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Goldmünzen in Zitronensäure ?

Dieses Thema im Forum "Zubehör,Pflege, Reinigung und Aufbewahrung" wurde erstellt von hegele, 26. April 2019.

  1. hegele

    hegele Registered User

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    hallo zusammen
    Bei Silbermünzen funktioniert ja ein Zitronensäurebad gut, das weiss ich aus eigener Erfahrung.
    Funktioniert das auch bei alten Goldmünzen ?
    ich habe einen Goldmünze, die hat einen kleinen weisslichen Belag.
    Ob ich den weg bekomme ?

    Danke für Erfahrungen, die Ihr selbst gemacht habt, also nicht nur vom Hörensagen kennt.
     
  2. four9fine

    four9fine

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    Moin hegele

    Wenn das eine alte Goldmünze ist, dann besteht sie sicherlich aus einer Legierung mit Kupfer.

    Da würde ich mit entsprechender Vorsicht herangehen und erstmal versuchen ohne Säuren oder Laugen auszukommen. Meist haben solche alten Münzen eine gewisse Patina ausgebildet, die man nicht unbedingt entfernen möchte.

    Versuch doch lieber erstmal den weißen Belag durch harmlose Lösemittel wie Petroleum, Benzin oder Alkohol aufzulösen. Schärfere Mittel kann man danach immer noch einsetzen, wenn das nicht geholfen hat.

    Ansonsten ist Zitronensäure natürlich eine recht harmlose Chemikalie, die einer Goldmünze nicht das geringste anhaben kann. Es kann halt unter Umständen passieren, daß die Patina anschließend weg ist und die Münze wie frisch geprägt aussieht. Aber das kennst du ja ganz genau von den Silbermünzen her.

    Gruß
    9999
     
    hegele gefällt das.
  3. Münzadler

    Münzadler Moderator Mitarbeiter

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    Hallo Alfons,

    ich gehe mal davon aus, dass es kein Reichsgold ist?!
    Hat die Münze jedoch eine annähernd gleiche Legierung?
     
  4. hegele

    hegele Registered User

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    Reichsgold ist 900er, ich bräuchte 986er
     
  5. Ruhejofes

    Ruhejofes

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    Wenn Du die Goldmünze mit Zitronensäure reinigst, hat sie nur noch den Erhaltungsgrad "cleaned".
     
  6. hegele

    hegele Registered User

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    Ja, das stimmt, ich mache es nicht :)
     
  7. Münzadler

    Münzadler Moderator Mitarbeiter

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    Okay, Dukatengold also. ;)

    Auch wenn jetzt einige Alarm schreien, ich schwöre bei Goldpatina (falls sie überhaupt sichtbar und störend rüberkommt) auf das Goldtauchbad von Lindner.

    Die Münze 2-3 Sekunden darin getaucht und der Schleier ist weg.

    Und nein, keine meiner bisher 5 getauchten Doppelkronen hatte danach Katzenglanz oder wurde von G.F. bzw. PCGS als "cleaned" bezeichnet / bewertet!

    Ebenso kann ich behaupten, dass der Prägeglanz nicht darunter leidet.

    Dieser Karl, einst mit Schleier und fleckiger Goldpatina erworben, ist mein bestes Beispiel dafür:

    full-1.jpeg full-2.jpeg
     
  8. Zwerg

    Zwerg

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    Reichsgold verträgt problemlos Salzsäure - sogar bis 60%.
    Allerdings nicht mit den Fingern, nur mit einer Holzzange
     
  9. four9fine

    four9fine

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    Moin zusammen

    Gold verträgt jede Säure außer Königswasser und selbstverständlich leidet der Prägeglanz nicht, wenn man fachmännisch und mit Überlegung vorgeht. Eine Reinigung sieht man einer Münze nicht an, wenn man alles richtig gemacht hat.

    Bei einer Münze die aus einer Legierung besteht, gilt es jedoch immer den unedelsten Legierungsbestandteil zu beachten und die Reinigung auf diesen abzustimmen. In diesem Fall ist das Kupfer.

    Legt man eine solche Legierung in eine Säure oder auch nur in Wasser, bilden sich lokal auf der Oberfläche elektrische Potentiale zwischen den verschiedenen Materialien aus, die zur sogenannten interkristallinen Korrosion führen. Das edlere Metall bleibt bestehen, das unedlere löst sich auf.

    Das ist zB. ein sehr großes Problem bei den alten 5 und 10Pfennigen ab 1949 deren Tombakplattierung auch das sehr unedle Zink enthält. In Sekunden hat man zwar die Korrosion entfernt, aber anschließend ist die Münze an diesen Stellen Kupferfarben und der originale Messingfarbton ist unwiederbringlich verloren. Das Zink hat sich aufgelöst und das Kupfer bleibt unangetastet.

    Bei Goldmünzen kann das gleiche passieren, jedoch mit dem Kupfer. Die Münze sieht dann aus wie eine moderne Münze aus Feingold und es fehlt der leicht rötliche Farbeinschlag, wie man ihn von Reichsgold oder dem Krügerrand kennt. Nur daran erkennt man, ob eine "scharfe" Reinigung stattgefunden hat, der Prägeglanz bleibt davon unberührt.

    Beim Karl von Münzadler sieht es auf den Fotos so aus, als sei genau das passiert, der rötliche Farbton fehlt mir. Kann natürlich auch an der Aufnahme und unterschiedlichen Lichtquellen liegen. Für ein wirkliches Urteil muß man die Münze in Natura sehen.

    Deshalb rate ich immer dazu, es erstmal mit - aus Sicht der Metalle - harmlosen Lösemitteln zu versuchen. Das sind nichtleitende weil unpolare Flüssigkeiten und man kann Münzen darin über Jahre aufbewahren, ohne daß es zu einer Veränderung kommen kann.
    Bei mir liegt gerade wieder ein KMS aus den 60er Jahren in Petroleum. Alle Münzen gemeinsam in einer Petrischale und nach jetzt etwa 4 Monaten sieht das 5DM-Stück schon viel besser aus. :)

    Gruß
    9999
     
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