www.honscha.de

Griechenland und die EURO-Krise - neue Szenarien der Bundesregierung

Dieses Thema im Forum "Plauderecke" wurde erstellt von numisfreund, 3. Januar 2015.

  1. four9fine

    four9fine

    Registriert seit:
    2005
    Beiträge:
    2.623
    Zustimmungen:
    270


    Moin Alfons

    Ob einer die Wahrheit sagt oder nicht, ist egal. Es kommt bei all dem ja auf die beabsichtigte Wirkung an.

    Führ dir mal zu Gemüte, wie die Amerikaner dieses unsägliche Gezerre kommentieren, Friedman von STRATFOR nimmt wie üblich kein Blatt vor den Mund.

    Ein Imperium schlägt zurück: Deutschland und die griechische Krise | The Vineyard Saker – Deutsche Version


    Du weißt wohin sowas führt.

    Gruß
    Michael
     
  2. four9fine

    four9fine

    Registriert seit:
    2005
    Beiträge:
    2.623
    Zustimmungen:
    270
    "Die Demütigung Griechenlands beim Gipfel war kein Unfall. Sie ist Teil einer Agenda, die Wolfgang Schäuble seit langem verfolgt: Er hält die EU in ihrer derzeitigen Form für nicht funktionsfähig. Er strebt eine enge politische Union an. Diese ist nur mit ausgewählten Staaten möglich. Am Ende soll sich zeigen, wer zu Deutschland passt und wer nicht. Der Grexit ist fix eingeplant. Andere Staaten werden folgen. Das Tischtuch ist zerschnitten. Unwiderruflich."


    Schäubles Plan: Deutschland muss raus aus dieser Euro-Zone | DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN


    Hoffentlich geht das alles friedlich über die Bühne. Zwei Phasen mit Zinkmünzen in meiner Sammlung reichen mir eigentlich.

    Gruß
    Michael
     
  3. hh1969

    hh1969 Moderator...und seit über 17 Jahren hier an Board. Mitarbeiter

    Registriert seit:
    2002
    Beiträge:
    4.670
    Zustimmungen:
    780
    also doch D-Exit? o_O

    "Während nicht nur an den Finanzmärkten zum Thema Griechenland mittlerweile nur noch Kopfschütteln herrscht, versuchen die Verantwortlichen immer noch den Eindruck zu erwecken, als ob sie von irgendetwas einen Plan hätten. Haben sie aber nicht. Und hatten sie auch noch nicht. Blicken wir einmal auf die interessantesten Punkte des Desasters:

    Griechenland hat sich, gut (oder auch nicht) beraten durch Goldman Sachs, den Weg in den Euro mit gefälschten Daten erschlichen. Womit es nicht das einzige Land war. Gewusst haben das damals alle, die es wissen wollten. Aber beseelt von blindwütigem Expansionsstreben nahm man sozusagen alles, was anklopfte. Das war Fehler Nr. 2. Fehler Nr. 1 war, in den Verträgen von Lissabon und dann Maastricht keine Ausstiegsklausel für gescheiterte Euro-Kandidaten hineingeschrieben zu haben. Formal geht es weder, dass sich ein Land aus dem Euro verabschiedet noch dass es von den anderen vor die Tür gesetzt wird.

    Fehler 3 war, nach Erkennen von Fehler 1 nicht etwa nachzubessern, sondern stattdessen gegen die bestehenden Verträge zu verstoßen und ein ausdrücklich untersagtes Bail out-Programm in Gang zu setzen und immer bombastischere Rettungsschirme aus dem Hut zu zaubern, die den Euroraum spätestens ab der Einführung einer Bankenunion explizit zu einer Haftungsunion werden lassen wird. Von den Verträgen von Maastricht ist dann de facto nicht mehr viel übrig. Nicht dass man ihn geändert hätte, man hat ihn einfach ignoriert und ungestraft darüber hinweggesetzt.

    Fehler Nummer 4 war, sowohl in Geber- als auch Nehmerländern den Eindruck zu erwecken, dass es beim rechtswidrigen Bailout um so etwas wie eine humanitäre Hilfsaktion ginge, mit der den Not leidenden Griechen zur Seite gesprungen werde. Wer wirklich "gerettet" wurde, ließ sich allerdings nicht unter der Decke halten. Zur Beliebtheit des Euro trug das ganz und gar nicht bei.

