Goldpreis

Jetzt wird es aber allmählich etwas wirr. lass mich einmal Deine bisherigen Aussagen zusammenfassen:


1) Der langfristige Trend des Goldes ist ungebrochen.
(Langfristiger Aufwärtstrend des GoldPREISES gemeint? Anmerkung: Etwa 1980 gab es einen Sprung nach oben, keinen Trend. Seit 1980 hat Gold dann etwa wieder die Hälfte seines Wertes verloren. Wo soll da der Aufwärtstrend sein? Wenn überhaupt gibt es höchstens einen langfristigen Abwärtstrend.)

2) Plötzlich ist Gold nur noch ein Werterhaltungsmittel. Von langfristigem Trend keine Rede mehr. Ein Werterhaltungsmittel ist Gold aber nur, wenn es zumindest einen Preisanstieg in Höhe der Inflationsrate bietet. Sonst verliert Gold REAL an Wert.

3) Eigentlich darf man den GoldPREIS sowieso nicht betrachten, denn "es ist nicht wirklich wichtig wie der Goldpreis in Papierwährungen gehandelt wird". Hört, hört! Woran sonst willst Du einen Aufwärtstrend festmachen? Man kann das Ganze natürlich auch in, sagen wir, eine Zigarettenwährung umrechnen. Dir ist angesichts Deines gewaltigen Sachverstandes aber sicher nicht entgangen, dass man Papierwährungen problemlos in Kaufkraft (meinetwegen Zigarettenwährung oder auch einen Warenkorb) umrechnen kann, und darauf kommt es letztlich an (mir bedeutet es jedenfalls etwas, wie viel ich mir für irgendwas kaufen kann, Dir mag das egal sein, aber irgendwie MUSST Du ja nun den Wert messen...). Allerdings sieht dann der "langfristige Aufwärtstrend" noch schlechter aus. Dann hast Du nämlich einen noch schöneren Wertverlust über die letzten Jahre.

Oje, oje, aus dem Dilemma kommst Du wohl nicht raus...

Also, nominal gibt es den Aufwärtstrend nicht, real noch viel weniger.
Wenn du den Wert des Goldes aber weder in Gütern noch in Geld messen willst, bleibt nur der ideelle Wert für Dich. Der mag durchaus steigen, aber kaufen kannst Du Dir dafür - buchstäblich - nichts, weil das jeden anderen nicht mehr interessiert als der Punkt auf dem "i" in dem Wort "Scheiße"!

Also, die Fakten aus meiner Sicht:
In den letzten 20 Jahren ist der Goldpreis kontinuierlich gesunken. Als langfristige ANLAGE zur Altersvorsorge hat Gold daher in der Vergangenheit nicht getaugt. Es mag allerdings sein, dass ich als Volkswirt (von denen ja auch Kostolany schon wusste, dass sie keine Ahnung haben...) etwas anderes unter "langfristige Anlage" verstehe als Du.
Richtig ist allerdings: Der Goldpreis unterlag gewissen Schwankungen, die durchaus wenige Jahre dauern konnten. Es ist also möglich, mittelfristig durch Spekulation Geld zu verdienen. (Aber das ist Papierwährung und interessiert Dich ja nicht...). Allerdings ist das auch bei Aktien oder Anleihen möglich gewesen, zumal diese ja auch in Form von Zins und Dividenden (im Vergleich zu Gold höhere, falls Du es verleihst, tust Du das eigentlich?) Erträge abwerfen.

Was spricht also für Gold gegenüber anderen Anlageformen? Einzig die Möglichkeit der Risikodiversifikation, da sich der Goldpreis häufig gegensätzlich zu Aktienindizes entwickelt.

Ich hoffe, das entsprach jetzt in etwa Deiner Vorstellung von einer polemisch geführten Diskussion, um die Diskussion "für die Nurleser interessant zu machen", wie Du es ausdrückst...
 
