter Weitergabe zum Ausgabepreis, je nachdem wie sich die Münze preislich entwickelt hat...
     
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