    Fehler Nummer 5 schließlich ist der entscheidende: Während gegenüber Griechenland auf die Verträge gepocht und eine erwiesenermaßen wirtschaftsschädliche Fortsetzung der Austeritätspolitik verlangt wird, geht es den "Institutionen" nur noch darum, das eigene Versagen zu kaschieren und auf ein Wunder zu hoffen, von dem man weiß, dass es nicht kommen wird. Sieht man sich die Ergebnisse der bisherigen Rettungsstrategie für Griechenland an, tut sich ein Abgrund der Absurditäten auf: Die griechische Wirtschaft wurde unangespitzt in den Boden gestampft, während die dem Land geradezu aufgezwungenen Schulden immer weiter stiegen. Die Schuldentragfähigkeit einer im Abschwung befindlichen Volkswirtschaft sinkt jedoch anstatt zu steigen. Was einzig die Dijsselblooms, Junckers, Draghis und Merkels dieser Welt nicht zu verstehen scheinen.

    Groß ist in Brüssel momentan die Empörung darüber, dass Athen am Sonntag als ultima ratio den Weg der Demokratie beschreiten will. Der Schweiz sieht man so etwas wohlwollend nach, sie hat ja auch nicht den Euro. Aber Demokratie hin oder her: Es hat mehr als einen bitteren Beigeschmack, wenn die aktuelle griechische Regierung am Sonntag quasi darüber abstimmen lassen will, ob sie mit den bis jetzt gemachten Schulden einverstanden sind oder nicht. Und auch der späte Zeitpunkt der Volksbefragung hat wenig Charme.

    Das bürokratische Monster, dass Brüssel in Zusammenarbeit mit dem IWF um den Euro errichtet hat, spottet jeder Beschreibung. Und führt zu sonderbaren Ergebnissen: Kaum hatte EU-Kommissionspräsident Juncker Griechenland gestern ein letztes (unannehmbares) Angebot unterbreitet, kritisierte Berlin, dass er dazu überhaupt kein Mandat habe.

    Wie der griechische Finanzminister Varoufakis gestern gegenüber dem britischen "Daily Telegraph" kundtat, will Athen ggf. gegen einen Rauswurf Griechenlands aus dem Euro klagen, den er als "nicht verhandelbar" bezeichnete. Der EuGH dürfte sich schwer tun, eine solche Klage abschlägig zu bescheiden. Und dann? Dann müsste Griechenland wieder die ungeliebten Reformen durchführen und sich noch tiefer in die Grütze reiten lassen, während auf die Steuerzahler der Geberländer noch höhere Haftungsrisiken zukämen. Sie sehen:

    Die Fehlkonstruktion des Euro und die fortgesetzten Vertragsverstöße der EU und der EZB haben eine Situation heraufbeschworen, die den Verantwortlichen das Heft des Handelns längst aus der Hand geschlagen hat und sie zu immer irrationalerem Aktionismus zwingt. Dem "gemeinen Volk" ist das nicht verborgen geblieben. Und europaweit sprießen Bestrebungen aus dem Boden, die von ihren Regierungen nicht nur den Austritt aus dem Euro, sondern auch aus der EU und der NATO fordern. Besonders Österreich sollten Sie da im Auge behalten. Dort läuft morgen das einwöchige EU-Austritts-Volksbegehren ab. Und erreichen die Initiatoren mehr als 100.000 Stimmen, gilt das Volksbegehren als Gesetzesantrag des Volkes. Die von der Bundeskanzlerin eingefädelte, keineswegs stichhaltige Schicksalsverknüpfung von Euro und Europa könnte bald nach hinten losgehen."

    Quelle: Axel Retz (den ich sehr schätze für seine klare Sicht der Dinge) in Börse-Online #NAME# News - Nachrichten zu #NAME# - BÖRSE ONLINE
     
    numis nr.1 gefällt das.
  4. Volker1

    Volker1

    Registriert seit:
    2004
    Beiträge:
    892
    Zustimmungen:
    133
    Ich hoffe nach wie vor auf einen grexit (in den nächsten Tagen). Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Eigentlich sogar im Gegenteil: ich rechne fest damit.