Also erstmal alles der Reihe nach.

( wenigstens passt du dich jetzt mal meinen Diskussionsmethoden an :D )



1.) Betrachtung der Charts

C-technisch gesehen, befand sich der Goldpreis seit seinen Hochs Ende der 70 Anfang 80 in einem langfristigen Abwärtstrend ( von einigen Unterbrechungen abgesehen ).

Seit 2001 ist dieser Trend klar gebrochen. Seit diesem Zeitpunkt steigt der Goldpreis beständig ( von verschiedenen Konsolidierungsphasen unterbrochen, die gerade auf einen langfristigen Trend und nicht auf ein kurzes aber heftiges Strohfeuer hinweisen) .

2.)

Gold ist als Investment sehr vielschichtig. Je nachdem wie man vom Goldpreisanstieg profitieren will, gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten.

Als Beispiel möchte ich hier den Besitz von Goldminenaktien und den Besitz von physischem Gold anführen.
Die Aktien steigen schneller und fallen aber auch schneller als der Goldpreis. Man kann also mehr verdienen aber auch verlieren. Man konnte z.B. im letzten Jahr mit verschiedenen Minenaktien wesentlich mehr Gewinn erwirtschaften als mit dem physischem Besitz von Gold.
Besonders gewinnträchtig waren da solche Minenaktien, die keine Vorwärtsverkäufe getätigt hatten und so ihre Produktion zum hohen aktuellen Goldpreis verkaufen konnten.

Auch bei Gold gilt, will man viel verdienen muß man auch viel riskieren. Sicherheit geht immer auf Kosten des Gewinns.

Gold ist also spekulativ und man kann auch mit einem Goldinvestment Geld verlieren.
Trotzdem ist Gold ein Werterhaltungsmittel und schütz vor Inflation und Deflation. Auch wenn im schlimmsten Fall unser Finanzsystem zusammenbricht (was in der Geschicht regelmäßig passiert) behält Gold seinen Wert, wie dieser dann auch immer in der neuen Papierwährung beziffert wird.
Die westlichen Finanzsysteme sind so überschuldet, dass meiner Meinung nach ein Crash unausweichlich ist. Der Niedergang der Aktien und des Dollars sind deutliche Vorboten.

Das Gold verhält sich sehr sensibel als Indikator für eine gesunde oder zumindestens doch boomende Wirtschaft. Während des langfristigen Abwärtstrends des Goldes von Beginn der 80er begannen die glorreichen Jahre der Aktien. Mit Gold war nur Geld zu verlieren.
Dieser Trend hat sich jetzt gewandelt. Für die nächsten Jahre wird Gold DAS Investment sein.
Selbstverständlich wird sich auch dieser Trend eines Tages wieder umkehren.


Hier noch einge Argumente warum Gold die nächsten Jahre steigen wird.


1. Zentralbanken verkaufen und verleihen Gold nur noch in begrenztem Umfang. Während die westlichen Staaten (Ausnahme USA) hauptsächlich als Verkäufer auftreten,treten die aufstrebenden neuen Índustrienationen wie Indien oder China als potente Käufer auf.
2.In China ist seit einigen Wochen der Goldbesitz für "private" erlaubt. Die Nachfrage ist riesig ;1.000.000.000 Menschen.

3.) Die Weltnachfrage steigt ständig.

4.) Die Goldminen kaufen ihr per Termin verkauftes Gold zurück. Das würden sie nicht machen, wenn sie von einem sinkenden Goldpreis ausgehen würden. Gerade die Goldminen die in der Vergangenheit auf diese Vorabverkäufe verzichtet haben, machen zur Zeit glänzende Geschäfte.

5.) Unser gesamtes Kapitalsystem ist einfach nicht mehr gesund. Die Leute mißtrauen berechtigt unseren Politikern und erkennen den Wert von Sicherheit.