    Viele Grüße

    Volker
     
    jannys33 gefällt das.
  5. hh1969

    hh1969 Moderator...und seit über 17 Jahren hier an Board. Mitarbeiter

    Registriert seit:
    2002
    Beiträge:
    4.670
    Zustimmungen:
    780
    Damit rechne ich nicht. Die unfähige Politikerkaste hofft ja nach wie vor, das Zeitspiel zu gewinnen. Keiner will den schwarzen Peter. Europa wird uns (eher als der Euro) um die Ohren fliegen. Wenn man die Hetze und den Hass im Netz (insbesondere Twitter) verfolgt, wo schon von einem 4. Reich die Rede ist, dann kann man nur hoffen, dass es friedlich bleibt. Es war noch nie gut für Europa, wenn Deutschland und Frankreich unterschiedliche Ziele verfolgen.

    Ein paar abartige Beispiele:

    [​IMG]

    [​IMG]

    [​IMG]

    [​IMG]

    Es gibt noch geschmacklosere...ich erspare sie euch.
     
  6. Raphael

    Raphael Super-Moderator Mitarbeiter

    Registriert seit:
    2001
    Beiträge:
    12.958
    Zustimmungen:
    816
    @ volker

    Ein Grexit und heißer Krieg (August?) in der Ukraine geht nicht gleichzeitig.
     
  7. hh1969

    hh1969 Moderator...und seit über 17 Jahren hier an Board. Mitarbeiter

    Registriert seit:
    2002
    Beiträge:
    4.670
    Zustimmungen:
    780
    [​IMG]

    Außerirdische Hilfe ist eingetroffen...*röchel*... :D Oder ist es Darth Tsipras? :confused:
     
  8. garbo

    garbo

    Registriert seit:
    2009
    Beiträge:
    74
    Zustimmungen:
    34
    Das Arbeitsvolumen ist seit 1970 etwa gleich. Die geleisteten Arbeiststunden pro Beschäftiger hat sich seit 1970 von 1900 h/a auf 1388 h/a verringert.
    Im übrigen sieht man den gravierenden Abfall der Gesamtstunden vor 1998. Eine goldene DM Zeit sehe ich nicht und war es nach meiner Erfahrung auch nicht.


    Arbeitsvolumen.jpg
     
  9. garbo

    garbo

    Registriert seit:
    2009
    Beiträge:
    74
    Zustimmungen:
    34
    Jetzt bist Du aber kleinlich. Für mich ist die Quote gleich.
     
  10. Volker1

    Volker1

    Registriert seit:
    2004
    Beiträge:
    892
    Zustimmungen:
    133
    Zitat von hh1969: "Die unfähige Politikerkaste hofft ja nach wie vor, das Zeitspiel zu gewinnen."

    Ich halte die Politiker (ich bezeichne sie auch nicht so abfällig als "Politikerkaste") nicht für unfähig. Auch nicht, wenn sie keinen Grexit machen, was ich befürworte. Maße ich mir nicht an. Wer sie für unfähig hält, kann ja selber mal politisch arbeiten. Ach ja, man muss dann natürlich einen großen Teil seiner Freizeit opfern. Und man muss dann natürlich für seine genialen Ideen auch noch gewählt werden. An diesen beiden Hürden werden schon die meisten scheitern. Mich eingeschlossen. Die eigenen Ideen sind vielleicht ja nicht so genial, wie man immer glaubt. Ich halte die Politiker sogar für um ein Vielfaches besser, als den Durchschnitt der Bevölkerung. Beispiel: Stammtische.

    Viele Grüße

    Volker
     
    AM1978 gefällt das.
  1. Diese Seite verwendet Cookies, um Inhalte zu personalisieren, diese Ihrem Erleben anzupassen und Sie nach der Registrierung angemeldet zu halten.
    Wenn Sie sich weiterhin auf dieser Seite aufhalten, akzeptieren Sie unseren Einsatz von Cookies.
    Information ausblenden