6.) Die Leute erkennen wieder den Wert von anonymem Kapital wie Gold es eben ist. Der Staat hat keine Kontrollmöglichkeiten darüber und kann nicht Nachweisen ob man etwas besitzt oder nicht.
Deshalb hassen Politiker auch Gold. Nicht umsonst war es auch in demokratischen Staaten wie z.B. der Usa bis in die 70er verboten.



7.) Man kann Gold in Deutschland Mehrwertsteuerfrei erwerben.

Nicht nur Gold wird steigen. Wir stehen bereits mitten in einer Renaissance der Sachwerte.

8.) Die Wenigsten haben in Gold investiert. Der Nachholbedarf ist riesig.

9.) Der Dollar ist der Gegenpol zum Gold. Immer mehr Staaten verlieren das Vertrauen in ihn. Der Euro genießt obwohl er eine neue Währung ist in vielen Ländern mehr Vertrauen als der Dollar. Das liegt zum einen an der maroden Us Wirtschaft, zum anderen sicherlich an der amerikanischen Kriegspolitik.

10. Japan schlittert gerade ins 13 Krisenjahr. wer wirklich glaubt unsere Aktienkrise sei überwunden, ist in meinen Augen naiv.



Das soll erst mal reichen.

dwimbor:
Vielen Dank für die Diskussion. So macht eine Auseinandersetzung zumindesten mir Spaß........

Ich hoffe einigen Anderen auch ......
;)
 
Zuletzt bearbeitet:
Original geschrieben von Goldnase
So macht eine Auseinandersetzung zumindesten mir Spaß........
Ich hoffe einigen Anderen auch ...
Ja. Für mich als Laien sind Eure Argumente durchaus interessant.
Vor allem, weil Ihr Euch in vernünftigem Deutsch auseinandersetzt und nicht in dieser lächerlichen Börsen-Angebersprache.
 
Ja, wenn alle übereinstimmen, dass es nicht persönlich ist. Bin aber gerade leider etwas unter Druck, werde mich aber nächste Woche wieder einschalten!

Mit der Börsen-Angebersprache hast Du übrigens recht, Dieter! Diejenigen, die sie benutzen müssen auch nicht zwangsläufig am meisten davon verstehen.
 
Dwimbor

Da sind wir ja dann doch mal endlich einer Meinung!
:D
 
Allen Skeptikern, Ungläubigen und Bankern zum Trotz:

Im Januar 2001 habe ich angefangen größere Mengen Gold für um die 9000 Euro/Kilo zu kaufen.

Jetzt steht er bei knapp 11.000/Kilo.


Das ist ein PLUS von 22%.
 
Original geschrieben von Goldnase

Das ist ein PLUS von 22%.
Ja, aber in zweieinhalb Jahren. Macht ungefähr 8,4% pro Jahr, wovon Du noch die Inflation abziehen mußt.

Das ist nicht gerade eindrucksvoll in einer Zeit, in der andere mit schlichten Euros 100% Spekulationsgewinn eingefahren haben, ohne täglich den Goldpreis mit Bangen verfolgen zu müssen.

Gold ist aber schöner als gewöhnlicher Mammon. In dem Punkt habe ich mich etwas von Deiner Begeisterung anstecken lassen. Nun müßte ich mir nur noch schön viel davon leisten können ...
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn ich mit Aktien den Gewinn eingefahren hätte, hätte keiner gesagt; " aber zieh die Inflation vom Gewinn ab."


Anzumerken bleibt:

Mit dem sichersten Goldinvestment (physischem Gold) konnte man eine Menge Geld verdienen.

Mit vernünftigen Goldminenaktien (und anderen Goldinvestments) konnte man mehr verdienen.

GOLD ist und bleibt das Investment der nächsten Jahre!
 
Ich finde das schon eidrucksvoll. Mit Aktien aus dem DAX hätte man in der Zeit viel Geld verloren!!!!!
 
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